Wie ja im Allgemeinen bekannt, habe ich meine 58er DS bei der Restauration auf LHS belassen. Obwohl ich alle Hydraulikaggregate komplett überholt und mit neuen Dichtungen versehen habe. Lenkung und Niederdruckpumpe habe ich nur mit Spiritus gespült und wieder eingebaut. Mit Ausnahme der Hydraulikpumpe die ich vor 3 Jahren gewechselt habe, und den beiden hinteren Gelenkleitungen, arbeiten in meiner DS noch alle ab Werk verbauten Hydraulikaggregate.
Auch wenn es häufig bestritten wird, eine frühe DS mit LHS, fährt und verhält sich anders als nach Umrüstung auf LHM. Da liegen nicht Welten zwischen, aber immerhin Nuancen. Außerdem ist der typische Geruch einer LHS-DS komplett anders und unverkennbar. Für mich ist das ein absolut wichtiges Merkmal einer frühen DS. Was ist ein Munster-Käse wenn er plötzlich nach Camembert riecht?
Ebenfalls häufig bestritten, die unterschiedliche Viskosität und Oberflächenspannung mit den entsprechenden Folgen. Undichtigkeiten sind an LHM-Fahrzeugen erheblich häufiger als bei LHS. Das gilt insbesondere für Lenkung und Gelenkleitungen. Diese Feststellung bestätigt zwischenzeitlich auch eine immer größere Zahl der sogenannten Experten.
Fakt ist, eine LHS-DS sollte regelmäßig bewegt werden um Standschäden zu vermeiden. Ein ganz wichtiger Faktor ist das hygroskopische Verhalten von LHS. Ich empfehle bei der Überwinterung das kleine Belüftungsloch im Deckel des Flüssigkeitsbehälters zu verschließen. Die erste Fahrt nach der Überwinterung sollte auch keine Kurzstrecke sein, meiner Einschätzung nach mindestens 50 Km.
Typische Kandidaten für Standschäden sind festgegangene Kolben an der vorderen Bremsanlage, Schaltwelle im Schaltblock, und die hinteren Gelenkleitungen.
Die Verfügbarkeit auf Reisen sehe ich als unproblematisch. Hier kann ohne jegliche Bedenken DOT-4 eingefüllt werden, bekomme ich an jeder Tanke oder im Supermarkt. Das ist zumindest meine ganz persönliche Erfahrung. Mit LHM ist die Versorgung unterwegs nämlich gar nicht mehr einfach. Die findet man selbst in F nicht mal mehr an Tanken oder im Supermarkt.
Übrigens lag der Grund der Umstellung auf LHM weder in der korrosiven noch der ätzenden Eigenschaft. Vielmehr ging es um den deutlich höheren Siedepunkt von LHM.
Auch ist für mich nicht nachvollziehbar, wie man an bestimmten Bauteilen aus Originalitätsgründen partout zwanghaft festhalten muss, auf der anderen Seite aber Gelenkleitungen durch Schläuche ersetzt, und Lichtmaschine und Zündanlage auf Elektronik umstellt.
Wie dem auch sei, würde ich die Restauration heute noch einmal machen, käme vermutlich auch eine Umrüstung auf LHM dabei heraus. Der Grund hierfür ist schlichtweg die zwischenzeitlich extrem schwierige Ersatzteillage für LHS-Teile.
Fakt ist, der Alltag mit einer UR-DS wird durch die Umrüstung auf LHM nicht zwangsweise problemloser. Fakt ist aber auch, es gibt keine Standschäden im hydraulischen System und keine Lackschäden durch die ätzende Wirkung.
Letztlich soll hier jeder sein „Ding“ machen und so wie er es für sich persönlich als richtig empfindet. Machen wir uns nichts vor, in spätestens 30 Jahren weiß eh niemand mehr was original ist und was nicht.
Ach ja, auch wenn es vielleicht nicht jeder so gerne hören will. Auch eine UR-DS ist letztlich nur ein Auto
VG, Ralf
http://rsa-rgs.blogspot.de