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Re: 123ignition zu empfehlen?

Verfasst: Mo 20. Aug 2007, 20:49
von Doctor-D
Du siehst das schon ganz richtig.Die Nocken laufen auch ab, der Fiber auf dem Hammer ist härter als man denkt.Die Ducellier haben kleine Rollen und Seegerringe, die die Gewichte in einer Kulisse führen, die gehen auch manchmal verloren.Die Kassetten haben diese Plastikführung, die sich auflöst.Und sehr starken Nockenverschleiss.Die Welle fängt an zu taumeln und der Schliesswinkel wandert.Man soll sich da nicht täuschen lassen, ein elektronischer Tester nimmt immer den Mittelwert vom Schliesswinkel, so mein Eindruck.Auf der Testbank haben die Verteiler aber teilweise 4-5° Unterschied.Warum ist der Leerlauf dann Übel?Kein Wunder.Wenn man dann auf 2-3000 Verteiler U/min geht und der Schliesswinkel sich aufspreizt ist auch klar, daß die Motoren keine Leistung bringen, oder saufen.
Das Kriterium ist der mechanische Zustand, inwieweit man trotz der Toleranzen im Verteiler auf vernünftige Messwerte kommt.Manchmal reicht zerlegen, Reinigen, Fetten und Justieren, manchmal nur ins Körbchen für verschlissene.Leider geht das nur mit Prüfbank, die aber auch nicht am Baum wächst.Ich habe sie von einem Kollegen, der sie aus einer Werkstattauflösung hat.Kosten zwischen Kasten Bier und 500€, ich bin schon mal für Nüsse 250km gefahren, um zu hören, daß der Gemahl das Teil wohl doch schon verbimmelt hatte.
Aber ich habe nicht alle Schrottverteiler entsorgt, ein paar liegen noch in einer Kiste.
Besonders toll:bei Egay habe ich mal einen neuen KassettenSEV gekauft.Und ihn mal getestet.Hat schon neu 3° Unterschied.Aber verstellt wenigstens korrekt.Füt den "DSTraktor" schien es wohl zu reichen.

Re: 123ignition zu empfehlen?

Verfasst: Mo 20. Aug 2007, 22:38
von marc

Bei meinem Verteiler wanderte der Schließwinkel und ich habe mir sagen lassen es würde daran liegen dass die Welle taumelt.
Kann auch sein aber ich habe auch festgestellt dass die Feder des Unterbrechers nicht mehr genug Kraft hat.
Könnte ja auch an Kleinigkeiten liegen.
Gruß
marc

Re: 123ignition zu empfehlen?

Verfasst: Mo 20. Aug 2007, 22:54
von Bernhard(Süd)
Hallo,

...mal ganz laienhaft eine Frage (Meister D), mit der ich schon lange umgehe:

Welche Rolle spielt das (zwar schon angesprochene) Spiel in der Verteilerwelle, bis hinab zum Antrieb (?die Zahnräder vom Ölpumpenabtrieb?)-?

DENN wenn daVerschleiß besteht, nützt doch auch die 123 Nix mehr, die obendraufsitzt und von der eiernden Welle betrieben wird???

Oder denke ich da falsch---

Danke,
Be


Re: 123ignition zu empfehlen?

Verfasst: Di 21. Aug 2007, 08:46
von dietmar
Bernhard(Süd) schrieb:
[..]
> DENN wenn daVerschleiß besteht, nützt doch auch
> die 123 Nix mehr, die obendraufsitzt und von der
> eiernden Welle betrieben wird???
> [..]

wenn sie EIERT, taumelt und wackelt, dann hilft nix mehr, das stimmt. Weitgehend rotationssymmetrische Wellen sollten das im Betrieb wegen Traegheit und Kreiselkraeften nicht nennenswert tun, oder HUF?

wenn die 123 aber (bei laufendem Motor) durch das uebermaessige Spiel nur ein paar Gradminuten nachgeht, so kompensiert das die Einstellung des Zuendzeitpunktes.
Dann ist zwar immer noch zu viel Verschleiss, macht aber wenig. Ausser bei extrem niedrigen Drehzahlen, wo die Welle in der Toleranz hin und her schlagen koennte, bei Nockenwellen waere das ein gern' genommenes Ende. Statt dessen hast du bei der 123 *keine* ausgeleierten Fliehkraftgewichte mit ausgeleierten Federn, die die Wendepunkte und Steilheit der Fruehzuend-Kurve vermurxen. Wie es bei fast allen alten Verteilern der Fall ist.

Also ist ein hoher Nutzen zu erwarten auch bei reichlich Toleranz.

/d

Re: 123ignition zu empfehlen?

Verfasst: Mi 22. Aug 2007, 18:05
von Boxerschorts
Hallo Dietmar, bei allen Dingen, die sich leicht bewegen sollen, muss ein gewisses Spiel vorhanden sein. Wenn alles kraftmässig in eine Richtung gezogen wird, hat dieses Spiel wenig Einfluss. Die Nockenwelle wird aber durch die Ventilfedern beinflusst und das hat immer etwas Unruhe im Rundlauf zur Folge. Man merkt das, wenn man einen Motor (Kerzen ausgebaut) von Hand durchdreht.
Die 123 Zündanlage kann kann das nur in gewissen Grenzen ausgleichen. Ich habe es bei zwei Motoren getestet. (Motor Nr.1 war noch sehr gut, Nr. 2 hatte viele km drauf) Der Morris Motor bei 1 lief deutlich ruhiger. Unter der Stroboskop-Lampe sprang die Markierung wenig hin und her. (S. auch den Film in dem Eintrag von Brits´n´Pieces bei british-classic.eu) Der zweite ausgelutschte Motor zeigte diese Vorteile nicht so deutlich. Man darf also keine Wunder erwarten. Gewisse Vorteile bei guter Ausgangsbasis sind aber messbar und hörbar.
Gruß Jürgen

Re: 123ignition zu empfehlen?

Verfasst: Do 23. Aug 2007, 01:32
von Piberbach1
hallo!

habe mir heute die 123er einbauen lassen! also was für ein unterschied! sensationell wie nun der motor von unten heraus extrem zieht! er scheint auch tatsächlich etwas mehr kraft zu haben! und vor allem wie er bei 100 km/h noch durchzieht! wirklich sehr beeindruckend!
nach meinem ersten eindruck kann ich die 123 wirklich sehr empfeheln!

lg
Peter

Re: 123ignition zu empfehlen?

Verfasst: Mo 24. Sep 2007, 22:35
von Thorsten Graf
Hallo,

die schlecht eingebaute 123 war bei meinem Auto die Ursache für einen unrunden Motorlauf im unteren Drehzahlbereich. Der Wagen fuhr nur auf drei Zylindern (und dabei auf verschiedenen...). Der Luftmengenmesser war von der ersten Werkstatt nicht richtig angeschlossen - wie mir meine (neue) Werkstatt heute telefonisch mitteilte (soweit ich das als Laie richtig verstanden habe). Selbst einem Fachbetrieb kann beim Einbau ein Fehler unterlaufen. Als ich den Wagen damals abgeholte, meinte man: das ist halt der Verschleiß...ich habe es lange Zeit geglaubt.

Bin sehr gespannt darauf, wie der Wagen sich jetzt fährt. Da man mir von einer anderen Werkstatt schon Angst wegen eines "Kolbenkippers" gemacht hatte und mir eine Motorrevision für 4.500,00 EUR empfohlen hatte, ist meine Erleichterung groß. Der Motor ist mechanisch nämlich kerngesund....

Gruß,
TG

Re: 123ignition zu empfehlen?

Verfasst: Di 25. Sep 2007, 07:40
von Torsten ID20
Gehört nicht ganz zum Thema,

ZITAT : """Da man mir von einer anderen Werkstatt schon Angst wegen eines "Kolbenkippers" gemacht hatte und mir eine Motorrevision für 4.500,00 EUR empfohlen hatte"""

War das die selbe Werkstatt,die "Preiswerte" Schweissarbeiten durchführt ?
Ich erinnere da eine recht hohe Summe für die Arbeiten an Deinem Auto.

Re: 123ignition zu empfehlen?

Verfasst: Di 25. Sep 2007, 09:19
von Thorsten Graf
Torsten ID20 schrieb:
-------------------------------------------------------
> Gehört nicht ganz zum Thema,
>
> ZITAT : """Da man mir von einer anderen Werkstatt
> schon Angst wegen eines "Kolbenkippers" gemacht
> hatte und mir eine Motorrevision für 4.500,00 EUR
> empfohlen hatte"""
>
> War das die selbe Werkstatt,die "Preiswerte"
> Schweissarbeiten durchführt ?
> Ich erinnere da eine recht hohe Summe für die
> Arbeiten an Deinem Auto.
>

Keineswegs, die Motorrevision wurde mir nicht von Christian Stöbe nahegelegt, sondern von einer anderen, alteingesessenen Fachwerkstatt.

Im übrigen: falls mal wirklich eine Motorrevision nötig sein sollte, würde diese über Christian auch 2.000,00 EUR weniger kosten...

Die Summe der Schweißarbeiten (ca. 4.500 EUR), die ich genannt habe, setzt sich aus Reparatur Dachrahmen und der C-Säule zusammen.

Gruß,
TG

Re: 123ignition zu empfehlen?

Verfasst: Di 25. Sep 2007, 18:06
von Boxerschorts
Die Meinungen gehen zu diesem Verteiler weit auseinander. Meine Erfahrungen bei dem Teil beruhen auf dem Kauf und Einbau in zwei ähnlich Fahrzeuge. Auch ich bin daher kein Spezialist und eine Versuchsreihe an zwei Fahrzeugen ist wenig aussagekräftig. Das Ergebnis hat mich angenehm überrascht. Die Dinger funktionieren wirklich gut.
1. Bei dem üblichen Verteiler ist ein Kontaktabstand von 0,4 mm eingestellt. Hat die Lagerung nur 0,1 mm Spiel, dann kann dieses zu mehr oder weniger Frühzündung führen. Logisch! Bei 123 sind die Gleichlaufschwankungen sind deutlich kleiner, weil der Impuls ganz anders erkannt wird.
2. Auch durch ausgeschlagene Lagerung der Fliehgewichte kommt es zu Spiel und zu Schwankungen in der Zündeinstellung.
3. Durch Setzen der Rückholfedern für die Fliehgewichte kommt es zu Veränderungen in der Kennlinie für die Zündzeitpunktverstellung.

Das alles fällt bei 123 weg. Hinzu kommt noch die chip-gesteuerte Reaktion auf Gleichlaufschwankungen.

Irgendjemand hat zu diesem Verteiler gesagt, dass er für das Geld einen guten gebrauchten Verteiler bekommt. Das ist sicher richtig, einen Gebrauchten sicher. Einen sehr gut überholter Verteiler, mit geprüfter und abgestimmter Verstell-Kennlinie, wird man dafür nicht bekommen. Die Firma Brits'n'Pieces, einer der beiden deutschen Importeure, will das Teil jetzt sogar noch toppen.
Mehr dazu könnt Ihr in Kürze auf meiner Homepage .british-classic.eu lesen.
Gruß Jürgen
Geiz ist übrigens nicht geil, wenn er an der falschen Stelle ist.