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Re: Petition gegen die DUH

Verfasst: Mo 26. Nov 2018, 16:54
von Frank Plate
anieder hat geschrieben: Faktisch messbar belegt und dokumentiert leben wir in drastisch sinkender verunreinigung.

Gruß

Andreas
Wachsende Motorleistung der Pkw führt zu steigenden CO[sub]2[/sub]-Emissionen
[size=small]Quelle: Statistisches Bundesamt[/size]

Abgenommen hat demnach nur der Durchschnittverbrauch an Kraftstoff, hier auch nur der von Benzinmotoren. Gestiegen sind dagegen der Fahrzeugbestand, die Fahrleistungen und die CO[sub]2[/sub]-Emissionen über einen Zeitraum von 7 Jahren. Das bestätigt den Trend, dass die Verbesserung der Motoreneffizienz durch Mehrleistung der Motoren, höhere Fahrzeuggewichte und vergrößerten Fahrzeugbestand wieder zunichte gemacht wird.

Mir scheint, dass die Automobilindustrie sich da in einen Teufelskreis reinmanövriert hat. Sie wollen und müssen mehr Fahrzeuge verkaufen und um dieses Ziele zu erreichen werden die Fahrzeuge Motor- und Ausstattungsmäßig immer weiter aufgerüstet. Die gleichzeitigen Fortschritte in der Motorentechnik reichen aber nicht, um diese negativen Einflüsse bezüglich der Umweltbelastung aufzuwiegen oder zu verbessern.

Gruß Frank

Re: Petition gegen die DUH

Verfasst: Mo 26. Nov 2018, 20:05
von anieder
Hallo Frank

Genau. Trotz einer steigendem Gesamtverkehrsleistung sinkt die Nox Emmision.
Die Co2 Emissionen werden allerdings durch die Dieselhysterie eher steigen.
Die Automobilindustrie baut im Wesentlichen die Autos die der Markt verlangt. SUV gehen. Ein Audi A2 z.b. war ein Flop.

Ich hatte übrigens diese Statistik zitiert.
https://www.umweltbundesamt.de/daten/lu ... textpart-1

Gruß

Andreas

Re: Petition gegen die DUH

Verfasst: Mo 26. Nov 2018, 21:46
von Boßhammer
Hallo Andreas,

leider geht der Absatz weiter: "Trotz dieser Minderung ist der Verkehrsbereich mit einem Emissionsanteil von 40 % weiterhin mit Abstand der größte Verursacher von NOx-Emissionen."
Ich finde, das man - auch wenn es gegen eigene Interessen geht - Sachverhalte komplett und möglichst richtig darstellen sollte. Dann bleibt trotzdem immer noch genug zum Diskutieren übrig.
Und dass die Autoindustrie das baut, was gekauft wird, mag sogar sein - jeder Unternehmer darf allerdings auch Verantwortungsvoll handeln. Das schafft sogar Chancen und nicht, wie immer sofort behauptet, den Ruin.

Viele Grüße
Ralph

Re: Petition gegen die DUH

Verfasst: Mo 26. Nov 2018, 23:21
von anieder
Hallo Ralph,

Ja da bin ich bei dir.

Und wenn man es genau betrachten möchte, dann muss man z.b. beachten, dass NO2 gemessen wird, Verbrennungsmotoren aber vorrangig NO emmitieren.
Etc. etc.
Der gesamte Zusammenhang ist etwas komplexer, als meist journalistisch, verkürzt kolportiert wird.

https://www.spektrum.de/news/streit-um- ... ei/1603556

Gruß

Andreas

Re: Petition gegen die DUH

Verfasst: Di 27. Nov 2018, 08:38
von maldini
Hallo Andreas,

.. das ist mal ein interessanter Artikel! Danke für den Input!

Bei dieser, offensicht bekannten (und nachvollziehbaren) Faktenlage, verstehe ich z.B. VW mit seiner "Spar-Katabschaltung" noch viel weniger!

VW hat alle PKW Diesel offensichtlich in eine Diskussion gezwungen, die man ganz anders hätte führen können - und das nur wegen ein paar €uronem mehr Gewinn ...



Grüße
Karl

Re: Petition gegen die DUH

Verfasst: Di 27. Nov 2018, 10:19
von anieder
Hallo Karl,

ja, da hat VW allen einen Bärendiesnt erwiesen. Das ist sehr ärgerlich.
Und auch hier gilt. Reine Geldgier ist eine verkürzte Diskussion.

Die technisch/politischen Zusammenhänge sind komplexer.

https://www.helmholtz.de/luftfahrt_raum ... -wirklich/

Gruß

Andreas

Re: Petition gegen die DUH

Verfasst: Di 27. Nov 2018, 11:34
von Frank Plate
Ich glaube, dass den Verantwortlichen bei VW (und anderen Fahrzeugherstellern) sehr früh klar geworden ist, dass der Spagat zwischen Anspruch und Wirklichkeit nicht zu schaffen ist. Auf der einen Seite kennen sie das Potential ihrer Verbrennungsmotoren ganz genau, schließlich arbeiten sie seit mehr als 100 Jahren daran und haben wohl festgestellt, dass das Entwicklungspotential nicht so groß ist und sich so schnell weiterentwickeln läßt, wie sich die Ansprüche, die gesetzlichen Vorgaben und der Zeitgeist sich ändern.

Also kam man auf die Idee, alternative Fakten zu schaffen, indem man Emissionswerte publiziert hat, die den Vorstellungen, nicht aber der Realität entsprachen. Bei VW (und den anderen) glaubte man wohl, dass die Macht dieser alternativen Fakten so groß und eigene Marktstellung so gewaltig sein würde, dass sie alle anderen abweichenden Meinungen überrollen würden: too big to fail. Flankiert wurde das mit intensiver Lobbyarbeit in Berlin, was wiederum direkte Auswirkungen in Brüssel hatte und man hoffte auf diese Art Zeit zu gewinnen, bis es vielleicht eine tatsächliche Lösung für die geforderten Ansprüche geben würde.

Die Kampagne „Clean Diesel“ war der Versuch sich gleichzeitig als fortschrittlich, innovativ und Umweltbewusst darzustellen und darüber auch noch mehr Fahrzeuge verkaufen zu können. Nicht auf der Rechnung hatte man aber in den USA die EPA, die sich dort als größer und mächtiger erwies, als VW es sich vorstellen konnte. Bei uns ist es die DUH, die als Don Quijote mit einer spitzen Lanze zumindest immer wieder Nadelstiche gegen die Automobilindustrie zu setzen vermag.
Letztlich hat man zu lange auf langsam lahmende Pferd Verbrennungsmotor gesetzt und die rechtzeitige Entwicklung von Alternativen vernachlässigt. Was hätte VW mit den 21 Milliarden Dollar Strafzahlungen in den USA an Entwicklungsarbeit alles anstoßen können. Dass VW diese gewaltige Summe überhaupt zahlen konnten zeigt, dass nicht das Geld das Problem ist, sondern die Einstellung.

Inzwischen ist die Situation noch komplexer und schwieriger geworden, weil zum einen mit Startups wie z.B. Tesla neue Konkurrenten am Markt auftauchen, die innovativer, schneller und handlungsfreudiger sind, als die alten Großkonzerne. Und zum anderen gewinnt der chinesische Automobilmarkt immer mehr an Gewicht und dort dreht sich das Rad der Vorstellungen und Vorgaben, die ein Fahrzeug erfüllen muss, deutlich schneller. Wer das Tempo nicht mitgehen kann oder stehen bleibt wird hoffnungslos abgehängt werden.

Gruß Frank

Re: Petition gegen die DUH

Verfasst: Di 27. Nov 2018, 13:24
von hgk
Gutes Schlußwort.

Re: Petition gegen die DUH

Verfasst: Di 27. Nov 2018, 13:35
von Gerhard Trosien
Würde man in der Politik Vernunft walten lassen, wäre der Verbrennungsmotor noch lange nicht tot, sehr, sehr lange nicht.
Die DUH ist das Werkzeug der Politik, um Ziele zu erreichen, die unter rechtmäßigen Bedingungen nicht zu erreichen wären. Und auch so nur zu erreichen sind, weil solche "Vereine" seit kurzer Zeit überhaupt erst ein Klagerecht haben. Zufall?
Der oben erwähnte "Nadelstich" richtet sich nicht gegen die Autoindustrie, bzw. nur indirekt. Es geht um den bei bestimmten Ideologen verhassten Individualverkehr. Dem soll es an den Kragen, der soll zerstört werden, ohne dass eine Alternative nur in Ansätzen sichtbar ist.
Ein "wichtiger" Grüner hat's bereits ganz deutlich ausgesprochen: auch der EURO6-Diesel neuester Art ist "nicht wirklich sauber". Als nächstes geht's den Benzinern an den Kragen, immer schön scheibchenweise, damit das Stimmvieh nicht rebelliert. Auch die Oldtimer stehen auf der Abschussliste.
Dass die Elektromobilität eine ernst zu nehmende Alternative sei, glauben nicht einmal deren Protagonisten.

Re: Petition gegen die DUH

Verfasst: Di 27. Nov 2018, 13:53
von anieder
Frank Plate hat geschrieben: Und zum anderen gewinnt der chinesische Automobilmarkt immer mehr an Gewicht und dort dreht sich das Rad der Vorstellungen und Vorgaben, die ein Fahrzeug erfüllen muss, deutlich schneller. Wer das Tempo nicht mitgehen kann oder stehen bleibt wird hoffnungslos abgehängt werden.

Gruß Frank
Hallo,

genau. Zum Glück wird dieser Krieg nicht auf dem Schlachtfeld ausgetragen. Und das heißt nicht, dass es keiner ist. Und auch nicht, dass er harmloser ist.
Und da freuen sich die, die zusehen können wie sich die etabierten Kulturen mit selbstgemachten Problemen (die mit alternativen Fakten erzeugt werden) selbst ins Abseits befördern.

Und jetzt hebe jeder die Hand, der schon freiwillig ein Elektroauto besitzt, seinen stinkenden Oldtimer still legt und damit nicht nutzlos durch die Gegend fährt, und zu Weihnachten alle Kerzen abschafft, die jede mehr Feinstaub und NOX erzeugt als ein moderner Diesel, anstatt als Wutbürger bloß empört zu sein.
Empört, weil er als Autoliebhaber ja nicht wusste, dass Autos Schadstoffe ausstoßen. Empört, dass der eigene Wohlstand wohl daher rührt, dass man Geld verdient.

Gruß
Andreas

PS: Und ja. VW hat den Bogen überspannt. Das steht außer Diskussion. War arrogant. "too big to fail" alles richtig.