hallo stefan,
polieren hab ich erst mit meiner flex angefangen. die ist elektronisch geregelt…auf stufe 1 mit ner filzscheibe hab ich da die letzten 20 jahre eigentlich alles blank bekommen.
nachteil: die dinger haben bei niedriger drehzahl fast keine lüfterleistung und werden, wenn man drehmoment fordert, schnell sehr heiss.
schon nach einem abend stand fest: das ist nix mit der flex…die töte ich damit nur.
von schwiegervatterns freund bekam ich leihweise einen uuuralten AEG-drehstrommotor. der hat zwar nur 0,7kW, wiegt gefühlte 50kg und hat ein bärendrehmoment.
polierscheiben hab ich hier gekauft:
www.polierbock.de
da gibt’s auch tolle poliervideos zum angucken!!
nach langem probieren hat sich folgendes als zielführend herausgestellt:
dellen mit dem ausbeulwerkzeug so gut wie möglich herausklopfen,
ganz grobe kratzer mit 180er schmirgel ausschleifen, dann gründlich mit 320er und abschliessend mit 600er mattieren.
höhere körnungen sind beim nachfolgenden sinnlos/zeitverschwendung.
1. polierstufe ist eine sisalscheibe. hier gilt: 10 minuten mehr, erspart eine halbe stunde mit der fogenden scheibe. verwendet wird eine grobe schleifpaste (gelb) und mächtig anpressdruck. handschuhe empfohlen, da das werkstück sehr heiss wird! beim ende des poliergangs sollte man sich schon deutlich als spiegelbild auf der oberfläche erkennen
2. polierstufe eine baumwollscheibe. verwendet wird eine mittlere, spezielle VA-schleifpaste (weiss) und ebenfalls kräftiger anpressdruck. ende des schleifgangs ist, wenn man sich kontrastreich, mit leichten schleiern als spiegelbild erkennt.
3. polierstufe ist eine flanellscheibe mit hochglanzpaste (rosa) und mittlerem anpressdruck. poliert wird nun bis zum schleierfreien spiegelglanz.
ansonsten:
abgezogen werden die scheiben mit einer normalen metallbügelsäge.
Immer ein muss: gute feinstaubmaske und gehörschutz!! (die chrom- und nickelstäube sind hoch krebserregend)
die rückseiten der stoßstangen werden mit edelstahl-putzwolle gereinigt.
zeitaufwand für das hintere, untere stoßstangenblatt:
ca. 1,5h putzwolle-schrubben der rückseite, 1h hammerarbeiten, 1h schmirgeln, 4h polieren.
höhepunkte der arbeiten:
beim letzten poliergang abrutschen und am motorgehäuse ne tolle schramme ins fertige werkstück schlagen…
abrutschen und „eingreifen“ der polierscheibe ist mitunter eine recht gewaltsame sache!
neue scheibe, abgerutscht und dabei die vernähung durchtrennt…takelgarn und segel-nähnadel helfen hier richtig geld sparen.
zur i4r: eine lustige kamera, wird von den meisten leuten mit nem feuerzeug verwechselt. ist meine einzige digiknipse und begleitet mich nun schon zwei autos lang beim restaurieren. ist die einzige digicam die ich kenne, die ich nach 5 jahren teurer verkaufen könnte, als ich neu bezahlt hab.. tolle macrofähigkeiten…und man bekommt für 80€ auch noch nen bildsensor getauscht, obwohl contax 2005 sein kamerageschäft eingestellt hat.