Seite 3 von 4

Re: suche guten Tank geber

Verfasst: Mi 22. Okt 2014, 17:20
von Langhuber
Claude-Michel hat geschrieben: so müsste es funktionieren:
Nö, auch nicht.
Es ist zwar richtig, dass das Tankanzeigeinstrument einen Masseanschluss braucht, den Du eingetragen hast, der tut aber zu dem geforderten Konstanter nichts zur Sache. Auch der Konstanter braucht aus technischen Gründen natürlich einen Masseanschluss (-> UA 7810 o. ä.).

[attachment 8917 tankanzeige_3.jpg]

Beim Kreuzspulinstrument gilt folgendes:

Ausschlag des Zeigers ist proportional zu I[sub]1[/sub] / I[sub]2[/sub]
Daher auch der Name Quotientenmesswerk.

Beide Spulen sind oben an der schwankenden Bordnetzspannung angeschlossen. Die Spule durch die I[sub]2[/sub] fliesst, liegt direkt an Masse, das heisst der Strom durch sie beträgt
I[sub]2[/sub] = U / R[sub]2[/sub]
U ist die Bordspannung R[sub]2[/sub] der Widerstand dieser Spule.
Der Strom I[sub]1[/sub] muss zusätzlich durch den Widerstand des Tankgebers fliessen, er ist somit
I[sub]1[/sub] = U / (R[sub]1[/sub] + R[sub]geber[/sub])
Auch hier ist U die Bordnetzspannung.

Beides eingesetzt in den 1. Ausdruck I[sub]1[/sub] / I[sub]2[/sub]:
[attachment 8918 tankanzeige_4.jpg]

Daran sieht man, dass die Bordnetzspannung ob stabilisiert oder nicht, gar keine Rolle spielt. Natürlich gilt das Ganze nur innerhalb bestimmter Grenzen: Wird die Spannung zu 0 (Zündung abgeschaltet), dann gibt es eine Division 0 / 0, deren Wert undefiniert ist, wird die Spannung zu hoch, werden irgendwann die Spulen durchbrennen.

Sorry ich will hier nicht zu akademisch werden, aber es macht mir persönlich Spass, solche Zusammenhänge für mich klar zu machen. Ob ich das dann nur für mich alleine mache, oder es hier poste spielt keine Rolle.
Und es schadet ja nix, das Niveau in diesem Forum ein klein wenig über die Öltests gewisser Oldtimer-"Fach"zeitschriften anzuheben.

Klemens

Re: suche guten Tank geber

Verfasst: Mi 22. Okt 2014, 18:50
von wettem
Den größten Einfluß dürften aber bei einem über 40 Jahre altem Drehwiderstand die Übergangswiderstände und nicht die Eingangsspannung haben.
Wenn man den Widerstand über den Drehbereich misst, dann wird man feststellen, daß die Nadel auch wilde Zuckungen zwischen halbwegs glaubhaften Werten und unendlich vollführt.
Wie soll die Tankuhr da was vernünfiges anzeigen?

viele Grüße
MichaelW

Re: suche guten Tank geber

Verfasst: Mi 22. Okt 2014, 21:39
von DS20_break
[quote=Langhuber]
...
Ich höre Hardy schon rumhöhnen, weil ich neulich so über Wikipedia gelästert habe. Ich habe aber nicht geschrieben, dass da alles Mist ist, sondern dass man das dort Gefundene kritisch hinterfragen muss.

Klemens[/quote]
Du meinst so wie mit der roten Boschzündspule?

Re: suche guten Tank geber

Verfasst: Do 23. Okt 2014, 07:09
von Claude-Michel
Hallo Klemens,

wieder Mal danke für deine ausführliche Erklärung. Jetzt weiß ich wie so ein Kreuzspuleninstrument funktioniert. Es sieht

Ich denke schon, daß ein Spannungskonstanter was bringt wenn man kein Kreuzspuleninstrument hat. Ich glaube, dass die Fahrzeuge die Oliver meint kein Kreuzspuleninstrument haben und deswegen einen Spannungskonstanter brauchen.
Vieleicht so:

Bild

Re: suche guten Tank geber

Verfasst: Do 23. Okt 2014, 09:24
von Pit
Hallo Clemens,
also vereinfacht: R1+R[sub]G[/sub] und R2 sind parallel geschaltet. Die Stromstärken verhalten sich dann ungekehrt wie die Widerstände.
Aber wieso ist der Zeigerausschlag proportional zu diesem Verhältnis? Ich nehme an, die gekreuzten Spulen erzeugen entgegengesetzte Drehmomente auf den Zeiger? Muss ich mir noch einmal überlegen. Habe jetzt leider einen Termin.
Grüße,
pit

Re: suche guten Tank geber

Verfasst: Do 23. Okt 2014, 13:56
von Pit
Die absoluten Stromstärken und damit auch die Differenz der Stromstärken hängt außerdem immer noch von der Spannung ab!
Grüße,
pit

Ich habe jetzt doch bei Wikipedia nachgeschaut. Wichtig ist, dass im Gegensatz zu einem normalen Drehspulinstrument keine Rückstellfeder vorhanden und das äußere Magnetfeld nicht radial angeordnet ist. So ergibt sich auf Grund der Geometrie (effektiver Hebelarm der Lorentzkraft) bei bestimmten Winkeln ein Drehmomentgleichgewicht, das nur vom Quotient der Stromstärken abhängt. Jetzt hab ichs glaube ich auch kapiert! Ich habs aber noch nicht explizit nachgerechnet.
Grüße,
pit

Re: suche guten Tank geber

Verfasst: Do 23. Okt 2014, 14:19
von DS20_break
[quote=Pit]
Ich habe jetzt doch bei Wikipedia nachgeschaut.
[/quote]
kein Mensch wird dich deswegen auspeitschen, nachdem Klemens jetzt auch Wikipedia liest.

Re: suche guten Tank geber

Verfasst: Do 23. Okt 2014, 16:56
von DS20_break
hab auch noch einen technischen Beitrag: read.php?1,10333,10333#msg-10333

Re: suche guten Tank geber

Verfasst: Do 23. Okt 2014, 18:25
von Pit
Hab ein Ergebnis: Es gilt: I[sub]1[/sub]/I[sub]2[/sub]=tan(Winkel) also kein linearer Zusammenhang.
Grüße,
pit

Re: suche guten Tank geber

Verfasst: Fr 24. Okt 2014, 09:01
von Langhuber
Hallo Michael,
MichaelW hat geschrieben: Den größten Einfluß dürften aber bei einem über 40 Jahre altem Drehwiderstand die Übergangswiderstände und nicht die Eingangsspannung haben.
Wenn man den Widerstand über den Drehbereich misst, dann wird man feststellen, daß die Nadel auch wilde Zuckungen zwischen halbwegs glaubhaften Werten und unendlich vollführt.
Das wäre aber ein Defekt am Geber. Darüber hatte ich ja bereits früher schon mal geschrieben:
Maximal könnte man einen fetten Kondensator (Elko) parallel zum Geber schalten. Der würde vielleicht hektische Bocksprünge, die durch einen Wackelkontakt am Schleifer des Gebers entstehen, dämpfen. Aber einen solchen Geber würde ich auf jeden Fall auswechseln,
Aber mein 50 Jahre alter Geber hat keinen Wackelkontakt. Ich habe gestern nochmal drauf geachtet: Sowohl bei Bergauffahrt als auch bei Bergabfahrt geht der Ausschlag zurück, weil das Benzin im Tank nach vorne oder nach hinten fliesst.
Aber das sind bei mir jedenfalls keine wilden Zuckungen.

Klemens