Hallo zusammen,
habe heute Mittag an meiner in der prallen Sonne geparkten 1958er DS 19 ein erstaunliches Phänomen beobachtet: Das schwarze Oberteil des Armaturenbretts hatte sich unter Einwirkung der extremen Hitze im Bereich links der Tachoeinheit oberhalb des Ausströmers um sage und schreibe drei (!!!) cm (!!!!!) angehoben. Ich wusste schon vorher, das das Plastik-Geraffel bei unterschiedlichen Temperatureinflüssen zum Verformen neigt, aber diese Größenordnung hätte ich nicht für möglich gehalten. Hatte leider weder Fotoapparat, noch Smartphone zur Hand .
Nach dem Abkühlen ist die Chose freundlicherweise wieder in die Ausgangsstellung zurück "geflossen".
Viele Grüße
Henning
Kunststoff in den Kinderschuhen - oder: die Morphologie des Bertoni-Designs
-
M. Ferchaud
- Beiträge: 2152
- Registriert: Mi 13. Jan 2010, 21:45
Re: Kunststoff in den Kinderschuhen - oder: die Morphologie des Bertoni-Designs
daran siehst du, dass deine 68er noch lebt.
sie bewegt sich noch.
die amerikaner legen auslegware auf das armaturenbrett.
legen, nicht kleben.
spassmodus beendet.
gruss
erik
sie bewegt sich noch.
die amerikaner legen auslegware auf das armaturenbrett.
legen, nicht kleben.
spassmodus beendet.
gruss
erik
Re: Kunststoff in den Kinderschuhen - oder: die Morphologie des Bertoni-Designs
Hallo Henning,
die einzelnen Baujahre sind von dem Problem bekanntlich unterschiedlich betroffen. Das Brett meiner 59er/MJ 60 war total verformt und nicht mehr zu gebrauchen. Was mich nur wundert, ist, dass dieses etwas bizarre Problem, welches im Süden Frankreichs doch eigentlich verbreitet gewesen sein müsste, nicht in der zeitgenössischen Presse erwähnt wird. Über so etwas hätten sich damalige Autotester doch normalerweise hergemacht… Ich meine, das ist doch ein thermoplastisches Material, und die Verformungen müssten doch eigentlich schon an den Neufahrzeugen aufgefallen sein, aber auch in den TM steht nichts dazu… Oder gibt es einen "Hartmacher", der sich analog zu den Weichmachern über die Jahre aus dem Kunststoff verflüchtigt?
Viele Grüsse
Robert
die einzelnen Baujahre sind von dem Problem bekanntlich unterschiedlich betroffen. Das Brett meiner 59er/MJ 60 war total verformt und nicht mehr zu gebrauchen. Was mich nur wundert, ist, dass dieses etwas bizarre Problem, welches im Süden Frankreichs doch eigentlich verbreitet gewesen sein müsste, nicht in der zeitgenössischen Presse erwähnt wird. Über so etwas hätten sich damalige Autotester doch normalerweise hergemacht… Ich meine, das ist doch ein thermoplastisches Material, und die Verformungen müssten doch eigentlich schon an den Neufahrzeugen aufgefallen sein, aber auch in den TM steht nichts dazu… Oder gibt es einen "Hartmacher", der sich analog zu den Weichmachern über die Jahre aus dem Kunststoff verflüchtigt?
Viele Grüsse
Robert
'59 DS 19/'66 ID 19/'68 DS 21 Pallas/'71 SM /'71 SM in Arbeit/'84 Renault R4F6 in Arbeit/'96 Saab 900 CV/'98 BMW 1100 GS
-
M. Ferchaud
- Beiträge: 2152
- Registriert: Mi 13. Jan 2010, 21:45
Re: Kunststoff in den Kinderschuhen - oder: die Morphologie des Bertoni-Designs
Hallo Robert,
teilweise wurden ja in zeitgenössischen Tests die nachlässige Qualität und teilweise improvisierten Detaillösungen kritisiert - jedoch erstaunlicherweise tatsächlich nicht so nachdrücklich, wie man es erwartet hätte.
Tatsächlich ist das Montagekonzept des Bertoni Bretts zum Einen bewunderungswürdig (fast keine Schrauben im Sichtbereich, als ein total moderner Ansatz), zum anderen aber auch haarsträubend abenteuerlich und improvisiert.
Ich habe den Kram jetzt schon viermal komplett zerlegt, und jedes Mal habe ich neu angesetzt, eine Verbesserung des Zusammenspiels der "fliegenden Teile" zu erwirken - in der jetzigen Ausbaustufe mit dem bisher besten Resultat, aber weit davon entfernt, annähernde Qualitätsansprüche teutonischer Pedanten auch nur ansatzweise zu befriedigen.
Ich vermute, der Kunststoff "erinnert" sich an seine ursprüngliche Form (quasi an die beim Spritzgießen entstandenen inneren Spannungen) und will zurück zum Ausgangspunkt.
Viele Grüße
Henning
teilweise wurden ja in zeitgenössischen Tests die nachlässige Qualität und teilweise improvisierten Detaillösungen kritisiert - jedoch erstaunlicherweise tatsächlich nicht so nachdrücklich, wie man es erwartet hätte.
Tatsächlich ist das Montagekonzept des Bertoni Bretts zum Einen bewunderungswürdig (fast keine Schrauben im Sichtbereich, als ein total moderner Ansatz), zum anderen aber auch haarsträubend abenteuerlich und improvisiert.
Ich habe den Kram jetzt schon viermal komplett zerlegt, und jedes Mal habe ich neu angesetzt, eine Verbesserung des Zusammenspiels der "fliegenden Teile" zu erwirken - in der jetzigen Ausbaustufe mit dem bisher besten Resultat, aber weit davon entfernt, annähernde Qualitätsansprüche teutonischer Pedanten auch nur ansatzweise zu befriedigen.
Ich vermute, der Kunststoff "erinnert" sich an seine ursprüngliche Form (quasi an die beim Spritzgießen entstandenen inneren Spannungen) und will zurück zum Ausgangspunkt.
Viele Grüße
Henning
Re: Kunststoff in den Kinderschuhen - oder: die Morphologie des Bertoni-Designs
mach mal einen test an einem alten teil und tränke es mit ballistol.
vielleicht hilft es den kunststoff damit zu behandeln.
riechen tut es auch noch gut; nach kampfer!
viel glück.
erik
vielleicht hilft es den kunststoff damit zu behandeln.
riechen tut es auch noch gut; nach kampfer!
viel glück.
erik
Re: Kunststoff in den Kinderschuhen - oder: die Morphologie des Bertoni-Designs
18.07.2016 KW
Hallo,
ja der Kunststoff geht wieder in die alte Form zurück, wenn er abkühlt und sich wieder zusammenzieht.
Hätte das Teil Bewegungsfreiheit, würde es sich nur dehnen und wieder zusammenziehen.
Ihr kennt das Problem der Bahn, mit Gleisen, Hitze ausgesetzt.
Grundsätzlich: Sonne/Hitze ist der größte Feind der Textilien, Leder, Lacken, Kunststoffe. Die Materialien leiden extrem.
Ich decke das Armaturenbrett am Auto, welches im Sommer draußen parkt ab. i.M. auch die Frontscheibe.
Werde mir jetzt noch eine Plane zulegen mit Textilfütterung um Lack und Profile zu schützen.
Sonne und Hitze macht das Material kaputt!
Viele Grüße
KW
DS 23, HA, Bj. 73
Hallo,
ja der Kunststoff geht wieder in die alte Form zurück, wenn er abkühlt und sich wieder zusammenzieht.
Hätte das Teil Bewegungsfreiheit, würde es sich nur dehnen und wieder zusammenziehen.
Ihr kennt das Problem der Bahn, mit Gleisen, Hitze ausgesetzt.
Grundsätzlich: Sonne/Hitze ist der größte Feind der Textilien, Leder, Lacken, Kunststoffe. Die Materialien leiden extrem.
Ich decke das Armaturenbrett am Auto, welches im Sommer draußen parkt ab. i.M. auch die Frontscheibe.
Werde mir jetzt noch eine Plane zulegen mit Textilfütterung um Lack und Profile zu schützen.
Sonne und Hitze macht das Material kaputt!
Viele Grüße
KW
DS 23, HA, Bj. 73
-
M. Ferchaud
- Beiträge: 2152
- Registriert: Mi 13. Jan 2010, 21:45
Re: Kunststoff in den Kinderschuhen - oder: die Morphologie des Bertoni-Designs
Ja, stimmt. An meiner DS kann ich das auch beobachten: Alle Kunststoffe, die durch die lange Einlagerungszeit weitgehend UV-geschützt und ohne Temperaturspitzen auskommen durften, zeigen nun nach nur wenigen Tagen deutliche Erscheinungen: So setzt sich beispielweise ein weißer Belag auf dem Heckscheibengummi ab den man einfach abwischen kann (Original-Material!!!), die Heckscheibe bekommt immer mehr Mikro-Sprünge, und die rot-transparenten Trompeten neigen zum Anlaufen und milchig werden, von der thermoplastischen Verformung der diversen Armaturenbrett-Teile ganz zu schweigen.
Andererseits möchte ich das Auto fahren, und so geht der Alterungsprozess eben weiter.
Grüße
Henning
Andererseits möchte ich das Auto fahren, und so geht der Alterungsprozess eben weiter.
Grüße
Henning