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Re: Hydraulikpumpe überholen, aber nicht zum ersten mal...

Verfasst: Sa 15. Jun 2019, 20:54
von Til
Jint - ich denke, dass das Nadellager weniger kritisch ist - wenn es das irgendwo neu geben sollte, lass es mich (uns) wissen - ich habe immer nur das vordere Lager gewechselt, natuerlich, seit es das gibt, mit dem "Originallager" von Falk - Til

PS: ich meine mich zu erinnern, dass die Huelse fuer das Nadellager auf der Achse etwas eingelaufen war - vielleicht reicht es, diese abzuziehen (ist mir schon gelungen) und auszuwechseln? Die ist allerdings bestimmt gehaertet

Re: Hydraulikpumpe überholen, aber nicht zum ersten mal...

Verfasst: Sa 15. Jun 2019, 22:48
von Jint Nijman
danke für's mut machen.

Eventuell verstehe ich das Nadellager auch falsch.

Ich dacht es muss in sich Spielfrei/Steif sein, es aber weit davon entfernt. Wenn man die Welle nur durch das Nadellager im Gehäuse steckt, also ohne vorderes Kugellager, dann kann man das vordere Ende der Welle, dort wo der Riemenscheibe montiert ist locker 1 bis 2 mm radial bewegen (wackeln).
Hält man aber das vordere Ende der Welle fest und versuch das hintere Ende der Welle im Nadellager radial zu bewegen dann fühlt es sich fast spielfrei an.

Die Welle lässt sich ohne Kraftaufwand durch das Nadellager schieben. Auf die Hülse für das Nadellager auf der Welle sind Gebrauchspuren zu sehen.

Hört sich das ok an? Oder ganz verkehrt?

Noch eine andere Frage: Hat jemandem einen Tip wie man ganz einfach ein Werkzeug herstellt um den Pumpendeckel zu demontieren? Gibt es vielleicht ein kaufbares Stahlrohr welches genau den richtige Innendurchmesser hat?

Re: Hydraulikpumpe überholen, aber nicht zum ersten mal...

Verfasst: Sa 15. Jun 2019, 22:52
von anieder
Hallo Jint

Hatte sich nicht Henning ein Werkzeug dafür gebaut? Er liest wohl gerade nicht mit, aber unter der Direktwahl Sektion Nordschwarzwald..... ;-)

Gruß

Andreas

Re: Hydraulikpumpe überholen, aber nicht zum ersten mal...

Verfasst: So 16. Jun 2019, 00:12
von Thomas Held
Jint Nijman hat geschrieben: Noch eine andere Frage: Hat jemandem einen Tip wie man ganz einfach ein Werkzeug herstellt um den Pumpendeckel zu demontieren? Gibt es vielleicht ein kaufbares Stahlrohr welches genau den richtige Innendurchmesser hat?
Hallo Jint,

die Demontage klappt durch vorsichtiges Abhämmern ringsrum über ein Holzstück.
Schwieriger finde ich das Wiederaufpressen des Deckels ohne ihn zu verbeulen.
Gruß

Tom

Re: Hydraulikpumpe überholen, aber nicht zum ersten mal...

Verfasst: So 16. Jun 2019, 00:15
von Thomas Held
Til hat geschrieben: Jint - ich denke, dass das Nadellager weniger kritisch ist - wenn es das irgendwo neu geben sollte, lass es mich (uns) wissen - ich habe immer nur das vordere Lager gewechselt, natuerlich, seit es das gibt, mit dem "Originallager" von Falk - Til
Hallo Til,

ich denke auch, dass das Nadellager weit weniger kritisch im Verschleiß ist - es ist im Gegensatz zum vorderen Kugellager ja auch perfekt LHM-geschmiert!
Sassen hatte (hat?) auch Lager im Originalmaß. Habe ich damals für viel Geld erworben, aber bisher noch nicht verbaut.
Gruß

Tom

Re: Hydraulikpumpe überholen, aber nicht zum ersten mal...

Verfasst: So 16. Jun 2019, 16:24
von tskemper
Hallo Jint,

nu sei doch mal nicht so ungeduldig, ich wollte Dir doch eine Zeichnung machen! Im Anhang findest Du sie.

Folgendermaßen gehst Du vor (leider habe ich das Werkzeug und die Pumpe auf der Arbeit gelassen, sodaß ich nicht messen kann, aber es ging ganz einfach durch probieren...):

Man braucht ein passendes Rohr. Ich habe ein Weilchen in der Schrottkiste auf der Arbeit gewühlt und gleich ein passendes gefunden. Es hatte einen Außendurchmesser von etwa 100 mm. (Wir haben solche Rohre in der Firma als Wasserleitungen, aber jeder andere Metallbaubetrieb könnte sowas auch haben).
Das sägt man auf passende Länge (100..150mm). Es muß so lang sein, daß die Pumpenwelle noch locker reinpaßt.

Dann braucht man ein Blechstück, das man auf ein Ende des Rohrstückes aufschweißen kann. Ich habe das komplett rundrum festgeschweißt.

An das andere Ende flext man eine Aussparung, sodaß die Halterung der Pumpe genau in die Aussparung paßt, wenn man das Rohr vorne auf die Pumpe setzt.
Vor allem das Ende, in das man die Aussparung geschnitten hat, würde ich gut entgraten und die Kanten runden, sonst vermackelt man sich doch noch den Deckel.

In den Deckel, den man auf das Rohr geschweißt hat, bohrt man drei Löcher à 8,5 mm. Die Position dürfte nicht kritisch sein, bei mir hat's locker mit Augenmaß geklappt.

Dann baut man sich drei Schraubenhalterungen: leider kann in die Bohrungen des Pumpengehäuses keine normalen Schrauben drehen (das sind irgendwelche komischen Zwischenmaße mit Feingewinde), sonst wäre es noch einfacher. Also schneidet man sich drei Blechlaschen und bohrt am Ende 8mm-Löcher rein, sodaß man sie unter drei der Originalschrauben der Pumpe schrauben kann. Die Blechlaschen biegt man 90° zur Seite und schweißt ans Ende jeweils eine M8 x 100er Schraube.

Die drei M8 x 100er Schrauben kann man jetzt so auf dem Pumpengehäuse festschrauben, daß man das Ende durch die drei Löcher der Glocke, die man eben gebaut hat, stecken kann.

Jetzt kann man drei Muttern, die man auf die lange Schrauben schraubt, die Glocke immer fester schrauben und den hinteren Deckel abdrücken. Noch komfortabler geht's mit einem Akkuschrauber und ein paar Distanzhülsen, die man dazwischenlegt.

Ich hatte meine Aussparung versehentlich zu tief geflext, das war gar nicht soo schlecht: das 100er Rohr ist wohl doch ein klein wenig zu groß für das Pumpengehäuse. Aber man kann einfach eine große Schlauchschelle um das Rohr binden und damit die Aussparung und den Rohrdurchmesser um einen Millimeter verkleinern.

Ich hoffe, daß man das einigermaßen verstehen kann, wie ich mir das gedacht habe. Die Bastelei hat keine Stunde gedauert.

Viel Spaß beim Nachbauen!

Thomas

Re: Hydraulikpumpe überholen, aber nicht zum ersten mal...

Verfasst: So 16. Jun 2019, 21:23
von aquablader
Preßluft...

Irgendwo gibt es Video, wo man das ansehen kann:
Der HD-Anschluß wird verschlossen und ein Druckluftschlauch an den Sauganschluß angeschlossen.
Die Pumpe wird in ein Faß mit Lappen gelegt und dann mit Druck beaufschlagt.
Nach wenigen Augenblicken gibt es einen dumpfen Knall und der hintere Deckel ist ab, ohne Beschädigungen oder Druckstellen.
Fand ich persönlich gut gelöst und würde das trotz des Vorhandenseins des Originalwerkzeugs ebenso machen...

VG Ingo

Re: Hydraulikpumpe überholen, aber nicht zum ersten mal...

Verfasst: So 16. Jun 2019, 21:35
von Jint Nijman
aquablader hat geschrieben: Irgendwo gibt es Video, wo man das ansehen kann:
Der HD-Anschluß wird verschlossen und ein Druckluftschlauch an den Sauganschluß angeschlossen.
Die Pumpe wird in ein Faß mit Lappen gelegt und dann mit Druck beaufschlagt.
Nach wenigen Augenblicken gibt es einen dumpfen Knall und der hintere Deckel ist ab, ohne Beschädigungen oder Druckstellen.
Fand ich persönlich gut gelöst und würde das trotz des Vorhandenseins des Originalwerkzeugs ebenso machen...
Ja, das Video kenne. Ich habe zwar einen Kompressor aber leider keine halbe HD-Leitung womit ich den HD-Anschluss zubekomme.

Ich habe auch keine andere Schraube die da drin passt. Was für ein Gewinde ist das?

Re: Hydraulikpumpe überholen, aber nicht zum ersten mal...

Verfasst: So 16. Jun 2019, 21:39
von Jint Nijman
tskemper hat geschrieben: nu sei doch mal nicht so ungeduldig, ich wollte Dir doch eine Zeichnung machen! Im Anhang findest Du sie.
Folgendermaßen gehst Du vor (leider habe ich das Werkzeug und die Pumpe auf der Arbeit gelassen, sodaß ich nicht messen kann, aber es ging ganz einfach durch probieren...):
Danke für die Beschreibung.

Ich denke dass würde man zwar auch ohne Schweissgerät irgendwie hin bekommen (ein Schweissgerät habe ich nicht), aber woher das zufälligerweise passende Rohr hinbekommen...

Ich denke nochmal drüber nach.

Re: Hydraulikpumpe überholen, aber nicht zum ersten mal...

Verfasst: So 16. Jun 2019, 22:02
von Jint Nijman
Heute wollte ich die demontierte Pumpe sauber machen und wieder montieren, dabei ist mir dann folgendes aufgefallen.

Im Lagerkäfig vom unterem Lager der Taumelscheibe "entdeckte" ich ein ziemlich tiefer Schleifspur:
[attachment 12715 Lagerkaefig_Pumpe_1.jpg]

Ich habe dann aus neugierde die Taumelscheibe mit seinen Lager wieder zusammengebaut und stellte dann fest dass der Kugelkäfig sehr asymmetrisch zur der Scheibe sitzt (siehe die beide Pfeile):
[attachment 12716 Taumelscheibe_Pumpe_1.jpg]

Das kam mir doch nicht wirklich vertrauensweckend vor...


Ich habe dann die zweite Pumpe (Deckel war schon ab) auch noch demontiert um zu sehen wie es darin aussieht.

Der Kugelkäfig sitzt hier genau so asymetrisch:
[attachment 12717 Taumelscheibe_Pumpe_2.jpg]

Und im Lagerkäfig ist auch hier eine Schleifspur zu sehen, aber die ist viel(!) geringer:
[attachment 12718 Lagerkaefig_Pumpe_2.jpg]


Auch an anderen Stellen sieht die zweite Pumpe besser aus als die erste Pumpe, sodass ich morgen mal mit der zweite Pumpe weitermachen werde.

Weiss jemand vielleicht ob es normal ist dass der Kugelkäfig vom unterem Lage der Taumelscheibe so asymetrisch sitzt?