Blöde Frage !?

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H-U Fischer

Re: Blöde Frage !?

Beitrag von H-U Fischer »

Hallo Pit,

prinzipiell kann man sagen: Je höher die Drehzahl, je mehr Zylinder, je günstiger der Drehmomentverlauf, je Ereignisabhängiger Zündung und ventilsteuerung, je kontrollierter die Verbrennung, um so weniger Masse benötigt die Schwungscheibe. Nicht zu verwechseln mit den Ausgleichsgewichten für die dynamische Auswuchtung der Kurbelwelle bei Betriebslauf.
Gehe ich mit der Drehzahl auf ca. 500 RPM (Leerlauf) zurück, "verlieren" sich einige der o.g. Parameter. Wenn jetzt eine statische (festeingestellt) Mindestfrühzündung (wie beim DS) wirkt, kann es zu Explosionen in die falsche Drehrichtung geben.
Die falsche Drehrichtung wird aber dann durch die gespeicherte "Drehmomentenergie" in der Schwungmasse verhindert.

Gehen wir jetzt mit der Drehzahl auf ca. 50 RPM (Starten), würde der Starter vermutlich die "Frühzündungsexplosionen" (falsche Drehrichtung) nicht überwinden. Da muß dann bei solchen Zündsystemen die gute alte Schwungscheibe helfen. Diesem Umstand hatten auch Autofahrer ihren Armbruch beim Ankurbeln zu verdanken.

Bei dem Beispiel LANZ-Schlepper sieht es noch krasser aus. Hier haben wir nur eine Drehzahl von 1 Explosion/sec ;-) Hier muß die "Stoßenergie" in einen großen "Drehenergie/Drehmoment-Speicher" geladen werden. Sonst würde bei diesem Einzylinder der Motor während des Verdichtungshubes schon wieder stehenbleiben.

Bei wohl den meisten Motoren mit Zündverteilern á la DS, ist i.d.R. auch bei Leerlauf eine Frühzündung vorhanden. Wenn also unser Zündverteiler mit seiner Frühzündungsverstellung noch nicht regelt, hat der Motor aber trotzdem schon seine Mindestfrühzündung.

MfG
Hans-Uwe
Pit
Beiträge: 2899
Registriert: Fr 17. Jan 2003, 18:39

Re: Blöde Frage !?

Beitrag von Pit »

Hallo Hans Uwe,
deine Aussage war wohl doch etwas extrem formuliert. Vielleicht muss man aber auch zwischen Schwungscheibe und Schwungmasse unterscheiden. Die Schwungmasse sitzt natürlich zum Teil schon auf der Kurbelwelle, eventuell den Ausgleichswellen, der Kupplung, der LiMa usw. so dass immer einige kg Schwungmasse vorhanden sind, um bei niedrigen Drehzahlen einen runden Motorlauf zu erzielen. Bei einem 12-Zylinder sieht die Sache natürlich anders aus als bei einer Harley oder 2 Liter Zweizylinder Kawa.
Grüße
Pit
dietmar
Beiträge: 468
Registriert: Mo 10. Nov 2003, 21:07

Re: Blöde Frage !?

Beitrag von dietmar »

Uwe meint: "Ein Motor muss drehen. Wer hat dir das denn erzählt? Das ist nun wirklich, um in deinen Worten zu sprechen, Quatsch mit Soße!"

Nun, ich habe die erstbeste Betriebsanleitung gegriffen, die aus der Zeit war und siehe da (siehe oben, JPG): Die Fraktion der Haeme-und-Spott Beitraege ist schon im ersten Versuch gescheitert. Wie einer der wichtigsten Hersteller schreibt:

"Grundsaetzlich hat jeder Motor seinen guenstigsten Verbrauch im mittleren Drehzahlbereich."
Genau was ich sage. Ein Motor muss drehen.

Na, war der Beisskrampf mit dem einen oder anderen durchgegangen, oder ist diese Betriebsanleitung zu Makulatur geworden?

Die damit gewonnene Haltbarkeit koennte ich an einem schoenen Beispiel zeigen, will aber keinen langweilen mit Erfolgsgeschichten.

Hauptsache die Haare liegen (und der Lack glaenzt schoen), denkt so bei sich:
/D


(ohne mich haettet ihr den Feind verloren, meine lieben Spoetter!)
;-)
M.Kraut

Re: Blöde Frage !?

Beitrag von M.Kraut »

Diese Betriebsanleitung ist wirklich Makulatur ....

Sich neueren Erkenntnissen auch beim DS-Fahren erfreuend
grüßt Martin
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Michael Klette
Beiträge: 1395
Registriert: Mo 21. Apr 2003, 10:58

Re: Blöde Frage !?

Beitrag von Michael Klette »

Und noch ein wenig Senf dabei....
Meine DSen fahre ich nun seit über 20 Jahren im 4.Gang bei 50 KM durch die Stadt.Mein Gefühl sagt mir auch,das bei 50 geschaltet werden sollte,es sei denn man beschleunigt.Das diese Fahrweise nicht zu Motor- oder Getriebeschäden führt beweist mir meine Schadensbilanz der letzten Jahre.Mein Break hatte bei 450000 KM immer noch den ersten Motor mit gesunder Kompression und meine jetzige ID hat 610000 KM runter,auch bei diesem Auto ist alles original erhalten und bei bester Gesundheit.Außer den üblichen Wartungsarbeiten war an den Antriebseinheiten nie was auszusetzen.

Wie immer ganz entspannt unterwegs grüßt

Michael
Manfred Heck

Re: Blöde Frage !?

Beitrag von Manfred Heck »

Unter: "Ein Motor muß drehen" habe ich bis jetzt verstanden, mit hohen Drehzahlen zu orgeln. Das war offensichtlich falsch, denn jetzt lese ich von "mittleren Drehzahlen" und um diese kommt man ja nicht rum. Bei moderneren Getrieben (ich fahre noch keine DS) läßt es sich anstandslos mit 1.500 Umdrehungen fahren = 50 oder 60 km im höchsten Gang. Da ruckelt nichts, der Motor läuft rund. In jedem Fall zu niedrig fährt man m. E., wenn es stößt und ruckelt. Obwohl die japanischen Taxifahrer angeblich bei 30 in den höchstgen Gang schalten, ruckelnd hochbeschleunigen und mit dieser Fahrweise astronomische Laufzeiten erreichen sollen.

Außer bei Geschwindigkeitsbegrenzungen kommt man durch das Hochbeschleunigen automatisch in die mittleren Drehzahlen. Nur das extreme Ausnutzen der höchstmöglichen Drehzahl (außer, wenn man sich schnell aus einem Gefahrenbereich fortbeschleunigen will) halte ich für schädlich und je länger dieser Drehzahlbereich benutzt wird, um so schlechter für den Motor. Wobei es auch hier Gegenbeispiele mit hohen Laufstrecken von über 300.000 km geben soll. Es sind folglich weitere Faktoren für die Lebensdauer maßgeblich, weshalb Taxifahrer trotz vieler Kurzstrecken gute Laufzeiten erreichen, denn hier wird der Motor ja selten richtig kalt z. B.

Eine ideale Drehzahl (für niedrigen Verbrauch und geringen Verschleiß) scheint, dies wurde hier schon erwähnt, der Bereich des maximalen Drehmoments zu sein (motortypenabhängig, technische Daten).

Nach wie vor halte ich das weitgehende Nutzen der niedrigen bis mittleren Drehzahlen für die schonendste Fortbewegungsart, das cruisen eben. Wenn ich die (verkehrsbedingte) Wahl habe, fahre ich stets mit dem höchsten möglichen Gang und keinesfalls Dauervollgas auf der Autobahn (wie in früheren Zeiten).

Und gerade die Old- und Youngtimer sollten doch wohl nicht runtergeschrubbt sondern schonungsvoll gefahren werden.

Gruß Manfred Heck
MenrathU Verified
Beiträge: 1490
Registriert: Do 2. Jan 2003, 01:53

Re: Blöde Frage !?

Beitrag von MenrathU Verified »

Klar Dietmar,

du hast natürlich Recht, wenn man dein Sich-aus-der-Klemme-winden konsequent weiter spinnt, denn ohne "drehenden" Motor wäre kein Fahrzeug ein solches, sondern es wäre ein Stehzeug.

Beste Grüße

Uwe
Beste Grüße, Uwe
Trampelheizer

Re: Blöde Frage !?

Beitrag von Trampelheizer »

"ich kenn nur Vollgas..."
H-U Fischer

Re: Blöde Frage !?

Beitrag von H-U Fischer »

... dann mußt Du eine 12 PS-Ente fahren? Ich habe mir seinerzeit auch überlegt, ob es nicht besser wäre, anstelle des Gaspedals einen Kippschalter einzubauen ;-)
Bernhard(Süd)

Re: Blöde Frage !?

Beitrag von Bernhard(Süd) »

Salut,

mir schwant, wir reden zum Teil von verschiedenen Dingen:

Fahren mit (sehr) niedrigen Drehzahlen, aber durchgedrücktem Gaspedal bedeutet hohen Zylinderfüllungsgrad, hohe Abgastemperatur und RELATIV hohen Verbrauch für die erzielte Geschwindigkeit;

eine Fallunterscheidung ist zu treffen für das Fahren in mäßiger bis mittlerer Drehzahl (also im Bereich des max. Drehmoments oder auch vielleicht 1000...1500 Umdrehungen darunter) und nur ca. 1/4-Gas (also in der Ebene oder gerigen Steigung bei wenig Leistungsanforderung). Ich denke, dieser Fall ist gemeint von der Fraktion der "Nichtzuuntertourig-Fahrer-Mäßigdreher".
Hierbei dürfte der Verbrauch in der Tat geringer sein als im ersten Fall? Oder?, Liege ich da richtig???

Auf jeden Fall aber müssen doch beim edlen "Drehzahlstreit" weitere Parameter, wie eben Gaspedalstellung, Leistungsanforderung (Steigung oder Ebene; Beschleunigung oder Beharrung) usw. berücksichtigt werden!

Genußvoll Madames verschiedendrehendem Schnurren lauschend:
Bernhard
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