Ursachenforschung an Ur-DS: Batterie plötzlich leer
Verfasst: Di 5. Jul 2016, 22:52
Hallo zusammen,
nach der gestrigen Fahrt zur Arbeit (60 km Strecke) mit meiner '58er DS 19 musste ich mittags feststellen, dass die Batterie weitgehend entladen war: Der Anlasser rückte noch das Ritzel ein, aber dann war Schluss.
Mittels Kurbel konnte ich starten, und auch die Heimfahrt verlief problemlos.
Während der Fahrt konnte ich mittels Amperemeter sehr schön beobachten, wie die Batterie wieder aufgeladen wurde.
Daheim ans Ladegerät angeschlossen, war ersichtlich, dass die volle Kapazität wieder erreicht war. Der Anlasser machte jedoch keinen Muckser, lediglich das Relais wurde noch durchgezogen.
Vorschnell begann ich nun, den Anlasser auszubauen und unterbrach die Demontage wegen fortgeschrittener Urzeit. Das Ladegerät hatte ich wieder abgenommen.
Meine Vermutung war, dass irgendwo ein leichter Kurzschluss vorliegen müsse, der die Batterie leer saugt.
Heute Abend kam ich vor der Fortsetzung der Demontage des Starters auf die Idee, mir das Starterrelais am Pluspol genauer anzusehen und schraubte die Polzuleitung ab, um die Kupferrosette in Augenschein nehmen zu können. Dort fand ich entgegen der übrigen Blätter der Rosette, die eine dunkle Kupferfärbung und zumeist die typischen Abbrand-Spuren aufwiesen, im aktiven Kontaktbereich ein Blatt mit metallisch blankem punktuellem Bereich vor. Ich bog die Segmente leicht nach, reinigte die Flächen vorsichtig mit einem feinem Schleifpad, brachte den Anlasser wieder in Position, schloss die Batterie an - und der Anlasser funktionierte. Die Batterie hatte über Nacht keine Spannung verloren, scheint also intakt zu sein (es ist eine originale NOS-Bosch-6V-Batterie die ich per glücklichem Zufall in trockenem Zustand erwerben konnte).
Nach einer Probefahrt über ca. 40 km mit zahlreichen Steigungen probierte ich den Anlasser bei heißem Motor mehrfach aus - ohne eine Spur von Ausfallerscheinungen.
Ich lasse jetzt über Nacht die Batterie vom Netz und lege morgen erneut den Arbeitsweg zurück.
Die Frage: Was kann den plötzlichen Spannungsabfall verursacht haben? Ein festgebranntes Rosettenblatt, das kontinuierlich Strom an den Anlasser leitet, die Batterie somit leersaugt? Aber warum startete der Anlasser gestern Abend trotz voller Batterie weder per Druck auf den HA-Hebel, noch durch Direktbetätigung des Relais? Oder wurde der Anlasser durch die Erschütterungen bei der Demontage reanimiert? Das Ritzel läuft übrigens, soweit ich angesichts des halb montierten Zustands ertasten konnte, ganz leicht auf der Spindel - so wie es sein soll.
Spekulationen und Tipps, am liebsten natürlich eine Erklärung des Phänomens willkommen.
Viele Grüße
Henning
nach der gestrigen Fahrt zur Arbeit (60 km Strecke) mit meiner '58er DS 19 musste ich mittags feststellen, dass die Batterie weitgehend entladen war: Der Anlasser rückte noch das Ritzel ein, aber dann war Schluss.
Mittels Kurbel konnte ich starten, und auch die Heimfahrt verlief problemlos.
Während der Fahrt konnte ich mittels Amperemeter sehr schön beobachten, wie die Batterie wieder aufgeladen wurde.
Daheim ans Ladegerät angeschlossen, war ersichtlich, dass die volle Kapazität wieder erreicht war. Der Anlasser machte jedoch keinen Muckser, lediglich das Relais wurde noch durchgezogen.
Vorschnell begann ich nun, den Anlasser auszubauen und unterbrach die Demontage wegen fortgeschrittener Urzeit. Das Ladegerät hatte ich wieder abgenommen.
Meine Vermutung war, dass irgendwo ein leichter Kurzschluss vorliegen müsse, der die Batterie leer saugt.
Heute Abend kam ich vor der Fortsetzung der Demontage des Starters auf die Idee, mir das Starterrelais am Pluspol genauer anzusehen und schraubte die Polzuleitung ab, um die Kupferrosette in Augenschein nehmen zu können. Dort fand ich entgegen der übrigen Blätter der Rosette, die eine dunkle Kupferfärbung und zumeist die typischen Abbrand-Spuren aufwiesen, im aktiven Kontaktbereich ein Blatt mit metallisch blankem punktuellem Bereich vor. Ich bog die Segmente leicht nach, reinigte die Flächen vorsichtig mit einem feinem Schleifpad, brachte den Anlasser wieder in Position, schloss die Batterie an - und der Anlasser funktionierte. Die Batterie hatte über Nacht keine Spannung verloren, scheint also intakt zu sein (es ist eine originale NOS-Bosch-6V-Batterie die ich per glücklichem Zufall in trockenem Zustand erwerben konnte).
Nach einer Probefahrt über ca. 40 km mit zahlreichen Steigungen probierte ich den Anlasser bei heißem Motor mehrfach aus - ohne eine Spur von Ausfallerscheinungen.
Ich lasse jetzt über Nacht die Batterie vom Netz und lege morgen erneut den Arbeitsweg zurück.
Die Frage: Was kann den plötzlichen Spannungsabfall verursacht haben? Ein festgebranntes Rosettenblatt, das kontinuierlich Strom an den Anlasser leitet, die Batterie somit leersaugt? Aber warum startete der Anlasser gestern Abend trotz voller Batterie weder per Druck auf den HA-Hebel, noch durch Direktbetätigung des Relais? Oder wurde der Anlasser durch die Erschütterungen bei der Demontage reanimiert? Das Ritzel läuft übrigens, soweit ich angesichts des halb montierten Zustands ertasten konnte, ganz leicht auf der Spindel - so wie es sein soll.
Spekulationen und Tipps, am liebsten natürlich eine Erklärung des Phänomens willkommen.
Viele Grüße
Henning