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Motor überholen

Verfasst: Mo 18. Apr 2005, 01:21
von Robert Kruse
Liebe Gemeinde,

habe mich entschlossen, o.g. zu tun. Zum ersten und hoffentlich auch zum letzten Mal in meinem schon fortgeschrittenen Leben. Also, was ich habe ist ein DX mit 90000 Laufleistung, der vermutlich durch 20 Jahre Stehen festgegangen ist. Ich will die Kolben und Buchsen ersetzen und dabei die nun neu auf dem Markt erhältlichen Teile benutzen. Meine Frage: Was ist über das, was in der Rep-Anleitung steht und was Ulrich Knaack in der HP schon zur Motorreparatur geschrieben hat, hinaus zu beachten? Welche weiteren Massnahmen empfehlen sich? Soll ich die Pleuel auswiegen, die Kurbelwelle wuchten lassen etc. oder reicht es, alles so zu machen, wie in der Anleitung beschrieben? Wie ist es mit der Gewichtsdifferenz der Kolben, von denen schon die Rede war, muss ich da was tun, wenn ja, wo sollte ich das Material abnehmen? Gibt es irgendwelche Fallen, in die ich tappen kann? Wie problematisch sind die Zylinderfussdichtungen (Die waren beim R4 meiner Freundin undicht)?

Danke für Eure Hilfe
Robert

Re: Motor überholen

Verfasst: Mo 18. Apr 2005, 21:13
von Martin K.
Hallo Robert,

ich selbst habe noch nie einen DS-Motor komplett überholt, kann also nur auf Teilüberholungserfahrungen und Erfahrungen von anderen zurückgreifen.
Eine Zylinderfußdichtung im üblichen Sinne gibt es bei der DS nicht. Die Laufbuchsen sind jedoch durch eine Dichtung zum Motorgehäuse abgedichet. Moderne Dichtmaterialien können hier nicht schaden.
Ebenso macht es sicher Sinn, Pleuel und Kolben auszuwiegen und auf gleiches Gewicht zu bringen (Im Bereich der Bolzenauges hat ein DS-Kolben sicher genug "Fleisch"). Zusamen mit einer gut gewuchteten Kurbelwelle wird es Dir der Motor mit ungekanter Laufruhe danken.
So - und nun hoffe ich auf Beiträge unserer einschlägigen Spezialisten!
Beste Grüße

Martin

Re: Motor überholen

Verfasst: Di 19. Apr 2005, 17:55
von Bernhard Körner
Hallo Robert
Möchte die Antwort von Martin ergänzen, mich aber auch nicht als den Spezialisten bezeichnen.
Wenn der Motor wirklich nur 90000km gelaufen hat könnte man so vorgehen.
Also: Motor komplett zerlegen, a l l e Teile reinigen (auch die Ölkanäle) und prüfen (Sichtprüfung und Messen). Teile die in Ordnung sind kann man weiter verwenden.
Alle Lager, alle Dichtungen, Stößelbecher, Steuerkette mit Spanner, Ventilschaftdichtungen und Pleuelkopfschrauben immer erneuern. Kolbenringe evetuell auch erneuern. Zylinderkopf dreiseitig leicht planen und Ventile neu einschleifen.
Da eine Motorüberholung inkl. Aus- und Einbau viel Arbeit ist, habe ich bei meinem Motor auch Koben und Zylinderbuchsen, Kipphebel und Kipphebelwellen, Nockenwelle (AT), Ventile, Stößelstangen und die Kupplung erneuert. Dieser Motor hatte aber auch viel mehr gelaufen.
So nun wünsche ich viel Spaß bei der Arbeit und hoffe, das ich nichts vergessen habe. mfg B. Körner

Re: Motor überholen

Verfasst: Di 19. Apr 2005, 21:19
von Frank S.
Hallo Bernhard und alle anderen,

im Fall meines Breaks wurden vom Vorbesitzer wohl mal Kolben und Buchsen getauscht. Das muß aber schon irgendwann Ende der 80er gewesen sein. Zwischendurch stand der Wagen 11 Jahre in der Scheune. Der Wagen fährt jetzt wieder seit März 04. Keine Ahnung, was damals außerdem am Motor gemacht worden war. Er hat auf jeden Fall mindestens 377 000 km runter, evtl auch ein bis zwei Umdrehungen mehr. (Die hinteren Bremsbeläge waren jedenfalls dünn wie Pergament.)

Nun rappelt das Kurbelwellen(?)lager und die Ventile verstellen sich immer wieder und tackern wie eine Nähmaschine. Außerdem natürlich die öligen "Parkplatz-Markierungen". Sprich ich vermute baldigen Handlungsbedarf.

Mich würde jetzt interessieren, wieviel "Euronen" man für so eine Aktion etwa einplanen sollte, wenn man es nicht selbst macht, sondern den Schrauber seines Vertrauens damit betraut.

Grüße,
Frank

Re: Motor überholen

Verfasst: Di 19. Apr 2005, 21:42
von LuLu
Hallo Robert,
90tkm sind gut eingefahren. Wenn der Motor gut läuft und weniger als 0,5 l Öl pro 1000 km braucht laß ihn laufen. Mache regelmäßid die Wartungen ÖLe Zündung Vergaser Ventile und abschmieren....und du wirst noch lange freude am Motor haben. (siehe Wartungsplan findest Du bestimmt im Forum)
Hallo Frank,
stelle den Motor und die Ventile ein. Wenn dann noch immer Probleme sind besorge dir einen anderen Motor und verwende diesen oder lasse den überholen. Fertige Motoren gibt es bei den bekannten Händlern.
Gruß frank

Re: Motor überholen

Verfasst: Di 19. Apr 2005, 23:19
von Robert Kruse
Liebe Gemeinde,

danke bis hierher für die Hinweise. Weitere sind willkommen. Habe jetzt schon mal einen Betrieb gefunden, der die Kurbelwelle für relativ kleines Geld wuchten will.
@lulu: nein, ich will hier nicht aus Spass & Dollerei einen gerade eingefahrenen Motor überholen, dafür wäre mir meine Zeit zu schade. Der Motor ist FEST, genauer gesagt BOMBENFEST, und wenn ich einmal - und hoffentlich nie wieder - rangehe, will ich es richtig machen. Leider ist so ein Motor keine Lenkung, die man schnell ein- und ausgebaut hat…

Grüsse
Robert

Re: Motor überholen

Verfasst: Mi 20. Apr 2005, 19:31
von Bernhard Körner
Hallo Frank
Als ich meinen Motor überholt habe waren die Teile noch günstiger als heute.
1. Frage für alle benötigten Teile die Preise an und rechne zusammen.
Dazu kommen noch die Kosten für den Schrauber deines Vertrauens und die Kosten für die Arbeiten die man vergeben muss (zB Kurbelwelle wuchten/schleifen, Kopf planen, evtl. Ventilsitze nachschneiden).
Plus Motoraus- und Einbau.
2. Preisanfrage in einem Fachbetrieb für Motorüberholungen.
3. Preisanfrage bei den bekannten Teilehändlern für einen AT-Motor.
Bei 2. und 3. wieder plus Aus und Einbau.
Eventuell kann man auch einen guten gebrauchten Motor finden.
mfg B. Körner