Pit hat geschrieben:
Hallo HUF,
falls du Robert meinst heißt er Kruse, nicht Krause.
Es geht mir nicht darum Recht zu haben, aber der Ausgangspunkt der Diskussion für mich war dein "falsch" zur Ansicht von Robert und mir, dass der hintere waagrechte Teil der Verstellkurve durch den Anschlag erzeugt wird. Sind wir da jetzt einer Meinung?
Grüße,
pit
letzter Beitrag
Ja.
Ok Pit. Schauen wir jetzt nur noch nach vorne. Und erlaube mir den Begriff "Anfangskraft" weiterhin zu benutzen. Für den weitern Diskussionsverlauf würde ich ihn mal so definieren: Die Anfangskraft ist die Kraft, die notwendig ist, eine entspannte Zugfeder sichtbar zu strecken. D.h., den sichtbaren Beginn einer Verlängerung, bzw. Streckung.
Das würde m.E. die Diskussion deutlich vereinfachen.
Lassen wir uns doch einmal die Verteilerkurve auf einer Prüfbank einfach betrachten. Das Spiel der 1. Feder ist "wegjustiert". Ob die Feder etwas vorgespannt ist oder nicht ist mal egal.
1. Jetzt beginnen wir mit einer sehr niedrigen RPM und lassen und erhöhen diese langsam. Jetzt passiert erstmal nichts und die Kurve verläuft flach am Boden.
Irgendwann überschreitet die Zentrifugalkraft die Anfangskraft der 1. Feder und die Verstellung in Richtung Frühzündung beginnt. So verhalten sich alle Verteiler.
Beginnt dieser Anstieg der Kurve schon vor der Leerlaufdrehzahl des Motors, bildet sich hier kein Knick im im späteren Diagramm des Handbuches.
Auf dem Diagramm der Prüfbank jedoch schon.
2. Die Drehzahl steigt weiter und damit die Kurve auch. Jetzt sind die Fliehkraftgewichte soweit nach aussen gedrückt, dass das Spiel/Freiweg am Ende ist und die Anfangskraft der 2. Feder zum Wirken kommt. Hier entsteht jetzt der 2. Knick auf dem Verteilerdiagramm. Je nach Federkonstante verläuft die kurve mehr oder weniger Flach.
3. Die Drehzahl steigt weiter. Irgendwann ist die Verstellmechanik mal am Ende. Jetzt wirkt der mechanische Anschlag und die Kurve verläuft ab hier waagerecht. Der 3. Knick entsteht.
Bei der Betrachtung der Erstellung der Verteilerkurve ist es also äusserst wichtig, zwischen Verteiler-Diagramm und Motorhandbuch zu unterscheiden. Wie gesagt, entsteht der 1. Knick auf der Prüfbank unterhalb der Leerlaufdrehzahl, wird dieser verschluckt und erscheint nicht im Handbuch. Dort ist der 1. Knick eigentlich der 2. knick. und der 3. der 2.
Genau so ist es mit dem 3. Knick des Verteilerdiagramms. Liegt dieser über der Höchstdrehzahl des Motors, gibt es den erst garnicht. Das ist aber bei ID/DS nicht der Fall.
Ist es gewünscht, dass der Knick, gebildet durch die Addition von Feder 1. und Feder 2. absolut waagerecht verlaufen soll (kommt häufig vor), dann könnte man ja die 2. Feder aus einem Stahlstreifen herstellen. Auch mit entsprechender langer Öse/Langloch. Aber auch der muss ja eingestellt/justiert werden. Und das geschieht durch biegen des schlanken Haltewinkels/Haken. Und biegen ist nur durch Überbiegen möglich. Und da geht der Stahlstreifen nicht mit. Aber eine Feder. Und da wird einfach eine stark überdimensionierte Feder genommen. Egal wie hoch die Drehzahl, die Anfangskraft der "Anschlagfeder" wird nicht erreicht, bzw. überschritten.
Wird die 1. Feder deutlich vorgespannt oder eine entsprechend starke gewählt, so stellt sich der 1. Knick erst deutlich über der Leerlaufdrehzal ein und es gibt den 1. Knick direkt auf der Abszisse. Nimmt man eine schwache Feder ohne Vorspannung, entsteht der 1. Knick vor der Leerlaufdrehzahl des Motors, wird, wie gesagt, dieser Knick verschluckt und fehlt in dem Handbuch.
Diese Situation kann tatsächlich zu grosser Irritation im Forum führen. Schön, dass alle User freundlich und gelassen blieben.
Grüsse
HUF