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Unauffindbare Leckage
Verfasst: Sa 26. Mär 2022, 09:51
von MartinED
Hallo zusammen,
nachdem ich erfolgreich hinten eine Federzylinder-Manschette gewechselt habe und dazu die DS auf der Hebebühne hatte, bin ich mal wieder auf ein schon länger existierendes Problem gestoßen, denn wenn man mal das Schätzchen auf der Bühne hat, schaut man sich natürlich den gesamten Unterboden an.
Da fällt mir dann immer wieder auf, dass an der Ölwanne (Innenseite) und an einigen weiteren Stellen in der unmittelbaren Umgebung kleine grüne LHM-Tröpfchen hängen und so hier und da auch zu Boden fallen. Auch nach intensivsten Schauen mit der Taschenlampe in die darüberliegenden Regionen kann ich einfach die Quelle nicht finden. Woher kann das kommen? Diverse Hydraulikorgane, sei es der Schaltblock meiner HA oder der Kupplungskorrektor, Fliehkraftregler, Pumpe, Lenkung, Druckregler inklusive Druckspeicher habe ich kontrolliert. Da ist alles dicht. Auch wenn die LHM-Pfützen am Boden eher klein sind, hätte ich doch gern gewusst, wo das Zeug herkommt.
Ich bin da langsam mit meinem Latein am Ende. Hat einer von Euch eine Idee?
Viele Grüße
Martin
Re: Unauffindbare Leckage
Verfasst: Sa 26. Mär 2022, 11:49
von sebastianklaus
Hallo Martin,
ich denke dieses Problem kennen alle DS- Fahrer, insbesondere wenn sie eine umfangreiche Hydraulik (also z.B. HA) haben.
Einige Leckagen lassen sich ja bekanntermaßen gar nicht abstellen, sofern die Bauteile verschlissen sind (z.B. Betätigungskolben Lenkung).
Nach über vier Jahrzehnten DS fahren habe ich am Schluss nur einen Weg gefunden, kleine Leckagen zu entdecken:
alles penibel sauber putzen und die Leitungen unmittelbar hinter den Organen mit sauberem Küchentuch oder Toilettenpapier umwicklen und dann fahren. Den Anspruch, eine komplett leckfreie DS zu fahren, habe ich aufgegeben und damit bin ich sicher nicht der Einzige hier im Forum..
Das vielfach auch hier schon diskutierte Phänomen, dass nachgefertigte Dichtungstüllen oft schrumpfen, habe ich natürlich selbst ebenfalls schon zig mal erleben dürfen: ich benutze deshalb (von den O-Ringen abgesehen) immer -also sofern das vertretbar erscheint- gebrauchte Dichtungen (also: Dichtungstüllen). Damit kann man sich viel Ärger ersparen.
Viele Spass beim Suchen.
Viele Grüße
Sebastian
Re: Unauffindbare Leckage
Verfasst: Sa 26. Mär 2022, 14:11
von MartinED
Hallo Sebastian,
ja, Du hast wohl recht. Etwas inkontinent sind sie halt, unsere lieben, alten Schätzchen. Beim Rücklaufschlauch vom Kupplungskorrektor scheint es ein wenig nass zu sein. Das schaue ich mir noch mal genauer an.
Dann ist mir die letzten Tage aufgefallen, dass es im Fußraum auf der Fahrerseite ölig ist. Ich hatte erst den Verdacht, dass es Kühlflüssigkeit ist, da ich vor einiger Zeit ein undichtes Heizungsventil getauscht habe. Da tropft es dann auch ein wenig in den Innenraum, aber das war es nicht. Ich habe den Fußraum gründlich mit Bremsenreiniger gesäubert und lange abtrocknen lassen. Heute bin ich ungefähr 30 bis 40 km ohne Teppiche, Matten und sonstige Unterlagen über Land und Dörfer gefahren und jetzt ist der Boden links vom Bremspedal wieder ölig. Wie kann das sein? Die Leckagen von der Bremsenbetätigung landen doch in der darunter befindlichen Auffangschale und dort ist ein Ablauf an der tieften Stelle mit entsprechendem Schlauch angebracht. Also wie kommt LHM in den Fußraum?
Viele Grüße
Martin
Re: Unauffindbare Leckage
Verfasst: Sa 26. Mär 2022, 17:34
von anieder
Vom Bremsventil kann es in den Fußraum suppen.
Ich meine dazu gab es hier schon mal einen Faden.
Gruß
Andreas
Re: Unauffindbare Leckage
Verfasst: Mo 28. Mär 2022, 10:45
von Thomas Held
Hallo Martin,
die Auffangschale 'kümmert' sich ja nur um das Lecköl, das aus den allein durch Passung dichtenden Bremsventilen kommt, sowie eventuelle Undichtigkeiten des Verstellkolbens für die Bremsdruckverteilung.
Unterhalb der Schale gibt es noch Dichtungen (Rechteckringe unter den Verschlußstopfen des Bremsventilkörpers, Anschlusstülle des Druckwarnschalters), die zu dem von dir beobachteten LHM-Austritt führen könnten.
Viele Grüße
Tom
Re: Unauffindbare Leckage
Verfasst: Mo 28. Mär 2022, 10:47
von Thomas Held
Hallo Martin,
ich wollte gerade ziemlich genau das gleiche schreiben, wie Sebastian.

Ich belasse es dann mal bei völliger Zustimmung!
Gruß
Tom
Re: Unauffindbare Leckage
Verfasst: Mo 28. Mär 2022, 13:32
von MartinED
Hallo Tom,
ja, das stimmt schon, dass man mit kleinen Undichtigkeiten leben muss. Das finde ich auch nicht so schlimm, wenn man weiß, wo es ungefähr herkommt und man dadurch einigermaßen sicher ist, dass es nicht zu einem unvorhergesehen Totalausfall bei einer Ausfahrt kommt. Aufgrund einer Leckage ist mir das auch noch nie passiert.
Was ich nicht so prickelnd finde, ist ein LHM-getränkter Fußraum (etwas übertrieben

), zumal die Filzmatten sich vollsaugen und auf Dauer auch kaputt gehen.
Was meinst Du mit "Rechteckringe unter den Verschlussstopfen des Bremsventilkörpers"? Ich kenne jetzt nur die Dichtungsringe an der Plakette. Ich tue mich gerade schwer, die obere Schraube des Bremsventils an der Auffangschale zu lösen. Trotz hoch gedrücktem Verstellkolben komme ich da kaum mit einem Schraubenschlüssel hin. Daher weiß ich jetzt noch nicht genau, wie es zwischen Bremsventil und Auffangschale aussieht. Anbei ein Foto von dem bei mir verbauten Bremsventil (aus dem Katalog von D.S.) und ein weiteres Foto vom Aufbau in meiner DS.
Viele Grüße
Martin
Re: Unauffindbare Leckage
Verfasst: Mo 28. Mär 2022, 13:35
von MartinED
... hier nochmal die Fotos.
Re: Unauffindbare Leckage
Verfasst: Mo 28. Mär 2022, 16:27
von Pit
Hallo Martin,
sah das so sauber aus oder hast du geputzt? Konntest du nicht erkennen, von wo es in den Fußraum gelangt?
Ich denke, wenn die Verschlussstopfen (die zwei großen mit dem großen Schlitz) undicht sind, tropft das direkt in den Hohlraum und kommt nicht in den Fußraum. Beim Druckwarnschalter könnte es schon dorthin gelangen. Hier ein Bild vom Schnittmodell.
Bekommst du die Schraube gar nicht gelöst?
Grüße,
pit
Re: Unauffindbare Leckage
Verfasst: Di 29. Mär 2022, 00:58
von MartinED
Hallo Pit,
ja, da habe ich geputzt, aber natürlich vorher gründlich geschaut, wo es herkommen könnte. Ich sehe da zwei Möglichkeiten. Einmal könnte es zwischen Bremsventil und Auffangschale nicht ganz dicht sein und kriecht unter der Auffangschale bis zum Ende der Halterung des Druckwarnschalters, und zum anderen ist die Plakette am Bremsventil vielleicht nicht ganz dicht und es kriecht zum einen an den Leitungen herunter (sind etwas feucht) und zum anderen wieder ans Ende der Halterung vom Druckwarnschalter. Dort war nämlich ein kleiner Tropfen LHM zu sehen. Die LHM-Anschlüsse des Druckwarnschalters und des Verstellkolbens sind es definitiv nicht, die sind absolut trocken.
Um meinen Verdacht zu erkunden, muss ich allerdings diese verdammte Schraube lösen, ich komme nur nicht vernünftig mit dem Schraubenschlüssel hin. Ich habe die verschiedensten Schraubenschlüssel in meinem Werkzeugwagen, aber keiner passt vernünftig.
Viele Grüße
Martin