Hydrauliker Vita Kap 7
Verfasst: Sa 8. Mai 2021, 10:53
Kapitel 7
DS21ie rot Ende und Ankunft des Schwarzen (nicht des Dreibeinigen, der kam später)
Der DS21ie fuhr nun so vor sich hin und ich weiß nicht warum, in den kurzen Schrauberpausen (Honda S800) las ich auch schon mal die Zeitung, Kleinanzeigen.
Da stand: „Citroën D-Modell, leicht defekt, TÜV Mängelbericht“, gleich um die Ecke auf dem platten Land.
Gucken kostete auch damals nichts also hin.
Wieder ein Injection Electronique in schwarz, scheinbar mit der Rolle „lackiert“, Schaltgetriebe, ob nun DS21 oder 23 weiß ich nicht mehr, der Mängelbericht war nicht aufregend bis auf einen Punkt „Motor keine Leistung“, das kannte ich noch nicht, trotzdem gekauft, Preis wie üblich.
Nach langem Gekurbel sprang der Motor tatsächlich an, der TÜV Punkt entsprach der Wahrheit, außer stabilem Leerlauf war da nichts.
Die Überführung erfolgte daher im Schneckentempo, umweltschonend mit Leerlaufdrehzahl eben.
Zu Haus wurde dann alles Mögliche mit dem roten Auto hin und her gewechselt, neue Kerzen usw., keine Verbesserung.
Kurz vor Verzweiflung baute ich noch den Kontakteinschub der IE unten im Verteiler aus, der war ziemlich vergammelt und voller verharztem Fett.
Ein Benzinbad brachte die Kontakte wieder ans Tageslicht, eingebaut, gestartet und Tärä, da war die Leistung wieder.
Anschließend zum TÜV, der fragte sogar noch woran es denn nun gelegen hätte, verriet ich ihm aber nicht, Betriebsgeheimnis.
Das rote Auto war damit überflüssig, wahrscheinlich auch schon wieder wegen der fortschreitenden Korrosion und wurde als ET Lager beiseite gestellt.
Die Heizung wurde ausgebaut und in den Schwarzen verpflanzt, sonst war er noch komplett der Rote.
Bei jedem neuen gebrauchten Auto hatte ich mir geschworen das Nächste bekommt die berühmte Mönnich Hohlraum Fettfüllung, waren alles Meineide, leider, die Autos könnten wahrscheinlich heute noch leben.
Inzwischen hatte ich mit der Hausbauerei angefangen und einer der Bauhelfer brauchte ganz dringend ein kräftiges Auto mit AHK, also den Roten.
Warum nicht, rotes Kennzeichen und ab dafür.
Etwas ganz Wichtiges gab ich ihm mit auf den Weg: „ laß die Finger von der Heizung, die ist offen“, ja klar, kein Problem, versprochen.
Er kam von der Tour zurück und ich hörte das typische Geräusch eines Kolbenfressers.
Wie hatten die Jungspunde das nun wieder hingekriegt?
Es war angeblich etwas kühl im Auto und der Beifahrer, dieses Weichei, hatte die Heizung aufgedreht und ruckizucki war die Kühlwassertemperatur im 7.Himmel und Zylinder Nr.1 auch.
Ich orderte gleich nochmal einen Satz Kolben/Laufbuchse „cianoreg“, kam aber nicht mehr zum Einbau, wäre wieder die Riesenaktion geworden und ich war mit Hausbauen voll beschäftigt.
Der rote DS21ie ging dann irgendwann auch zum Verwerter, behalten habe ich nur das Nummernschild und die schönen seitlichen Pallas Innenleuchten, die liegen noch bei mir im Kellerregal.
Cianoreg habe ich 2010 bei Ebay verkauft.
Das schwarze Auto lief sehr gut, aber auch hier ein Schönheitsfehler.
Bei Geradeausfahrt hörte man eines der vorderen Radlager ziemlich laut vor sich hin röcheln, bei Kurvenfahrt, egal ob rechts oder links herrschte himmlische Stille.
Daran gewöhnte ich mich mit der Zeit, Vertrauen zur Technik, bei Totalausfall hätte ich es selbstredend gewechselt, ging aber nicht kaputt..
Zu der Zeit kam auch die Federkugel Füllerei in mode und wie der Zufall so spielte brachte ein Kumpel eine riesige Stickstoffflasche von irgendwo her mit noch etwa 120bar Inhalt vorbei.
Da mußten wir es natürlich auch mal probieren, wir versuchten es zuerst mit Ventilen, das war aber nichts.
Die Dinger waren nicht einfach zu bekommen, ziemlich teuer und hielten selten lange dicht.
Dann erinnerte ich mich an meinen Besuch bei UP in HH und wie der die Füllerei mit den Original Verschlußschrauben gemacht hatte.
Nach einigen lehrreichen Fehlschlägen hatten wir dann auch so eine Prüf-/Fülleinrichtung zurecht gebaut.
Die bestand aus einer DS HD Pumpe, einem DS Druckregler mit Manometer, einem GS Hydrauliköltank, einem HD Schlauch mit HD Ventil und einer Art „Taucherglocke“ mit Stickstoff Schlauchanschluß, die oben auf die am Druckregler aufgesetzte Federkugel montiert wurde.
Die Füllerei ging dann so:
Federkugel auf Druckregler schrauben, Entlüfterschraube am Druckregler festziehen, mit der Hydraulikpumpe (per DS Andrehkurbel) solange pumpen bis das Manometer den Restdruck der Kugel anzeigt.
Verschlußschraube der Federkugel mit Rohrzange lösen, Peng Dichtring raus und Restdruck weg, Dichtring wieder einsetzen und Verschlußschraube wieder eindrehen aber nicht ganz dicht, eine Umdrehng offen.
„Taucherglocke“ auf Federkugel setzen und festknallen, Stickstoffflaschenventil und HD Ventil der Schlauchleitung unter Beobachtung des Manometers gefühlvoll aufdrehen bis Solldruck der Federkugel erreicht, Verschlußschraube der Federkugel mit der Spindel der „Taucherglocke“ so gut es geht festdrehen,
„Taucherglocke“ abnehmen (das ist der kritische Punkt) und die Verschlußschraube der Federkugel mit der Rohrzange in einem Zug festdonnern.
Das funktioniert mal gut und mal weniger gut, manchmal wird nämlich der kritische Punkt überkritisch, dann fliegt die Dichtung der Verschlußschraube oder der Dichtring der „Taucherglocke“ wieder raus und man ist nahe am Herzinfarkt, so ein Knall.
Das war halt reine Nervensache wenn die Manometernadel sich langsam den magischen 70bar näherte, noch ein bar und noch ein bar und Kawumm.
Zuletzt bekamen wir eine gewisse Routine im Geschäft, wir füllten reichlich Federkugeln und die Stickstoffflasche wurde nur unwesentlich leerer.
Fortsetzung folgt.
DS21ie rot Ende und Ankunft des Schwarzen (nicht des Dreibeinigen, der kam später)
Der DS21ie fuhr nun so vor sich hin und ich weiß nicht warum, in den kurzen Schrauberpausen (Honda S800) las ich auch schon mal die Zeitung, Kleinanzeigen.
Da stand: „Citroën D-Modell, leicht defekt, TÜV Mängelbericht“, gleich um die Ecke auf dem platten Land.
Gucken kostete auch damals nichts also hin.
Wieder ein Injection Electronique in schwarz, scheinbar mit der Rolle „lackiert“, Schaltgetriebe, ob nun DS21 oder 23 weiß ich nicht mehr, der Mängelbericht war nicht aufregend bis auf einen Punkt „Motor keine Leistung“, das kannte ich noch nicht, trotzdem gekauft, Preis wie üblich.
Nach langem Gekurbel sprang der Motor tatsächlich an, der TÜV Punkt entsprach der Wahrheit, außer stabilem Leerlauf war da nichts.
Die Überführung erfolgte daher im Schneckentempo, umweltschonend mit Leerlaufdrehzahl eben.
Zu Haus wurde dann alles Mögliche mit dem roten Auto hin und her gewechselt, neue Kerzen usw., keine Verbesserung.
Kurz vor Verzweiflung baute ich noch den Kontakteinschub der IE unten im Verteiler aus, der war ziemlich vergammelt und voller verharztem Fett.
Ein Benzinbad brachte die Kontakte wieder ans Tageslicht, eingebaut, gestartet und Tärä, da war die Leistung wieder.
Anschließend zum TÜV, der fragte sogar noch woran es denn nun gelegen hätte, verriet ich ihm aber nicht, Betriebsgeheimnis.
Das rote Auto war damit überflüssig, wahrscheinlich auch schon wieder wegen der fortschreitenden Korrosion und wurde als ET Lager beiseite gestellt.
Die Heizung wurde ausgebaut und in den Schwarzen verpflanzt, sonst war er noch komplett der Rote.
Bei jedem neuen gebrauchten Auto hatte ich mir geschworen das Nächste bekommt die berühmte Mönnich Hohlraum Fettfüllung, waren alles Meineide, leider, die Autos könnten wahrscheinlich heute noch leben.
Inzwischen hatte ich mit der Hausbauerei angefangen und einer der Bauhelfer brauchte ganz dringend ein kräftiges Auto mit AHK, also den Roten.
Warum nicht, rotes Kennzeichen und ab dafür.
Etwas ganz Wichtiges gab ich ihm mit auf den Weg: „ laß die Finger von der Heizung, die ist offen“, ja klar, kein Problem, versprochen.
Er kam von der Tour zurück und ich hörte das typische Geräusch eines Kolbenfressers.
Wie hatten die Jungspunde das nun wieder hingekriegt?
Es war angeblich etwas kühl im Auto und der Beifahrer, dieses Weichei, hatte die Heizung aufgedreht und ruckizucki war die Kühlwassertemperatur im 7.Himmel und Zylinder Nr.1 auch.
Ich orderte gleich nochmal einen Satz Kolben/Laufbuchse „cianoreg“, kam aber nicht mehr zum Einbau, wäre wieder die Riesenaktion geworden und ich war mit Hausbauen voll beschäftigt.
Der rote DS21ie ging dann irgendwann auch zum Verwerter, behalten habe ich nur das Nummernschild und die schönen seitlichen Pallas Innenleuchten, die liegen noch bei mir im Kellerregal.
Cianoreg habe ich 2010 bei Ebay verkauft.
Das schwarze Auto lief sehr gut, aber auch hier ein Schönheitsfehler.
Bei Geradeausfahrt hörte man eines der vorderen Radlager ziemlich laut vor sich hin röcheln, bei Kurvenfahrt, egal ob rechts oder links herrschte himmlische Stille.
Daran gewöhnte ich mich mit der Zeit, Vertrauen zur Technik, bei Totalausfall hätte ich es selbstredend gewechselt, ging aber nicht kaputt..
Zu der Zeit kam auch die Federkugel Füllerei in mode und wie der Zufall so spielte brachte ein Kumpel eine riesige Stickstoffflasche von irgendwo her mit noch etwa 120bar Inhalt vorbei.
Da mußten wir es natürlich auch mal probieren, wir versuchten es zuerst mit Ventilen, das war aber nichts.
Die Dinger waren nicht einfach zu bekommen, ziemlich teuer und hielten selten lange dicht.
Dann erinnerte ich mich an meinen Besuch bei UP in HH und wie der die Füllerei mit den Original Verschlußschrauben gemacht hatte.
Nach einigen lehrreichen Fehlschlägen hatten wir dann auch so eine Prüf-/Fülleinrichtung zurecht gebaut.
Die bestand aus einer DS HD Pumpe, einem DS Druckregler mit Manometer, einem GS Hydrauliköltank, einem HD Schlauch mit HD Ventil und einer Art „Taucherglocke“ mit Stickstoff Schlauchanschluß, die oben auf die am Druckregler aufgesetzte Federkugel montiert wurde.
Die Füllerei ging dann so:
Federkugel auf Druckregler schrauben, Entlüfterschraube am Druckregler festziehen, mit der Hydraulikpumpe (per DS Andrehkurbel) solange pumpen bis das Manometer den Restdruck der Kugel anzeigt.
Verschlußschraube der Federkugel mit Rohrzange lösen, Peng Dichtring raus und Restdruck weg, Dichtring wieder einsetzen und Verschlußschraube wieder eindrehen aber nicht ganz dicht, eine Umdrehng offen.
„Taucherglocke“ auf Federkugel setzen und festknallen, Stickstoffflaschenventil und HD Ventil der Schlauchleitung unter Beobachtung des Manometers gefühlvoll aufdrehen bis Solldruck der Federkugel erreicht, Verschlußschraube der Federkugel mit der Spindel der „Taucherglocke“ so gut es geht festdrehen,
„Taucherglocke“ abnehmen (das ist der kritische Punkt) und die Verschlußschraube der Federkugel mit der Rohrzange in einem Zug festdonnern.
Das funktioniert mal gut und mal weniger gut, manchmal wird nämlich der kritische Punkt überkritisch, dann fliegt die Dichtung der Verschlußschraube oder der Dichtring der „Taucherglocke“ wieder raus und man ist nahe am Herzinfarkt, so ein Knall.
Das war halt reine Nervensache wenn die Manometernadel sich langsam den magischen 70bar näherte, noch ein bar und noch ein bar und Kawumm.
Zuletzt bekamen wir eine gewisse Routine im Geschäft, wir füllten reichlich Federkugeln und die Stickstoffflasche wurde nur unwesentlich leerer.
Fortsetzung folgt.