LHS2 Situation und Bedarf

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M. Ferchaud
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von M. Ferchaud »

In Klemens' letztem Beitrag sind ja die Zutaten von LHS2 sehr schön aufgeschlüsselt. Die 3% Offset müssten natürlich auch noch ermittelt werden. Die ermittelten Zutaten seien allesamt problemlos erhältlich.

LHS2000 von Ulf Petermann hat in meiner 65er ID19 jahrzehntelang hervorragend funktioniert.
Auch die DS19 arbeitet einwandfrei (alle Komponenten) und die Anlage (mittlerweilse "verunreinigt" durch ca. 1,5 Liter LHS2 aus der letzten Pentosin-Charge) ist seit 2016 bis heute (mit Ausnahme eines selbstverschuldeten Umstandes) dicht (!!!).

Auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen:

Die Basis von LHS2000 war laut Petermann DOT3-Bremsflüssigkeit, die durch geeignete Schmierstoffe, Korrosionsschutz und Oxidationsschutz veredelt wurde.
DOT4 und DOT5.1 enthalten Borsäure-Ester. Dafür sind die Gummiteile der roten Hydraulik nicht ausgelegt.

In einer Patentschrift zur Erhöhung der Schmierfähigkeit handelsüblicher Bremsflüssigkeiten aus den 80ern fand ich den Hinweis, dass diese Eigenschaft unter Beimischung von Metalldialkyldithiocarbamat und Metalldialkyldithiophosphat (Verhältnis vorzugsweise 1:1 - 7:3) in vorzugsweise 0,5 - 2,5%igem Anteil erreicht worden sei.

Vielleicht ist das eine Spur auf der Suche nach dem Geheimnis von Ulf Petermann?

Letzendlich sollte eine entsprechende Analyse von LHS2000 Auskunft geben.

Und selbstverständlich wäre eine Anaylse von LHV ebenfalls sehr interessant.
anieder Verified
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von anieder Verified »

Hallo Henning

Nun ist das allseits als nicht zerstörerisch angesehene Igol Ruban bleu eine DOT 4 Bremsflüssigkeit.
Wie passt das mit der Borsäure Erkenntnis zusammen?

Gruß
Andreas
Joe
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von Joe »

Guten Abend!
Im Gespräch mit Falk Lehmann habe ich erfahren, dass er dem Ulf Petermann zum Thema Lenkungsrevision über die Schulter schauen durfte. Vielleicht hat Falk auch sachdienliche Hinweise zum LHS2000 Geheimnis!

Viele Grüße
Joe
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Robert Verified
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von Robert Verified »

Hallo Andreas,

Meine Theorie dazu: DOT 3 und 4 stellen nach meiner Kenntnis keine Kochrezepte dar, sondern beziehen sich auf die physikalischen Anforderungen, insbesondere den Siedepunkt, die an das Produkt gestellt werden, das diese Klassifikation erreichen soll. Anscheinend kann die durch DOT 4 gegenüber DOT 3 geforderte höhere Siedetemperatur am einfachsten mit diesem Borsäure-Ester erzielt werden. Das heisst aber nicht, dass man die DOT 4-Anforderung nicht vielleicht auch mit einem anderen Additiv erzielen kann. Ich erkläre mir die Sache so, dass die Fa. Igol ein Rezept gefunden hat, das trotz "schonenderer" Additive die bessere Norm einhalten kann.

Viele Grüsse
Robert
'59 DS 19/'66 ID 19/'68 DS 21 Pallas/'71 SM /'71 SM in Arbeit/'84 Renault R4F6 in Arbeit/'96 Saab 900 CV/'98 BMW 1100 GS
anieder Verified
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von anieder Verified »

Hallo Robert

Ja das ist ein valider Gedankengang.
Allerdings hat Yves Frelon auch noch mit anderen Bremsflüssigkeiten von Yacco mit DOT 5.1 erfolgreich experimentiert.
Und wenn er bewusst eine Substanz ausgeklammert hätte denke ich hätte er das doch erwähnt. ?
Da es DOT 3 nicht mehr gibt würde das ja sonst direkt die nächste Sackgasse werden.

Gruß
Andreas
aquablader
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von aquablader »

Wieso gibts DOT 3 nicht mehr?

VG Ingo
anieder Verified
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Registriert: Fr 22. Mär 2013, 12:39

Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von anieder Verified »

aquablader hat geschrieben: Wieso gibts DOT 3 nicht mehr?

VG Ingo
Stimmt. Kann man doch noch kriegen. Hatte beim lesen diverser Artikel verstanden dass es das nicht mehr zu kaufen gibt.
Scheint aber dann zumindest sich immer rarer zu werden.

Gruß
Andreas
aquablader
Beiträge: 1590
Registriert: So 7. Aug 2011, 11:55

Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von aquablader »

Weil es recht selten benötigt wird, hat kaum ein Teilehändler das Zeug noch auf Lager.
Aber in etlichen Fahrzeugen aus Fernost ist das noch Stand der Technik.
Ich bestelle es auch auch so, wie ich es brauche, denn was nutzt es mir, wenn der Siedepunkt schon in der Dose so weit abgesunken ist, daß ich dann sofort wieder wechseln müsste...

VG Ingo
symphatique
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von symphatique »

Zum Thema frische DOT-Suppe und DS fällt mir ein, daß es aufgrund der grossen Flüssigkeitsoberfläche im Hy-Fass, verbunden mit den grossen "Tidenhüben" und den diversen Rücklaufspringbrunnen im Fass eine sehr effektive Mischung der Suppe mit der Luftfeuchtigkeit gibt.

Bei Motorrädern wird die Flüssigkeitsoberfläche mit einer faltig liegenden Gummimembran abgedeckt.
Täte der hygroskopischen wasauchimmer im Fass auch gut.
"Das is´nich´kaputt! Das kann man reparieren!"
ID19B1967
Beiträge: 77
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Re: LHS2 Situation und Bedarf

Beitrag von ID19B1967 »

Hallo Ekki,
Ekki hat geschrieben: Dieser Thread ist beste Werbung für ein LHM Wechsel.
genauso ist es!

Ich habe in den 80ern und 90ern viel Zeit in Petermanns Werkstatt verbracht und auch mal eine Zeit lang für ihn gearbeitet.

Er hat dabei immer dafür plädiert, nach Möglichkeit die Hydraulik von LHS auf LHM umzurüsten und mir Werkstücke mit Korrosionsschäden gezeigt, die das untermauerten.

"LHS ist nur was für Leute, die ihren Wagen praktisch täglich fahren, – und zwar das ganze Jahr durch.

Wer macht das heutzutage noch?

Wenn der Wagen über Winter ein halbes Jahr steht, kann es bereits zu massiven Korrosionsschäden kommen.

Und dann haben wir wieder den Salat …

Citroën hat nicht ohne Grund auf LHM umgestellt.

Bei professioneller Hydraulik wie z.B. bei Baumaschinen wird seit langem auch nur noch Hydrauliköl auf Mineralölbasis mit verschleiß- und korrosionshemmenden Additiven eingesetzt."

Viele Grüße

Marcus
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