Bilanz mit Ur-Göttin nach Wiederbelebung
Verfasst: So 30. Okt 2016, 20:02
Hallo zusammen,
heute möchte ich gerne mal eine Bilanz meiner wiederbelebten DS 19 von 1958 aufstellen.
Das Auto hatte vor dem Kauf ca. 25 Jahre lang gestanden, ohne gelaufen zu sein. Hydraulik und Kühlsystem waren trocken und ohne Flüssigkeit, die Komponenten waren teilweise zerlegt. Das Auto hatte die ganze Zeit über sehr trocken gestanden.
Nun bin seit der Fertigstellung letzten September ca. 8000 km gefahren, davon oftmals täglich 60 km einfachen Arbeitsweges, überwiegend Autobahn und Bundesstraße, und kann folgendes vermelden:
1. Motor
Nach erfolgter Zylinderkopfüberholung läuft er recht ruhig und kräftig, verbraucht ca. 8,5 Liter Super, ist thermisch stabil, verbrennt kein Öl, zieht kein Wasser, tropft minimal an der Ölwanne.
Einziges Problem ist das Ausgehen nach einiger Zeit im Stau - seit mehreren Wochen aber nicht mehr aufgetreten, teste zurzeit mit SuperPlus.
2. Getriebe
Nach Erneuerung des Kupplungsbelages: Leicht erhöhtes Spiel im Antriebsstrang und dadurch Lastwechselreaktionen, vor allem im untertourigen Schiebebetrieb, ansonsten keine Laufgeräusche, Gänge schalten gut, bei heißem Getriebe kratzt der 2. manchmal beim Runterschalten
3. Hydraulik
Nach anfänglichen Problemen mit undichter Hochdruckpumpe (schlussendlich Riss im Pumpenkörper) perfekte Federung mit leichter Übersensibilität der Höhenregulierung an der Vorderachse, einwandfreies, sehr weiches und dennoch zügiges Schalten und Kuppeln, gute Funktion der Bremse, Lenkung in letzter Zeit etwas schwergängig. KEINE Undichtigkeiten mehr, bis auf einen sporadisch an der linken Federzylindermanschette hängenden, meist leicht verharzten Tropfen LHS.
4. Elektrik
Nachdem die alte NOS-Boschbatterie als Übeltäter der zeitweisen Stromausfälle entlarvt war, keine bedeutsamen Vorkommnisse mehr - ab und an muss man die Tachobeleuchtung zum stärkeren Glimmen überreden, was durch Hin- und Herbewegen des Masseanschlusses meist für diverse Betriebsstunden ausreicht.
Alles in allem ist das Fahren mit der alten Dame höchster Genuss, mit allen Vorteilen einer Ur-Göttin, als da wären:
- Der Blick auf das phantastisch luftig- leichte Armaturenbrett
- Die bei aktuellen Temperaturen auch Abends wirklich kuschelige Wärme verbreitende Heizung mit "Wärmestrahlblech" direkt vor den Beinen
- Die praktische Tipp-Funktion des alten Blinkerschalters bei Spurwechseln auf der Autobahn
- die superweiche Schwebefederung
- die extrem harmonisch funktionierende Halbautomatik mit Niederdruckpumpenregelung
Wollte ich nur mal loswerden.
Viele Grüße
Henning
heute möchte ich gerne mal eine Bilanz meiner wiederbelebten DS 19 von 1958 aufstellen.
Das Auto hatte vor dem Kauf ca. 25 Jahre lang gestanden, ohne gelaufen zu sein. Hydraulik und Kühlsystem waren trocken und ohne Flüssigkeit, die Komponenten waren teilweise zerlegt. Das Auto hatte die ganze Zeit über sehr trocken gestanden.
Nun bin seit der Fertigstellung letzten September ca. 8000 km gefahren, davon oftmals täglich 60 km einfachen Arbeitsweges, überwiegend Autobahn und Bundesstraße, und kann folgendes vermelden:
1. Motor
Nach erfolgter Zylinderkopfüberholung läuft er recht ruhig und kräftig, verbraucht ca. 8,5 Liter Super, ist thermisch stabil, verbrennt kein Öl, zieht kein Wasser, tropft minimal an der Ölwanne.
Einziges Problem ist das Ausgehen nach einiger Zeit im Stau - seit mehreren Wochen aber nicht mehr aufgetreten, teste zurzeit mit SuperPlus.
2. Getriebe
Nach Erneuerung des Kupplungsbelages: Leicht erhöhtes Spiel im Antriebsstrang und dadurch Lastwechselreaktionen, vor allem im untertourigen Schiebebetrieb, ansonsten keine Laufgeräusche, Gänge schalten gut, bei heißem Getriebe kratzt der 2. manchmal beim Runterschalten
3. Hydraulik
Nach anfänglichen Problemen mit undichter Hochdruckpumpe (schlussendlich Riss im Pumpenkörper) perfekte Federung mit leichter Übersensibilität der Höhenregulierung an der Vorderachse, einwandfreies, sehr weiches und dennoch zügiges Schalten und Kuppeln, gute Funktion der Bremse, Lenkung in letzter Zeit etwas schwergängig. KEINE Undichtigkeiten mehr, bis auf einen sporadisch an der linken Federzylindermanschette hängenden, meist leicht verharzten Tropfen LHS.
4. Elektrik
Nachdem die alte NOS-Boschbatterie als Übeltäter der zeitweisen Stromausfälle entlarvt war, keine bedeutsamen Vorkommnisse mehr - ab und an muss man die Tachobeleuchtung zum stärkeren Glimmen überreden, was durch Hin- und Herbewegen des Masseanschlusses meist für diverse Betriebsstunden ausreicht.
Alles in allem ist das Fahren mit der alten Dame höchster Genuss, mit allen Vorteilen einer Ur-Göttin, als da wären:
- Der Blick auf das phantastisch luftig- leichte Armaturenbrett
- Die bei aktuellen Temperaturen auch Abends wirklich kuschelige Wärme verbreitende Heizung mit "Wärmestrahlblech" direkt vor den Beinen
- Die praktische Tipp-Funktion des alten Blinkerschalters bei Spurwechseln auf der Autobahn
- die superweiche Schwebefederung
- die extrem harmonisch funktionierende Halbautomatik mit Niederdruckpumpenregelung
Wollte ich nur mal loswerden.
Viele Grüße
Henning