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Re: Kein TÜV wegen Cunifer-Bremsleitung
Verfasst: So 31. Dez 2023, 00:28
von Robert
Hallo Mike,
das ist die Genehmigung, die mir der Franzose auch zugeschickt hatte, ergänzt durch die Erklärung des Herstellers, dass die älteren, anders gekennzeichneten Chargen mit jenen identisch seien. Diese Erklärung des Herstellers hat der Prüfer nicht akzeptiert. Wie ich, glaube ich, bereits geschrieben habe, sind die Prüfer völlig autonom in ihrer Entscheidung. Ich habe mit dem TÜV Rheinland, dem diese Prüfstelle untersteht, Kontakt aufgenommen, und wie ich das verstanden habe, gibt es dort keine übergeordnete Stelle, die den Prüfern vorschreibt, was zu akzeptieren ist und was nicht. Die Prüfer scheinen mir in etwa so unabhängig zu sein, wie es Richter auch sind, ob das jetzt gut oder schlecht ist, sei dahingestellt.
Was klar sein dürfte: Wir bewegen uns mit ganz vielen Reproteilen in einem Graubereich. Die Bremsscheibe z.B., die ich von Sassen/Hoch/Franzose/Lehmann… in einem weissen Karton ohne Herstellerangabe und ABE-Nummer beziehe, könnte jeder Prüfer zurückweisen … wenn er denn nachweisen kann, dass es nicht das Originalteil ist, das ja (wie die im Fahrzeug urprünglich verbauten Bremsleitungen auch) keinerlei Kennzeichnung trägt. Und das betrifft nicht nur Bremsteile, sondern auch nachgefertigte Spurstangen, Auspuffanlagen und Blinker. Ausnahme scheinen alleine die Scheinwerfer zu sein, H4-Licht in der '59er - no problem.
Viele Grüsse,
Robert
Re: Kein TÜV wegen Cunifer-Bremsleitung
Verfasst: Mo 1. Jan 2024, 15:48
von maldini
Hallo Robert,
ich finde die Geschichte abstrus -
aber leider völlig glaubhaft.
Wenn ich mir die Strukturen anhöre - würde ich Dir raten nicht länger oder intensiver nachzufragen. Du könntest schlafende Hunde wecken, die dann nicht nur Dich verbellen …
Also über eine Werkstatt den TÜV machen lassen. Ich lasse das seit Jahrzehnten bei Bernd Koslowski machen, aber es gibt viele sehr gute DS Fachbetriebe in der Rhein/Ruhrschiene. Zu dem TÜV würde ich nicht noch mal fahren.
Nenn doch bitte diese öffentliche Stelle.
Dann muss niemand aus dem Forum sich mit dieser Stelle und diesem Prüfer auseinandersetzen -
und der junge Mann kann weiter an seinem Persönlichkeitsprofil arbeiten!
win-win Situation!
Grüße an Dich!
Karl
Re: Kein TÜV wegen Cunifer-Bremsleitung
Verfasst: Mo 1. Jan 2024, 17:47
von M. Ferchaud
maldini hat geschrieben: Mo 1. Jan 2024, 15:48Nenn doch bitte diese öffentliche Stelle.
Ich würde das allenfalls via PN machen, aber keine öffentlichen Diffamierungen aussprechen - zumal der Prüfer sich offenbar im Recht befindet.
Re: Kein TÜV wegen Cunifer-Bremsleitung
Verfasst: Mo 1. Jan 2024, 18:28
von maldini
Moment!
Hier soll doch nicht diffamiert werden!
Ich möchte nur wissen bei welchem TÜV Robert war…
(Aber gerne auch via PM)
Grüße
Karl
Re: Kein TÜV wegen Cunifer-Bremsleitung
Verfasst: Di 2. Jan 2024, 00:34
von Robert
Liebe Gemeinde, hallo Karl,
es handelt sich um eine etwas abgelegene Prüfstelle in einem Vorort unserer geliebten Hauptstadt, wohin sich nur wenige von uns verirren dürften. Tatsache ist ja, der Prüfer hat imho sogar recht und das Problem ist, dass wir alle von unseren grossen Händlern mit unzertifizierten sicherheitsrelevanten Ersatzteilen beliefert werden. Solange die Mehrheit der Prüfer ein Auge zudrückt oder dies nicht bemerkt, ist das alles wunderbar, nur dieser Prüfer war noch sehr jung und hatte anscheinend alle Vorschriften, die er in seiner Ausbildung gelernt hatte, im Kopf.
Vor einiger Zeit, vielleicht erinnern sich noch einige, hatte ich die Möglichkeit aufgetan, passgenaue Reparatursätze für die Gelenkleitungen anfertigen zu lassen. Als ich dies hier im Forum gepostet hatte, meldete sich ein Mitglied und verwies auf die fehlende Zertifizierung, womit die Sache dann obsolet wurde. Die bekannten Ersatzteilhändler hingegen verkaufen, wie gesagt, ebensowenig zertifizierte Teile. Mit einer nachgefertigten Bremsscheibe von Sassen, Hoch, Lehmann oder sonstwem erlischt die Betriebserlaubnis, bloss merkt der TÜV das genausowenig wie bei meinem Reparatursatz, weil die Originalteile seinerzeit auch nicht gekennzeichnet waren. Auch die nachgebauten hinteren Bremszylinder wird kein Prüfer trotz fehlender Zertifizierung bemängeln, da er nicht das Rad und die Bremstrommel abnehmen wird. (Das macht im worst case der Unfallgutachter) Hätte ich jetzt irgendwo Stahlrohr ohne jede Zertifizierung mit passendem Durchmesser gefunden und eingebaut, wäre das kein Problem gewesen.
Ich will das Problem jetzt nicht grösser machen, als es ist, so wie seinerzeit der Forumskollege, aber wir fahren irgendwie alle mit einem Rad im Gefängnis, zum Glück fährt die Deesse aber auch mit drei Rädern.
Viele Grüsse
Robert
Re: Kein TÜV wegen Cunifer-Bremsleitung
Verfasst: Di 2. Jan 2024, 06:35
von aquablader
Ach je, die Deutschen...
Es gibt kein Papier, kein Stempel -> Gefängnis...
Geht mal mit offenen Augen durch die Welt: wenn man sucht, dann findet man.
Egal, in welchem Bereich. Die Vorschriften, Erlasse und Verordnungen sind so dicht gewebt,
da kann man immer was finden, um jemandem das Leben schwer zu machen.
Mein neuestes Erlebnis: die zweijährliche Kalibrierung unsere Bremsenprüfstands:
dort werden etliche Tests durchgeführt, die nur bei einem bestimmten Luftdruck, bei Neumond und bei Anwesenheit einer einäugigen Jungfrau durchgeführt werden können/ dürfen.
Alles war glücklich geschafft, alle Meßwerte im grünen Bereich und trotzdem wurde mir der Weiterbetrieb verweigert: die Akkreditierungsbehörde Dakks möchte neuerdings ein Foto des Typenschilds bekommen.
Dieses war aber bei meinem Prüfstand damals nicht aufgeklebt worden, was auch keine Sau interessiert hat.
Der Prüfstand wurde auch schon vier Mal gewartet und kalibriert, alles war immer fein.
Ich bin dann schnell zum Nachbarn, ein Werbemittel-Fachbetrieb, der hat mir so ein Schild gedruckt.
Tatsächlich haben die Angaben auf dem Schild dann niemanden mehr interessiert, der Kalibrierschein wurde noch am gleichen Tag freigeschaltet.
So viel zu unseren Zertifizierungen und so einem Klimbim...
Euch allen ein frohes neues Jahr
Ingo
Re: Kein TÜV wegen Cunifer-Bremsleitung
Verfasst: Di 2. Jan 2024, 07:51
von Zitrönenfalter
M. Ferchaud hat geschrieben: Mo 1. Jan 2024, 17:47
maldini hat geschrieben: Mo 1. Jan 2024, 15:48Nenn doch bitte diese öffentliche Stelle.
Ich würde das allenfalls via PN machen, aber keine öffentlichen Diffamierungen aussprechen - zumal der Prüfer sich offenbar im Recht befindet.
Ein Wahrheitsgemäßer Bericht ist keine Diffamierung!
Zumal der Prüfer, so wie ich das verstanden habe, ja selbst gesagt hat daß "ein anderer Prüfer / eine andere Prüfstelle das möglicherweise anders beurteilt".
Er lehnt die Freigabe ja nur ab, weil er nicht bereit ist, seinen Ermessensspielraum zugunsten des DS-Fahrers auszuschöpfen, nicht weil ihn Gesetze oder Verordnungen dazu zwingen!
Ich sehe das wie Ingo, der Amtsschimmel wiehert ja nicht aufgund Gottes Gnade. Andere Prüfstelle, abhaken, und was spricht dagegen, anderen den Nerv zu ersparen mit einem konkreten Hinweis?
Re: Kein TÜV wegen Cunifer-Bremsleitung
Verfasst: Di 2. Jan 2024, 13:18
von maldini
Hallo Zusammen,
Ich schließe mich den Vorpostern an.
Danke @Robert für den Link via PM!
Ich hatte tatsächlich befürchtet die TÜV Stelle wäre in NRW!
Ich bin übrigens nicht der Meinung, dass sich der junge Prüfer in der Hauptstadt „so ohne weiteres“ im Recht befindet. Wenn das so wäre, wären alle anderen Prüfer ja im Unrecht, fahrlässig oder faul…
Regeln werden gemacht um richtiges Verhalten oder vergleichbare und richtige Ergebnisse zu erzielen - nicht (nur) um eingehalten zu werde.
Regeln sind (und müssen) immer mit einem Ermessensspielraum überprüft und eingehalten werden.
Es geht um das vergleichbare und richtige Ergebnis der Prüfung - nicht um die blinde Erfüllung der Regeln. (Siehe das Plakettenbeispiel von Ingo - da ging es nicht um das Ergebnis der Messung - sondern das Erfüllen einer Vorschrift)
So etwas nennt man im Rahmen des Ermessensspielraum vielleicht (und um im Kontext zu bleiben) „geringe Mängel“
Aber ich würde es
ganz sicher auf sich beruhen lassen - der junge Prüfer sitzt im Zweifel am längeren Hebel. (auch wenn alle Kollegen mit den Augen rollen)
Grüsse Karl
Re: Kein TÜV wegen Cunifer-Bremsleitung
Verfasst: So 18. Feb 2024, 03:03
von Robert
Liebe Gemeinde,
ich habe das Auto bei Stephan Brix zur HU abgegeben und die Plakette mit geringen Mängeln (Motor/Getriebe ölfeucht) bekommen. Keine Rede mehr von falschen Leitungen. Die Leute in der Werkstatt waren erstaunt, wie geschmeidig eine DS mit der alten Hydraulik mit der Niederdruckpumpe laufen kann - und ich habe nichts an den Einstellungen ändern müssen, mit denen mir hd19 den Schaltblock geliefert hat. Nachdem jetzt auch der Saab ohne Mängel durch ist, habe ich alle meine Lieben wieder um mich, jetzt geht es um den SM und den R4, da muss dieses Jahr etwas passieren, wenn mein Haus nicht wieder alle meine zeitlichen und finanziellen Ressourcen in Anspruch nimmt.
Viele Grüsse
Robert
Re: Kein TÜV wegen Cunifer-Bremsleitung
Verfasst: So 18. Feb 2024, 09:03
von Pit
Hallo Robert,
danke für den Bericht. Ich wollte schon nachfragen wie es geht.
Grüße,
Pit