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Lufttrockner für die Hydraulik
Verfasst: Di 25. Okt 2016, 19:36
von Hans-Uwe Fischer
Moin,
vor einigen Jahren wurde hier im Forum das Thema Wasser im Hydrauliköl, Rost in den Aggregaten diskutiert. Ich erinnere mich noch sehr gut an den von mir geschätzten Wolfgang. Er war wohl Apotheker. Aufgrund Wolfgangs überzeugender Argumente, wurde das Thema ergebnislos beendet.
Jetzt repariere und warte ich in meiner Hobbywerkstatt gerade einen Kompresser für die Luftfederung meines Land Rovers. Und siehe da, dieses Aggregat besteht aus einem Kompressor (ca.15 bar), Elektromotor, Überdruckventil, elektr. Ablassventil und aus einem LUFTTROCKNER.
Dieser LT wird mit Silicagel (Kiessäuregel) gefüllt und hält wohl so um 100.000 km. Danach wird es getauscht oder hier im Schwabenländle im Backofen wieder getrocknet. Da sich die Kristalle (die keine sind) sich bei der H2O-Aufnahme aufblähen, hat dieser Trockner im Inneren einen gefederten Ausgleichsbereich.
Das Thema ist nicht neu (für mich schon) und evtl. für eine Weiterführung des alten Threads geeignet. Falls nicht, einfach löschen.
HUF
[attachment 10765 airdryer01.jpg] [attachment 10766 airdryer02.jpg] [attachment 10767 HITACHIKOMPRESSOR.jpg]
Re: Lufttrockner für die Hydraulik
Verfasst: Di 25. Okt 2016, 21:51
von Jint Nijman
Na ja, da kann man dann mal wieder sehen das die Citroën hydropneumatische Federung die bessere Idee ist. Die braucht so etwas nicht...
Jint
Re: Lufttrockner für die Hydraulik
Verfasst: Di 25. Okt 2016, 23:53
von Robert
Kompressoren mit Lufttrockner erscheinen mir nicht besonders aussergewöhnlich. Unser Problem hier besteht aber doch nicht darin, Luft zu trocknen, sondern der (roten) Flüssigkeit Wasser zu entziehen.
Gruss
Robert
Re: Lufttrockner für die Hydraulik
Verfasst: Mi 26. Okt 2016, 01:15
von Hans-Uwe Fischer
[quote=Robert]
Kompressoren mit Lufttrockner erscheinen mir nicht besonders aussergewöhnlich. Unser Problem hier besteht aber doch nicht darin, Luft zu trocknen, sondern der (roten) Flüssigkeit Wasser zu entziehen.
Gruss
Robert[/quote]
Das ist richtig. Das ist nicht aussergewöhnlich. Im Gegenteil!
Was ich aber meine, erst gar nicht das Wasser/Dampf in die rote Flüssigkeit eindringen zu lassen. Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, wird über die kleine Öffnung im Verschlussdeckel des Hydraulikbehälters Luft angesaugt. Und eben diese angesaugte Umgebungsluft hat einen hohen Feuchtigkeitsanteil und gelangt dann über die grosse Flüssigkeitsoberfläche in das Öl.
Also im Prinzip solch einen Lufttrockner vor den Einfüllstutzen montieren.
HUF
Re: Lufttrockner für die Hydraulik
Verfasst: Mi 26. Okt 2016, 01:42
von Hans-Uwe Fischer
[quote="Jint Nijman"]
Na ja, da kann man dann mal wieder sehen das die Citroën hydropneumatische Federung die bessere Idee ist. Die braucht so etwas nicht...
Jint[/quote]
Sagen wir mal so: Bei nur-luftgefederten Autos gelangt die Feuchtigkeit über die Druckluftleitungen zu den betroffenen Baugruppen und bei der Citroën-Federung über die Hydraulikflüssigkeit. Wobei die Hydraulikflüssigkeit beim Citroën ja nicht nur zu den Federbeinen fliesst. Beim z.B. Land Rover sind es aber nur die vier Luftbalgen (Bälge?).
Im Ergebnis sind beide Systeme korrosionsgefährdet.
HUF
Re: Lufttrockner für die Hydraulik
Verfasst: Mi 26. Okt 2016, 11:12
von symphatique
Vermutlich bei flüssigkeitsbetriebenen Bremsanlagen nicht zulässig. Denn dann hätte bestimmt schon ein Findiger einen Verschlussdeckel mit Trockner im Angebot. Und zwar für alle Autos...
MfG
Volker
Re: Lufttrockner für die Hydraulik
Verfasst: Mi 26. Okt 2016, 12:26
von Gerhard Trosien
Sicher nicht, denn die Bremsenhersteller verdienen ihr Geld nicht mit dem Verkauf der Bremsenkomponenten an die Autohersteller, sondern mit der Bremsflüssigkeit, die spätestens alle 2 Jahre gewechselt werden soll. Nach Herstellerangabe.
Und wie groß soll der Deckel sein, damit man des Gel nicht alle paar Wochen trocknen muss?
Re: Lufttrockner für die Hydraulik
Verfasst: Mi 26. Okt 2016, 12:32
von Jint Nijman
[quote="Hans-Uwe Fischer"]
Bei nur-luftgefederten Autos gelangt die Feuchtigkeit über die Druckluftleitungen zu den betroffenen Baugruppen und bei der Citroën-Federung über die Hydraulikflüssigkeit. [/quote]
Bei Citroëns mit LHM gelangt überhaupt keine Feuchtigkeit zu betroffenen Baugruppen. Ich habe jedenfalls noch nie LHM Hydraulikbauteile gesehen die von Innen nicht quasi wie neu aussehen.
Bei Citroëns (ID/DS) mit LHS sieht das leider ganz anders aus...
gruss
Jint
Re: Lufttrockner für die Hydraulik
Verfasst: Mi 26. Okt 2016, 12:50
von Hans-Uwe Fischer
Gerhard Trosien hat geschrieben:
Sicher nicht, denn die Bremsenhersteller verdienen ihr Geld nicht mit dem Verkauf der Bremsenkomponenten an die Autohersteller, sondern mit der Bremsflüssigkeit, die spätestens alle 2 Jahre gewechselt werden soll. Nach Herstellerangabe.
Und wie groß soll der Deckel sein, damit man des Gel nicht alle paar Wochen trocknen muss?
Im Prinzip ganz einfach. Das Lufttrocknersystem (siehe Foto) wird irgendwo in der Nähe des Hydraulikbehälters montiert. Dann wird eine Kunststoffleitung (D=6.0mm )vom LTS zum Deckel des Hydraulikbehälters angeschlossen. Da gibt es einfache Steckverbindungen. Die Eingangsseite des Trockners, also die Ansaugseite, bekommt ebenso einen Kunststoffschlau mit offenem Ende. Irgendwo dort, wo die Luft sauber ist.
Das war's im Prinzip.
HUF
PS: Bitte habt Verständnis, wenn ich äusserst vereinfacht beschreibe und erkläre. Wenn ich alle Ausnahmen und Eventualitäten berücksichten muss, werden wir hier nie fertig. Ich setze Vieles voraus. Ich möchte nur immer etwas anstossen und auch nicht recht haben. Ansonsten einfach gezielt fragen.
[attachment 10774 airdryer03.jpg]
Re: Lufttrockner für die Hydraulik
Verfasst: Mi 26. Okt 2016, 13:05
von Hans-Uwe Fischer
Gerhard Trosien hat geschrieben:
Sicher nicht, denn die Bremsenhersteller verdienen ihr Geld nicht mit dem Verkauf der Bremsenkomponenten an die Autohersteller, sondern mit der Bremsflüssigkeit, die spätestens alle 2 Jahre gewechselt werden soll. Nach Herstellerangabe.
Und wie groß soll der Deckel sein, damit man des Gel nicht alle paar Wochen trocknen muss?
Wie gesagt, das Trockemmittel hält wohl so um 100.000 km. Vermutlich länger, denn das System ist so verbaut integriert, dass es wohl auch das Lebensende des Kompressors erreichen soll.
Ich persönlich halte nichts vom Trocknen. Die Körnchen werden durch mech. Abnutzung immer kleiner. Beim Entleeren war da viel "Körnerabrieb". Das erhöht den schädlichen Strömungswiderstand.
Duch die H2O-Aufnahme dehnen sich die Körner aus und in dem engen, gefederten Raum werden die Körner immer mehr zusammengedrückt. Das bedeutet, das sich das Gemenge verdichtet und dem Kompressor Luftwiderstand entgegensetzt. Dadurch wird die Fördermenge auch hier geringer und der Controller warnt vor langsamen Hochfahren des Fahrwerks.
HUF