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Re: IBN-Problem 1: Batterie - Anlasser (Zähnemessung)

Verfasst: Di 2. Jan 2024, 20:08
von Richard
Hallo,
ich habe die Zähne des ursprünglich beim DY3 eingebauten Schwungrades mit dem beim DV2 eingebauten Schwungrad verglichen (gemessen).
Nochmals zum Hergang: das Schwungrad vom DY3 konnte ich wegen der 3-Finger-Kupplung nicht nehmen. Deshalb ist das Schwungrad vom DV2 eingebaut worden.
PHOTO_20240102_195336.jpg
Um die Zähne zu vergleichen habe ich Papierabdrücke von den Zahnkränzen gemacht. Der Abstand zwischen 8 Zähnen ist bei beiden Kränzen mit 64,6 mm etwa gleich. Auch die Zähneform sieht gleich aus.
Das heisst doch jetzt, dass der Anlasser mit 9 Zähnen doch hier funktionieren würde.
PHOTO_20240102_195313.jpg
PHOTO_20240102_195229.jpg
Zum Vergleich setze ich die beiden Zahnkränze auch noch mal als Bild rein.


VG
Richard

Re: IBN-Problem 1: Batterie - Anlasser

Verfasst: Mi 3. Jan 2024, 12:18
von Hans-Uwe Fischer
Passt bei gleicher Zahngeometrie und veränderter Zähneanzahl noch der Radius?

huf

Re: IBN-Problem 1: Batterie - Anlasser

Verfasst: Do 4. Jan 2024, 20:28
von Richard
Hans-Uwe Fischer hat geschrieben: Do 21. Dez 2023, 12:56 Das mag alles irgendwie so stimmen. Aus meiner Sicht wäre aber erst einmal eine umfassende Diagnose und eine systematische Fehlersuche zu empfehlen. Beginnend mit einer simplen Spannungsmessung DIREKT am Anlasser. Vorher die Zündanlage außer Betrieb nehmen. Das Ergebnis dieser Spannungsmessung beantwortet schon die meisten Fragen und vermeidet ggf. auch teure und unnötige Investitionen.

huf
Hallo Hans-Uwe,
ich habe jetzt mal einige Messungen durchgeführt.

Anlasser ausgebaut:
Anlasser dreht nicht, an Batterie direkt 12,5 V
an Batterie direkt bei drehendem Anlasser 11,5 V
Magnetschalter + zu Anlasser - bei drehendem Anlasser: 11,3 V
Anlasser + zu Anlasser - bei drehendem Anlasser : 11,2 V
Stromaufnahme: 60 A

Anlasser eingebaut:
Batterie aufgeladen, an Batterie direkt, Anlasser dreht nicht 13,1 V
an Batterie direkt bei drehendem Anlasser 10,6 V
Magnetschalter + zu Anlasser - bei drehendem Anlasser: 9,5 V
Anlasser + zu Anlasser - bei drehendem Anlasser : 9,2 V
Stromaufnahme: ca. 260 A

Durchgangsmessung:
Starterrelais von Batterie + zu Magnetschalter + : 0 Ohm

Was bedeutet das jetzt?
Eine Spannung von 9,2 V am Anlasser scheint mir zu wenig? Ist die Batterie im Eimer?

VG
Richard
Magnetschalter + zu Anlasser + : 0,1 Ohm

Re: IBN-Problem 1: Batterie - Anlasser

Verfasst: Do 4. Jan 2024, 23:26
von Robert
Hallo Richard,

die Lösung findet sich in der Reparaturanleitung und im Ersatzteilkatalog. Alles folgende habe ich jetzt nur am Schreibtisch recherchiert, hat eine knappe Stunde gedauert: Schwungräder/Anlasser hatten bis 10/69 95/10 Zähne, danach 123/9 Zähne. Der DY2 wurde von 10/69 an gebaut, der DV2 genauso. Der Anlasser 6201 kam ebenfalls 10/69, hat also 9 Zähne. Das passt also auf jeden Fall zusammen und sollte nicht die Fehlerursache sein. Wie Doctor-D schon schrieb, war die Umstellung auf Tellerfederkupplung deutlich später und hat mit diesem Problem nichts zu tun.
In der Rep.-Anl. sind die Werte für die Stromaufnahme der verschiedenen Anlassertypen aufgelistet (Bd. 1, Arbeitsvorgang 530.00). Leider findet sich der 6201 B nicht in dieser Tabelle, sondern nur der 6201 A. Sollten die beiden Aggregate ähnliche elektrische Werte haben, zieht Dein Anlasser zu viel Strom. Für den Leerlauf gibt die Tabelle 35A, für den Betrieb 150 bis 170A an. Wenn also Dein Messinstrument richtig anzeigt und die Anlasser weitgehend identisch sind, dürfte der Anlasser defekt sein.

Viele Grüsse
Robert

Re: IBN-Problem 1: Batterie - Anlasser

Verfasst: Fr 5. Jan 2024, 01:19
von Robert
Korrektur zum vorherigen Beitrag: DY3, nicht DY2.

Re: IBN-Problem 1: Batterie - Anlasser

Verfasst: Fr 5. Jan 2024, 10:47
von Richard
Robert hat geschrieben: Do 4. Jan 2024, 23:26 Hallo Richard,

die Lösung findet sich in der Reparaturanleitung und im Ersatzteilkatalog. Alles folgende habe ich jetzt nur am Schreibtisch recherchiert, hat eine knappe Stunde gedauert: Schwungräder/Anlasser hatten bis 10/69 95/10 Zähne, danach 123/9 Zähne. Der DY2 wurde von 10/69 an gebaut, der DV2 genauso. Der Anlasser 6201 kam ebenfalls 10/69, hat also 9 Zähne. Das passt also auf jeden Fall zusammen und sollte nicht die Fehlerursache sein. Wie Doctor-D schon schrieb, war die Umstellung auf Tellerfederkupplung deutlich später und hat mit diesem Problem nichts zu tun.
In der Rep.-Anl. sind die Werte für die Stromaufnahme der verschiedenen Anlassertypen aufgelistet (Bd. 1, Arbeitsvorgang 530.00). Leider findet sich der 6201 B nicht in dieser Tabelle, sondern nur der 6201 A. Sollten die beiden Aggregate ähnliche elektrische Werte haben, zieht Dein Anlasser zu viel Strom. Für den Leerlauf gibt die Tabelle 35A, für den Betrieb 150 bis 170A an. Wenn also Dein Messinstrument richtig anzeigt und die Anlasser weitgehend identisch sind, dürfte der Anlasser defekt sein.

Viele Grüsse
Robert
Danke Robert für deine ausführliche Recherche und deine investierte Zeit.
Ich werde heute Nachmittag noch einen letzten Test mit einer anderen Batterie machen.
Ansonsten würde ich schauen, dass ich einen anderen Ducellier 6201 A bekomme. Es gibt auf Kleinanzeigen einen Anbieter (Dirk Griener) der überholte Anlasser verkauft. Hat jemand von euch Erfahrung mit ihm bezüglich der Qualität gemacht? https://www.kleinanzeigen.de/s-anzeige/ ... 5-223-5352.

VG
Richard

Re: IBN-Problem 1: Batterie - Anlasser

Verfasst: Fr 5. Jan 2024, 11:21
von KallesDS
Hallo Richard,

ich habe hier noch einen guten
Paris Rhone D10 E52 liegen.
Gerade noch mal schnell getestet. Läuft gut.

Ich brauch ihn nicht mehr.
Ich bin mir nicht sicher ob er passt. Im Katalog ist er für die DX und DJ aufgeführt.
Vieleicht weiss hier jemand ob der passt.
Edit:
Aufnahmedurchmesser 100 mm oder 92 mm ist der Unterschied!
Sorry habe ich erst jetzt gesehen.
Ich lasse den Beitrag stehen falls jemand den Anlasser haben möchte. (Kleines Geld + Versand)


Grüße
Karl

Re: IBN-Problem 1: Batterie - Anlasser

Verfasst: Fr 5. Jan 2024, 12:39
von symphatique
Wenn jetzt klar ist, dass es ein 9-Zähner sein muss:
was spricht dagegen, einen untersetzten C35-Anlasser zu verbauen? Geringerer Energiebedarf, höhere Drehgeschwindigkeit.

Grad auch im Zusammenhang mit dem längeren Orgeln nach Standzeit und/ oder heisser Motor (Spritqualität).

Meine Schrauberfahrung:
gebrauchte Anlasser verbauen macht nur Sinn, wenn man einen selbst unter Last geprüften Starter hat, bevor er in´s Regal neben den weiteren ebenso geprüften gelegt wurde.

Re: IBN-Problem 1: Batterie - Anlasser

Verfasst: Fr 5. Jan 2024, 16:12
von KallesDS
symphatique hat geschrieben: Fr 5. Jan 2024, 12:39 Wenn jetzt klar ist, dass es ein 9-Zähner sein muss:
was spricht dagegen, einen untersetzten C35-Anlasser zu verbauen? Geringerer Energiebedarf, höhere Drehgeschwindigkeit.

Grad auch im Zusammenhang mit dem längeren Orgeln nach Standzeit und/ oder heisser Motor (Spritqualität).

Meine Schrauberfahrung:
gebrauchte Anlasser verbauen macht nur Sinn, wenn man einen selbst unter Last geprüften Starter hat, bevor er in´s Regal neben den weiteren ebenso geprüften gelegt wurde.
Allen Punkten stimme ich voll zu!
Wurde ja auch unter Last getestet. Aber mein ie hat einen anderen Anlasser von Valeo bekommen.

Grüße
Karl

Re: IBN-Problem 1: Batterie - Anlasser

Verfasst: Fr 5. Jan 2024, 16:43
von Hans-Uwe Fischer
Hallo Richard,

den Starter entsprechend einer tabellarischen Vorgabe zu testen, ist grundsätzlich ein probates Vorgehen. Solche Tabellen geben i.d.R. Modalwerte wieder und haben aber große Toleranzen. Das setzt aber voraus, dass die Rahmenbedingungen mit auf der Soll-Tabelle/Kurve aufgelistet sein müssen.
Denn die Starterstromaufnahme wird bestimmt durch das Gegendrehmoment des Motors. Und das ist wiederum von sehr vielen Einflüssen abhängig. Vom Losreißmoment bis hin zum temperaturabhängigen Motoröl, usw., usw...

Ich stand auch einmal bei meinem BorgWarner vor einem ähnichen Problem. Ich habe kurzerhand den Anlasser ausgebaut, einen ein Meter langen Hebel an dem Anlasser-Anker montiert und bei genau einem Meter eine simple Zugfederwaage befestigt. Damit war ich bestens in der Lage, Ströme und Drehmoment zu bestimmen und mit den Herstellerangaben zu vergleichen. Für mich wichtig, ich war vom Motor (Gegendrehmoment) absolut unabhängug.

In deinem Fall würde ich versuchen, einen Prüfstand (BOSCH) leihweise zu bekommen, oder einen neuwertigen Anlasser zum Testen auszuleihen. Ich persönlich würde einen einfachen Prüfstand mit einer alten Feststellbremse, plus Strom- und Spannungsmesser, selber aufzubauen*. :-)

Viel Erfolg,

Hans-Uwe

*) Falls keine Kenndaten erhältlich sind, mit einem neuwertigen Anlasser vergleichen.