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Re: Leitungsdichtgummis vs. Dichtheit
Verfasst: Fr 1. Nov 2013, 20:55
von 1956-1969
rsa404 und Ferchauds Erfahrungen decken sich komplett mit meinen.
Das Problem des nachziehen Müssens existierte früher quasi nicht.
Und die Lebensdauer der grün oder rot markierten Dichtungen war Jahrzehnte. Höher als die der später vielfach verwendeten weiß markierten Dichtungen, die sich auf die lange Dauer plastisch umformen.
Es geht ja hier hauptsächlich um die Leitungstüllen auf den Rohren, die in die Organe führen.
In grün heißen sie anfangs ZD 9188 900U.
Erstaunlich finde ich jetzt einen Effekt, der mir schon bei den Drehmomentangaben beim Anzug der Radbmuttern aufgefallen ist: Citroën benutzt keine einheitlich durchgängigen Werte.
Das gilt auch zum Beispiel für diese Tüllen.
Im Katalog 598 I auf Seite 118 Teil 17 sind die Maße 4,5x6,5x11 angegeben.
Im Katalog 1 Jahr später 604 I auf Seite 156 Teil 17 sind bei beibehaltener Teilenummer die Maße 5x7,2x9,5 angegeben. Komisch.
Mir war bisher nicht bewusst, dass es dafür 2 Größen geben soll.
Aus den alten DS kannte man diese Tüllen ja über ein Jahrzehnt lang unter D 453-82 mit den Maßen 4,5x6,5x11.
Gruß, Uli
Re: Leitungsdichtgummis vs. Dichtheit
Verfasst: Fr 1. Nov 2013, 23:05
von Robert
Liebe Gemeinde,
kann es sein, dass dieses Problem dann vor allem auftritt, wenn man es richtig macht, sprich, den Gummi auf das Leitungsende schiebt und dieses dann in die Bohrung führt? Ich habe das so oft versucht, aber es geht meist schief, der Gummi verhakt sich am Gewinde und rutscht über den Bördel. Ich bin schon sehr sorgfältig und schraube die Leitung meist vorher ohne Gummi ein, um die Spannungsfreiheit zu gewährleisten, aber das Elend lässt sich auch so kaum vermeiden: Der Überwurf lässt sich dann ohne Gewalt nicht weit genug eindrehen, da der auf dem Bördel aufgepilzte Gummi ihn stoppt. Also schiebe ich dann doch zuerst den Gummi bis zum Anschlag rein und stecke danach die Leitung rein und verschraube sie. Ich weiss, dass ich dafür länger im Fegefeuer verweilen werde, aber ich kriege es anders nicht hin, aber es hat bisher immer funktioniert, und ich könnte mir vorstellen, dass das vorschriftsmässige Vorgehen das Problem ist. Oder seid Ihr alle geschickter als ich?
Viele Grüsse
Robert
Re: Leitungsdichtgummis vs. Dichtheit
Verfasst: Fr 1. Nov 2013, 23:12
von sebastianklaus
Hallo Robert,
wir beide verweilen gleich lange im Fegefeuer !Ich versuche es immer wieder, vorschriftsmäßig zu mchen, aber es gelingt nicht immer. Und dann mache ich es wie Du !
Viele Grüße
Sebastian
Re: Leitungsdichtgummis vs. Dichtheit
Verfasst: Sa 2. Nov 2013, 11:59
von uvlight
..ich weiß nicht, wer die Vorschrift erfunden hat, aber sie funktioniert bei mir auch nicht. Ist eigentlich auch logisch. Die Tüllen sind ja nicht Maß auf Maß, und wenn sie auf das glatte Rohr geschoben werden,
ist der Außendurchmesser etwas größer als vorher, und wo bremst es dann beim Reinschieben, auf dem glatten Rohr oder dem rauhen Gewinde ?? Also wie richtig beschrieben: Trockenübung, bis absolut fluchtend, dann Gummi ins Loch, Rohr hinterher, fertig !!
Ölige Grüße
Uli
Re: Leitungsdichtgummis vs. Dichtheit
Verfasst: Sa 2. Nov 2013, 21:21
von M. Ferchaud
Ob es mit dem Einführen der bestückten Leitung klappt, hängt u.a. entscheidend von der Tülle ab.
Der Grund, warum die Tüllen zuerst auf die Leitung und dann mit dieser zusammen in die Bohrung geschoben werden sollen, liegt in der Gefahr, mit der Leitung ein sichelförmiges Stück aus der zuvor in die Bohrung eingeschobenen Tülle heraus zu stanzen. Dieser Fragment zirkuliert dann im System und kann Ventilbohrungen verstopfen.
Am gefährlichsten ist dieser Umstand beim Druckregler, da das abgescherte Stück diesen am Abregeln hindern kann - dies ist der unter anderem der Grund, warum vor allem zahlreiche Aluregler platzten.
Helfen kann folgendes Vorgehen: Leitung und Tülle mit Bremsenreiniger (LHM) oder Alkohol (LHS) komplett trocken und ölfrei machen, dann Tülle auf Leitung schieben und die Tülle von außen mit Abschmierfett (LHM) bzw. Silikonfett (LHS) einstreichen. Dann verrutscht die Tülle nicht so leicht auf der Leitung und kann durch die Fettschicht besser an den Gewindegängen vorbei gleiten. In manchen Fällen nehme ich noch einen kleinen Schraubendreher zur Hand, mit dem ich simultan zum Einführen der Leitung die Dichtung umlaufend gefühlvoll nachschiebe.
Viele Grüße
M.
Re: Leitungsdichtgummis vs. Dichtheit
Verfasst: Sa 2. Nov 2013, 21:58
von Michael Klette
Hallo,
also seit nun gut 30 Jahren mach ich es so: Dichtung mit LHM/LHS benetzen, in die Öffnung, Leitung einführen und verschrauben. Genau so habe ich das Anfang der 80er von einem DS-Virtuosen aus Aachen gelernt. So mach ich es bis heute und hatte bis dato nie Probleme.
Grüße Michael
Re: Leitungsdichtgummis vs. Dichtheit
Verfasst: Sa 2. Nov 2013, 22:09
von joli
Hatte kürzlich die gleichen Probleme am Bremsventil
Bremsventil
Re: Leitungsdichtgummis vs. Dichtheit
Verfasst: Sa 2. Nov 2013, 22:17
von Robert
Liebe Gemeinde,
die für mich interessante Frage lautet: Wie haben diejenigen, die verstärkt Probleme mit undichten Anschlüssen haben, die Verschraubungen ausgeführt? Wie gesagt, mein Verdacht wäre, dass die Vorgehensweise nach Werksvorschrift Ursache späterer Undichtigkeit ist.
Viele Grüsse
Robert
Re: Leitungsdichtgummis vs. Dichtheit
Verfasst: So 3. Nov 2013, 01:14
von Thomas Held
Hallo Joli,
du beschreibst ganz genau den Effekt, den ich beobachte! Auch das Auftreten nach einigen Monaten/einigen 1000 km scheint mir typisch zu sein.
Gruss,
Tom
Re: Leitungsdichtgummis vs. Dichtheit
Verfasst: So 3. Nov 2013, 01:26
von Thomas Held
Hallo Robert,
wie Sebastian, Michael und du verschraube auch ich die Leitungen gelegentlich nach der verbotenen Methode. Eben dann, wenn die erlaubte Methode nicht klappt und das Gummi beim Einfuehren wieder soweit hochrutscht (haha...), dass die Gewinde nicht ineinander greifen.
Ich denke, dass die Methode der Verschraubung nicht die Ursache ist. Zum einen kenne ich diese Art von nachtraeglichen Undichtigkeiten an den Leitungsanschluessen erst seit ca. 3 Jahren, zum einen ist das Auftreten mit Citroën-Originaldichtungen (die es ja immer noch zu kaufen gibt) praktisch weg. Als ich im Fruehjahr meinen Motor entnehmen musste, habe ich an den spaeter am 'herrlichsten' zu erreichenden Stellen ueberall neue originale Citroën-Dichtgummis verbaut (an allen anderen gute gerauchte). Die einzige Stelle an der es nun nach Monaten und einigen 1000 km wieder tropfte war besagter Hoehenkorrektoranschluss und da kann ich nicht mit Sicherheit sagen, dass ich nicht an dieser einen Stelle versehentlich doch ein Repro-Gummi erwischt hatte...
Ich tippe daher auf die Qualitaet der Gummis.
Die Wiederverwendung alter Originaldichtgummis geht meiner Erfahrung nach in der Regel auch gut, nur sollte man ausgefranste Gummienden vorher 'entgraten' und zum Gewinde hin ausrichten.
Gruss,
Tom