quo vadis Citroën? (II)
Verfasst: Fr 17. Jul 2015, 12:23
(Beitrag von radel56)
Die Interessen von Citroën und die seiner Kunden lagen schon immer ein wenig auseinander. Der Hersteller ist natürlich an einer Absatzsteigerung seiner Produkte und der damit verbundenen Gewinnerzielung interessiert, auch in Hinblick auf die zu erwartenden Kosten, die mit der Entwicklung jeder neuen Fahrzeuggeneration verbunden sind. Das hat in der Firmengeschichte schon 2 Mal fast zum Kollaps geführt, weil die finanziellen Ressourcen dafür nicht ausreichend vorhanden waren, zumal in beiden Fällen technisch sehr anspruchsvolle und strukturell neue Konzepte umgesetzt werden mussten.
Auf der anderen Seite ist die Käuferschicht eher inhomogen und umfasst ein breites Spektrum von Menschen, die sich entweder für die Technik, das Design, den französische Laissez-faire oder einen gewissen Minimalismus begeistern – oder für Kombinationen daraus. Für sich genommen ist jede dieser Gruppen eher konservativ eingestellt, aber Citroën ist es immer wieder gelungen mit einem neuen Modell diese Strukturen teilweise aufzubrechen und neben Erst-Käufern auch Bestandskunden neu für die Marke zu begeistern. Wie stark dabei die Emotionen angesprochen werden konnten zeigt sich, dass selbst ein schlechter Ruf, schlechte Verarbeitung und schlechter Service dieser Begeisterung nichts anhaben konnten und sich um fast jedes Modell eine große, eigenständige Szene entwickelt hat, die nach Produkteinstellung das leistet, woran der Hersteller selbst kein Interesse hat.
Unverständlich bleibt, warum Citroën es bis auf wenige Ausnahmen nie geschafft hat, dieses große Potenzial an Begeisterung bei seinen Kunden zu pflegen und auszubauen, um es letztlich in Produktivität und somit in Umsatzsteigerungen und Marktanteile umzumünzen. Jeder arme Student konnte irgendwann einmal Professor, Chefarzt oder Vorstand eines Unternehmens sein und gerade deshalb hätte ihm und seiner verbeulten Ente eben soviel Aufmerksamkeit und Interesse geschenkt werden müssen wie einem DS/CX/XM-Fahrer. Wenn nicht noch mehr, denn er war die eigentliche Zukunft der Marke. Ein kontinuierlicher Fahrzeug-Aufstieg war aber nicht immer möglich, stark waren die Brüche in der Produktpalette und oftmals wurden Modelle ohne adäquaten Nachfolger eingestellt. Nun folgte das Gleiche mit der Technik.
Um den dritten und vielleicht endgültigen Kollaps aufzuhalten und um nicht mit den Versäumnissen der Vergangenheit belastet zu sein findet z. Z. eine Neuausrichtung statt. Bei gleichzeitigen Aufsplittung der Marke richtet sich diese Neuorientierung zum einen auf die Märkte des ferneren Ostens und zum anderen hin zu einer eher jüngeren und finanziell gut ausgestatteten Käuferschicht aus. Beiden ist die Vergangenheit der Marke – wie Citroën selbst eigentlich auch schon immer - egal, Hauptsache das Produkt ist von Käuferseite her gesehen „hipp“ und entspricht auf Seiten des Herstellers den gängigen Marktbedingungen. Damit soll nun der erneute Niedergang verhindert werden und alles was dabei hinderlich sein könnte wird über Bord geworfen.
Die Ironie an der Geschichte ist, dass wir ihnen dabei eigentlich auch noch Erfolg wünschen müssten.
Gruß Frank
Die Interessen von Citroën und die seiner Kunden lagen schon immer ein wenig auseinander. Der Hersteller ist natürlich an einer Absatzsteigerung seiner Produkte und der damit verbundenen Gewinnerzielung interessiert, auch in Hinblick auf die zu erwartenden Kosten, die mit der Entwicklung jeder neuen Fahrzeuggeneration verbunden sind. Das hat in der Firmengeschichte schon 2 Mal fast zum Kollaps geführt, weil die finanziellen Ressourcen dafür nicht ausreichend vorhanden waren, zumal in beiden Fällen technisch sehr anspruchsvolle und strukturell neue Konzepte umgesetzt werden mussten.
Auf der anderen Seite ist die Käuferschicht eher inhomogen und umfasst ein breites Spektrum von Menschen, die sich entweder für die Technik, das Design, den französische Laissez-faire oder einen gewissen Minimalismus begeistern – oder für Kombinationen daraus. Für sich genommen ist jede dieser Gruppen eher konservativ eingestellt, aber Citroën ist es immer wieder gelungen mit einem neuen Modell diese Strukturen teilweise aufzubrechen und neben Erst-Käufern auch Bestandskunden neu für die Marke zu begeistern. Wie stark dabei die Emotionen angesprochen werden konnten zeigt sich, dass selbst ein schlechter Ruf, schlechte Verarbeitung und schlechter Service dieser Begeisterung nichts anhaben konnten und sich um fast jedes Modell eine große, eigenständige Szene entwickelt hat, die nach Produkteinstellung das leistet, woran der Hersteller selbst kein Interesse hat.
Unverständlich bleibt, warum Citroën es bis auf wenige Ausnahmen nie geschafft hat, dieses große Potenzial an Begeisterung bei seinen Kunden zu pflegen und auszubauen, um es letztlich in Produktivität und somit in Umsatzsteigerungen und Marktanteile umzumünzen. Jeder arme Student konnte irgendwann einmal Professor, Chefarzt oder Vorstand eines Unternehmens sein und gerade deshalb hätte ihm und seiner verbeulten Ente eben soviel Aufmerksamkeit und Interesse geschenkt werden müssen wie einem DS/CX/XM-Fahrer. Wenn nicht noch mehr, denn er war die eigentliche Zukunft der Marke. Ein kontinuierlicher Fahrzeug-Aufstieg war aber nicht immer möglich, stark waren die Brüche in der Produktpalette und oftmals wurden Modelle ohne adäquaten Nachfolger eingestellt. Nun folgte das Gleiche mit der Technik.
Um den dritten und vielleicht endgültigen Kollaps aufzuhalten und um nicht mit den Versäumnissen der Vergangenheit belastet zu sein findet z. Z. eine Neuausrichtung statt. Bei gleichzeitigen Aufsplittung der Marke richtet sich diese Neuorientierung zum einen auf die Märkte des ferneren Ostens und zum anderen hin zu einer eher jüngeren und finanziell gut ausgestatteten Käuferschicht aus. Beiden ist die Vergangenheit der Marke – wie Citroën selbst eigentlich auch schon immer - egal, Hauptsache das Produkt ist von Käuferseite her gesehen „hipp“ und entspricht auf Seiten des Herstellers den gängigen Marktbedingungen. Damit soll nun der erneute Niedergang verhindert werden und alles was dabei hinderlich sein könnte wird über Bord geworfen.
Die Ironie an der Geschichte ist, dass wir ihnen dabei eigentlich auch noch Erfolg wünschen müssten.
Gruß Frank