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Re: Undichte Lenkung Schaltprobleme der Halbautoma

Verfasst: Di 6. Apr 2004, 18:03
von Andreas Buss
hallo Dani,
die Ersatzteile Teile vom Cassis Club sind zwar nicht schlecht, an die Original- Qualität reichen sie aber leider meiner Meinung nach nicht heran. Es ist auch verständlich, schliesslich verfügen die Nachfertiger nicht über die immense Infrastruktur eines Grosserienherstellers und dessen Möglichkeiten, selbst wenn sie in der glücklichen Lage sind, einige der Originaltools zu verwenden.

gruss Andreas

Re: Undichte Lenkung Schaltprobleme der Halbautomatik

Verfasst: Di 6. Apr 2004, 21:19
von H-U Fischer
Solange die Mär mit den 1 bis 2 µm nicht ausgeräumt ist, solange wird hier auch keiner ernsthaft antworten.

Hans-Uwe Fischer

Re: Undichte Lenkung Schaltprobleme der Halbautomatik

Verfasst: Di 6. Apr 2004, 21:44
von Joe
Ja, HUF kläre uns mal auf! Ich hab mir in letzter Zeit auch Gedanken darüber gemacht, jedoch ist für mich das Problem nicht greifbar. Das Problem, dass keiner die betreffenden Teile produziert schon, aber warum es so schwer sein soll sowas zu produzieren versteh ich noch nicht. Via Feinschleifen ist eine hohe Fertigungsgenauigkeit doch kein Problem. Wobei in diesem und in den vergangenen Threads ja, wie von dir erwähnt, von verschiedenen Fertigungsgenauigkeiten die Rede ist. Wie hoch ist den nun die Genauigkeit bzw. der Toleranzbereich?

Viele Grüsse
Joe

Re: Undichte Lenkung Schaltprobleme der Halbautomatik

Verfasst: Mi 7. Apr 2004, 08:34
von Christoph
Dann will ich mal beitragen.


Die Genauigkeit die heute (und damals) jeder Kugellagerhersteller bei den Passungen seiner Lager einhält sollte meines Erachtens durchaus für eine wirkungsvolle Abdichtung sorgen.
Ich habe selbst einen Öl-Zylinder gebaut, bei dem die Abdichtung über den Spalt (ohne Gummidichtung) zwischen dem Innenring eines Kugellagers und die Kolbenstange eines herkömmlichen Ölstoßdämpfers arbeitet (Ich brauchte eine nahezu reibungsfreien Zylinder, daher.). Dieser Spalt ist ~1/100mm auf dem ganzen Umfang, was 10µm sind. Und aus diesem Spalt tropft es nicht, sondern von Zeit zu Zeit bildet sich ein Ölring an der Kolbenstange, den man abwischen kann.
Ich habe zwar kein LHM verwendet, und auch andere Drücke, aber das läßt mich glauben, daß 10µm Spalt OK sind, und wenn man einen solchen Spalt akzeptieren kann, dann braucht man auch keine Toleranzen von 1µm an den Einzelteilen einzuhalten.


Das kann man übrigens auch ausrechnen. Dazu braucht man Spaltbreite und Länge, und natürlich Kolbendurchmesser, Druck und Viskosität.
Damit könnte man ausrechnen, wieviel Öl pro Minute durch die Ventile leckt, und das in Relation zum gespeicherten Volumen des Druckspeichers betrachten.


Auf fröhliches Diskutieren,
Christoph


PS.: Ich habe aber noch nie eine Lenkung zerlegt.

Re: Undichte Lenkung Schaltprobleme der Halbautomatik

Verfasst: Mi 7. Apr 2004, 11:12
von H-U Fischer
Hallo,

könnte einer von Euch das betroffene Teil der Lenkung als Foto oder Zeichnungsauschnitt ins Forum stellen?

Re: Undichte Lenkung Schaltprobleme der Halbautoma

Verfasst: Mi 7. Apr 2004, 22:16
von Robert Kruse
Hallo HUF,

Butter bei de‘ Fisch! Was weisst Du (besser) über die Passungen? Sag‘s uns!

Neugieriger Gruss
Robert

Re: Undichte Lenkung Schaltprobleme der Halbautomatik

Verfasst: Do 8. Apr 2004, 19:53
von Til
Hallo,

wie waer's denn mal mit dem umgekehrten Ansatz: anstatt sich darueber zu streiten, wie genau die Teile denn urspruenglich waren, mal ausmessen, wieviel Spiel (falls man das so sagen darf) denn die Teile originol haben und wieviel zu Undichtigkeiten fuehrt?

Falls keiner mehr eine neue oder fast neue Lenkung haben sollte, kann man das doch sicher auch an einem Hoehenkorrektor oder Bremsventil (gibt's beides noch neu) ausprobieren? OK, wahrscheinlich aufgrund der unterschiedlichen Kolbenform nicht direkt vergleichbar :-(

Wer stiftet ein sicher sabberndes Lenkventil? Wer kann sowas ausmessen insbesondere auch den Zylinder, nicht nur den Kolben?

Oder bin ich hier voellig daneben??? - Til

Re: Undichte Lenkung Schaltprobleme der Halbautomatik

Verfasst: Do 8. Apr 2004, 21:01
von H-U Fischer
Hallo Til,

um 1µm zu messen, brauchst du ein Messinstrument, welches um eine Dekade höher aufgelöst ist. Also: o,1 µm oder auch 100 nm. Ein schwingungsgedämften Messraum, klimatisiertes Umfeld und einige Tage/Wochen konstant gehaltene Temperatur. Letzteres gilt auch für den Prüfling. Die Liste ließe sich noch erweitern.
Bei einem "Spiel" von nur 1 µm könnte man auch gleich 0µm wählen. Dann läßt sich das Ganze deutlich besser vorstellen.

Zurück zu deinem Ansatz: Dieser ist gut und aufschlußreich. Evtl. habe ich Meßmöglichkeiten an einer ZEISS-Koordinatenmessmaschiene oder an einem SYLVAC-Höhenmeßgerät. Für diese und andere Meßsysteme habe ich ´mal Software erstellt.

H-U

Und noch etwas: Ein Feinstfilter der Firma FESTO hat eine Porengröße von 40µm. Als Sondergröße dann noch 10 und 5µm. Unser Filter im LHM-Behälter ist deutlich grobmaschiger. Bei einem µm würde aller Abrieb/Schwebstoffe im Hydrauliköl ungehindert zu den Steuerkolben/Zylinder gelangen und in die zu engen Zwischenräume gelangen.

Re: Undichte Lenkung Schaltprobleme der Halbautomatik

Verfasst: Fr 9. Apr 2004, 20:13
von Til
Hallo H-U,

vielen Dank - also mit einem sabbernden Ventil anfangen, leider hab ich grad keins aber ueber ebay sollte man eigentlich eins bekommen :-)

Zurueck zur Lenkung: kann eigentlich jemand sagen, was eher zu Druckverlust fuehrt: die Ventile oder die Ring-Abdichtung am Lenkkopf?

Til

PS: wie haelt man einen Pruefling auf konstanter Temperatur (nackt, 37 Grad? ;-).

Re: Undichte Lenkung Schaltprobleme der Halbautomatik

Verfasst: Sa 10. Apr 2004, 00:17
von Christoph
Hallo,


was ich oben geschrieben habe, ziehe ich zurück. Ich habe die Formel zur Berechnung des Leckölstroms rausgesucht, und mal ein paar Werte angenommen (wie schon gesagt, ich habe noch keine Lenkung zerlegt, kenne also nicht den Durchmesser der Ventile usw.) und mit diesen gerechnet. Ventildurchmesser 15mm; Spalthöhe 1µm; Viskosität 0,22*10-6 bar s; Spaltlänge 3mm; Druck 60bar.
Das Ergenis war, daß ein solches Ventil alleine einen Leckölstrom von 0,35cm³/s hat.
Dabei unberücksichtigt blieb, daß durch eine (sehr wahrscheinliche) Aussermittigkeit des Kolbens im Zylinder der Spalt auf der einen Seite auf das Doppelte anwachsen kann. In diesem Fall ist dann der Leckölverlust sogar noch mal 2,5 fach größer, weil die Spaltdicke in der dritten Potenz einfließt.

Hier die Formel:


delta p b h³
______________

12 viskosität L

delta p = Druckunterschied (bar)
b = Spaltbreite = Durchmesser*pi (cm)
h = Spaltdicke (cm)
viskosität = da sollte eigentlich ein griechischer Buchstabe stehen (bar s)
L = Länge des Spaltes in axialer Richtung des Kolbens (cm)


Weiß jemand diese Werte für die Lenkung und LHM?


Etwas ernüchtert,
Christoph