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Re: Frage Tankrestaurierung
Verfasst: So 16. Mär 2008, 15:33
von sebastianklaus
Hi DS-Fan,
ich wollte mir fuer mein Cabrio noch einen 2. Tank hin legen. Den Tank, den ich aus der Limousine ausgebaut habe, die ich gerade wieder aufbaue, ist noch nicht so entsetzlich durchgerostet.
Wenn ich nun meinen neuen Tank mit Tankfarbe lackiere, ist ja sicher noch etwas davon uebrig, so dass ich den alten Tank damit auch gleich versiegeln kann -wenigstens probieren kann ich es, ich kann ihn ja ggf. dann immer noch weg schmeissen, wenn er zu loechrig ist.
Deshalb meine Frage:
wie hast Du das versiegeln gemacht:
Tank auf Betonmischer, mit Glasschrott befuellt, 3 h georgelt, ausgespuelt, versiegelt ?
Irgend was besonderes zu beachten dabei ?
Danke fuer eine kurze Rueckmeldung.
Viele Gruesse
Sebastian
Re: Frage Tankrestaurierung
Verfasst: So 16. Mär 2008, 16:00
von Louis de Funes
Hallo,
die Idee mit dem GfK Tank gefällt mir überhaupt nicht.
Ich habe ein Motorrad mit GfK Tank von 1974, diese Serie ist leider weltbekannt für ihr Brände und tödlichen Unfälle:
-GfK ist spröde
-und auch nicht richtig Dampfdiffusionsdicht, weswegen sich der Lack ablöst (Blasenbildung), vor allem mit modernem Sprit (Benzol, Alkohole). Das stinkt dann im Auto nach Sprit.
-zumindest Polyester, weniger Epoxid, wird langsam aber sicher angelöst vom Sprit.
-GfK besthet aus Gewebeund Harz, das Harz wird mit Härter bzw Beschleuniger gemischt. Wenn man ehrlich ist: So perfekt ist die Mischung nicht, es gibt immer Harzteile, die zuwenig Beschleuniger jaben und dann endlos lange polymerisieren, manchmal 10 Jahre lang. Das erkennt man, wenn man an solchen Tanks innen riecht: das ist nicht ausgehärtetes Harz. Und das löst sich am leichtesten auf!
Ok, ich fahre den Tank ja, weil das Motorrad im Originallach ist, und ich fahre selten, und Tanke vor der Fahrt ein und nach Rückkehr sofort aus, Tankdeckel offen. Aber es ist nicht mein einziges Moto mit GfK Tank, und ich habe schon alle Schäden miterlebt, von durchgefaulten Böden bis zum beginnenden Brand. Der Tank war in D deswegen nie Zulassungsfähig, und es gab ihn nur für bestimmte Exportmärkte. Das er nie zulassungsfähig war ist völlig ok, ich würde nie mein Auto mit GfK Tank bestücken, nie und nimmer!
So, und jetzt bekommen wir vielleicht doch noch E10 oder E20, was auch immer: Es wird Stahltanks enorm schnell rosten lassen. Ich kann mir vorstellen, daß bald jemand die Marktlücke erkennt und ein einfaches Presswerkzeug baut und in großer Stückzahl Edelstahltanks fürs D Modell baut zu einem akzeptablen Preis, ich würde das kaufen, egal wie das aussieht und original ist oder nicht. Einen Tank aus Normalstahl zu bauen halte ich mit Blick in die Kraftstoff-Zukunft für nicht mehr so sinnvoll.
Gruß
bernd
Re: Frage Tankrestaurierung
Verfasst: So 16. Mär 2008, 16:10
von sebastianklaus
Hallo Bernd,
zum Glück ist ja Korrosion kein Thema bei Kraftstofftanks aus Blech, wenn man mit Tankfarbe arbeitet. Edelstahltanks sind wohl eher was fuer Brauereien.

)
Andererseits: der Mehrpreis fuer das VA ist ja so gering, dass es vielleicht wirklich iene Alternative zu Tankfarbe darstellt
Viele Gruesse
Sebastian
Re: Frage Tankrestaurierung
Verfasst: So 16. Mär 2008, 16:44
von Louis de Funes
Hallo Sebastian,
Tankfarbe ist an für sich gut, wenn:
1. der Tank denn perfekt entrostet wäre. Den Bildern aus diesem Thread nach ist der nur vernünftig zu entrosten wenn man ihn öffnet. Und selbst dann ist Strahlen und lackeiren des verwinkelten Innenlebens nicht einfach. Ohne Tanköffnen kann ich mir ein dauerhaftes Ergebis nicht vorstellen.
2. die Farbe denn auf die "neuen" Kraftstoffbestnadteile getestet ist.
Da dürfen wir wohl noch auf Überraschungen gefaßt sein, was alles an Synthese Sprit kommt.
Beim Motorrad(div) haben sich letzten Sommer 2 Schwimmer, eine Benzinhandichtung und ein Schwimmerventil zerlegt..., mir reichts langsam, ... und die Gummischläuche ? Oder Kunststoffschläuche? Von den anderen Vergaserschäden der letzten 3-4 Jahre will ich garnicht reden, Frust.
Der hohe Alkoholanteil im Benzin läßt den unbehandelten stahltank jedenfals rasant schnell verrotten.
Also doch Edelstahltanks aus Fernost????
Gruß
bernd
Re: Frage Tankrestaurierung
Verfasst: So 16. Mär 2008, 23:18
von dsfan
Hallo Sebastian,
wichtig ist, dass man den Tank solange laufen lässt, bis er völlig metallisch blank ist. Das waren bei mir 3 Tage (nicht Stunden); die Methode geht also nur bei Flugrost, Anrostung von innen, bei Durchrostungen natürlich nicht.
Dann mit 2-K versiegelt, ist seit ein paar Wochen eingebaut und klappt einwandfrei!
Gruß
dsfan
Re: Frage Tankrestaurierung
Verfasst: Di 18. Mär 2008, 21:37
von sebastianklaus
Hallo Ds-Fan,
Christian Stoebe hat mir auch gestern erzaehlt, dass er mal versuchsweise alle moeglichen Strahlgueter (von Kachelbruch ueber Glasbruch und was weiss ich) in den Tank gekippt hat und hat ihn trotzdem nicht metallisch blank bekommen. Offenbar stimmt Deine Aussage mit den 3 Tagen auf der Mischmaschine.
Ueber den Edelstahltank abe ich auch noch mal nach gedacht. Das Material V2A ist ja nur gegenueber "normalem" Wasser korrosionsbestaendig. Wenn im Kraftstoff aber wirklich so wunderschoene Sachen drin sind, hilft V2A gegen Rost GAR nichts (ein V2A- Auspudff waere ja auch blitzschnell durchgerostet).
Also wenn schon, dann muesste es ein saeurebestaendiger Stahl sein. Dann waere mir allerdings die Tankfarbe schon wieder sympathischer als der sauerebest. Stahl. Und dann sind wir wieder bei meinem Mammutttank aus Schwarzblech mit der zusaetzlichen Tankversiegelung. so schlecht ist diese Loesung nicht.
Ach ja, ich hatte ja berichtet, dass ich mal fuer meinen 300´er Mercedes einen Stahltank -ebenfalls aus 2 mm Stahl- gefertigt habe. Den habe ich im Anfall leiner geistigen Umnachtung feuerverzinken lassen. Das ist aber wirklich Wahnsinn und das mache ich bei meinem neuen DS-Tank nicht, weil es wirklich uebrtrieben ist.
Ich werde ueber die Erfolge mit der Betonmischmachine an meinem alten Ds- Tank berichten.
Viele Gruesse
Sebastian
Re: Frage Tankrestaurierung
Verfasst: Di 18. Mär 2008, 22:32
von ...hannes
Seit Oktober 2007 wird auch in Österreich ein 5% Anteil Bioethanol zu Super und Normalbenzin beigemengt, nur das Super Plus (100 Oktan) sei nach wie vor "alkoholfrei".
Betreffend den Tankrost drängt sich die Frage nach der Wirksamkeit von Benzinzusätzen auf, die (speziell bei längeren Standzeiten) vor Rost im Tank schützen sollen. Gibt es bereits Erfahrungen?
Re: Frage Tankrestaurierung
Verfasst: Fr 21. Mär 2008, 14:06
von MenrathU
Louis de Funes schrieb:
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> Der hohe Alkoholanteil im Benzin läßt den
> unbehandelten stahltank jedenfals rasant schnell
> verrotten.
> Also doch Edelstahltanks aus Fernost????
Moin bernd,
warum? Seit wann ist Ethanol aggressiv gegenüber Stahlblech?
Re: Frage Tankrestaurierung
Verfasst: Fr 21. Mär 2008, 15:38
von Louis de Funes
MenrathU schrieb:
> warum? Seit wann ist Ethanol aggressiv gegenüber
> Stahlblech?
Hallo Uwe,
Methanol und andere Alkohole tun dem Stahl ja nichts, aber sie binden Wasser an, und das ....
Mischung Benzin Wasser: trennt sicht, Wasser sinkt ab.
Mischung Alkohol Wasser: Bleibt, zu bewundern im Wischwasserbehälter als Äthanol Wasser Dispersion. Alkohole sind quasi "hygroskopisch" und nehmen zunächst mal Wasser aus der Luft auf.
Früher war der Tip: Tank randvoll Benzin füllen, Benzin verdrängt die Luft und damit das Wasser vom Blech. Mittlerweile lasse ich ab schmeiße einen Beutel Silicagel rein (mit Kordel dran), Klappe zu. (beim Moped)
tschüß
bernd
---und weiter arbeiten---
Re: Frage Tankrestaurierung
Verfasst: Sa 22. Mär 2008, 17:58
von MenrathU
Louis de Funes schrieb:
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> Methanol und andere Alkohole tun dem Stahl ja
> nichts, aber sie binden Wasser an, und das ....
> Mischung Benzin Wasser: trennt sicht, Wasser sinkt
> ab.
> Mischung Alkohol Wasser: Bleibt, zu bewundern im
> Wischwasserbehälter als Äthanol Wasser Dispersion.
Da haben wir's, Bernd!
Beurteile bitte selbst, was wohl für Stahlblech gefährlicher ist: Eine Pfütze Kondens- oder sonstigen Wassers am Tankboden oder dieselbe Wassermenge feinst emulgiert (eine Dispersion ist eine Aufschwemmung feiner Festkörper in einer Flüssigkeit) im Kraftstoff...
> Alkohole sind quasi "hygroskopisch" und nehmen
> zunächst mal Wasser aus der Luft auf.
> Früher war der Tip: Tank randvoll Benzin füllen,
> Benzin verdrängt die Luft und damit das Wasser vom
> Blech. Mittlerweile lasse ich ab schmeiße einen
> Beutel Silicagel rein (mit Kordel dran), Klappe
> zu. (beim Moped)
Oder man gebe zur letzten Tankfüllung vor der saisonalen Stilllegung einen Liter Isopropanol (auch ein Alkohol, der Wasser noch besser zu emulgieren vermag) zum Sprit, um dem Absinken einer Wasserpfütze und damit dem direkten Kontakt von Wasser zum Stahlblech vorzubeugen.