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Re: Unterschied zwischen DY2 und DY3
Verfasst: Mo 10. Mai 2021, 13:17
von Claude-Michel
MartinED hat geschrieben:...Dummerweise bekomme ich eine der beiden Schrauben ums Verrecken nicht gelöst....
Schaue erst mal duch den Venturi vieleicht hast du Glück und die Klappe ist schon gut platziert....bevor du was kaputt machst oder den Inbus runddrehst und dann geht nichts mehr.

Re: Unterschied zwischen DY2 und DY3
Verfasst: Mo 10. Mai 2021, 17:03
von MartinED
Hallo zusammen,
ich werde die Schrauben der Drosselklappe der Stufe 1 lösen müssen. Die Klappe sitzt definitiv sehr schlecht. Die Wände sind sehr sauber und die Drosselklappe selbst auch, daher glaube ich nicht, dass Schmutz die Ursache ist. Ich bin der gleichen Meinung wie Tom, dass sich die Drosselklappe mit leicht gelösten Schrauben gut justieren lässt und die Schrauben sind definitiv nicht verstemmt, denn eine Schraube habe ich schon lösen können. Der Vergaser ist jetzt bei meinem Feinmechaniker, der meint, dass er die andere Schraube schon irgendwie - ohne Gewalt - "entfernen" kann.
Damit ich jetzt nicht auf meine Madame verzichten muss (der Feinmechaniker hat so viel zu tun, dass der Vergaser wohl erst Ende Mai wieder in meinen Händen ist), habe ich meinen alten Vergaser (28/36 DDE) auseinander genommen und überall ordentlich mit Druckluft durchgeblasen. Nachdem ich die Grundeinstellung vorgenommen habe (Inklusive Schwimmer), habe ich ihn wieder eingebaut. Und siehe da, so gut lief die DS schon lange nicht mehr und ich konnte den Vergaser sogar nach WHB einstellen, was vorher nie möglich war!
Claude-Michel, ich habe Deinen Rat befolgt und bei Leerlauf den Zündverteiler ein wenig hin und her gedreht und geschaut, wo der Motor am ruhigsten läuft. Nachdem ich diese Position gefunden habe, ist das bei 2000 U/min 14° vor OT (Nockenwelle), was eigentlich viel zu viel ist. Richtig wären 6° vor OT (Nockenwelle). Der Motor läuft aber eigentlich ganz gut und rund. Ist das jetzt ein Problem, wenn ich das so lasse? Klingeln tut der Motor nicht.
Ein Phänomen habe ich allerdings noch, was ich mir nicht ganz erklären kann. Wenn ich aus dem Stand anfahre und beschleunige und dabei alle Gänge bis zur vierten Stufe hochschalte, ist alles gut. Auch das Herunterschalten funktioniert einwandfrei. Nur wenn ich immer langsamer werde und im zweiten Gang auf Null herunterbremse, dann ruckelt die DS ganz fürchterlich. Wenn ich dann stehe, ist alles gut. Der Motor stirbt nicht ab. Woran kann das liegen? Kuppelt das Auto zu spät aus? Muss ich den Fliehkraftregler noch weiter in Richtung "Ein-/Auskuppeln bei höherer Drehzahl" verstellen?
Gruß
Martin
Re: Unterschied zwischen DY2 und DY3
Verfasst: Mo 10. Mai 2021, 19:57
von Claude-Michel
MartinED hat geschrieben:Claude-Michel, ich habe Deinen Rat befolgt und bei Leerlauf den Zündverteiler ein wenig hin und her gedreht und geschaut, wo der Motor am ruhigsten läuft. Nachdem ich diese Position gefunden habe, ist das bei 2000 U/min 14° vor OT (Nockenwelle), was eigentlich viel zu viel ist. Richtig wären 6° vor OT (Nockenwelle). Der Motor läuft aber eigentlich ganz gut und rund. Ist das jetzt ein Problem, wenn ich das so lasse? Klingeln tut der Motor nicht.
Hallo Martin,
eigentlich wäre interessant gewesen, um wieviel ° du den Verteiler im LL weiter gedreht hast. Wenn ich richtig rechne wären das 8° mehr an der Nockenwelle, bzw. an der Skala bzw. Zündverteiler.
Wenn ich die verschiedenen DY2 Einstellungen je nach Baujahr zusammenstelle ergibt sich diese Tabelle:
_ DY2 von 10/68->05/69, Kurve C10, Loch bei 6° vor OT, 6° dazu bei 2000/min = 12°
_ DY2 von 05/69->07/71, Kurve C11, Loch bei 6° vor OT, 8° dazu bei 2000/min = 14°
_ DY2 von 07/71->09/72, Kurve C11, Loch bei 0° vor OT, 14° dazu bei 2000/min = 14°
Ich verstehe jetzt nicht so richtig warum du sagst: "bei 2000 U/min....Richtig wären 6° vor OT (Nockenwelle)". Ich lese 12° oder 14°, nicht 6°. Oder hast du die 6° vom Loch nicht dazugerechnet?
Wäre das der Fall würdest du bei 2000/min nicht 6° + 6° =12°, sonder 6° + 14 = 20° vor OT haben.
Gut das ist zu viel. Tom und Hans_Uwe meinten mal:
Thomas Held hat geschrieben:
Ein Verdrehen des Zuendverteilers nach mehr Fruehzuendung laesst meinen Motor auch besser/schneller laufen und ich weiss, dass das einige auch machen, mit angeblich deutlich geringerem Verbrauch. Aber ein 'unkontrolliertes' Verdrehen nach mehr Fruehzuendung ist mir irgendwie zu gefaehrlich...
Hans-Uwe Fischer hat geschrieben:Genau! Zu viel Frühzündung im Leerlauf, kann beim Starten u.U. zu Vergaserbränden führen. Besonders bei niedrigen Außentemperaturen.
Du könntest ja die Kurve C10 nehmen aber die Einstellungen des DY2 von 05/69->07/71. Das würde geben:
_ DY2 von 05/69->07/71, Kurve C10, Loch bei 6° vor OT, Statisch bei 8° vor OT, 6° dazu bei 2000/min = 14°
Re: Unterschied zwischen DY2 und DY3
Verfasst: Mo 10. Mai 2021, 20:01
von Claude-Michel
MartinED hat geschrieben: Nachdem ich die Grundeinstellung vorgenommen habe...
Hast du das bei der ersten Stufe so gemacht wie ich dir gesagt hatte, mit der 1/3 Umdrehung zurück? Wie sah die Überdeckung des kleinen Loches aus?
Re: Unterschied zwischen DY2 und DY3
Verfasst: Mo 10. Mai 2021, 23:01
von MartinED
Hallo Claude-Michel,
die 6° habe ich sofern nicht dazu gerechnet, da die Markierung beim Loch auf 0° an der Skala zeigt. Das heißt, ich habe jetzt tatsächlich 6 + 14 = 20° Nockenwelle, aber der Motor läuft rund (?). Das ist trotzdem nicht gut, oder? Was kann denn dabei eigentlich schlimmstenfalls passieren?
Mit der Vergasereinstellung der ersten Stufe habe ich es anders gemacht. Ich hatte ja den Vergaser ausgebaut. Dann habe ich halt von unten hineingeschaut, und die Drosselklappe so verstellt, dass ich dass unterste Loch (von den dreien) so eben gerade nicht mehr gesehen habe.
Für die Grundeinstellung habe ich das für die zweite Stufe genauso gemacht und die Leerlaufgemischschraube um 1,5 Umdrehungen herausgeschraubt. Nachdem ich nach dem Einbau den Motor angeworfen habe, hat das schon ganz gut gepasst und ich habe nur noch ein wenig feinjustiert. Danach habe ich den Zündverteiler so gedreht, dass der Motor am rundesten lief. Da bin ich halt auf die 14° Nockenwelle (bei 2000 U/min) gekommen. Das soll jetzt nicht heißen, dass der Motor bei 6 + 6° nicht laufen würde, aber halt nicht ganz so rund und er hat da zumindest eine kleine Klingelneigung.
Also dafür bräuchte ich vielleicht noch einen Rat, was hier der beste Kompromiss wäre und die andere Frage wegen des Ruckelns steht ja auch noch im Raum.
Gruß
Martin
Re: Unterschied zwischen DY2 und DY3
Verfasst: Mo 10. Mai 2021, 23:06
von MartinED
Sorry Claude-Michel, ich hätte vielleicht alles lesen sollen. Den Kompromiss hast Du ja schon genannt und was schlimmstenfalls passieren kann auch. Ich werde es mal mit 6 + 8 = 14° probieren. Danke für Deine Einschätzung!
Jetzt brauche ich nur noch eine Lösung für das Ruckeln.
Gruß
Martin
Re: Unterschied zwischen DY2 und DY3
Verfasst: Mi 12. Mai 2021, 14:32
von Gerhard Trosien
Wenn der Motor beim Anhalten abstirbt, stimmen die Spaltmaße der Drosselklappen nicht.
Re: Unterschied zwischen DY2 und DY3
Verfasst: Mi 12. Mai 2021, 15:50
von MartinED
Hallo Gerhard,
der Motor stirbt ja nicht ab. Bei niedrigen Drehzahlen und noch eingekuppelten Zustand, wenn ich mich beispielsweise an eine rote Ampel herantaste, ruckelt das Fahrzeug ziemlich heftig. Wenn ich dann stehe, kuppelt er bei getretener Bremse aus und der Motor läuft im Leerlauf bei der von mir am Vergaser eingestellten reduzierten Drehzahl. Hat das nicht doch eher etwas mit Kupplungsspiel, Kupplungskorrektor und Fliehkraftregler zu tun? Wie gesagt, den Vergaser habe ich nach gründlicher Reinigung noch nie so gut einstellen können.
Gruß
Martin
Re: Unterschied zwischen DY2 und DY3
Verfasst: Mi 12. Mai 2021, 16:53
von stefan_s
Hallo Martin,
bin zwar noch recht neu hier (Vorstellung siehe unter Détours), aber soweit ich es verstanden habe, müsste es bei den BVHs mit der Kupplungseinstellung lösbar sein. Ich hab mir das hier angesehen:
https://www.youtube.com/watch?v=SknDPwLIaT8&t=769s
Demnach ist entweder Dein langsamer Leerlauf "zu schnell", so dass der Fliehkraftregler vor dem Stillstand noch nicht für das Auskuppeln sorgt oder das Einkupplen beginnt bei einer zu niedrigen Drehzahl. Also wenn Du mit der Drehzahl im Stand bei getretener Bremse zufrieden bist und die nicht weiter senken kannst/willst, würde ich am Fliehkraftregler den Zeitpunkt für das Einkuppeln so verstellen, dass schon bei höherer Drehzahl ausgekuppelt wird.
Grundsätzlich denke ich aber, es ist wichtig, in der richtigen Reihenfolge vorzugehen, also erst Zündung und Ventile prüfen und einstellen, dann Vergaser langsamen und schnellen Leerlauf und erst dann das Kupplungsspiel, dann Fliehkraftregler für die Einkuppeldrehzahl (creep) und dann Korrektor.
Bei meiner DS 20 war direkt nach dem Kauf der schnelle Leerlauf komplett zugeschraubt, also gar nicht vorhanden und eingekuppelt wurde jenseits von 1500 U/min. Jetzt hab ich alles analog zum Video von "Servicing the Goddess" eingestellt und es funktioniert gut.
Viele Grüße
Stefan
Re: Unterschied zwischen DY2 und DY3
Verfasst: Mi 12. Mai 2021, 19:00
von MartinED
Hallo Stefan,
Danke für die Tipps! Ventile, Zündung und Vergaser habe ich eingestellt. Jetzt ist das Kupplungsspiel dran. Den Fliehkraftregler hatte ich auch schon mal eingestellt und er arbeitet auch (zumindest manchmal) wie er soll. Wenn ich im Stand die Bremse trete, den 1. Gang einlege und danach die Bremse löse, rollt er langsam an. Wenn ich dann unterwegs bin und irgendwo anhalten muss, ist es dann manch mal wieder so, dass die Kupplung selbst bei reduzierter Drehzahl wieder schleift. Jedenfalls kommt es vor, dass die Drehzahl leicht steigt, wenn ich den Gang bei getretener Bremse herausnehme. Was ich jetzt auch nochmal machen werde, ist das ganze System zu entlüften (Fliehkraftregler und Bremsen). Zum Schluss ist dann der Korrektor noch an der Reihe.
Wenn jemand noch weitere Ideen hat, wäre super! Ich bin für alle Anregungen dankbar.
Gruß
Martin