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Re: Petition gegen die DUH

Verfasst: Mo 12. Nov 2018, 10:44
von Boßhammer
Hallo Andreas,
ich verstehe dich nicht falsch und widerspreche dir auch nicht in allen Punkten. Ich denke, wir haben genug Achtung voreinander - beste Grundlage für eine gute Diskussion.
Ja, man sollte die Punkte diskutieren (Fähre, Handy etc.). Verbieten muss man deshalb nichts sofort. Aber als Beispiel die von Dir erwähnten Fähren: Als der Schwefel im Autokraftstoff verboten wurde, wurde dieser einfach im Schweröl gelassen. Das hat mit zur Folge, dass in Hafenstädten die Emissionen deutlich im gesundheitsgefährdenden Bereich sind.
Lösung (Stammtischniveau): besseres Gesetzt bzw. Vorgaben und Filter für die Schiffe. Ein Kunde von mir baut die Filter und ich war erstaunt, wie "günstig" diese sogar beim nachträglichen Einbau sind. Und ob ich € 67,-- für die Fähre nach Sardinien zahle oder € 67,50 ist wirklich egal - den betroffenen (kranken) Menschen allerdings nicht.
Guten Morgen KW
du irrst nach meiner Meinung in einem wesentlichen Punkt: die Auswirkung (hier individual Verkehr) und die Lösungsansätze für zwingend kommende Probleme sind seit mehr als 30 - 40 Jahren da und wurden nicht angegangen. Das ist leider der Beweis, dass deine These so nicht stimmt (und das bedauere ich!).
Die Autoindustrie (Deutschland) wird nicht durch Veränderungen gefährdet, sondern dadurch, dass sie sich mit Händen und Füßen wehrt etwas zu ändern. Dass wird der Grund dafür sein, dass in ein paar Jahren die Autoindustrie in Deutschland massive Probleme bekommen wird. Das wird der Grund für kommende Arbeitslosigkeit sein. Man muss sich nur die alte Autoindustrie der USA anschauen - aus genau dem selben Grund gescheitert und abertausende von Arbeitslose hinterlassen.
Dass die Politik als regulierende Instanz sich "kaufen" lässt ist auch nicht förderlich. Das sind dann auch die Gründe, warum die DUH so erfolgreich ist.

aus dem grauen Tag Grüße
Ralph

Re: Petition gegen die DUH

Verfasst: Mo 12. Nov 2018, 10:56
von anieder
aquablader hat geschrieben: Eine weitere Krux: es werden bei den Meßergebnissen alle Verbindungen in einen Topf geschmissen, alles sind Stickoxide. Während Stickoxid sogar bei der Behandlung bei Frühchen genutzt wird:

Anwendungsgebiete: Behandlung von Neugeborenen mit Lungenversagen mit hohem Blutdruck in der Lunge (hypoxisch respiratorische Insuffizienz). Dieses Gasgemisch unterstützt die Lungenzirkulation, indem es den Blutfluss durch die Lunge verbessert und so die Sauerstoffmenge, die ins Blut gelangt, erhöht. Behandlung von Neugeborenen, Kleinkindern, Kindern und Jugendlichen, Alter 0–17 Jahre, sowie Erwachsenen mit hohem Blutdruck in der Lunge, im Zusammenhang mit einer Herzoperation. Dieses Gasgemisch kann die Herzfunktion verbessern und den Blutfluss durch die Lungen erhöhen, wodurch sich die Sauerstoffmenge, die ins Blut gelangt, erhöht

(Quelle: http://www.linde-healthcare.de/de/more_ ... index.html)

Stickstoffdioxid ist eher das schädliche Gas, wobei man jetzt mal rausfinden müsste, in welcher Konzentration jeweils die beiden Verbindungen in den Luftmessungen an den Strassen vorliegen.
Beide für sich genommen wahrscheinlich in so geringer Konzentration, daß die Grenzwerte nicht überschritten werden.

Aber das reicht jetzt eher an Verschwörungstheorie..

VG Ingo
Hallo Ingo

Stimmt. Und Diesel emmitieren zu 80% NO.



Gruß

Andreas

Re: Petition gegen die DUH

Verfasst: Mo 12. Nov 2018, 19:57
von Thorsten Graf
Wenn man sich die Begründung der Petition ansieht, fällt schon auf den ersten Blick auf, dass diese nicht passt.

Selbst wenn die Petition erfolgt hätte, ist dann überhaupt der Bundestag für so etwas zuständig?

Selbst wenn der Deutschen Umwelthilfe in erster Instanz die Gemeinnützigkeit aberkannt werden würde, könnte dieser Rechtsmittel einlegen. Ein derartiges Verfahren würde sich wahrscheinlich über Jahre hinziehen.

Bis dahin gibt es längst überall Dieselfahrverbote. Ich denke, der Zug in Bezug auf Diselfahrverbote ist abgefahren. Zumindest in den großen Städten, wo die Schadstoffbelastung zu hoch ist, werden die Gerichte nicht umhin können Fahrverbote auszusprechen.

Wenn im übrigen die Messerstationen falsche Messwerte anzeigen würden, hätten die beklagten Städte dies sicherlich schon aufgegriffen, so dass die Gerichte entsprechende Sachverständigengutachten eingeholt hätten. Bislang haben aber alle Gerichte den Klagen stattgegeben. Das spricht meines erachtens für sich.

Ich bin mir im übrigen gewusst, dass die Fahrverbote auch Fahrzeuge mit H Zulassung treffen können, auch wenn derzeit keine Partei an die Aberkennung der Privilegien für H-Zulassungrn denkt. Dann wären wir in ähnlicher Situation wie in Frankreich. Damit müsste man leben oder über Alternativen nachdenken. So finde ich es zum Beispiel ein Unding, dass man in Oldtimer angeblich keine hochmoderne Autogas-Anlage einbauen kann, wodurch der Schadstoffausstoß deutlich geringer würde. Stattdessen muss man auf Venturi Anlagen zurückgreifen, was immerhin besser ist als nichts.

Wie wäre es im übrigen mit einer Petition, wonach die Autokonzerne unmittelbar oder wahrscheinlich eher mittelbar dazu verpflichtet werden, die Kosten für Hardware Nachrüstung zu übernehmen? Rechtlich bestände nämlich die Möglichkeit, den Hersteller von Autos mit Betrug Software mit 5000 € Bußgeld pro Auto zu belegen. Mit diesen Einnahme könnte man die Hardwarekosten der Betroffenen sicherlich gut abdecken. Oder man nimmt dazu die schon offiziell verhängten Bußgelder gegen VW und Audi hinzu. Macht zusammen 1,8 Milliarden Euro.

Re: Petition gegen die DUH

Verfasst: Di 13. Nov 2018, 09:02
von KW
13.11.2018 KW
Hallo Ralph,
der Niedergang der USA Autoindustrie hatte nicht den Grund in den Abgaswerten. Das waren ganz andere Faktoren. Während früher die Politik sich verstand einen ordnenden Rahmen für die Wirtschaft zu schaffen, lief dies nach der Zeit Ludwig Erhards vollkommen aus dem Ruder. Heute haben wir einen Sozialismus mit Zangengriff nationaler und EU Vorschriften. Die Politik maßt sich an, die totale Beherrschung über alles und jedes zu erlangen. Dieser Druck über Vorschriften und Gesetze die Freiheit mehr und mehr zu verlieren nimmt immer mehr zu.

Deshalb werden wir Verlierer sein. Deshalb sind wir bereits Verlierer.

Viele Grüße
KW
DS 23, HA, Bj. 73.


Anm: in meinem näheren Umfeld ist es nicht mehr möglich die Straßen zu befahren, ohne permanentes Ausweichen und warten auf freie Fahrbahn. Es nur noch Stop und Go. Auf einem Kilometer Strecke sind 5 Ampelanlagen. Alle nicht aufeinander abgestimmt und nach Verkehrsaufkommen schaltend. Man denkt darüber nach, Ampelanlagen vor die Städte zu setzen, die den einreisenden Verkehr blockieren. Man sagt " regulieren ".

Re: Petition gegen die DUH

Verfasst: Di 13. Nov 2018, 10:47
von Gerhard Trosien
Eine Petition für sachgerechte Grenzwerte und regelkonformes Aufstellen der Messstationen. Das wär's

Re: Petition gegen die DUH

Verfasst: Di 13. Nov 2018, 11:57
von Frank Plate
Bei uns steht seit mindestens 10 Jahren solch eine Messstation an einer der Haupteinfallstraßen. Zuerst waren es die Feinstaubwerte, die regelmäßig überschritten wurden, was letztlich die Plaketten-Regelung zur Folge hatte. Inzwischen sind es eine Menge andere Werte, die nun ebenfalls regelmäßig überschritten werden.
Man mag das als Problem der Messstation, des Standortes, der Mess- und/oder Grenzwerte, der Nicht-Erfassung von Emissionen aus anderen Quellen, usw. sehen.

Anderseits braucht es keine Messstation um zu erkennen, dass sich morgens und abends eine Kilometerlange Fahrzeugschlage im Schritttempo Stadteinwärts und wieder Stadtauswärts bewegt. Jedes Fahrzeug ist in der Regel mit nur einer Person besetzt und qualmt stehend, start/stop-anlassend und im Schneckentempo schleichend vor sich hin. Die Ampeln und ihre Schaltung auf der Strecke sind irrelevant, weil sie überhaupt keine Einwirkung auf den Verkehrsfluss haben. Selbst eine weit vorgelagerte Pförtnerampel hat nichts an der Verkehrssituation geändert.

Was würde sich ändern, wenn die Grenzwerte herabgesetzt oder abgeschafft, die Messstation abgebaut oder die Ampelschaltungen intelligenter* werden würde? Ich glaube nicht, dass das ursächliche Problem in der wie auch immer geartete Messung oder Bewertung der Emissionen liegt.

Gruß Frank


*Der ÖVP bei uns kann sich - unabhängig vom Verkehrsfluss oder der normalen Ampelkonfiguration - seine eigenen Lichtzeichen selbstständig freischalten. D h. selbst bei fließendem Verkehr wird ca. alle 3 Minuten der Fahrzeugverkehr angehalten, damit z. B. die Straßenbahn an einer Kreuzung Vorrang erhält und abbiegen kann.

Re: Petition gegen die DUH

Verfasst: Di 13. Nov 2018, 12:04
von Trax
anieder hat geschrieben: Stimmt. Und Diesel emmitieren zu 80% NO.
Gruß
Andreas
...was aber in kürzester Zeit zu NO2 oxidiert. Daher wird NO, NO2 als NOx gerechnet [size=small](ohne jetzt näher darauf einzugehen)[/size]



Hallo,
gerade unterschrieben. Wobei es mir hier weniger um die NOx- als auch die Feinstaubproblematik geht. Vielmehr finde ich die Geschäftspraktiken [size=x-small](aka "Machenschaften")[/size] dieses Abmahn"vereins" mehr als fragwürdig. [size=x-small]War da mal nicht was bezüglich superduper Vielfliegerstatus eines der Obermacher dieser Gruppierung?[/size]

Grüße
Thom


(1) auch moderne Benzinmotoren erzeugen kaum weniger NOx als Diesel.

Re: Petition gegen die DUH

Verfasst: Di 13. Nov 2018, 13:25
von Gerhard Trosien
Die EU-Regeln für das Aufstellen von Messstationen werden in D ignoriert, die Umsetzung in nationales Recht bedeutete eine drastische Verschärfung der EU-Regeln, und selbst diese Regeln werden örtlich missachtet. Das Ziel grün angehauchter oder satt grün gefärbter Kommunalpolitiker scheint zu sein, Grenzwertüberschreitungen um jeden Preis zu generieren, um dann sagen zu können: seht her, es ist alles noch viel schlimmer.
So werden Messstellen direkt an Kreuzungen von Haupt-Einfallstraßen aufgestellt, am besten mitten auf dem Fahrbahnteiler. Gern unter Bäumen. An Einfahrten, an denen LKW und Leicht-LKW massiv beschleunigen müssen, um sich in fließenden Verkehr einzufädeln.
Die Messstellen sollen "typische Werte, denen der durchschnittliche Stadtbewohner ausgesetzt ist" ermitteln. Nach dieser Grundregel stehen in D praktisch ALLE Messstellen falsch. Und die falschen Werte begründen dann, von der DUH beflügelt, Fahrverbote.

Re: Petition gegen die DUH

Verfasst: Di 13. Nov 2018, 13:50
von Frank Plate
Dann ist auch die Emissionsmessung direkt am oder im Auspuffrohr falsch. Selbst Kleinkinder atmen nicht auf dieser Höhe und hinter einem Fahrzeug bei einer mittleren Geschwindigkeit von 46,6 km/h 30 Minuten lang ein. Durch Wind und Verwirbelungen findet zudem eine Vermischung mit anderen Stoffen statt.

Aber vielleicht heben sich am Ende all die Messungenauigkeiten und -Fehler gegenseitig auf? Was bleibt – und das ist das eigentliche Thema – ist die zunehmende Verunreinigung unsere Umwelt und wie wir damit umgehen.

Gruß Frank

Re: Petition gegen die DUH

Verfasst: Di 13. Nov 2018, 14:47
von Carsten_SM
Ich hab 2 E-Bikes gekauft. War nicht billig, aber in der Stadt großartig. Man braucht ein fettes Schloss und ein Auge für Diebe, aber es ist ein großartiges Verkehrsmittel. Wenns Wetter ok ist, lieber aufs Rad. Man nimmt auch etwas ab dabei, bewegt sich mehr.... selbst im Smart ist es manchmal hier echt nervig.

Carsten