DS Cabrio im neuen TATORT
Verfasst: Mi 21. Okt 2020, 18:35
Der Tatort des Hessischen Rundfunks unter maßgebender Beteiligung des roten DS-Cabrios unseres Clubmitgliedes Peter Wagner hat nun einen Sendetermin: Sonntag, den 22.11.2020, 20.15 im Ersten (danach sicherlich auch in der ARD-Mediathek).
Einen Bericht von den Dreharbeiten hat unsere Clubzeitschrift HP ja schon letztes Jahr gebracht.
Hier findet Ihr mehr Infos zu der 1145.Tatort-Folge
Tatort-Fans
Nach neun anstrengenden Fällen, die den üblichen (filmischen) Rahmen teils sprangen, hat sich Inspektor Felix Murot, gespielt von Ulrich Tukur, seinen Sommerurlaub mehr als verdient: Die Reise geht in den wunderschönen Taunus.
Doch die „Ferien des Monsieur Murot“ verlaufen – wen wundert’s? – alles andere als erholsam und friedlich. Erst begegnet der verblüffte Ermittler seinem Doppelgänger, und nach einer gemeinsam durchzechten Nacht wird ausgerechnet der ermordet.
Der neueste Tatort-Beitrag des Hessischen Rundfunks erlebt am Sonntag, den 22. November 2020, um 20.15 Uhr seine TV-Premiere im Ersten. Die Uraufführung vor Publikum feierte der ungewöhnliche Krimi „Die Ferien des Monsieur Murot“ bereits im September/Oktober 2020 auf den Filmfesten in Oldenburg und Biberach.
Es ist Sommer. Felix Murot reist in einem hellen, frischen Leinenanzug mit weißem Hemd an, am Hotel angekommen setzt er seinen Strohhut auf. Der Kriminalist vom LKA ist gut gelaunt, die Sonne kitzelt ihm die Nase, als er aus dem Auto steigt. Er nimmt eine leichte Brise wahr und atmet tief ein. Die Luft duftet nach Nektar. Hier, im Taunus, wird er einige zauberhafte Tage verbringen, da ist er sich sicher. Nur er und seine Gedanken. „Wer weiß, vielleicht kehre ich ja als ein anderer zu Ihnen zurück?“, sinniert der Urlauber auf einer Postkarte, die an seine Assistentin Magda Wächter adressiert ist. Er soll recht behalten.
Nach einer ausgedehnten Fahrradtour durch die blühende Natur nimmt Murot auf der sonnigen Terrasse seines Landhotels Platz. Bei einem Glas Wein lässt er es sich gut gehen, als ihm eine Kellnerin unvermittelt eine deftige Schweinshaxe mit Knödeln auf den Tisch knallt. Verdutzt versucht der Wiesbadener Hauptkommissar die Bestellung zu reklamieren, denn die ist so gar nicht nach seinem Geschmack. „Ja klar, Walter“, entgegnet die junge Frau schroff und verschwindet im Inneren des Restaurants. Wal-wer? Felix Murot schaut sich um. Es benötigt nicht viel Kombinationsgabe, um herauszufinden, wer die Haxe ursprünglich geordert hat: der Mann hinter der Zeitung. Murot schnappt sich den Teller und spricht ihn an. Der legt das Blatt ab.
Beide Männer schauen sich im Tatort „Die Ferien des Monsieur Murot“ ungläubig an. Die Ähnlichkeit ist verblüffend! „Was zum Henker …?“, fragt Murots Gegenüber, „darauf müssen wir einen trinken, wahrscheinlich sind wa miteinander verwandt, wa?“ Der Unbekannte, der sich dem Ermittler als Walter Boenfeld vorstellt, umarmt den überschwänglich. Die zwei setzen sich an einen Tisch, trinken ein, zwei, drei Gläschen Weißwein und erzählen aus ihren Leben.
Boenfeld ist Inhaber eines örtlichen Autohauses und ein Verkäufer, wie er im Buche steht. Mit Goldkettchen und um keinen Spruch verlegen, ist der extrovertierte Mann das genaue Gegenteil vom ruhigen Kriminalbeamten. Von der ausgelassenen Laune des Autoverkäufers mitgerissen, landen die Doppelgänger im Garten des Ehepaars Boenfeld. Monika, die Frau, ist unterwegs, so dass es die Männer krachen lassen können: Stockbesoffen saunieren und philosophieren sie, bis es kurz ernst wird. Denn Walter beichtet seinem neu gewonnen Freund im Suff, dass er Angst vor seiner Ehefrau habe. Ein Attentat habe er bereits hinter sich; Monika hatte ihm Pflanzenschutzmitteln ins Essen gerührt. Die Ehe sei die Hölle und wahrlich nicht mehr das, was sie einmal war. Felix Murot wird hellhörig.
Am nächsten Morgen wacht der verkaterte Murot im HR-Tatort alleingelassen auf einer Hollywood-Schaukel auf. Der Kommissar trägt die Klamotten von Boenfeld – puh, was eine Nacht. Er schüttelt die letzte Benommenheit von sich und betritt barfüßig das großzügige Anwesen des Ehepaars. Plötzlich erklingt das Klavier. Murot folgt dem Spiel und erkennt Monika Boenfeld an den Tasten. Als die ihren – vermeintlichen – Ehemann bemerkt, schreit sie sich die Seele aus dem Leib. Verwirrt verlässt der Fahnder das Haus, findet aber seinen Autoschlüssel nicht – klar, den muss Boenfeld in seiner Hosentasche haben! Zu Fuß geht Felix Murot aus der Siedlung in Richtung Hotel zurück, der Landstraße folgend.
Was ist denn da los? Eine Polizeiabsperrung, ein Leichenwagen, mitten auf der Strecke. Neugierig nähert sich der übernächtigte Beamte dem Tatort. Er erkennt einen seiner eigenen Schuhe, der gerade von der Spurensicherung eingetütet wird. Walter Boenfeld liegt dort unter dem Leichentuch! In der vorherigen Nacht wurde das Opfer von einem Wagen überrollt, der Täter floh. Felix Murots kriminalistischer Spürsinn meldet sich: Ein Unfall? Wo war eigentlich Monika Boenfeld in der Zeit?
Inspektor Murot fasst den Entschluss, in die Rolle des Ehemanns Boenfeld zu schlüpfen und als verdeckter Ermittler der Tatverdächtigen auf den Zahn zu fühlen. In der Zwischenzeit besichtigt die schockierte Magda Wächter in einer Wiesbadener Leichenhalle den schlimm zugerichteten Murot und bereitet eine Trauerrede für dessen Begräbnis vor …
„Les Vacances de Monsieur Hulot”, ein französischer Spielfilm aus dem Jahr 1953, stand für den 9. Fall von Felix Murot Pate. Die Anspielungen sind dezent, so untermalt beispielsweise das musikalische Hauptthema des alten Klassikers auch den HR-Tatort. Das Hotel, in dem Murot absteigt, erinnert an jenes, in dem Monsieur Hulot am Atlantik unterkam. Ebenso ist der gewöhnungsbedürftige Aufschlag im Tennisspiel, den der Hauptkommissar darbietet, ein Zitat auf Hulots Spielart.
Apropos Tennis: Keiner der vier Darsteller hatte zuvor gespielt. Für die Umsetzung der Szene wurde ein Trainer engagiert, der die Grundkenntnisse vermittelte. Die im Film gezeigte Spieldynamik kommt letztlich durch die Kameraeinstellungen und den Schnitt zustande.
Als Anspielpartner von Ulrich Tukur, der in zahlreichen Szenen quasi auf sich selbst trifft, sprang der mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Schauspieler Jochen Horst ein, bekannt aus der Serie „Balko“ oder der Kinoproduktion „Die Entführung der Achille Lauro“ mit Burt Lancester (1990).
Ruth Rupp, heute 94 Jahre alt, spielt im HR-Tatort eine Mini-Rolle als potentielle, aber noch skeptische Autokäuferin. Sie stand mit Ulrich Tukur bereits vor Jahrzehnten auf der Bühne für die „Dreigroschenoper“ – bei der sie mit 77 Jahren ihr Debüt gab. Ihr Talent entdeckte Tukur selbst.
„Die Ferien des Monsieur Murot“ wurde im Zeitraum vom 7. Mai bis 12. Juni 2019 abgedreht. Als Kulissen dienten Königstein im Taunus, Frankfurt am Main und Umgebung.
Einen Bericht von den Dreharbeiten hat unsere Clubzeitschrift HP ja schon letztes Jahr gebracht.
Hier findet Ihr mehr Infos zu der 1145.Tatort-Folge
Tatort-Fans
Nach neun anstrengenden Fällen, die den üblichen (filmischen) Rahmen teils sprangen, hat sich Inspektor Felix Murot, gespielt von Ulrich Tukur, seinen Sommerurlaub mehr als verdient: Die Reise geht in den wunderschönen Taunus.
Doch die „Ferien des Monsieur Murot“ verlaufen – wen wundert’s? – alles andere als erholsam und friedlich. Erst begegnet der verblüffte Ermittler seinem Doppelgänger, und nach einer gemeinsam durchzechten Nacht wird ausgerechnet der ermordet.
Der neueste Tatort-Beitrag des Hessischen Rundfunks erlebt am Sonntag, den 22. November 2020, um 20.15 Uhr seine TV-Premiere im Ersten. Die Uraufführung vor Publikum feierte der ungewöhnliche Krimi „Die Ferien des Monsieur Murot“ bereits im September/Oktober 2020 auf den Filmfesten in Oldenburg und Biberach.
Es ist Sommer. Felix Murot reist in einem hellen, frischen Leinenanzug mit weißem Hemd an, am Hotel angekommen setzt er seinen Strohhut auf. Der Kriminalist vom LKA ist gut gelaunt, die Sonne kitzelt ihm die Nase, als er aus dem Auto steigt. Er nimmt eine leichte Brise wahr und atmet tief ein. Die Luft duftet nach Nektar. Hier, im Taunus, wird er einige zauberhafte Tage verbringen, da ist er sich sicher. Nur er und seine Gedanken. „Wer weiß, vielleicht kehre ich ja als ein anderer zu Ihnen zurück?“, sinniert der Urlauber auf einer Postkarte, die an seine Assistentin Magda Wächter adressiert ist. Er soll recht behalten.
Nach einer ausgedehnten Fahrradtour durch die blühende Natur nimmt Murot auf der sonnigen Terrasse seines Landhotels Platz. Bei einem Glas Wein lässt er es sich gut gehen, als ihm eine Kellnerin unvermittelt eine deftige Schweinshaxe mit Knödeln auf den Tisch knallt. Verdutzt versucht der Wiesbadener Hauptkommissar die Bestellung zu reklamieren, denn die ist so gar nicht nach seinem Geschmack. „Ja klar, Walter“, entgegnet die junge Frau schroff und verschwindet im Inneren des Restaurants. Wal-wer? Felix Murot schaut sich um. Es benötigt nicht viel Kombinationsgabe, um herauszufinden, wer die Haxe ursprünglich geordert hat: der Mann hinter der Zeitung. Murot schnappt sich den Teller und spricht ihn an. Der legt das Blatt ab.
Beide Männer schauen sich im Tatort „Die Ferien des Monsieur Murot“ ungläubig an. Die Ähnlichkeit ist verblüffend! „Was zum Henker …?“, fragt Murots Gegenüber, „darauf müssen wir einen trinken, wahrscheinlich sind wa miteinander verwandt, wa?“ Der Unbekannte, der sich dem Ermittler als Walter Boenfeld vorstellt, umarmt den überschwänglich. Die zwei setzen sich an einen Tisch, trinken ein, zwei, drei Gläschen Weißwein und erzählen aus ihren Leben.
Boenfeld ist Inhaber eines örtlichen Autohauses und ein Verkäufer, wie er im Buche steht. Mit Goldkettchen und um keinen Spruch verlegen, ist der extrovertierte Mann das genaue Gegenteil vom ruhigen Kriminalbeamten. Von der ausgelassenen Laune des Autoverkäufers mitgerissen, landen die Doppelgänger im Garten des Ehepaars Boenfeld. Monika, die Frau, ist unterwegs, so dass es die Männer krachen lassen können: Stockbesoffen saunieren und philosophieren sie, bis es kurz ernst wird. Denn Walter beichtet seinem neu gewonnen Freund im Suff, dass er Angst vor seiner Ehefrau habe. Ein Attentat habe er bereits hinter sich; Monika hatte ihm Pflanzenschutzmitteln ins Essen gerührt. Die Ehe sei die Hölle und wahrlich nicht mehr das, was sie einmal war. Felix Murot wird hellhörig.
Am nächsten Morgen wacht der verkaterte Murot im HR-Tatort alleingelassen auf einer Hollywood-Schaukel auf. Der Kommissar trägt die Klamotten von Boenfeld – puh, was eine Nacht. Er schüttelt die letzte Benommenheit von sich und betritt barfüßig das großzügige Anwesen des Ehepaars. Plötzlich erklingt das Klavier. Murot folgt dem Spiel und erkennt Monika Boenfeld an den Tasten. Als die ihren – vermeintlichen – Ehemann bemerkt, schreit sie sich die Seele aus dem Leib. Verwirrt verlässt der Fahnder das Haus, findet aber seinen Autoschlüssel nicht – klar, den muss Boenfeld in seiner Hosentasche haben! Zu Fuß geht Felix Murot aus der Siedlung in Richtung Hotel zurück, der Landstraße folgend.
Was ist denn da los? Eine Polizeiabsperrung, ein Leichenwagen, mitten auf der Strecke. Neugierig nähert sich der übernächtigte Beamte dem Tatort. Er erkennt einen seiner eigenen Schuhe, der gerade von der Spurensicherung eingetütet wird. Walter Boenfeld liegt dort unter dem Leichentuch! In der vorherigen Nacht wurde das Opfer von einem Wagen überrollt, der Täter floh. Felix Murots kriminalistischer Spürsinn meldet sich: Ein Unfall? Wo war eigentlich Monika Boenfeld in der Zeit?
Inspektor Murot fasst den Entschluss, in die Rolle des Ehemanns Boenfeld zu schlüpfen und als verdeckter Ermittler der Tatverdächtigen auf den Zahn zu fühlen. In der Zwischenzeit besichtigt die schockierte Magda Wächter in einer Wiesbadener Leichenhalle den schlimm zugerichteten Murot und bereitet eine Trauerrede für dessen Begräbnis vor …
„Les Vacances de Monsieur Hulot”, ein französischer Spielfilm aus dem Jahr 1953, stand für den 9. Fall von Felix Murot Pate. Die Anspielungen sind dezent, so untermalt beispielsweise das musikalische Hauptthema des alten Klassikers auch den HR-Tatort. Das Hotel, in dem Murot absteigt, erinnert an jenes, in dem Monsieur Hulot am Atlantik unterkam. Ebenso ist der gewöhnungsbedürftige Aufschlag im Tennisspiel, den der Hauptkommissar darbietet, ein Zitat auf Hulots Spielart.
Apropos Tennis: Keiner der vier Darsteller hatte zuvor gespielt. Für die Umsetzung der Szene wurde ein Trainer engagiert, der die Grundkenntnisse vermittelte. Die im Film gezeigte Spieldynamik kommt letztlich durch die Kameraeinstellungen und den Schnitt zustande.
Als Anspielpartner von Ulrich Tukur, der in zahlreichen Szenen quasi auf sich selbst trifft, sprang der mit dem Grimme-Preis ausgezeichnete Schauspieler Jochen Horst ein, bekannt aus der Serie „Balko“ oder der Kinoproduktion „Die Entführung der Achille Lauro“ mit Burt Lancester (1990).
Ruth Rupp, heute 94 Jahre alt, spielt im HR-Tatort eine Mini-Rolle als potentielle, aber noch skeptische Autokäuferin. Sie stand mit Ulrich Tukur bereits vor Jahrzehnten auf der Bühne für die „Dreigroschenoper“ – bei der sie mit 77 Jahren ihr Debüt gab. Ihr Talent entdeckte Tukur selbst.
„Die Ferien des Monsieur Murot“ wurde im Zeitraum vom 7. Mai bis 12. Juni 2019 abgedreht. Als Kulissen dienten Königstein im Taunus, Frankfurt am Main und Umgebung.