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Re: Startschwierigkeiten

Verfasst: Mi 12. Nov 2014, 16:48
von DS20_break
[quote=Langhuber]
[quote=Hardy]
vor Allem bei deiner Bosch Zündspule original Käfer. :-)
[/quote]
Das bezog sich ja auf die Technologie der verbauten Komponenten. Ich habe auch einen vermutlich originalen Bosch-Scheibenwischermotor drin, z. Zt. Bosch-Unterbrecher und eine Banner-Batterie und meine derzeitige Benzinpumpe stammt vermutlich aus Vechta. Ich bin bloss noch nicht dazu gekommen, die AC-Pumpe einzubauen, zu der mir ausserdem immer noch der Dichtring fehlt.

Ich wollte lediglich mit meinem Beispiel zum Ausdruck bringen, dass man auch mit einem Equipment, das dem Status von 1963 entspricht, gute Ergebnisse erzielen kann, wenn alles halbwegs in Ordnung ist.
Ich schliesse mich dem Statement von Robert Kruse an:
[quote="Robert Kruse"]
und eine Zusatzbenzinpumpe kommt mir eher wie ein workaround vor.
[/quote] Das gilt in meinen Augen auch für 123 u. A.

Klemens[/quote]

Prinzipiell stimme ich dir zu. Wenn ich mit einem Oldtimer unterwegs bin, möchte ich die damalige Technik genießen/erleiden. Gerne auch mit manueller Gemischverstellung und Zündeinstellung, Getriebe natürlich 3-Gang unsynchronisiert. Da ist dann das Fahren der Genuss.
Wenn ich aber meinen Oldtimer als (einziges) Alltagsauto benutze oder mit Familie und Wohnanhänger in Urlaub fahre, ist jede Modernisierung erlaubt, solange es dem §23 entspricht.

Re: Startschwierigkeiten

Verfasst: Do 13. Nov 2014, 13:08
von papasitt
[quote=rsa404]


Ethanol greift bei den Langhubern zumindest die Membranen der Benzinpumpe an, die werden mit der Zeit weich und die Förderrleistung entsprechend geringer.

Gruß,
Ralf[/quote]


Verstehe ich jetzt nicht, die Membranen der Benzinpumpe bei Langhubern soll original hart sein und nicht weich?

Gruß,
Siggi

Re: Startschwierigkeiten

Verfasst: Do 13. Nov 2014, 14:16
von Stephan Jaenicke
Ich glaube, es kommen zwei Effekte zusammen:

1) verdunstet der Sprit im Vergaser.
2) sinkt das Benzin in der Benzinleitung auf Bodenniveau zurück und muss dann erst von der Benzinpumpe wieder zum vergaser gefördert werden.

Wenn ich meinen Wagen täglich fahre, springt er morgens nach Sekundenbruchteilen an. Wenn der Wagen mal ein paar Tage gestanden hat, dauert es etwa 5 Sekunden, bis wieder Sprit im Vergaser ist. Das halte ich wie Gerhard und Alex auch nicht für nachteilig, weil dann das Mötoröl schon wieder an den Schmierstellen ist, bevor der Motor startet.

Kalten Motor immer mit Choke starten, warmen Motor ohne Choke mit etwas Gas. Pumpen halte ich nicht für sinnvoll. Membran in der Benzinpumpe überprüfen ist ein guter Tipp.

Gruß,

Re: Startschwierigkeiten

Verfasst: Do 13. Nov 2014, 15:35
von Langhuber
[quote=papasitt]
Verstehe ich jetzt nicht, die Membranen der Benzinpumpe bei Langhubern soll original hart sein und nicht weich?
[/quote]Bei harter Membran denkt man vielleicht zunächst an eine elastische Metallmembran, oder eine elastische "Gummi"-Membran.
Bei meiner AC-Pumpe besteht die Membran aus einigen Lagen "gummierten" Stoffes. Diese Stofflagen sind in der Mitte eingeklemmt zwischen zwei starren Metallplatten, eine ausserhalb, eine innerhalb des Pumpenvolumens. Am Rand sind sie zwischen Pumpengehäuse oben und Pumpengehäuse unten eigeklemmt. Da ist in dem ursprünglichen Sinn nichts elastisch.

Pumpe liegt noch bei mir in der Wohnung, ich kann mir das gegen später anschauen.

Klemens

Re: Startschwierigkeiten

Verfasst: Do 13. Nov 2014, 15:48
von DS20_break
[quote="Stephan Jaenicke"]
Ich glaube, es kommen zwei Effekte zusammen:

1) verdunstet der Sprit im Vergaser.
2) sinkt das Benzin in der Benzinleitung auf Bodenniveau zurück und muss dann erst von der Benzinpumpe wieder zum vergaser gefördert werden.
...
Gruß,[/quote]
weiß eigentlich jemand ob das Niveau der Pumpenmembran unterhalb des Benzins im Tank liegt?

Re: Startschwierigkeiten

Verfasst: Do 13. Nov 2014, 15:49
von Thomas Held
[quote="Stephan Jaenicke"]
Kalten Motor immer mit Choke starten, warmen Motor ohne Choke mit etwas Gas.
[/quote]

Vollgas, Stephan! Beim Halbautomaten auch gerne in Kombination mit Kupplungshandbetaetigung zum vollen Aufmachen der Drosselklappen, wenn der Motor heiss ist!
Gruss,

Tom

Re: Startschwierigkeiten

Verfasst: Do 13. Nov 2014, 15:49
von Langhuber
Stefan Jaenicke hat geschrieben:...sinkt das Benzin in der Benzinleitung auf Bodenniveau zurück und muss dann erst von der Benzinpumpe wieder zum vergaser gefördert werden.
So tief sinkt das wohl nicht. Nach dem Gesetz der kommunizierenden Röhren hat das Benzin vorn in der Benzinleitung das gleiche Niveau wie hinten im Tank. Und der Tank liegt ja nicht einen halben Meter unter der Höhe der Benzinpumpe. Die Differenz schätze ich mal auf 10 cm bei gefülltem Tank und 30cm bei relativ leerem Tank.
Wenn ich das nächste Mal in die Garage komme, nehme ich eine Flasche mit und ziehe den Schlauch von der Benzinpumpe ab. Es würde mich sehr wundern, wenn bei Betätigung des Anlassers es wirklich 5 Sekunden dauern würde, bis Benzin aus dem Schlauch rausspritzt.
Wenn ich meinen Wagen täglich fahre, springt er morgens nach Sekundenbruchteilen an. Wenn der Wagen mal ein paar Tage gestanden hat, dauert es etwa 5 Sekunden, bis wieder Sprit im Vergaser ist.
Exakt so ist es bei mir auch. Im letzten Winter nach längerer Standpause war meine Batterie zu leer zum Anlassen. Da hatte ich das erste Mal echten Bedarf, Madame anzuwerfen: Erst ein paar Umdrehungen langsam mit auser Zündung, um Benzin zu fördern und dann zwei-drei Anwürfe. Ich denke da war es unter 10°

Klemens

Re: Startschwierigkeiten

Verfasst: Do 13. Nov 2014, 15:57
von Langhuber
[quote=Hardy]
weiß eigentlich jemand ob das Niveau der Pumpenmembran unterhalb des Benzins im Tank liegt?
[/quote]
Ich gehe davon aus, dass der Pumpeneingang oberhalb des maximalen Benzinniveaus liegt. Sonst müsste man zum Ausbau der Pumpe den Tank entleeren. Und davon steht nichts im Werkstatthandbuch.
Zudem bestünde die Gefahr, dass bei leichter Undichtigkeit des Ansaugschlauches an der Pumpe das Benzin nach unten rausläppert.
Sonsderfall: Der Tank ist bis ganz nach oben zum Tankdeckel gefüllt. Dan liegt der Benzinspiegel wohl sicher über dem Pumpenniveau.

Klemens

Re: Startschwierigkeiten

Verfasst: Do 13. Nov 2014, 15:59
von aquablader
Das Pumpen, was hier immer beschrieben wird, rührt von den Fahrzeugen mit Startautomatik her.
Das scheint den Menschen aber immer noch irgendwie in den Köpfen geblieben.

Die beim Abstellen heiße Bimetall-Feder der Startautomatik kühlt ab und drückt den Mechanismus der Startautomatik Richtung Kaltstart. Gleichzeitig wird eine Stufenscheibe verdreht, die einen veränderlichen Anschlag der Drosselklappenwelle darstellt. Die ist aber erst blockiert durch den dran ruhenden Anschlag der DK-Welle.
Soll der Kaltstart nun stattfinden, muß ein Mal Gas gegeben werden, damit sich die Teile der Automatik durch den Federdruck der Bimetallfeder in ihre Position stellen können: die Starterklappe schließt und der veränderliche Anschlag verdreht sich, so daß die Drosselklappe etwas angestellt wird. Dadurch wird eben ein fetteres Gemisch erzeugt und gleichzeitig die LL-Drehzahl etwas erhöht.

Klar spritzt die Beschleunigerpumpe dann ins Saugrohr, sofern noch etwas Benzin in ihr vorhanden ist.
Und bei kaltem Wetter ist das sicher auch hilfreich. Durch die aktuellen Kraftstoffe verdunstet wirklich der allergrösste Teil bei heißer, abgestellter Maschine, schwerflüchtiges Zeugs wollen die bei den Einspritzern heute nicht mehr haben.

LG

Ingo

Re: Startschwierigkeiten

Verfasst: Do 13. Nov 2014, 16:04
von DS20_break
[quote=Langhuber]
[quote=Hardy]
weiß eigentlich jemand ob das Niveau der Pumpenmembran unterhalb des Benzins im Tank liegt?
[/quote]
Ich gehe davon aus, dass der Pumpeneingang oberhalb des maximalen Benzinniveaus liegt. Sonst müsste man zum Ausbau der Pumpe den Tank entleeren. Und davon steht nichts im Werkstatthandbuch.
Zudem bestünde die Gefahr, dass bei leichter Undichtigkeit des Ansaugschlauches an der Pumpe das Benzin nach unten rausläppert.
Sonsderfall: Der Tank ist bis ganz nach oben zum Tankdeckel gefüllt. Dan liegt der Benzinspiegel wohl sicher über dem Pumpenniveau.

Klemens[/quote]

wenn der Pumpeneingang oberhalb des maximalen Pumpenniveaus liegt muß die arme Pumpe nach längerer Standzeit erstmal Luft pumpen. Das erschwert das Ansaugen etwas.