Seite 4 von 6
Re: Erfahrung mit Klassikeröl im Langhuber
Verfasst: Do 14. Nov 2013, 13:37
von rsa404
Hier gibt es einen sehr interessanten Bericht eines Tractionisten
(Spitzkühler) der seit der Motorrevision mit modernen 10W40 Ölen zwischenzeitlich fast 300.000 Km gefahren ist.
Also echte Langzeiterfahrung.
http://forum.schaefer-oldtimer.de/post/12422/#p12422
Quelle: Internet - forum schaefer-oldtimer.de
Gruß,
Ralf
Re: Erfahrung mit Klassikeröl im Langhuber
Verfasst: Do 14. Nov 2013, 21:32
von marc
Hallo zusammen,
was soll denn das Öl dazu gebracht haben schwarz und glibberig zu werden ? So rein von der Logik her kann es entweder verbrennen das wird wohl eher nicht der Fall gewesen sein. Dass das Öl zäh war bedeutet doch dass es noch nicht verbraucht war - wäre dann noch eher ein gutes Zeichen. Wenn das Öl zäher wurde kann das nur entstehen durch Partikel die in dem Öl gebunden waren. Wenn da so ein Glibber war würde das doch bedeuten dass sich der Schmutz aus dem Motor in der Ölwanne abgesetzt hat - wäre also genau der gewünschte Effekt. Im Umkehrschluss bedeutet das dass die modernen Öle den Schmutz im Motor verteilt haben.
Es ist doch so dass die Lager des Motors sich auf die Viskosität des Öls einlaufen. Nimmt man jetzt nach Jahren statt einem zähflüssigen ein richtig dünnflüssiges Öl kann das doch nur Nachteile haben. Weniger Öldruck und größeres Lagerspiel. Ok, man hätte den Vorteil weniger Reibung.
Ich kann dazu aus eigener Erfahrung noch folgendes beitragen: Man nehme einen Modellmotor (2 Takt) und läßt den einige Jahre mit Ruzinusöl laufen. Danach stellt man um auf Vollsynthetik und der Motor wird kaputt gehen. Besonders die Kugellager werden richtig laut/bekommen viel Spiel und lassen Luft durch was nicht gut ist für einen 2 Takter.
Richtig oder nicht richtig ?
Re: Erfahrung mit Klassikeröl im Langhuber
Verfasst: Fr 15. Nov 2013, 14:18
von uwe.v11
MARC
genau das!
der Tread Eröffner soll froh sein,daß der Schluns rausgespühlt ist.
uwe
Re: Erfahrung mit Klassikeröl im Langhuber
Verfasst: Fr 15. Nov 2013, 17:22
von rsa404
[quote=marc]
Hallo zusammen,
was soll denn das Öl dazu gebracht haben schwarz und glibberig zu werden ? So rein von der Logik her kann es entweder verbrennen das wird wohl eher nicht der Fall gewesen sein. Dass das Öl zäh war bedeutet doch dass es noch nicht verbraucht war - wäre dann noch eher ein gutes Zeichen. Wenn das Öl zäher wurde kann das nur entstehen durch Partikel die in dem Öl gebunden waren. Wenn da so ein Glibber war würde das doch bedeuten dass sich der Schmutz aus dem Motor in der Ölwanne abgesetzt hat - wäre also genau der gewünschte Effekt. Im Umkehrschluss bedeutet das dass die modernen Öle den Schmutz im Motor verteilt haben.
Es ist doch so dass die Lager des Motors sich auf die Viskosität des Öls einlaufen. Nimmt man jetzt nach Jahren statt einem zähflüssigen ein richtig dünnflüssiges Öl kann das doch nur Nachteile haben. Weniger Öldruck und größeres Lagerspiel. Ok, man hätte den Vorteil weniger Reibung.
Ich kann dazu aus eigener Erfahrung noch folgendes beitragen: Man nehme einen Modellmotor (2 Takt) und läßt den einige Jahre mit Ruzinusöl laufen. Danach stellt man um auf Vollsynthetik und der Motor wird kaputt gehen. Besonders die Kugellager werden richtig laut/bekommen viel Spiel und lassen Luft durch was nicht gut ist für einen 2 Takter.
Richtig oder nicht richtig ?[/quote]
Wo sollte sich denn Schmutz im Motor abgelagert haben? Der Motor ist seit der kompletten Revision immer mit modernen Mehrbereichsölen betrieben worden und war stets bitzsauber. Beim Einstellen der Ventile mache ich mir nicht einmal die Hände schmutzig, höchstens ölig. Da ist nichts schwarz oder verdreckt. Sieht alles aus wie frisch eingebaut.
Ich bin sicher es war das Öl, was auch immer da passiert ist.
Re: Erfahrung mit Klassikeröl im Langhuber
Verfasst: Fr 15. Nov 2013, 18:45
von Charles Duchemin
q.e.d.
mir käme die pampe unter diesen umständen auch nicht in den motor.
die nachteile liegen ja auf der hand.
habe in revisionierte Motoren auch immer nur moderne öle gefüllt und das lief alles prima und war auch immer sauber.
Re: Erfahrung mit Klassikeröl im Langhuber
Verfasst: Fr 15. Nov 2013, 19:53
von andreas wisniewski
Zitat: Besonders die Kugellager werden richtig laut/bekommen viel Spiel und lassen Luft durch was nicht gut ist für einen 2 Takter.
ja, da sind wohl die Wellendichtringe gemeint und somit das Material der selbigen welches angegriffen wird.
Hat der Zweitakter ja als Standardsymptom langer Standzeiten....
Nutze in meiner ie seit Jahren 20W50 mineralisch mit Wechselintervallen nicht auf 1000 genau......
Gruß
Re: Erfahrung mit Klassikeröl im Langhuber
Verfasst: Fr 15. Nov 2013, 21:57
von ...hannes
Die einzige sich mir erschließende Erklärung ist viel einfacher:
Durch die Verwendung des für einen alten Langhubermotor grenzwertig dünnen 10Wx- Öls lag der Öldruck in den peripheren Ölbohrungen und Schmierstellen vermutlich stets knapp am Existenzminimum der Lager. Der niedrige Öldruck hatte dort gleichzeitig aber auch sklerotische Ablagerungen von Schlämmen begünstigt.
Ralfs Langhuber ist dann zwischenzeitlich einen Ölwechselintervall lang wieder mit dem 20er- Öl gelaufen, mit dem Effekt, dass auch durch die allerhintersten Bohrungen endlich einmal wieder ausreichend Öl strömen konnte. Und genau diesen freigespülten Schlonz hat Ralf dann im Öl vorgefunden.
lg
Re: Erfahrung mit Klassikeröl im Langhuber
Verfasst: Fr 15. Nov 2013, 22:42
von Carsten_SM
Ich kenne diese Verglibberung ganz gut, allerdings aus anderem Kontext:
Beim Diesel wenn man mit PÖL (RAPS PUR) fährt, tritt das auch auf.
Carsten
Re: Erfahrung mit Klassikeröl im Langhuber
Verfasst: Sa 16. Nov 2013, 15:06
von rsa404
[quote=...hannes]
Die einzige sich mir erschließende Erklärung ist viel einfacher:
Durch die Verwendung des für einen alten Langhubermotor grenzwertig dünnen 10Wx- Öls lag der Öldruck in den peripheren Ölbohrungen und Schmierstellen vermutlich stets knapp am Existenzminimum der Lager. Der niedrige Öldruck hatte dort gleichzeitig aber auch sklerotische Ablagerungen von Schlämmen begünstigt.
Ralfs Langhuber ist dann zwischenzeitlich einen Ölwechselintervall lang wieder mit dem 20er- Öl gelaufen, mit dem Effekt, dass auch durch die allerhintersten Bohrungen endlich einmal wieder ausreichend Öl strömen konnte. Und genau diesen freigespülten Schlonz hat Ralf dann im Öl vorgefunden.
lg[/quote]
Hallo Hannes,
sehr interessante These. Allerdings bin ich sicher, der vorhandene Öldruck reicht für die Verwendung von SAE 10W40 vollkommen aus.
Insbesondere auch unter dem Aspekt, dass es Tractionisten gibt, die mit Öl dieser Viskositätsklasse teilweise mehrere 100K Kilometer ohne Pannen oder Schäden gefahren sind.
Beste Grüße,
Ralf
Re: Erfahrung mit Klassikeröl im Langhuber
Verfasst: So 17. Nov 2013, 13:31
von anieder
Nur Noch mal zur Erinnerung.
"Dünn" wird ein Öl wenn es warm ist. Ein 20 w 50 ist bei Betriebstemperatur "dünner", als ein 0 w 40 wenn es kalt ist. Und zwar vielfach.
Ein 0 w 40 ist dabei in den meisten Fällen aber bei Betriebstemperatur sogar "dicker" als ein 20 w 50.
DAs braucht man nicht diskutieren das ist messbare Physik.
Und Kugellager im 4 takter? Lager laufen sich auf Öl ein? ??????
Der Öldruck der Ölpumpe hat NICHTS mit dem im Lager zu tun. Dort baut sich ein hydrodynamischer Schmierfilm auf.
Andreas