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Kopfstuetzen <-> Sicherheit

Verfasst: Do 5. Mai 2005, 23:25
von Matthias Gebauer
Hallo,

wir haben das Thema hier zwar bereits mehrmals gestreift, aber richtig schlau bin ich noch nicht draus geworden:
Ich ueberlege in naechster Zeit mein Gestuehl aufarbeiten zu lassen und da stellt sich die Frage nach Kopfstuetzen. Zur Zeit hat Madame keine und rein optisch finde ich es so auch am schoensten.
Mein Gedanke an Kopfstuetzen fusst allein auf ein Sicherheitsbeduerfnis. (Und um hier eine Diskussion abzukuerzen: Defensive Fahrweise schuetzt halt leider NICHT vor dem Heckaufprall - sofern man unbedachte Spurwechsel ausser acht laesst).
Den breiten Kopfstuetzen traue ich ueberhaupt nicht ueber den Weg. Die Art der Anbringung laesst vermuten, dass sie zwar nette Schlummerrollen sind, dem Schleudertrauma aber nichts in den Weg zu stellen haben.
Meine Frage ist: Glaubt Ihr, dass die schmale Version dem Sicherheitsgedanken von Kopfstuetzen gerecht wird? Oder dient sie auch nur der puren Bequemlichkeit?

Was sagen denn unsere Unfallaerzte zu diesem Thema?

Danke und Gruss

Matthias

Re: Kopfstuetzen <-> Sicherheit

Verfasst: Fr 6. Mai 2005, 04:54
von cluster72
also anfangs fand ich meine kopfstützen auch nicht so berauschend vom aussehen her. haben sich aber als sehr bequem herausgestellt.
aber der gedanke an den heckaufprall ist mir auch schon durch den noch kompletten kopf geschossen. allein diese umklappbare "schlummerrolle" dürfte bei einem aufprall geradezu als katapult dienen und den denkapparat nochmals beschleunigen auf dem weg ins instrumentarium.
aber wenn wir mit dieser denkweise anfangen, hören wir sicher nicht beim nachrüsten von airbags auf...



Re: Kopfstuetzen <-> Sicherheit

Verfasst: Fr 6. Mai 2005, 11:39
von Steffen
Hallo Matthias,

also der Unfallarzt würde sicher folgendes sagen:

- Kaufen Se sich lieber wat "Modernes"

oder wenn er gerade zynisch drauf ist, wie Leslie Nielsen in "Naked Gun I":

"Man geht doch schon ein Risiko ein, wenn man morgens über die Straße läuft und seinen Kopf in einen laufenden Ventilator hält."

Der DS-Sitz an sich ist so weich, dass wahrscheinlich beim Heckunfall trotz Kopfstütze wesentlich mehr passiert, als bei einem "modernen" Auto, und selbst von denen sind letztens zahlreiche durch einen entsprechenden Test gerasselt, Fazit: "zu weiche Sitze". Und das bei Autos, deren Sitze im Vergleich zur DS eher "Brett" heißen sollten. Über Dinge wie Sicherheit beim Heckaufprall machte man sich damals halt noch keine Gedanken, man sieht deshalb auch in zeitgenössischen Zubehörkatalogen oft Autos, bei denen nur der Beifahrer eine Kopfstütze hat, aus Komfortgründen eben.

Wenn Du eine preiswerte Lösung mit bestmöglicher Sicherheit suchst, dann rüste doch einfach Sicherheitskopfstützen nach:

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?Vie ... eName=WDVW

Sieht zwar auf allen anderen Sitzbezügen als Leder/Skai schwarz ziemlich übel aus, ist aber dafür jederzeit abnehmbar (und ansonsten in Höhe und Neigung verstellbar). Die passen sogar, wenn man noch die Federkernpolstersitze mit den niedrigeren Rückenlehnen hat (bis 68/69).

Wenn Du lieber die (wesentlich teurere) Originallösung bevorzugst:

Die breiten Kopfstützen, die seitlich am Sitz montiert werden, hießen glaube ich nicht umsonst "Nackenstütze", also garantiert null Sicherheitswirkung, aber bestimmt sehr bequem.

Die schmalen, die von oben auf den Sitz gesteckt werden, sind auf jeden Fall sicherer, da sie fest(er) mit dem Sitzgestell verbunden sind, sie dienten aber damals auch vorrangig dem Komfort.

Grüße,

Steffen

Re: Kopfstuetzen <-> Sicherheit

Verfasst: Fr 6. Mai 2005, 12:06
von Martin K.
Hallo,

so einen Satz Skai-Kopfstützen in braun besitze ich sogar noch, ich kann aber nicht unbedingt zum Erwerb raten. ich erinnere mich, dass es damals Tests gab, wobei diese Kopfstützen sich beim Aufprall des Kopfes einfach nach hinten aus dem Sitz schoben. Der (oder ein?) Hersteller versuchte dem dann entgegenzuwirken, indem die Stützen mit zwei Gurten unten um die Lehne herum befestigt werden sollten. Das waren aber irgendwie alles Krücken, die mit der zunehmenden Verbreitung von Serienkopfstützen schnell wieder verschwanden.
Ich stimme zu, dass bei der Konstruktion der alten Bügelkopfstützen sicher der Komfort vor der Sicherheit kan, trotzdem waren diese in der zweiten Version mit dem in drei Positionen aufknöpfbaren Nackenteil schon sehr gut und zählten sicherheitstechnisch zum Standard der Zeit. Die Einsteckkopfstützen für die Sitze der letzten drei Baujahre halte ich sicherheitstechnisch durchaus für brauchbar, wenn natürlich auch die ganze Entwicklung der Sitztechnik seit dem nicht stehen geblieben ist. Sie verhindern aber sicher das Schlimmste. Mehr geht wohl nur, wenn man aktuelle Recaro-Sitze o.Ä. einbaut - aber wer will das?
Ich denke, wenn man in einem Oldtimer die Sicherheit eines modernen Autos sucht, ist man auf dem Holzweg.

Mit besten Grüßen

Martin

Re: Kopfstuetzen <-> Sicherheit

Verfasst: Fr 6. Mai 2005, 12:42
von Schleudertrauma-Joe
Ey Leute. Matthias Gebauer hat doch ganz dezidierte Aussagen und Fragen gemacht, bzw. gestellt:
1. Wenn Nackenstützen, dann die originalen.
2. Den breiten traut er nicht.
3. Erfüllen dann die einzig noch möglichen, und damit die Schmalen, den Sicherheitsgedanken?

Antworten:

zu 1. Absolut die richtige Entscheidung!
zu 2. Berechtigtes Misstrauen.
zu 3. Ja.

Re: Kopfstuetzen <-> Sicherheit

Verfasst: So 8. Mai 2005, 21:50
von Matthias Gebauer
Mir ist voellig klar, dass man eine DS nicht zur Hochsicherheitszelle umbauen kann. Das hoehere Risiko kann man ja durch eine entsprechende Fahrweise zumindest teilweise entschaerfen. (Bei Heckaufpraellen gilt dies nicht, da sind zum groessten Teil die Sicherheitsabstaende der Nachfolger gefragt)
Ich finde halt, dass die verfuegbaren Kopfstuetzen alle nicht wirklich zur Verschoenerung des Autos beitragen, deshalb fragte ich ob diese ueberhaupt einen Sicherheitseffekt haben. Das habt Ihr mir beantwortet.

- Jetzt muss ich in mich gehen...

Danke fuer Eure Antworten!

Matthias

Re: Kopfstuetzen <-> Sicherheit

Verfasst: Mo 9. Mai 2005, 13:05
von Mr. Hulot
Die "schmalen" Kopfstützen stecken in zwei Röhrchen, die, unter Sicherheitsaspekt gesehen, nur ungenügend am Sitzgestell angepunktet sind. Ruhig mal die hintere Sitzlehnenverkleidung abnehmen und reingucken/fühlen. Das Turnen meiner Tochter mit ihren Freundinnen im Auto ließ diese Röhrchen herausbrechen. Ein unfallbeschleunigter DS-Fahrer-Kopf wiegt ein Mehrfaches meiner Tochter(ca 20 KG).

Deshalb: Verstärkung der Röhrchen durch Einschweißen von zusätzlichen Versteifungen.

Die Rahmen der Kopfstützen sind m.E. stabil genug. Würde jedoch auch da eine Verlängerung ansetzen, wir sind ja durchweg mind. einen Kopf größer als seinerzeit Louis de Funes.

Gruß