Seite 8 von 13
Re: Wanderdüne?
Verfasst: Fr 1. Jul 2016, 21:05
von KW
01.07.2016 KW
Hallo,
ich lese Eure Beiträge mit Interesse.
Bitte vergleicht die Autos nicht mit der neuesten Generation. Vor 60 Jahren war es ein Privileg, ein Zeichen des Wohlstands, ein Auto zu besitzen. Sogar mit dem Goggomobil oder der Isetta haben die Leute Wohnwagen über die Alpen geschleppt. Urlaub war ein Stück Abenteuer und pannenfreies Fahren etwas besonderes.
1960 war die DS/ID Luxus!
Heute ist sie ein Kulturgut, ein Beleg der genialen Ingenieurskunst und für die Designfreunde ein Klassiker ersten Ranges.
Das Architekturmuseum Frankfurt/Main gab ein Plakat heraus, mit Abbild eines Gebäudes und einer DS, gleiche Jahrgänge.
Das Betrachten der Autos ist mir oft mehr, als das Fahren.
Viele Grüße
KW
DS 23, HA, Bj. 73
Re: Wanderdüne?
Verfasst: Fr 1. Jul 2016, 21:21
von Jint Nijman
[quote=KW]
1960 war die DS/ID Luxus!
[/quote]
Einen Auto im allgemeinen war in 1960 schon nicht mehr wirklich Luxus würde ich sagen.
Und die DS (und damit ID) war nie als Luxus Auto gedacht. Der Projektname war VGD, Voiture a Grande Diffusion (Auto mit grosse Verbreitung)!!
[quote=KW]
Das Betrachten der Autos ist mir oft mehr, als das Fahren.
[/quote]
Eine DS/ID betrachten hat sicher etwas für sich, aber das Fahren ist mir mehr!
Jint, der das Wort "Wanderdüne" einfach nur doof findet, und eine DS/ID, mit wieviel PS denn auch unwürdig!
Re: Wanderdüne?
Verfasst: Fr 1. Jul 2016, 23:02
von M. Ferchaud
Nun ja, trotz allem spielte die D-Modellbaureihe in der oberen Liga mit. Allein der Preis war mit denen potenter Sechszylindermodelle durchaus auf einer Höhe.
"VGD" war zwar der ursprüngliche Projektname, aber von Boulangers Vorstellung eines modernisierten TA bis zur über die Jahre gereiften Vision eines vollhydraulisch zu bedienenden Zukunftswagens unterlag die Entwicklung einer grundlegenden Neuorientierung.
Nicht ohne Grund war die DS bis in die letzten Produktionsjahre bei Wohlhabenden und Prominenten hoch angesehen.
Vor allem aus dem zeitlichen Kontext heraus waren die D-Modelle (mit Ausnahme der ID Normale vielleicht) stets schnelle Wagen mit sehr hoher Endgeschwindigkeit.
Vereinzelte Kritik an mangelnder Elastizität sowie ausgedrücktes Bedauern des mangels moderner Motortechnik nicht ausgenutzten Fahrwerkspotentials wurden stets durch ansonsten positive Urteile, unter anderem hinsichtlich des günstigen Verbrauchs, übertönt.
Übrigens waren die Maßnahmen der Modernisierung des TA-Motors durchaus auf der Höhe der Zeit und teilweise dem Rennsport entlehnt: Querstromzylinderkopf mit außenliegendem Ansaugkrümmer, halbkugelförmige Brennräume, Doppelzündung, Moderner Registervergaser...
Grüße
Henning
Re: Wanderdüne?
Verfasst: Sa 2. Jul 2016, 00:10
von Robert
Liebe Gemeinde,
ich sehe die Dinge inzwischen ganz ähnlich wie KW. Viele Jahre habe ich meine ID als schönen Gebrauchsgegenstand angesehen, mit dem Schwerpunkt, das Auto zuverlässig am Laufen zu halten. Die letzten harten Einsätze waren bei unserer Hausrenovierung, da lag die hintere Sitzbank monatelang auf dem Speicher, um irgendwelches Baumaterial zu transportieren. Jetzt brauche ich eigentlich kein Auto mehr und habe so viele wie noch nie in meinem Leben. Ich meine mich an ein Interview mit dem verstorbenen Michael Schmidtkult zu erinnern, wo er auch sagte, das Fahren interessiere ihn immer weniger. Ist vielleicht so eine Sache, wenn man älter wird. Vor ein paar Wochen sass ich in einer Arbeitspause in meinem SM, rauchte eine Zigarette und vermisste das Radio mehr als den Motor. Wenn das Schrauben für mich vor ein paar Jahren noch mit der Notwendigkeit einherging, das Auto so schnell wie möglich wieder auf die Strasse zu bekommen, erlebe ich es inzwischen mehr als Meditation.
1960? Da hast Du, KW, aus meiner Sicht durchaus recht. Unserer Familie ging es damals schon recht gut, aber Autos waren ein Luxus. Mein Onkel, ein wohlhabender Architekt, kaufte sich in diesem Jahr seinen ersten Käfer. Mein Vater, leitender Angestellter, zog 1961 mit einem gebrauchten Rekord P1 nach. (Der Onkel konterte 2 Jahre später mit einer flammneuen "Badewanne").
Und was das konkrete Fahren angeht: In den Städten wird doch immer langsamer gefahren. Die meisten Leute nehmen Tempo 30 inwischen ernst und interpretieren 50 nicht mehr als 70. Um die Jahrtausendwende war man nachts auf der Kölner Nord-Süd-Fahrt noch mit 100 aufwärts unterwegs, bei erlaubten 50, und in HH war es noch mal so heftig. Derzeit habe ich weder in der Stadt noch auf der Landstrasse das Gefühl, mit den 74 PS zu langsam zu sein, nur auf der Autobahn küsst das Gaspedal dann doch öfter das Bodenblech. Und dann habe ich ja jetzt den Saab, 185 PS Turbo, 230 km/h stehen im Brief. Vom Beschleunigungsstreifen kommt man damit wirklich besser weg, aber schneller als 150 bin ich damit auch noch nicht gefahren. Und so viele sind es dann auch gar nicht, die einen dann noch überholen. Aber, wie in meinem ersten Post gesagt, fahrt mal einen VW T3 mit 50 PS, dagegen ist selbst eine ID normale ein Rennwagen.
Viele Grüsse
Robert
Re: Wanderdüne?
Verfasst: Sa 2. Jul 2016, 08:48
von Mathias
Ich bin die DS 19 bis jetzt noch nicht gefahren, und freue mich erst mal darauf, die Halbautomatik, das Schweben, das ist doch schon DS pur!
Wenn sie mal fährt, werde ich berichten (schwärmen?!)
M.
Re: Wanderdüne?
Verfasst: Sa 2. Jul 2016, 11:47
von symphatique
Also ich fahr gleich mit meinem SAAB 900 II Cabrio zur Halle und wechsle in den DSPECIAL mit SSD.
Für mich stellt ein 2CV6 Normalnull dar, alles mehr ist Luxus, den ich aus der Entensicht immer noch zu schätzen weiss.
Oder Velosolex ...
(Hauptsache Frontantrieb

)
MfG
Volker
Re: Wanderdüne?
Verfasst: Sa 2. Jul 2016, 12:44
von Jint Nijman
[quote=symphatique]
Also ich fahr gleich mit meinem SAAB 900 II Cabrio zur Halle und wechsle in den DSPECIAL mit SSD.
[/quote]
Ich kann z.Z. wählen zwischen einen Citroën C3 Pluriel, eine kleine süße Klapperkiste mit vollautomatischen Airco, Regensensor für die Scheibenwischer, Lichtsensor für das Fahrlicht, drahtlose Zentralverriegelung, elektrische Fensterheber (allerhand Luxus also), und eine Citroën DS19 mit u.a. super komfortabele Federung und Schaltung (beides sind für mich Luxus).
[quote=symphatique]
Für mich stellt ein 2CV6 Normalnull dar, alles mehr ist Luxus, den ich aus der Entensicht immer noch zu schätzen weiss.
[/quote]
Das finde ich ein sympatischer, pragmatischer und sinvoller Ansatz! Mein Referenz (oder Normalnull) ist ein Renault 4, das Auto in dem ich fahren gelernt habe.
Jint
Re: Wanderdüne?
Verfasst: Mo 4. Jul 2016, 09:59
von KW
04.07.2017 KW
Hallo Jint,
wir Männer haben eben, je nach Alter, sich ändernde Ansprüche.
Mit 20 eine heiße Geliebte, mit 40 eine gute Köchin, mit 60 eine Pflegerin.
Zuerst Fahren, dann pflegen und dann in`s Museum. Widerspruch?
Viele Grüße
KW
DS 23, HA.Bj.73
Re: Wanderdüne?
Verfasst: Mo 4. Jul 2016, 13:42
von VJ
Jetzt weiß ich warum so weniger DS auf Straßen sind.....
Gruß
Vlado
Re: Wanderdüne?
Verfasst: Mo 4. Jul 2016, 21:55
von Jint Nijman
[quote=KW]
wir Männer haben eben, je nach Alter, sich ändernde Ansprüche.
Mit 20 eine heiße Geliebte, mit 40 eine gute Köchin, mit 60 eine Pflegerin.
Zuerst Fahren, dann pflegen und dann in`s Museum. Widerspruch?
[/quote]
Ein Gentlemen diskutiert soetwas nicht öffentlich...
[quote=Vlado]
Jetzt weiß ich warum so weniger DS auf Straßen sind.....
[/quote]
Also ich bin heute mit meine DS zur Arbeit gefahren. Und am Wochenende sind wir hier im Dorf/Stadt gefahren.
Jint