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Re: H-Kennzeichen ab 40 Jahre ?
Verfasst: Do 20. Mär 2014, 09:29
von KW
20.03.2014 KW
Lieber Patric,
besonders das Rheintal ist so schön zu durchfahren. Das sagen die Besucher, sicher nicht die Anwohner.
Du wirst links und rechts herrliche Burgen sehen, teilweise jetzt Ruinen.
Diese Burgen dienten den Burgherren dazu, Kontrolle über den Frachtverkehr auszuüben und kassierten Zölle!
Wer nicht zahlen wollte, der wurde beschossen. Die Schießscharten gelten heute als Besucherattraktion.
Die Burgherren waren meist wohlbeleibt und wohlhabend, haben sich wegen des Wohlstands auch gegenseitig überfallen und ausgeraubt.
Heute heißen die früheren Burgherren Politiker. Die Burgen heißen Finanzamt. Du wirst allerdings nicht mehr mit Kanonen beschossen, sondern schlimmstenfalls ins Loch geworfen.
Felix Austria.
Es kommt ganz darauf an, welcher Steueranteil am gesamten Aufwand unsrer Haushalte kassiert wird.
Direkte und indirekte Steuern. Wird das gerechnet, sieht D wieder ganz alt aus! Ca. 70 % unserer Leistung kassiert der Staat
als Steuer und Abgaben zurück!
Re: H-Kennzeichen ab 40 Jahre ?
Verfasst: Do 20. Mär 2014, 11:25
von DerPaster
Eigentlich finde ich die Steuern bei uns noch viel zu niedrig. Wenn man bedenkt, daß die Länder mit den weltweit höchsten Steuern - wie e.g. DK - auch die höchste Lebenszufriedenheit haben...
Im Ernst, Leute: Irgendwoher muß die Gemeinschaft (nichts Anderes ist schließlich der Staat: Wir alle!) ja seine Steuern kriegen. Trotz aller Steuerverschwendung: Infrastruktur, (fast) kostenlose Bildung, Sicherheit - davon profitieren wir alle und deshalb sollte uns das auch was wert sein! Und mit uns DS-Fahrern trifft es schließlich nicht die Ärmsten, gelle?
Also: Hört doch bitte mit dem Steuerbashing auf! Ich zitier' da gern die Worte der Anti-'68er:
"Wenn's Dir hier nicht paßt - geh' doch nach Moskau!" (, da sind die Steuern nämlich viiiiel niedriger! Und Depardieu ist auch scho' da!

Re: H-Kennzeichen ab 40 Jahre ?
Verfasst: Do 20. Mär 2014, 12:00
von KW
20.03.2014 KW
Widerspruch!
seit 50 Jahren werden Schulden auf Schulden aufgebaut. Jetzt ist der Bund mit ca. 2,3 Bio verschuldet.
Das kann die Generation Kinder, Enkel und Urenkel, Ur-Urenkel nie mehr abtragen oder gar die Zinsen/Zinseszins.
Und Schulden zusätzlich sind nicht mehr drin!
Mit dem ESM, unbegrenzt, sind wir schnell bei 3 Bio. Dann ist Ende im Schacht. Du verlierst nicht nur Deine Alterssicherung sondern auch die Mittel für den täglichen Bedarf. Um eine DS brauchst Du Dir dann keine Gedanken mehr zu machen.
Du wirst keine mehr haben, oder steht abgemeldet in der Ecke.
Die Reallöhne sind seit ca. 1990 nicht mehr gestiegen.
Der Staat absorbiert aber immer mehr von der Wertschöpfung.
Das kann doch niemand mehr kalt lassen!
Wie sagte der Mann aus dem 100sten Stockwerk gesprungen beim Vorbeiflug am 30.? Bis jetzt ist alles gut gelaufen!
Viele Grüße
KW
Re: H-Kennzeichen ab 40 Jahre ?
Verfasst: Do 20. Mär 2014, 14:07
von DerPaster
KW hat geschrieben: seit 50 Jahren werden Schulden auf Schulden aufgebaut. Jetzt ist der Bund mit ca. 2,3 Bio verschuldet.Das kann die Generation Kinder, Enkel und Urenkel, Ur-Urenkel nie mehr abtragen oder gar die Zinsen/Zinseszins.
Wenn die Schulden so steigen, müßten wir dann doch erst Recht die Steuern erhöhen...
KW hat geschrieben: Der Staat absorbiert aber immer mehr von der Wertschöpfung.
Ist das so? Zum Einen: Ist denn die Absorbtion durch "den Staat" in den letzten Jahren tatsächlich real angestiegen? Und wenn: "Ja", bei wem? Zumindest der Spitzensteuersatz ist in den vergangenen Jahrzehnten gewaltig gesunken, die Steuern für international operierende Unternehmen real durch deren Steuertricks auch - vielleicht sollte man da als Staat genauer hingucken. Denn "der Staat", das ist schließlich keine abstrakte Größe - "der Staat" sind wir alle! Die Schulden könnten gewaltig verringert werden, wenn nicht so viele den Staat um die Steuern betrügen bzw. mehr dieser Betrüger gefaßt würden. Wer die Allgemeinheit betrügt, sollte von ihr auch nicht profitieren - m.E. sollte man gerechterweise auch bei geringem Steuerbetrug sämtliche Bürgerrechte aberkennen...
Zurück zu den H-Kennzeichen: Steuerersparnis darf nur gewährt werden, wo die Allgemeinheit etwas davon hat. Also: Was hat die Allgemeinheit davon, daß alte Autos erhalten werden? Welche alten Autos in welchem Zustand sollten daher gesponsert werden und wo zieht man die Grenze?
Re: H-Kennzeichen ab 40 Jahre ?
Verfasst: Do 20. Mär 2014, 18:44
von KW
20.03.2014 KW
Ich bitte um Verständnis, wenn ich das nicht weiter diskutiere.
z.B.
Wenn Du nicht verstehst, dass bei steigenden Steuereinnahmen eine Schuldenaufnahme katastrophale Folgen hat,
ist eine Korrespondenz zu dem Thema nicht sinnvoll.
Wären Kulturgüter nicht erhalten und gepflegt worden, gäbe es keinen Kölner Dom oder ein Brandenburger Tor.
Ich möchte mich hier ausklinken!
Viele Grüße
KW
Re: H-Kennzeichen ab 40 Jahre ?
Verfasst: Do 20. Mär 2014, 20:52
von DerPaster
Ich hab's genau umgekehrt geschrieben: Wenn die Gesellschaft Schulden HAT, sollte sie Steuern erhöhen und/oder Steuersünder konsequent verfolgen STATT neue Schulden zu machen - wer lesen kann, ist klar im Vorteil
Die Belege, daß "der Staat immer mehr von der Wertschöpfung absorbiert" - also auf Deutsch: "daß immer mehr Wertschöpfung an die Allgemeinheit geht", fehlen übrigens auch noch
Aber es ist immer einfach, eine Diskussion zu beenden, indem man sie abbricht und sein Gegenüber für inkompetent erklärt - und vor Allem ist das in unserer freiheitlichen Demokratie ein geschütztes Grundrecht, seine Klappe halten zu dürfen. Der Schutz auch dieses Rechts verursacht aber auch Aufwand und damit Kosten, für die die Gemeinschaft das Recht hat, Steuern einzuziehen - q.e.d.
Der Kölner Dom ist übrigens einzigartig - im Gegensatz zu unseren "Voitures a grand Diffusion" (hoffe, das war halbwegs korrekt, mein Frz. is' nich' so...), von denen es mal 1,5 Mio gab. Gäbe es heute noch so viele davon, wären Subventionen für ihre Erhaltung in etwa so gemeinnützig, wie die Subventionierung der Erhaltung sämtlicher Plattenbauten. Sobald es von letzteren nur noch sehr wenige gibt, muß die Gesellschaft auch diese - als Teil unseres kulturellen Erbes - zu erhalten helfen.
Und deswegen noch einmal meine Frage nach Eurer ehrlichen Meinung: Ab wann und mit welcher Begründung haltet Ihr es für angebracht, daß die Allgemeinheit durch Steuervorteile die Erhaltung alter Autos sponsert?
Re: H-Kennzeichen ab 40 Jahre ?
Verfasst: Do 20. Mär 2014, 20:57
von symphatique
Deshalb nochmal:
KFZ-Steuer in die Spritpreise.
Versicherung personenbezogen.
Wiederholten Gruss
Volker
Re: H-Kennzeichen ab 40 Jahre ?
Verfasst: Do 20. Mär 2014, 21:11
von DerPaster
Hmmm... So ähnlich hatten die Grünen das ja schon in den 80ern vorgeschlagen...
Dann würde die Oldtimerei allerdings schon durch die vergleichsweise ineffektiven Motoren ein ziemlich teures Hobby...
Wie wäre es stattdessen, ähnlich denkmalgeschützen Gebäuden, mit staatlicher Förderung e.g. für Instandsetzungsarbeiten an den Oldies? Aber auch dann bliebe die Frage, ab wann und unter welchen Kriterien ein Fahrzeug als denkmalschutzwürdig eingeordnet würde...
Re: H-Kennzeichen ab 40 Jahre ?
Verfasst: Fr 21. Mär 2014, 08:10
von hgk
DerPaster hat geschrieben:
Wie wäre es stattdessen, ähnlich denkmalgeschützen Gebäuden, mit staatlicher Förderung e.g. für Instandsetzungsarbeiten an den Oldies? Aber auch dann bliebe die Frage, ab wann und unter welchen Kriterien ein Fahrzeug als denkmalschutzwürdig eingeordnet würde...
Dann würden die Puristen und Nietenzähler wohl reihenweise Herzkasper bekommen, wenn bei Instandsetzungen statt größzügem Teiletausch nur noch Flickenarbeiten stattfinden dürfen, weil möglichst viel der Ursubstanz erhalten bleiben muß, wie von Denkmalschützern häufig gefordert.
Und dürfen diese Kulturgüter dann überhaupt noch bewegt werden?
Und wo kommt die staatliche Förderung dann her? Werden dann die von der öffentlichen Hand gezahlten Bischofsgehälter gestrichen? (Von denen ja nur die Religionsgemeinschaften, aber die öffentliche Hand erstmal auch nichts hat.)
Fragen über Fragen ...
MsG
Hans
Re: H-Kennzeichen ab 40 Jahre ?
Verfasst: Fr 21. Mär 2014, 09:07
von DerPaster
Daaa muß ich nun doch mal was richtig stellen: "Die öffentliche Hand" zahlt nicht die Bischofsgehälter (or, for that Matter, mein eigenes) - das Ganze war ein Deal: Vor Jahrhunderten haben die damals regierenden Landesfürsten mit einem Federstrich die Kirche(n) um einen Großteil von deren Land erleichtert, das damals dazu diente, Pastores & Priester zu ernähren. Im Umkehrschluß erklärten die Regierenden sich bereit, die Alimentation derselben zu gewährleisten. Da die damals Regierenden allerdings keine Lust hatten, das aus eigener Tasche zu finanzieren, legten sie die Kosten für Gehälter, Bauerhaltung et al. auf die jeweiligen Kirchenmitglieder um - seitdem haben wir in D die Kirchensteuer. Das Ganze sollte eigentlich dazu dienen, den Regierenden entsprechenden Einfluß auf die Inhalte des in den Kirchen Gelehrten zu sichern, was - leider - bis 1945 auch prima geklappt hat (funzt heute noch bei "Freikirchen" bestens für deren Großspender, deswegen sind die meist so kapitalismusfreundlich).
Es läßt sich sicher trefflich drüber streiten, ob "die Kirche" überhaupt rechtmäßig in den Besitz dieser Ländereien kam (in einigen Fällen sicher nicht) - aber seeehr viel davon waren tatsächlich Infrastrukturmaßnahmen: Seit dem MA hat Kirchens überall in D Land urbar gemacht, Straßen gebaut, Krankenhäuser et c. eingerichtet - weite Teile Deutschlands tatsächlich erst erschlossen...
Würde der Kirchenstaatsvertrag aufgelöst und die Kirchensteuer abgeschafft, hätte der Staat den Kirchen die damals enteigneten Besitztümer zurückzugeben (, für die die Kirchen ja noch nichtmal was gekriegt hatten - das Geld zog die Regierung ja von den Mitgliedern ein!)- das sind Werte im dreistelligen Milliardenbereich! Dann wäre D tatsächlich pleite.
Ich sehe den Einwand des Denkmalschutzvorschlags... Sollte man vll. stattdessen den Kauf/Verkauf von Oldies komplett steuerbefreien? Dafür günstige KfW- Kredite gewähren? Und auch dann, nach welchen Kriterien? Alter allein macht einen Gegenstand schließlich nicht kulturell wertvoll.