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Mal schnell das Öl wechseln..........

Verfasst: So 28. Jun 2015, 09:21
von jds.vienna
Ein netter DS Kollege bringt seine DS 21 von 1968 zu meinem Nachbar (Mechaniker Meister) um das Öl zu wechseln. Öl gewechselt und ab die Maus……
Bevor die DS wieder abfährt fahre ich zur Hetz eine Runde damit, dabei fällt mir auf das die Kupplung kurz vor dem Ende ist und die Bremswirkung schlecht ist.

Daher Vorschlag an den Besitzer, lieber jetzt die Kupplung wechseln bevor man mit defekter Kupplung plötzlich stehen bleibt und dabei gleich die Bremsen genau prüfen.
Und wenn schon der Motor heraußen, den Steuerketten Deckel runter und Steuerkette, Spannen und Gleitschiene optisch prüfen.

Gesagt getan, Vorderbau zerlegt, Motor inkl. Getriebe raus und mal alles optisch überprüft.
Eigentlich ist jeder Schlauch von Wasserkreislauf, Heizung und Entlüftung am Motor steinhart, kurz vorm abrechen oder einfach falsch. Also erweitern sich daher auch die Arbeiten und die Suche nach Ersatzteilen rund um den Wasserkreislauf.

Das Heizungsventil liegt jetzt frei, und? Nix und, der Dreck ist falsch eingebaut, der Drehknauf abgenudelt und festgefressen. Der kurze Heizungsschlauch falsch und abgeknickt eingebaut. Und beim Ausbau stelle ich fest das die speziellen Montageschrauben fehlen und der Anschlagbügel fehlt. Da dieses Ventil nur vier Jahre lang verbaut wurde, ist Ersatz nicht einfach zu finden. Aber ich habe ja noch ein fast neues in meinem 67er gerade eingebaut,
da ich die DS bald wieder aus der Halle haben möchte um an meinen eigenen Projekten zu arbeiten, baue ich es bei mir aus. Ersatz kann ich mir ja später in Ruhe wieder suchen.

Zurück zum Motor:
Der Steuerketten Spanner funktioniert zwar aber die Gleitfläche ist eingelaufen, also Kettenspanner inkl. Gleitschiene und Kette bestellt. Weil ohne Motorausbau kommt man nicht an die Steuerkette ran, also jetzt oder nie tauschen. Man will ja das beste Ergebnis erzielen. Dachte ich!

Bis die Ersatzteile von drei verschiedenen Lieferanten kommen, nützt mein Nachbar die Zeit und reinigt die gesamt Antriebseinheit inkl. der Motorbucht.
Beim zerlegen der Bremssättel lässt sich ein Bremskolben nicht ausbauen, mit der Hochdruckpumpe am Hydraulikprüftstand unter Duck gesetzt, fliegt mir der Kolben dann doch noch um die Ohren. Festgefressen weil vom Kühler-Überlauf ständig Wasser drauf getropft hat. Damit das nicht passiert sollte der untere Abflußschlauch immer montiert sein.
Naja wenn man das jetzt schon zerlegt hat, kommen neue Kolben und ein neuer Dichtsatz rein. Die Dichtfilze inkl. der O Ringe in die Bremssättel reinzunuppeln ähnelt einer Strafarbeit.

Die Motorbucht wurde einmal Trockeneis gestrahlt und danach nicht mehr nachlackiert, genauso sieht es aus, Flugrost in allen Ecken, also am besten jetzt gleich entrosten und mit schwarz matt nachlackieren und wenn man schon am lackieren ist kann man die HD Pumpe und die Lenkung auch gleich in LHM grün auffrischen.

Endlich sind die Ersatzteile da und endlich geht wieder was weiter, weil ich Platz bei mir in der Halle brauche. Der Zusammenbau geht gut voran und mit ein paar normalen Schwierigkeiten ist die Antriebseinheit nach drei Tagen Arbeit wieder an ihren Platz.

Zusätzlich tauschten wir alle Silentgummis, Muffen usw. am Schaltgestänge. Viele Kleinigkeiten hielten uns immer wieder auf , wie zB. Gasgestänge Halterung, festgefressene Schrauben, defekte Gewinde, falsche Schrauben, Vergaser uvm.

Ein anderer DS Freund hat ebenfalls ein Kupplungsproblem an seiner 69er DS und ich dachte mir das geht jetzt quasi einfach in einem Aufwaschen mit, weil jetzt sind wir gerade gut darauf eingeschossen. Gesagt getan, dem Andi seine DS steht jetzt zusätzlich bei mir in der Halle und nach zwei Tagen ist die Antriebseinheit auch bei der DS ausgebaut.

Endlich die erste Probefahrt mit der 68er, und es ist wirklich ein riesen Unterschied wenn man das Schaltgestänge neu lagert und optimal einstellt. Der Motor zieht kräftig und keine Geräusche von Kupplung und Getriebe. Na bitte super gelaufen, jetzt aber raus damit aus der Halle ich will an meiner DS schrauben.

Der Thomas holt die 68er ab und freut sich über die tollen Arbeiten an seiner DS. Alles gut?
Nein nach einer Woche ruft er an, die Ladekontrolle leuchtet ständig auf und der Zeiger von der Öldruckanzeige (Jaeger Tablet) pendelt wie wild hin und her.
Am besten die DS zur Fehlersuche wieder zu mir in die Halle, wo in der Zwischenzeit zusätzlich die DS20 vom Matthias steht weil die Bremsscheiben am Ende sind und die Lenkung pißt.
Beim durchschauen vom Thomas seiner 68er leuchtet die gelbe Kontrolllampe immer wieder auf also nehme ich an das irgendwo in der Elektrik der Hund drin ist. Ladestrom messen, 17Volt Ladestrom, na bravo! Und bei der Probefahrt ist mir aufgefallen das bei 3000Umin
ein brummentes Geräusch am Antrieb auftritt. Jetzt aber einmal das mit dem Strom lösen!
Erster Verdacht der neue Regler ist defekt, also baue ich den Regler aus meiner 67er aus und bei der 68er ein. Wieder 17Volt Ladestrom! Regler von der 68er in Andi seine 69er eingebaut und der Ladestrom hat 14,2 Volt. Jetzt ist guter Rat teuer, der KFZ Elektriker muß her, weil ich werde trotz hin und her wechseln der versch. Regler auf keinen grünen Zweig komme.
Ich vergleiche die Photos vom zerlegen und stelle fest das die Verkabelung vom Regler gar nicht gelöst wurde. Seltsam? War der defekt schon vorher da und die Kontrollampe hat nix angezeigt?

Auch der Elektriker kommt auf keinen grünen Zweig und ruiniert mir noch dazu einen meiner neuen Regler, Danke Leben. Als ich zwischen den drei DSen hin und her vergleiche um das Problem zu finden, kommt ein Freund auf Besuch der mit mir die Verkabelung nochmals durchgeht. Diesmal überbrücken wir die verschiedenen Verbindungen und was finden wir?
Der Regler hat keine Masse, daher regelt er nicht ab. Beim wechseln vom Kabelbaum vor zwei Jahren hat der Elektriker das Massekabel falsch angeschlossen. (zwei von drei Montagehalterungen sind Gummi gelagert, nur eine hat eine Zunge für die Masse)

Der Regler regelt wieder auf 14,2 Volt, die gelbe Kontrolllampe geht nicht an. Super auf zur Probefahrt und was kommt nachdem der Motor warm ist? Richtig die gelbe Kontrolllampe blinkt wieder und geht im stand nicht aus. So ein Dreck !

Also was jetzt als nächstes? Ich hänge die Anschlüsse für Öldruckwarnlampe und Öldruckanzeige ab und siehe da die gelbe Kontrolllampe ist weg. Was lernen wir daraus?
Die gelbe Kontrolllampe ist nicht die Ladekontrolllampe sondern die Öldruckkontrolllampe.
Der Elektriker hat beim Einbau vom Jaeger Tablet gelb und rot vertauscht, bravo Herr Fachmann.

Gut jetzt ist es klar wir haben zu wenig Öldruck wenn das Öl warm wird und daher die Lichterspielchen am Armaturenbrett und vielleicht kommt das brummente Geräusch vom Motor weil im der Öl-Druck fehlt. Aber warum ist das jetzt auf einmal nach dem Kupplungswechsel? Erster verdacht fällt auf das Öl, weil ich war nicht dabei und vielleicht hat der Mechaniker falsches Öl eingefüllt, also Öl raus und Filter inkl. der drei O Ringe bei der Ansaugung von der Ölpumpe gewechselt. Probelauf….die selben Lichtsignale.

Na dann müssen wir den Öldruck im Betrieb messen, dazu baue ich bei einem anderen Motor eine Hohlschraube aus und der Nachbar lötet mir einen Anschluss für ein Öldruck Manometer drauf. So jetzt aber mit Vollgas an die Arbeit weil in der Zwischenzeit hat ein weiter Freund seine DS 19 von 1962 vorbeigebracht, weil das Pickerl ansteht. Jetzt wird es aber echt eng bei mir in der Halle. Damit ich mich noch bewegen kann stelle ich meine DSen in eine andere Halle. Ich kann meine Arbeiten eh in ein paar Tagen machen, dachte ich…….

Mit montierten Öldruckmanometer stellen wir fest, der Druck fällt auf 0,8 -1bar (bei Standgas) wenn das Öl warm ist. Hat sich was verlegt? Ich tippe auf den gewechselten Steuerkettenspanner, der sitz aber hinten in der Motorbucht und um den zu überprüfen muß der Motor wieder raus.

Also bestelle ich denselben Kettenspanner noch einmal um in mir bevor ich den Motor wieder rausreiße diesen genauer anzuschauen. Und ? Der Kettenspanner könnte der Grund sein, nicht sicher aber es war das einzige was Motorseitig gewechselt wurde.
Also gehe zurück an den Start, zerlege den Vorderbau, nimm die Antriebseinheit raus, wechsle den Nachbau Kettenspanner gegen eine Originalen NOS Kettenspanner aus dem Privatteilefundus.
Gesagt getan, aber ich wir wollten den Motor nicht einbauen ohne das dieser Probe gelaufen ist, weil wir hatten ja ein brummendes Geräusch. Und wenn wir den Motor schon heraußen haben, nehmen wir doch sicherheitshalber die Ölwanne ab und kontrollieren die Pleuellager.
Das Geräusch hörte sich wie Kolbenkippen oder defekte Pleuellager an.
Also Öl wieder raus und runter mit der Wanne, alles easy bis auf die Pleuellagerschrauben, die hat irgendein Depp mit dem Schlagschrauber in grauer Vorzeit festgeknallt.
Also muß der Schweißbrenner her, ja aber das Gas ist leer…………also Gasflaschen einpacken und zum Gashändler, habe ja sonst nix zu tun.

Mit frischen Gasflaschen und Mut geht es den Muttern an den Kragen, zwei sind so angeknallt das sich Schrauben und Muttern in den Mistkübel wandern.
Die Lager sehen zwar nicht defekt aus haben aber Schleifspuren, also besser neue rein.
Aber habe ich die? Nach zwei Stunden langer Suche in meinen DS Ersatzteilkisten, finde ich einen Satz originaler Lagerschalen für das Modell. Aber wo nehme ich neue Schrauben inkl. Muttern für die Montage her, zwei sind ja ex?
Da fällt mir nur mein alter DX Motor aus dem Palettenregal in 7 Meter Höhe ein, also alle Autos raus schieben, mit dem Stapler den Motor runter gehoben und runter mit der Ölwanne und die zwei Schrauben rausgeschraubt. Zwei Stunden Arbeit für zwei Schrauben! Ist halt so, dafür wird das Auto vom Thomas endlich fertig, dachte ich……

Pleuellager gewechselt, Ölwanne wieder rauf, aber wie machen wir den Probelauf? Frei stehend auf einer Palette? Sicher nicht, wir bauen uns einen Motorteststand inkl. Kühler und Auspuffanlage. Material wird in der Halle dafür zusammen gesucht und ruck zuck haben wir 5 Stunden später einen neuen Prüfstand. Motor drauf und nach Montage einer Zündspule und Batterie starten den Motor. Zur Sicherheit lassen wir den Motor mit dünnflüssigem Öl anlaufen damit sich eventuelle Ablagerungen lösen und sich vielleicht verlegte Bohrungen öffnen.
Das dünne Öl wieder raus und das feine 20W50 von Wagner Öle rein, nur die feinste Ware, sicher ist sicher.
Die Ventile sicherheitshalber noch einmal optimal eingestellt, sicher ist sicher…..
Nächster Start Versuch, Motor dreht schön hoch und wir haben kein brummendes Geräusch, egal bei welcher Drehzahl. Der Öldruck baut sich super auf und fällt nicht unter 1bar.

Hurra das war’s, dachte ich……..

Also wieder rein mit der Antriebseinheit, weil ich will die DS endlich aus der Halle haben und der Thomas will endlich wieder fahren. Wir bauen den Motor ein und was leuchtet uns nach dem Warmlauf an? Richtig, die sch…. gelbe Kontrolllampe und der Zeiger vom Manometer am Armaturenbrett schlägt wie blöd hin und her.
Jetzt war der Moment da, wo wir nach einem 5Liter Kanister Benzin gesucht haben um dem Elend ein Ende zu setzen.

Nach ein zwei Tagen Abstand ging ich wieder auf die Suche nach dem Defekt und konnte mir eigentlich nur den Öldruckschalter (Kombigerät mit 2 Anschlüssen) als Fehlerquelle vorstellen. Um es auszuschließen bzw. zu überprüfen habe ich einen neuen normalen Öldruckschalter eingebaut und angeschlossen, das Manometer am Armaturenbrett war zwar abgeschlossen, aber über die „gelbe“ Kontrolllampe konnte ich ja jetzt sehen ob der Druck abfällt. Hurra, es hat geklappt! Zur Sicherheit möchte ich nochmals mit dem externen Öldruckmanometer den Druckverlauf messen. Also Hohlschraube am Zylinderkopf raus und Manometer angeschlossen, Motor starten und ? Nix und ……… das Gewinde am Zylinderkopf ist ex und am Anschluss vom Manometer rinnt das Öl raus.

Also in dem Fall muß man einfach abbrechen und sich zwei bis drei Bier reinpfeifen, was wir auch sofort gemacht haben und den Benzinkanister inkl. Feuerzeug hatte ich auch wieder in der Hand.
Nächste Überlegung, war einen Gewinde Reparatur Satz in M7 zu finden, den habe ich auch bei der Firma Spiral gefunden aber auch 200.- dafür bezahlt. Es gibt zwar billigere im Netz aber die sind Sondermüll aus China und völlig wertlos.
Gut, wer baut das Gewinde ein? Man hat nur einen Versuch, schlägt der fehl muss der Zylinderkopf runter, oder man nimmt doch noch den Benzinkanister zur Hand, sicher ist sicher…..

Pepi (mein Nachbar) legt wie bei einer OP alles ums Gewinde frei und es klappt wie gewünscht beim ersten Mal. Na endlich klappt etwas auf Anhieb…….
Öldruck im Stand gemessen alles bestens und kein beunruhigendes Geräusch aus dem Motor.

Na dann kann man ja den Vorderbau wieder zusammen bauen, die Kennzeichen vom Thomas holen und die DS mal ausgiebig Probe fahren. Gesagt getan und zwei Tage später bin ich optimistisch und drehe den Zündschlüssel um. Nix, zappenduster, keine Kontrolllampe geht an , Zündschloss? Startknopf gedrückt, die Schlampe springt nicht an…..wo ist der Kanister?

Gut, in der Ruhe liegt die Kraft, Zündfunken überprüft, der Funken ist da, aber am Armaturenbrett bleibt’s finster und warum springt sie nicht an. Benzin? Benzin kommt…..
Plötzlich springt sie an, aber das Brett bleibt finster, Lichtschalter, Blinker alles funktioniert nur die Kontrolllampen leuchten nicht auf. Zündschloss? Kann nur das Zündschloss sein, denke ich mir und richtig ein paar mal ein und ausschalten plötzlich sind die Lampen wieder da.

Und wo ist mein Nachbar der Mechaniker? Seit Tagen krank und ich hänge mit den Problemen der DS allein gelassen im Lager rum, statt in meiner Firma.
Dann muß ich halt selber ran und die Fehler finden bzw. lösen.

Der Motor springt nicht gut an, Vergaser? Ok, reinschauen kann nicht schaden und richtig da hat sich so ein Drecksteil gelöst, wieder fixiert und nächster Startversuch.
Springt noch immer schlecht an…….Also muß das Ding an den Motor Tester gehängt werden.
Angehängt, und was sagt der Motortester? Nix weil der ist auf einmal defekt und fährt nicht mehr hoch bzw. kann er nichts mehr messen.
Gut, dann lösen wir das Einstellungs- Problem halt später, weil jetzt geht’s auf zur Probefahrt.
Nummertafeln montieren dauert, weil die Verschraubungen lose sind.

Starten und endlich rolle ich zur lang ersehnten Probefahrt aus der Halle.

Herrlich wie der Motor hochzieht und dann kam es wie ein Schlag ins Gesicht,
ab 2500Umin brummt der Motor wieder……….ich drehe zwei bis drei Runden am Werksgelände um dann deprimiert mit noch immer brummenden Motor in die Halle zu rollen.
Zusätzlich ist die Tankanzeige, der Tacho ausgefallen…..und die „rote“ Ladekontrollleuchte blinkt.

Es war wieder an der Zeit zwei bis drei Bier zu trinken, das ganze im Geist noch einmal Schritt für Schritt durchzugehen und die DS einfach nicht mehr anzuschauen.

Am nächsten Tag war ich wieder hoch motiviert weil ich mir dachte es kann nur ein Geräusch sein welches auftritt weil irgendwo etwas anschlägt, vibriert. Also auf zum Probe fahren und jedes Detail und Verschraubung nachprüfen und mit dem Stethoskop auf Geräuschsuche gehen. Ich bin alles durchgegangen, habe jede Verschraubung kontrolliert und nachgezogen, Nix ändert sich. Im Stand läuft der Motor ohne Geräusche in jedem Drehzahlbereich aber unter Last beim fahren brummt die Schlampe.

Die nächste Variante ist das ich die DS auf der Hebebühne laufen lasse und versuche das Geräusch im Ansatz mit dem Stethoskop zu finden, weil es ja nur noch ein Lager von Getriebe oder Motor sein kann. Denke ich………..

So stand ich unter der Hebebühne wie ein Arzt mit dem Horcher’l im Ohr und ging bei laufenden Motor jeden Winkel von der Antriebseinheit durch. Zusätzlich montierte ich das externe Manometer wieder um auch den Öldruck zu beobachten. Der fiel wenigsten nicht unter 1bar. Wenigstens etwas………

An der Getriebeglocke hatte ich ein Lagergeräusch wenn ich Gas gebe.
Aber was für ein Lager könnte das sein? Hauptwellenlager vom Getriebe oder das neue Schwungscheibenlager oder zerlegte sich der neue Kupplungsautomat? Wenn man da doch nur beim fahren mit 3000Umin reinschauen könnte.

So was mach ich als nächstes? Richtig, ich mach mir mal in Ruhe ein Bier auf………….und denke wieder einmal über die nächste Möglichkeit nach.
Was dreht sich nur im Schubbetrieb mit? Und wie finde ich den Defekt heraus bevor ich den Motor das dritte Mal ausbaue, weil im ausgebauten Zustand findet man es noch schwerer oder vielleicht gar nicht.

Am besten bringe ich die Kennzeichen dem Thomas zurück, weil mit der Ausfahrt mit der Familie an dem Wochenende sicher nix wird.

Neuer Tag, neues Glück! So glücklich wird der Tag aber nicht, mein Vermieter fuckt mich an weil meine Halle voller Autos steht. In der Zwischenzeit sind weitere DSen bei mir gestrandet. Meine Ex 67er DS21 vom Georg mit Kupplungsschaden und die 71er Einspritzer vom Peter. Da ich beide Fahrzeuge gut kenne wollte ich mal drüber schauen, aber dazu bin ich noch immer nicht gekommen. Vielleicht sollte ich einmal lernen nein zu sagen, dann würde ich endlich mal ins Freibad kommen. Aber scheiß drauf, wer A sagt muß auch B sagen.

Der Mechaniker fällt wegen Gösser-Bodennebel wieder einmal völlig aus.
Und ich überlege mir wie ich das Geräusch eingrenzen kann.
Fahren und wenn er bei 2500Umin brummt die Kupplung treten? Ist das Geräusch weg, könnte ich das Hauptlager vom Getriebe ausschließen, Oder? Aber es dreht ja durch das rollen weiter? Motor auf Drehzahl halten und wieder einkuppeln? Am besten einfach mal ausprobieren…………wenn sie anspringt!

Angesprungen ist sie, bockig aber ich habe sie zum laufen gebracht, und die Variante mit Kupplung treten wenn der Motor brummt hat nix gebracht, weil das brummen war bei beim nächsten Gasstoß bei 3000Umin mit getretener Kupplung noch immer da.

Wenn ich die Handbremse anziehe und den Motor so auf Last anfahre (anquäle) habe ich kein ruckeln am Kupplungspedal, also schließe ich daraus, das es nicht die neue Kupplung sein kann. Aber das brummen kommt schon bei 1800Umin.

Mir ist auch vorgekommen das das brummen im 2. Gang bei 2500Umin kommt und im 3. Gang etwas später eher bei etwa 3000Umin. Öldruck nach längerem Motorlauf 0,8bar.
Zur Sicherheit prüfe ich die Kompression alle 4 Zylinder gleich bei circa 10,5-11.

Der Motor läuft unrund, ich komme einfach nicht drauf was es sein könnte………

Re: Mal schnell das Öl wechseln..........

Verfasst: So 28. Jun 2015, 10:05
von Carsten_SM
Geile Story. Könnte bei mir sein. Nie wird irgendwas mal fertig.

Was ist Gösser-Bodennebel ?

Carsten

Re: Mal schnell das Öl wechseln..........

Verfasst: So 28. Jun 2015, 10:11
von jds.vienna
GÖSSER IST EINE ÖSTERREICHISCHE BIER SORTE

Re: Mal schnell das Öl wechseln..........

Verfasst: So 28. Jun 2015, 10:43
von buntspecht
Servus Wien!

Du arme Sau ;-).
Meine brummt auch. Aber erst wenn sie warm wird... Ich verdächtige damit die Auspuffanlage. Könnte in deinem Fall ja so sein. Was anderes fällt mir nicht ein.
Empfinde es aber als normal (DS21 Bj.69)...Meine DS20 Bj.74 war leiser.

Zwischenfrage: Wie bekommst du das alles hin? Ich hätte keine Zeit ausser bei Arbeitslosigkeit oder fetten Lottogewinn :-)

Grüße
Goran

Re: Mal schnell das Öl wechseln..........

Verfasst: So 28. Jun 2015, 11:12
von ID 20
Alter....






Bin sprachlosl

Re: Mal schnell das Öl wechseln..........

Verfasst: So 28. Jun 2015, 12:01
von sebastianklaus
Hallo Jörg,
ganz so schlimm habe ich es bei meinen eigenen 67´er DS´en noch nicht erlebt, aber Deine Erlebnisse kann ich zu 100 % nachvollziehen.
Mein Mitgefühl hast du auf jeden Fall !

Aber genau das ist der Grund, warum ich meine beiden DS praktisch bis zur letzten Schraube zerlegt und wieder zusammen gesetzt habe. Man könnte sonst wahnsinnig werden.

Könnte es vielleicht sein, dass das Brummen irgendwie mit den drei Motorlagerungen (die Silentblöcke rechts und links neben dem Motor oder dem Silentlager in der Getriebequertraverse) in Zusammenhang stehen ? Wenn da irgendwie eine Berührung zwischen den Schrauben und dem Rahmen statt findet, dann ist es aus mit der Ruhe.

Viele Grüße
Sebastian

Re: Mal schnell das Öl wechseln..........

Verfasst: So 28. Jun 2015, 20:33
von Frederic1972
Servus Jörg,

liest sich ja wie ein Krimi. Echt!
Auch wenn es für dich sicher nicht so unterhaltsam war...
Ich hatte bei meiner DSuper mal im Stand immer so Klopfgeräusche, die ich alleine nicht orten konnte. Sie waren auch unregelmäßig. Ich dachte schon, irgendein Motorlager oder so. Am Schluss war's dann eine gerissene Auspuffhalterung aus Gummi unterm Fahrzeug. Das war die billigste Variante, aber das bringt dich auch nicht weiter.
Ich würde auch auf ausgenudelte Motorlager tippen, die das Brummen verursachen. Oder Vibrationen der Antriebswelle(n) bei bestimmten Drehzahlen? Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg bei deiner Arbeit und freue mich schon auf das Happy-End im Fortsetzungskrimi.
Gruß
Frederic

Re: Mal schnell das Öl wechseln..........

Verfasst: So 28. Jun 2015, 20:46
von DS20_break
Hallo Jörg,
hoffentlich hast du dir bei dem Erlebnis keine Alkoholvergiftung zugezogen :-)
Meine Bewunderung für soviel Stehvermögen.

Re: Mal schnell das Öl wechseln..........

Verfasst: Mo 29. Jun 2015, 01:16
von Bernhard(Süd)
Servus Jörg,

vielen Dank für die wunderbare story. Soooo herrlich zu lesen und man leidet ächt mit Dir / Euch / In.

Als Langhuberfahrer hat mich Dergleichen Göttinseidank noch nicht ereilt, aber man soll`s ja nicht beschreien.

Wünsche einen glückhaften Fort- und Ausgang !

Viele Grüsse:
bernhard

Re: Mal schnell das Öl wechseln..........

Verfasst: Di 30. Jun 2015, 19:43
von Simon
Diese geniale Geschichte, die das Schrauberleben schrieb und immer wieder schreibt, spricht einem aus der Seele (-:

Wer unter den Selbsthandanlegenden hat sowas -- vielleicht in ähnlicher Form -- nicht auch schon erlebt..

@Carsten: "Gösser" ist m. W. eine österreichische Biersorte, die habe ich vor ca 30 Jahren mal probiert. Ob diese zwischendurch mehrfach verzehrt wurde oder etwas mit dem Mechaniker-Ausfall zu tun hat, weiß bestimmt nur der JDS.. ;-)

Viel Glück!!
Simon