Hallo Patric,
nur die Kritiken, Belehrungen und Richtigstellungen bringen mich weiter. Meine Kritiker haben mich dahin gebracht, wo ich heute bin. Nämlich zu einem zufriedenen "Elektroniker". Deine kompetenten, sachlichen und freundliche "Angriffe" sind für mich konstruktiv. Davon lebt ja das ganze Forum. Also weiter so.
Meine subjektive Meinung zum mechanischen Kontakt ist folgende: Vorausgesetzt, dieser ist nicht völlig zerstört und unbrauchbar, dann ist ein mech. Kontakt beim ÖFFNEN absolut der schnellste. Das merkt man auch an der begleitenden Stör-Hochfrequenz. Beim Schliessen sieht das dann schon viel schlechter aus. Meistens Kontaktprelllen bis hin zu 50msec. Dieser Schliessnachteil kommt aber erst bei sehr hohen Drehzahlen zum Tragen. Stichworte: Schliesswinkel, Schliesszeit bzw. Ladezeit der Induktivität.
Bei der methodischen Fehlersuche würde ich nur anders vorgehen (Die muss nicht besser sein).
Grundsätzlich während des Fahrens und während der Störung eine exakte und ausführliche Verhaltensbeobachtung für eine Analyse festhalten. Das könnte beim Gaspedaldruck anfangen, über die externen Einflüsse wie Temp. Feuchtigkeit, Steigung.......bis hin zum Motorgeräusch. Unrund, Aussetzer, Würgen, Auspuffqualm usw. usw. usw. usw.
Wenn jetzt der erste Verdacht (z.B.) auf den Vergaser fällt, würde ich so vorgehen:
1. Alles was auf den Vergaser einwirken könnte deaktivieren: Also die Verg.-Fussabdichtung prov. mit Klebeband abdichten, die Vorrichtung für den erhöhten Leerlauf disablen, den sog. Kupplungskorrektor deaktivieren, das Gasgestänge mit z.B. einer prov. Rückholzugfeder unterstützen, die Düse für den Kurbelgehäuse-Dämpfe schliessen und den Filtereinsatz aus dem Luftfilter heraus nehmen. Das alles ohne irgendwelche Diskussionen und Überlegungen.
2. Standgas-Drehzahl auf > 900 RPM stelllen. Wenn die dann zusammenbrechen sollte, ist die Fehlerentdeckung nicht fern.
3. Wenn jetzt der Fehler doch noch vorhanden ist, dann kann man mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit an den Vergaser herangehen. Der muss aber noch lange nicht kaputt sein. Die Möglichkeiten reichen jetzt von falscher Einstellung bis hin zur Vereisung.
4. Ein Ersatzvergaser würde hierbei jetzt sehr hilfreich sein
5. War es nicht der Vergaser war, dann geht´s weiter:
6. Ist es der Motor selber mit seinen zugehörigen Organen oder ist der Motor topfit und externe Einflüsse wirken auf ihn?
Da im Standgas der Motor nur sehr niedrige Drehmomente abgibt, können schwergängige Aggregate die Drehzahl herunterdrücken. Wie z.B. die HD-Pumpe, Lichtmaschine, Wasserpumpe/Lüfterrad, Verteiler, Klimaanlage Kupplung, Getriebe mit Schwungscheibe usw.
7. Kommt auch das alles nicht infrage, also wohl doch der Motor selbst, dann würde ich das Zündsystem unter die Lupe........ usw. usw.
Ich bin mir sicher, Du weisst das alles selber. Und ich weiss nicht, ob ich hier beim ´reinklopfen der Zeilen imir rgendwelche Fehler geleistet habe.
Ich möchte einfach nur zum Ausdruck bringen, das methodisches Vorgehen zum Erfolg zwingt, Kosten spart und viele (umständliche?) Theorien erspart. Das meinte ich mit brain storming. Will sagen: Warum tagelang über einen Kupplungskorrektor diskutieren, wenn er in 10 Minuten durch Deaktivierung überführt werden kann ( oder eben auch nicht).
Grüsse und auf weitere gute Angriffe wartend
Hans-Uwe