Kompressor DS

Diskussionen rund um's Thema...
dietmar
Beiträge: 468
Registriert: Mo 10. Nov 2003, 21:07

Re: Kompressor DS

Beitrag von dietmar »

Frank T. schrieb:
-------------------------------------------------------
...
> Und der ach so präzise Verteiler.Irgendwann habe
> ich einen neuen Kassettenverteiler gekauft und auf
> die Prüfbank gespannt.3° Unterschied
> Schliesswinkel.Ist ja neu.Die "revidierten" der
> Händler habe ich auch gesehen.
> Kein Kommentar.
>

Wie kommst Du vom Kompressor zur Zuendung?? Ueber's Klingeln :-(( ?

Habe neulich die Kurve abgeblitzt und gebe Dir 100% recht: Praezise und Verteiler gehoert nicht in einen Satz.....
Diese Toleranzen sind zwar mit Materialermuedung und Alter erklaerbar, zu rechtfertigen sind sie nicht.
Entweder es klingelt den Motor tot oder im falschen Moment ist der falsche Grad Fruehzuendung erreicht oder meist gnadenlos spaet. Echt suboptimal.

Da empfiehlt sich die 123 nicht nur, sie wird einem von der Originaltechnik regelrecht aufgedraengt.
FF!!
/D

;-)
patric
Beiträge: 2112
Registriert: Fr 1. Mär 2002, 21:47

... warum eine elektronische Zündung nachrüsten

Beitrag von patric »

Hallo,
> dass ich gar nicht nachvollziehen kann, warum jemand eine elektronische Zündung nachrüsten möchte.

Hier mal ein paar Gründe:
1. Keine Abnutzung (keine Kosten)
2. Keine Veränderung der Einstellungen.
3. Keine HF-Störungen (Radio).
4. Kein Kontaktprellen. Durch das mechanische Aufschlagen der Kontakte entsteht ein Prellen im Millisekundenbereich. Diese Zeit verlängert sich mit steigender Drehzah und macht es ungenau. Auch der Kondensator wird während des Prellens auf-und entladen.
5. Kein Resonanzschwingen des Unterbrechers. Das kann sehr anschaulich auf dem Verteiler-Kurven-Einstell- und Prüfgerät demonstriert werden. Der Motor klingt dann grausam.
6. Kein Nachlassen der Unterbrecher-Andruckkraft, unterstützt Pkt. 5.
7. Keine Abreißfunken, Kondensator kann entfallen.
8. Durch o.a. Punkte wird der Schließwinkel (Ladezeit der Zündspule) eingehalten und somit bekommt die Zündspule volle Ladung.

Hans-Uwe Fischer 22. Januar 2003
Die Aussage die kontaktgesteuerte, fliehkraftverstellte Zündanlage sei "perfekt, wartungsarm und zuverlässig" ist glaub ich nicht ohne Ironie.
Die schiere Existenz von Verteilerprüfbänken und Zündkontaktwartungsintervallen spricht für sich.

Man mag ja ein Verfechter der kontaktgesteuerten Zündung sein, aber zu behaupten die 123 brächte nichts - ohne sie je gefahren zu sein ist schon ziemlich frech.
Gruß
patric
Hans-Uwe
Beiträge: 309
Registriert: Fr 4. Feb 2005, 12:58

Kontenance bewahren...

Beitrag von Hans-Uwe »

Hallo Patric,
nicht immer gleich so ungestüm losschlagen. Immer erst überlegen, was der Andere zum Ausdruck bringen will. Auch nicht die Widersacher leichtfertig unterschätzen.
Und noch etwas: Lass doch einfach auch mal eine Aussage so stehen wie sie gemacht wurde. Punkt. Es gibt nunmal unterschiedliche Meinungen. Stell Dir mal vor, ich würde hier so alles kommentieren, was meiner Meinung nach nicht richtig ist. Das gäbe kein Ende ;-)
Ich reagiere selbst dann nicht mehr, wenn auf meine Aussagen bezug genommen wird. Z.B. widersprach man mir, als ich erklärte, dass der Akku-Ladespannungsverlauf vom Akku kommt und nicht vom Regler. Auch hier gäbe es unendliche Diskussionen. Sei nicht so eitel, lass die anderen Aussagen einfach so stehen und der Eine oder Andere versteht schon meine Erklärungen.

Jetzt zum Aktuellen:
Auch hier hast Du wieder falsch verstanden. Eine 123 bringt praktisch nichts, nämlich an MEHRLEISTUNG. Da brauche ich auch keine Probefahrt machen. Nocheinmal: Im Vergleich zu einer gut funktionierenden Kontakt-Anlage, ist die 123 nicht spürbar besser.
Patric, bei aller Sympathie: Lese doch einfach meine Beiträge nicht. Oder lösche sie einfach heraus. Aber lass` uns hier nicht wieder in eine Daily Soap geraten.
Ich werde nur antworten wenn mir danach ist. Keine Antwort ist also kein Eingeständnis. Bei Dir habe ich jetzt gerne eine Ausnahme gemacht.

Grüsse
Hans-Uwe
dietmar
Beiträge: 468
Registriert: Mo 10. Nov 2003, 21:07

Re: Kontenance bewahren...

Beitrag von dietmar »

Hans-Uwe schrieb:
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...
> 123 bringt praktisch nichts, nämlich an
> MEHRLEISTUNG. Da brauche ich auch keine Probefahrt
.....
> Grüsse
> Hans-Uwe

Lieber HUF,

Danke fuer Deine netten Worte zu meiner "Rueckkehr" a.a.o.
Wir waren in der Sache schon immer einer Meinung, wenn auch meist unterschiedlichst kommuniziert....und das Leiden an der bornierten, ignoranten Unkenntnis derer, die nicht lesen und nicht verstehen *wollen* laesst einen verstummen, z.B. so wie Du es eben oben beschreibst. Sehe ich genauso, benutze nur drastischere Worte bisweilen.
Viel Feind, viel Ehr!

Zur Sache Schaetzchen: Deine These "123 bringt nichts" ist natuerlich falsch. ;-))
Weisst Du ja selbst.

Die 123, insbes. mit Unterdruckversteller, ist jederzeit praeziser, naeher an der Klopfgrenze dran, wenn sie ihr Potential nutzen darf durch gute Abstimmung. Damit leistet der Motor zwangslaeufig mehr, da er optimaler den Kraftstoff nutzt und der ist const. da vergaserseitig determiniert. Simpel-logik.

Ergo bringt die 123 Mehrleistung.

Ob das messbar und er-fahrbar ist, da gab es schon differierende Erfahrungsberichte. Da kann ich, was die 123 angeht, noch nicht mitreden. Nur der Originalverteiler ist eher ein ironischer Witz, schon bevor er ausschlaegt.

Auch angesichts der noch kaum existenten Halbleitertechnik 1955 geht das trotzdem nicht in Ordnung: Eine Zuendung ohne Unterdruckverstellung ist einfach Steinzeit. So wie die ganze Motorentechnik der DS ein finster-armseeliges Kapitel ist, verglichen mit der goettlichen Hydraulik und dem grossartigen Aeusseren, einschl. Design der tragenden Teile. Da war ihnen eben mal wieder das Geld ausgegangen. So wie immer (und nicht ueberall).

Munter bleiben!
/D

;-)
sebastianklaus
Beiträge: 1288
Registriert: Sa 28. Okt 2006, 09:41

Re: Kompressor DS

Beitrag von sebastianklaus »

Hallo,
ich moechte Bezug nehmen auf die Anmerkungen von Hans-Uwe vom 8.11.
Hans-Uwe hat sicher recht, dass die Einspritzanlage aufgrund von Temperatur- und Druckmessung im Prinzip in der Lage ist, im allgemeinen das richtige Gemisch einszustellen. Wenn der Bertin Surpresseur aber 0,4 bar Ueberdruck und damit in etwa die 1,5- fache Luft (und damit die 1,5-fache Sauerstoffmenge) im Vergleich zum nicht aufgeladenen Saugmotor in den Motor presst, dann bringt das in erster Naehe 50% Mehrleistung, wenn die entsprechende Kraftstoffmenge nachgefuehrt wird. Meine Frage ist jetzt nur: wird das nette Bosch-Kaestchen unter dem Handschuhfach denn in der Lage sein, die 1,5 fache Kraftstoffmenge dessen, wofuer es ausgelegt ist, dem System zuzuweisen oder wird das Gemisch wegen Ueberlastung der Einspritzanlage zu mager werden ?
Hat jemand Erfahrungen mit dieser Frage ?
Vielen Dank im Voraus fuer eine Antwort.
Frank S
Beiträge: 187
Registriert: Di 26. Sep 2006, 18:14

Re: Kompressor DS

Beitrag von Frank S »

Dietmar schrieb:
So wie die ganze Motorentechnik der DS ein finster-armseeliges Kapitel ist???



Mitunter sind es die einfachen Dinge die einfach funktionieren.
Angesichts der Laufleistung eines alten Ds Motors wäre ich dankbar wenn es heute trotz 123, Digijet,Digifant evtl sogar Ottofant einen Benziner gäbe der mit deart wenig Aufwand so haltbar wäre.
So armselig finde ich das nun nicht.

dietmar
Beiträge: 468
Registriert: Mo 10. Nov 2003, 21:07

Re: Kompressor DS

Beitrag von dietmar »

sebastianklaus schrieb:
-------------------------------------------------------
....
> Kraftstoffmenge nachgefuehrt wird. Meine Frage ist
> jetzt nur: wird das nette Bosch-Kaestchen unter
> dem Handschuhfach denn in der Lage sein, die 1,5
> fache Kraftstoffmenge dessen, wofuer es ausgelegt
> ist, dem System zuzuweisen oder wird das Gemisch
> wegen Ueberlastung der Einspritzanlage zu mager
> werden ?
> Hat jemand Erfahrungen mit dieser Frage ?
> Vielen Dank im Voraus fuer eine Antwort.
>

Hier wurde unter dem Stichwort "Dauervollgas" oder "vollgasfest" mehrfach diskutiert, dass die DS23ie Einspritzanlage ein Problem hat, bei Vollgas die "normale" Spritmenge zur Verfuegung zu stellen, wenn sie nicht mehr im Neuzustand ist.
War ein sehr interessanter Artikel, der wuerde Deine Frage klar beantworten (der Regelbereich ist nach oben einfach zu klein).
Hoffe den Artikel findet jemand?!?

/D
;-)
MenrathU Verified
Beiträge: 1490
Registriert: Do 2. Jan 2003, 01:53

Re: Kompressor DS

Beitrag von MenrathU Verified »

dietmar schrieb:
> Hier wurde unter dem Stichwort "Dauervollgas" oder
> "vollgasfest" mehrfach diskutiert, dass die DS23ie
> Einspritzanlage ein Problem hat, bei Vollgas die
> "normale" Spritmenge zur Verfuegung zu stellen,
> wenn sie nicht mehr im Neuzustand ist.

Moin Dietmar,

die D-Jetronic war bereits im Neuzustand zumindest für die Maschine der DS 23 i.e. zu wenig leistungsfähig. Sie war von Bosch für Zylinderhubräume bis zu 500 cm³ spezifiziert (welches selbst von der DS 21 i.e. überschritten wurde, wenn auch nur knapp).
Beste Grüße, Uwe
MenrathU Verified
Beiträge: 1490
Registriert: Do 2. Jan 2003, 01:53

Re: Kompressor DS

Beitrag von MenrathU Verified »

Frank S schrieb:
-------------------------------------------------------
> Dietmar schrieb:
> So wie die ganze Motorentechnik der DS ein
> finster-armseeliges Kapitel ist???
>
> Mitunter sind es die einfachen Dinge die einfach
> funktionieren.
> Angesichts der Laufleistung eines alten Ds Motors
> wäre ich dankbar wenn es heute trotz 123,
> Digijet,Digifant evtl sogar Ottofant einen
> Benziner gäbe der mit deart wenig Aufwand so
> haltbar wäre.
> So armselig finde ich das nun nicht.

Moin Frank,

ich denke, dass Dietmar v.a. auf die Laufruhe selbst der kurzhubigen Maschinen abstellte. Und hier sind wir uns, denke ich, alle einig ;-).

Dass jedoch selbst dies auch anders - besser - ging, bewies Citroën selbst - mit der Übernahme der nahezu unveränderten Motorentechnik in den CX.


Beste Grüße, Uwe
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Stephan J.
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Registriert: Di 7. Jun 2005, 18:34

Re: Kompressor DS

Beitrag von Stephan J. »

Als ich die Bermerkung über die konventionelle Zündung gemacht habe, habe ich irgendwie schon damit gerechnet, dass ich eine weltanschauliche Diskussion auslösen würde.

Was ich sagen wollte, ist: Ich fahre mit meinem Wagen seit nun 13 Jahren jährlich etwa 15.000 bis 20.000 km und habe noch nie ein Problem mit der Zündung gehabt (wenn man mal davon absieht, dass es einmal einen Haarriss in der Verteilerkappe gab).

Der Wagen klingt gut, zieht über den gesamten Drehzahlbereich gut durch, und erreicht auf der Autobahn seine Höchstgeschwindigkeit. Er springt immer zuverlässig nach ein oder zwei Anlasserumdrehungen an (auch wenn er mal eine Nacht im strömenden Regen gestanden hat), ich kenne keine Zündungsprobleme bei Kälte oder Nässe und auch bei Dauervollgas auf der Autobahn gibt es keine Probleme (keine thermischen Probleme, kein Klopfen oder Klingeln - soweit ich das mit meinem Gehör beurteilen kann). Und ich fahre normalerweise - gelinde gesagt - ziemlich zügig.

Mein Wagen hat jetzt 455.000 km Laufleistung, ich fahre allerdings nicht mehr mit dem ersten Motor. Der hatte nämlich nach dem Import aus Frankreich einen Frostschaden (Riss im Motorblock unterhalb des Auspuffkrümmers), weil er einen Winter über ohne Frostschutz gestanden hatte. So musste ich nach ein paar Experimenten mit chemischen Dichtmitteln (empfehlenswert ist HOLTS Wondarweld) und etwa 80.000 km mit notdürftig abgedichtetem Block den Motor tauschen. Der jetzt montierte DY2-Motor hat zur Zeit wohl etwa 240.000 km gelaufen.

Etwa alle zwei Jahre muss ich meine Werkstatt geradezu dazu überreden, mal die Kontakte zu wechseln und die Zündung nachzustellen - notwendig scheint das zu diesem Zeitpunkt noch nicht unbedingt zu sein.

Weil ich an meinem Wagen nie Zündungsprobleme hatte, sehe ich keine Notwendigkeit, eine 123 nachzurüsten. Ich habe aber den Eindruck, dass zur Zeit die 123 eine Art Modeerscheinung ist und alle Welt landauf, landab auf den elektronischen Verteiler umrüstet. Oder ist es allgemein bekannt, dass Zündungsprobleme bei den D-Modellen eines der großen technischen Probleme sind und es hat sich nur noch nicht bis zu mir herumgesprochen?

Bei einem schlechter funktionierenden, defekten oder überholungsbedürftigen Verteiler mag die 123 die kostengünstigste Methode sein, das Problem zu lösen.

Ich denke aber, dass die Umrüstung bei einem gut funktionierenden konventionellen Verteiler absolut unnötig ist. Könnte sein, dass eine Menge Leute hinterher enttäuscht sind, weil im normalen Fahrbetrieb womöglich keine Unterschiede zu spüren sind - oder dass man sich dann "gefühlte" Verbesserungen einredet.

Da muss man kein Originalitätsfetischist sein: Wenn es funktioniert, lasst es einfach so, wie es ist!

Gruß und ein schönes Wochenende,
Stephan J.
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