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Frage zum Aluminium Druckregler
Verfasst: Di 8. Sep 2020, 19:07
von Joe
Hallo zusammen,
Ich habe eine Frage, ich habe eine DS 19 Bj 1968 mit manueller Schaltung und dem alten Alu-Druckregler. Sie stand länger. Zur Inbetriebnahme habe ich alle Kugeln, den Bremsdruckspeicher und das LHM getauscht. Die Höhenkorrektoren usw. gereinigt. Anfangs hat der Regler nur nach einem kurzen Gasstoßabgeschalten. Ich habe jetzt noch den geschraubten Hauptdruckregler geprüft (50 Bar) und befüllt. Nun schaltet der Regler gar nicht mehr ab! Nur durch Entlüften bringe ich ihn zum Schweigen. Ich habe schon von von Problemen mit dem Alu-Regler gelesen. Passen die Symptome dazu? Ich würde ihn gerne drinnen lassen, weiß gerade aber nicht so recht weiter.
Danke für Tipps
Joe
Re: Frage zum Aluminium Druckregler
Verfasst: Di 8. Sep 2020, 20:20
von ...hannes
Meine Bj. 66/67 hat ebenfalls ein Aluregler, er arbeitet übrigens problemlos und ist mir - allen Unkenrufen zum Trotz - noch nicht geplatzt.
Die Ursache deines Problems könnte mit einiger Wahrscheinlichkeit ein ins Innere "verlorener" bzw. ein abgeschertes Stück Leitungsgummi sein, zumindest wurde immer, wenn von einem geplatzten Regler berichtet wurde, der "verlorene" Leitungsgummi als Verursacher genannt.
lg ...hannes
Re: Frage zum Aluminium Druckregler
Verfasst: Di 8. Sep 2020, 22:46
von Robert
Hallo Joe,
ist 50 bar das Ergebnis der Prüfung vor Nachfüllen oder der aktuelle Druck der Kugel? Soll ist imho 65 bar bei der DS. Hast Du schon einmal ein Manometer an den Ausgang des Reglers angeschlossen und Dir den Druckverlauf angeschaut?
Viele Grüsse
Robert
Re: Frage zum Aluminium Druckregler
Verfasst: Di 8. Sep 2020, 22:50
von Joe
Ja, 50 Bar war es vor dem Befüllen. Ich dachte geschraubt oder geschweißt hätten jeweils 62 bar? So habe ich befüllt. Aber egal ob 50 oder 72 bar, nun regelt der Regler nicht mehr ganz ab, so dass es ständig orgelt... Einen Manometer habe ich nicht angeschlossen. Hatte vorhin keine Lust mehr. Sowas passiert man natürlich immer erst, wenn fast alles zusammen ist...
Re: Frage zum Aluminium Druckregler
Verfasst: Mi 9. Sep 2020, 07:04
von MichaIN
Hallo,
Hatte dasselbe Problem bei zwei Alureglern, Abschalten nur nach Gasstoß, wenn überhaupt.
Ulf Petermann hatte mir übrigens mal erzählt, daß die Aluregler konstruktionsbedingt eine Drehzahldifferenz zum Abschalten bräuchten.
Im Rep.Buch ist beschrieben, daß man den Kugelsitz innen mit einer frischen Stahlkugel nachschlagen solle und mit einer weiteren neuen zusammenbauen.
(Aufgrund der Berichte über platzende Aluregler sind bei mir aber beide Autos auf Stahlregler umgerüstet).
Gruß Michael
Re: Frage zum Aluminium Druckregler
Verfasst: Mi 9. Sep 2020, 08:04
von M. Ferchaud
„Ulf Petermann hatte mir übrigens mal erzählt, daß die Aluregler konstruktionsbedingt eine Drehzahldifferenz zum Abschalten bräuchten.„
Korrekt. Ist bei meiner 58er auch so. Der Regler hält den Druck trotz Nichabschaltens innerhalb der Sollwerte.
Re: Frage zum Aluminium Druckregler
Verfasst: Mi 9. Sep 2020, 11:37
von Robert
M. Ferchaud hat geschrieben:
Der Regler hält den Druck trotz Nichabschaltens innerhalb der Sollwerte.
Um genau das zu prüfen, hatte ich den Anschluss des Manometers vorgeschlagen. In Verbindung mit einem T-Stück kann man sich so den Druck "live" anschauen.
Viele Grüsse
Robert
Re: Frage zum Aluminium Druckregler
Verfasst: Mi 9. Sep 2020, 13:25
von symphatique
Der Fülldruck teilbarer Kugeln, auch Druckspeicher, ist in der Füllschraube eingeschlagen.
Re: Frage zum Aluminium Druckregler
Verfasst: Mi 9. Sep 2020, 16:42
von Jint Nijman
M. Ferchaud hat geschrieben:
„Ulf Petermann hatte mir übrigens mal erzählt, daß die Aluregler konstruktionsbedingt eine Drehzahldifferenz zum Abschalten bräuchten.„
Korrekt. Ist bei meiner 58er auch so.
Ob das konstruktionsbedingt so sein muss weiss ich nicht (so auf den ersten Blick wundert mich das), aber der Alu-Regler in mein '68-er DS19 "leidet" manchmal auch unter dieses Phenomen.
Ich habe übrigens definitiv nicht vor den Alu-Regler gegen einen Stahl-Regler auszutauschen.
gruss
Jint
Re: Frage zum Aluminium Druckregler
Verfasst: Do 10. Sep 2020, 12:30
von sebastianklaus
Hallo,
ich habe vor vielen Jahrzehnten mal die Erfahrung eines geplatzten Druckreglers mit LHM gemacht und weiß heute noch nicht, warum mir das Auto dabei nicht abgebrannt ist, mir läuft es heute noch eiskalt den Rücken herunter, wenn ich daran denke.
Es bildet sich ein Haarriss in Längsrichtung des Reglers und die Flüssifkeit tritt dort als superfeiner Sprühnebel aus und (ich fuhr auf der Autobahn) machte es unmöglich, dass mich andere Autos überholten !!
Dieser Sprühnebel mit seiner riesigen Oberfläche, der sich in Bruchteilen von Sekunden überall im Motorraum verteilt in Verbindung mit der niedrigen Zündtemperatur des LHM: da grenztre es wirklich an ein Wunder, dass das Auto damals nicht abgebrannt ist.
Dass ich seitdem nur noch mit Schieberregler fahre, brauche ich nicht zu erwähnen.
Bei roter Flüssigkeit ist die Gefahr der Entzündung nicht so groß, aber es ist eine noch größere Schweinerei als mit grüner.
Am Schluss ist es wohl die geringe Dauerfestigkeit des Aluminiums, die beim An- und Abstellen des Reglers jedesmal ein Lastspiel verursacht. Wenn die Regler sehr alt sind oder man lange mit leerem Druckspeicher fährt, dann steigt die Erfahrung, die gleiche Erfahrung wie ich machen zu müssen.
Viele Grüße
Sebastian