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Re: Federzylindermanschetten hinten.

Verfasst: Do 10. Mai 2012, 14:39
von ACCM Alex
Hallo Andreas,

ja, so ist das wohl.
Klar, ich könnte, auch zur Schonung der Schwingarmanschläge, den Wagen immer annähernd in Fahrstellung aufgebockt abstellen. Würde die Manschetten schonen, klar. Ist mir aber etwas umständlich auf die Dauer...
Nun gut, werde mich bei Gelegenheit nach einer neuen Manschette umsehen. Ich denke mal, ich werde mal die von Falk Lehmann in Eigenregie produzierte Version nehmen die ja sehr gut sein soll. Oder ich werde spätestens in Lipsheim (F) im September nach einer NOS-Manschette fahnden. Bisher ist die verbaute "nur" rundherum feucht...

Grüße

Alex

Re: Federzylindermanschetten hinten.

Verfasst: Do 10. Mai 2012, 16:28
von uvlight
...ich glaube, Höchststellung ist problematischer, weil dabei die vorhandene Umstülpung richtig beansprucht wird. Dabei hat meine aufgegeben.

Gruß
Uli

Re: Federzylindermanschetten hinten.

Verfasst: Do 10. Mai 2012, 21:13
von MichaIN
Hallo ALex,

wenn sie nur rundherum feuchtelt, gerne an der Stange selbst, ist vielleicht auch der Leckanschluß (Rilsanleitung) dicht.
Ist die Manschette prall?

Gruß Michael.

Re: Federzylindermanschetten hinten.

Verfasst: Fr 11. Mai 2012, 09:32
von Gerhard Trosien
Die Rücklaufleitung bietet dem Öl einen ziemlich hohen Widerstand. Das merkt man beim Wechsel, wenn man nämlich unterm Auto liegt und mit je einer Hand an je einer Manschette versucht, möglichst viel Öl in den Vorratsbehälter zurückzudrücken. Von einer Manschette zur anderen geht's leicht, deshalb an beiden gleichzeitig drücken. Und das ist kein Basteltipp, sondern offiziell. Also: der Widerstand der Rücklaufleitung ist hoch, das heißt, dass die Manschette ziemlich prall sein muss. Der Widerstand in der Rücklaufleitung hat mit dem Alter des Autos eher wenig zu tun, der war schon beim Neuwagen hoch. Was sich mit den Jahren ändert, ist die Leckölmenge, die fortgeschafft werden muss.
Da der Ölaustausch von der rechten zur linken M tadellos funktioniert, kann man von der Füllmenge mit Lecköl und dem Innendruck keine Rückschlüsse darauf ziehen, aus welchem Federzylinder mehr Lecköl austritt.

In Höchststellung kann hohe Spannung in der Manschette aufgebaut sein, ausgerechnet an der Stelle, an der sie in diesem Moment im ungünstigsten Radius Null umgestülpt ist. Sind die Anschlagpuffer verschlissen und ist man bei der Montage mit der Befestigung der M. eher näher an das äußere Ende der Stange gerutscht, wird man auch mit ansonsten tadellosen NOS-Manschetten nicht lange Freude haben.

Re: Federzylindermanschetten hinten.

Verfasst: Fr 11. Mai 2012, 10:40
von dietmar
Jint Nijman schrieb:
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> KollegInnnen DS-Fahrer,
>
> Wo kauft Ihr Federzylindermanschetten für die
> Hinterradaufhängung?
> Gibt es da schlechtere und bessere oder kommen die
> alle vom gleichen Hersteller?
[...]

Falk Lehmann macht derzeit einen grossen Aufriss um die Qualitaet seiner "selbst" neu gefertigten Federmanschetten hinten.
http://server4.gs-shop.de/200/cgi-bin/s ... detail.htm

Zu recht, denke ich. Wenn sich einer mal die Muehe macht, Qualitaet zu produzieren, dann sollte das auch kommuniziert und unterstuetzt werden (meckern ist billig). Gemessen an der Arbeit und dem Schadenspotential im Versagensfall wuerde ich die als erstes ausprobieren.

Die Diskussion um die Beanspruchung durch Bewegung springt etwas kurz: Vorausgesetzt es handelt sich um Gummi, ist dieser darauf angewiesen, konstant bewegt zu werden, damit die langkettigen Molekuele beweglich bleiben. Sonst nimmt die matrixfoermige Verkettung (Vulkanisierung, vorstellbar analog Polymerisation) zu und wird bei ploetzlicher Beanspruchung zum Reissen von Molekuelen fuehren.
Also ist auf Boecke stellen so optimal auch nicht.
Weichmacher braucht reines Gummi eigentlich nicht. Allerdings duerfte es sich um ein kompliziertes Stoffgemisch mit selbigen handeln, insofern sind Hitze, Fette und Chemikalien (auch LHM, LHS) fuer die Alterung mitverantwortlich. Wer da was ohne aufwaendige Vertraeglichkeitstests auf die Schnelle zusammenmischt, merkt man ja indirekt im Versagensfall.
Darum wuerde ich eine unbekannte Mischung vorziehen, von der jemand behauptet, sich viel Muehe gemacht zu haben.

Leider reden hier ja nur Berline Treiber. Die Handwerker- und Bauern-DS (vulgo Break) muss sich allemal mit den per se zu kleinen Manschetten der Limousine begnuegen, was es nicht unbedingt besser macht, auch wenn es halt gehen muss.
Meine ausgesprochen begrenzte Erfahrung: Seit rund 8 Jahren eine PKW-Manschette von Sassen im LHM-Betrieb, ohne Probleme. Hoffe, das aendert sich nicht so schnell....

/d

Re: Federzylindermanschetten hinten.

Verfasst: Fr 11. Mai 2012, 17:10
von Gerhard Trosien
Möglicherweise bestehen die Originalmanschetten wie viele andere "Gummi"teile an diesem Auto auch aus Chloropren

Re: Federzylindermanschetten hinten.

Verfasst: Sa 12. Mai 2012, 10:23
von patric
Gerhard Trosien schrieb:
-------------------------------------------------------

> Originalteile sollen aus Chloroprene (sauteuer!
> Handelsname z.B.: Neoprene) sein. Das Material
> gilt nach einschlägigen Tabellen als nur bedingt
> mineralölbeständig. Dafür ist es derart walkfähig
> (falls es diesen Ausdruck in der Fachsprache nicht
> gibt: ich bin Hochbauing.) und flexibel, dass es
> dieses Manko mehr als wettmacht. Außerdem ist es
> extrem alterungsbeständig, so dass es an Stelle
> der früher verwendeten Gussrollen gern als
> flexibles Auflagermaterial im Brückenbau verwendet
> wird.

> 2 mal bearbeitet. Zuletzt am 19.11.08 - 15:20.

Re: Federzylindermanschetten hinten.

Verfasst: Sa 12. Mai 2012, 12:58
von BlackDuck
Hallo Hydraulikgeschädigte,

die Pflege der noch guten Manschetten taucht hier gar nicht auf,
soweit ich weiß kann man wohl mit Silikonspray (zumindest bei Gummi)
gute bis sehr gute Ergebnisse erzielen.
Desweiteren waren meine Bemühungen, bei meiner Restauration die Gummis
(vll. waren auch tauchanzüge drunter) wieder flott zu machen, erfolgreich mit "Fluid Film". Kein Weichmacher, da auf Wollfettbasis!

Gruß mit frisch TÜV

Re: Federzylindermanschetten hinten.

Verfasst: Sa 12. Mai 2012, 16:53
von Thomas Held
BlackDuck schrieb:

> Desweiteren waren meine Bemühungen, bei meiner
> Restauration die Gummis
> (vll. waren auch tauchanzüge drunter) wieder
> flott zu machen, erfolgreich mit "Fluid Film".
> Kein Weichmacher, da auf Wollfettbasis!

Hallo,

ich kenne die Liaison FluidFilm-Gummi nur als 'No Go'. Im Gegensatz zu Sanders soll es da je nach Gummiart zu Faltenwurf, Aufloesung oder aehnlichem kommen.
Eigene negative Erfahrungen in der Richtung habe ich allerdings nicht...
(Mehr Weichmacher waeren sicher das richtige fuer die Nachbaumanschetten, PCB ist aber nicht mehr erhaeltlich.)
Gruss,

Tom


Re: Federzylindermanschetten hinten.

Verfasst: Sa 12. Mai 2012, 20:01
von scardale
Hallo,

ich würde das Fluid auch ganz schnell wieder vergessen. Gummi wird regelrecht aufgeweicht. Kleine Story, an meinem Wohnmobil (23000km, Bj. 2004) hatte ich jetzt drei platte Reifen, bei allen war das Ventil an der Felge undicht. Für mich zuerst ein Rätsel, bis mir einfiel dass ich vor der Einwinterung immer den Felgenkranz mit einem Schuss Fluid zwecks Korrosiuonsschutz versehen habe. Eine andere Erklärung fällt mir nicht ein aber 3 defekte Ventile sind kein Zufall.

Gruß
Stefan

(der nicht glaubt dass ein schlechter Gummi durch Pflege besser bzw. merklich langlebeiger wird)