Kleine Theorie zum Übergang 2. auf 3. Front und zum SM
Verfasst: Sa 16. Sep 2017, 23:18
...ich weiß nicht, vielleicht Unfug, aber was denkt ihr:
DS 1965 herum: Maximal 160 mit der alten Maschine, kaum schnelle Straßen, Einauge reicht. Man konnte eh nur runde Lampen bauen, weil keine Computer für Freiform- oder andere Shapes der Reflektoren vorhanden (erfunden, erreichbar) waren.
(Einwurf E-Type 1961: irre schnell, fast 250, aber große Kritik, furchtbares Licht. Nachfolger XJS- andere Leuchten, siehe da).
DS nach Einführung der Kurzhuber, DS21: 185 km/h, wesentlich schnelleres Auto, also gab es den Wunsch nach mehr Licht. Da man immer noch nix anders als Rundscheinwerfer hatte, kamen größere, bessere Aerodynamik, also 4 Stück insgesamt, unter Glas: Die 3. Front war da.
Dann kam der Ami, und der SM. Nun konnte man immerhin nahezu rechteckige Leuchten verwenden, offenbar mit simplen Rechnern berechnet / was halt ging. Der SM war nun deutlich schneller, 228 lief der iE, 220 der Vergaser ab 1970. Daher brauchte man nun schon 6 Lampen, alle unter Glas, rechteckig liegend, flache Nase. Das Auto war zu schnell für schlechtes Licht, Rundaugen eh passe, die Aerodynamik forderte eine flache Front. Lösung : rasende Käsetheke, innenbelüftet (!).
Dann am Ende von DS und SM kam der CX- inzwischen waren Rechner besser verfügbar, der CX lief nicht so schnell wie der SM, außerdem war die Ansteuerung der 6 Leuchten hydraulisch beim SM einfach furchtbar teuer, das konnte man nicht weiter so bauen. Es war ja auch nicht notwendig. Ergo bekam der CX 2 Einzelleuchten, aber diese relativ groß, um die Nachteile auszugleichen. Das reichte dann aus- die runden im DS mussten mitlenken und es mussten 4 sein, im CX genügten dann 2 große (die ich sehr gelungen finde).
Schlüssig ? Demnach beruhte die Entwicklung der Fronten bei Citroën vor allem auf der jeweils erzielbaren Höchstgeschwindigkeit, und parallel auf den technischen Möglichkeiten, vor allem im Berechnen von Reflektoren per Computer.
These daher- die dritte Front am DS kam vor allem, weil die 21er Motoren das Auto so schnell werden ließen, dass man mehr Licht brauchte, aber der Sprung weg vom Rundscheinwerfer war noch nicht möglich. Der SM ist sozusagen lichttechnisch ein Übergangsmodell, der CX eine rationale Entscheidung für eine einfache, inzwischen technisch mögliche, viel simplere Lösung als bei seinen Vorgängern.
Carsten
P.S. Einwand: was ist mit dem GS ? Der hat doch aber Freiform-Scheinwerfer, und das auch 1970, kam zusammen mit dem SM. - das ist korrekt, aber nichts besonders ausgefeiltes, und bei vielleicht 150 (?) ist real eh Schluss im GS. Das heißt, die Lösung reichte für die niedrigen Geschwindigkeiten des Autos völig aus, und die Scheinwerfer wirken im Vergleich zum Rest auch eher groß, klobig. Die Nase des GS ist daher an den Lampen relativ hoch, und in der Mitte tiefer gezogen, um optisch die Gesamtlinie zu verbessern (und dieser Kniff sorgt außerdem zusätzlich für Richtungsstabilität, siehe SM Bürzelheck).
Für den SM hätte das nicht gereicht, denn dessen Nase musste flach sein, damit der hubraumbegrenzte Maserati mit "nur" 168 PS (als früher Vergaser, der iE hatte 180, der 3.0 190 PS) genug VMax schaffte, saonst machte das ganze Projekt keinen Sinn.
DS 1965 herum: Maximal 160 mit der alten Maschine, kaum schnelle Straßen, Einauge reicht. Man konnte eh nur runde Lampen bauen, weil keine Computer für Freiform- oder andere Shapes der Reflektoren vorhanden (erfunden, erreichbar) waren.
(Einwurf E-Type 1961: irre schnell, fast 250, aber große Kritik, furchtbares Licht. Nachfolger XJS- andere Leuchten, siehe da).
DS nach Einführung der Kurzhuber, DS21: 185 km/h, wesentlich schnelleres Auto, also gab es den Wunsch nach mehr Licht. Da man immer noch nix anders als Rundscheinwerfer hatte, kamen größere, bessere Aerodynamik, also 4 Stück insgesamt, unter Glas: Die 3. Front war da.
Dann kam der Ami, und der SM. Nun konnte man immerhin nahezu rechteckige Leuchten verwenden, offenbar mit simplen Rechnern berechnet / was halt ging. Der SM war nun deutlich schneller, 228 lief der iE, 220 der Vergaser ab 1970. Daher brauchte man nun schon 6 Lampen, alle unter Glas, rechteckig liegend, flache Nase. Das Auto war zu schnell für schlechtes Licht, Rundaugen eh passe, die Aerodynamik forderte eine flache Front. Lösung : rasende Käsetheke, innenbelüftet (!).
Dann am Ende von DS und SM kam der CX- inzwischen waren Rechner besser verfügbar, der CX lief nicht so schnell wie der SM, außerdem war die Ansteuerung der 6 Leuchten hydraulisch beim SM einfach furchtbar teuer, das konnte man nicht weiter so bauen. Es war ja auch nicht notwendig. Ergo bekam der CX 2 Einzelleuchten, aber diese relativ groß, um die Nachteile auszugleichen. Das reichte dann aus- die runden im DS mussten mitlenken und es mussten 4 sein, im CX genügten dann 2 große (die ich sehr gelungen finde).
Schlüssig ? Demnach beruhte die Entwicklung der Fronten bei Citroën vor allem auf der jeweils erzielbaren Höchstgeschwindigkeit, und parallel auf den technischen Möglichkeiten, vor allem im Berechnen von Reflektoren per Computer.
These daher- die dritte Front am DS kam vor allem, weil die 21er Motoren das Auto so schnell werden ließen, dass man mehr Licht brauchte, aber der Sprung weg vom Rundscheinwerfer war noch nicht möglich. Der SM ist sozusagen lichttechnisch ein Übergangsmodell, der CX eine rationale Entscheidung für eine einfache, inzwischen technisch mögliche, viel simplere Lösung als bei seinen Vorgängern.
Carsten
P.S. Einwand: was ist mit dem GS ? Der hat doch aber Freiform-Scheinwerfer, und das auch 1970, kam zusammen mit dem SM. - das ist korrekt, aber nichts besonders ausgefeiltes, und bei vielleicht 150 (?) ist real eh Schluss im GS. Das heißt, die Lösung reichte für die niedrigen Geschwindigkeiten des Autos völig aus, und die Scheinwerfer wirken im Vergleich zum Rest auch eher groß, klobig. Die Nase des GS ist daher an den Lampen relativ hoch, und in der Mitte tiefer gezogen, um optisch die Gesamtlinie zu verbessern (und dieser Kniff sorgt außerdem zusätzlich für Richtungsstabilität, siehe SM Bürzelheck).
Für den SM hätte das nicht gereicht, denn dessen Nase musste flach sein, damit der hubraumbegrenzte Maserati mit "nur" 168 PS (als früher Vergaser, der iE hatte 180, der 3.0 190 PS) genug VMax schaffte, saonst machte das ganze Projekt keinen Sinn.