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Re: Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe
Verfasst: Mo 14. Nov 2005, 17:51
von ...hannes
Ich möchte gar nicht wissen, was so eine Restauration schlussendlich kostet, wenn man neben allen chassisseitig als zweckmäßig erachteten Blech- und Konservierungsarbeiten noch zusätzlich die Hydraulikkomponenten zerlegen lässt, dazu konsequenterweise noch eine Überholung des Motors samt peripherer Aggregate in Auftrag gibt, eine Überprüfung der Elektrik und gegebenenfalls Erneuerung schadhafter Kabelbaumteile vornehmen lässt...
So ein Projekt kann man meines Erachtens nur selbst angehen, Punkt für Punkt abarbeiten, Prioritäten setzen und den begehrten Zweierzustand als Ziel monatelanger Abend- und Nachtfreizeitgestaltung im Auge behalten.
Aus Erfahrung sind die 150 Stunden, die ich alleine zur nachhaltigen Konservierung des Fahrwerks, zur Überprüfung und Sicherstellung aller technischen Funktionen - und das wohlgemerkt bei einer grundsoliden, allderdings etwas verschlampten Ausgangsbasis - eingesetzt habe, sehr schnell erreicht. Nicht auszudenken, wenn ich die Arbeitsstunden bezahlen hätte müssen.
Re: Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe
Verfasst: Mo 14. Nov 2005, 18:10
von Thorsten Graf
Ich rechne mit 500 Arbeitsstunden. Billig wird es nicht, aber schließlich wollen wir doch alle, dass die Wirtschaft brummt, oder?

Ich glaube aber nicht, dass alle Hydraulikteile zerlegt werden. Dann würden die 500 h nicht ausreichen.
Re: Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe
Verfasst: Mo 14. Nov 2005, 18:21
von Götz
Hallo Hannes,
Bingo! Mein Reden! Wenn meine Dame evtl. Sommer nächstes Jahr fertig ist sind ca. 3000 Stunden (fast meine gesamte Freizeit in den letzten 4 Jahren) da hinein investiert. Wirtschaftlicher Nonsens!!! Ich erhalte dann fast Zustand 1.
Aber gebe ich eine Restauration in Auftrag und will einen echten Zustand 2 erhalten, tja,dann!? Ich will damit sagen, entweder ich lebe mit unperfekter Technik wo ab und zu was ausfällt (Zustand 3 oder 4) oder ich investiere immenses Geld und immense Zeit und erhalte Zustand 1 oder 2. Aber mal eben 20-30 TEURO ausgeben und ernsthaft glauben einen 1er oder 2er Zustand zu bekommen ist meine Meinung nach genauso Nonsens, wie den Quatsch, den ich mache. Dafür ist die DS mit ihrer komplexen Hydraulik viel zu Aufwendig. Die DS enthält glaube ich ca. 15.000 Einzelteile. Na, Mahlzeit! Jedes Teil will gesäubert, überprüft, gesandstrahlt, gepulvert, galvanisiert oder erneuert werden und dann alles wieder zusammen bauen.
Das war es auch was ich in dem Thread über die DS Preise verständlich machen wollte, was mir aber leider nicht gelungen ist.
Grüße Götz
Re: Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe
Verfasst: Mo 14. Nov 2005, 20:21
von Ralf Sassen
Hallo Götz,
so ist es. Die Frage des persönlichen Anspruchs oder auch der ganz normale Wahnsinn.
Ich habe in meine 58er alleine knapp 4.000 Stunden in Eigenleistung investiert. Da sind die Arbeiten von Polsterer oder Lackierer noch nicht eingerechnet.
Über den Rest schweige ich lieber.
Gruß, Ralf
Re: Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe
Verfasst: Mo 14. Nov 2005, 23:25
von Michael Klette
Hallo Götz,
15000 Teile.Ich glaub das sind wesentlich mehr.Ein Kotflügel mit Schwenkscheinwerfern vorne links hat 176 Teile.Der rechte mehr,hab ich jetzt nicht gefunden.Sowas steht in meinem Restaurierungstagebuch meines Breaks.Leider habe ich mit der Statistik zu spät angefangen.
Aber momentan bin ich wieder am puzzlen.Vielleicht kommt demnächst was nach.
Gruß Michael
Re: Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe
Verfasst: Mo 14. Nov 2005, 23:30
von Thorsten Graf
Aber mal eben 20-30 TEURO ausgeben und
> ernsthaft glauben einen 1er oder 2er Zustand zu
> bekommen ist meine Meinung nach genauso Nonsens,
> wie den Quatsch, den ich mache.
Ich glaube nicht, ich lasse es mir durch einen Gutachter bestätigen. Das reicht mir....aber das ist schon etwas off topic.
Unabhängig vom Zustand kann man sich bestimmte Eigenschaften ja vertraglich zusichern lassen. Und das werde ich tun und weiß dank Eurer Mithilfe, welche Parameter ich beachten muss.
Nochmals vielen Dank für Eure hilfreichen Beiträge.
Gruß,
Thorsten
Re: Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe
Verfasst: Di 15. Nov 2005, 00:39
von Matthias Gebauer
Hallo Thorsten,
die Idee sich "bestimmte Eigenschaften vertraglich zusicherm zu lassen" hoert sich verfuehrerisch an, ist aber - so glaube ich - nicht zielfuehrend. Wir reden hier ueber 30 Jahre alte Autos mit teilweise komplexer Technik. Wie der Ist-Zustand Deines Autos jetzt ist wird die Werkstatt erst herausfinden koennen wenn sie angefangen hat. Je genauer man hinsieht, desto mehr Maengel findet man. Dies trifft zumindest auf das Thema Rost zu. Eine wirklich sichere Kalkulation ist erst moeglich, wenn das Auto mehr oder minder zerlegt ist.
Eine sinnvolle Auftragsvereinbarung ware meines Erachtens vielmehr, dass Dir die Werkstatt nach einer Bestandsaufnahme (die halt nicht endgueltig sein kann) vorschlaegt was sie tut, und was dies kostet. Alle weiteren zu Tage tretenden Baustellen muessen dann individuell mit Dir besprochen werden.
Statt Dich vertraglich abzusichern waere es mir wichtiger herauszufinden, ob Werkstatt und Du die gleichen Qualitaetsvorstellungen haben und sie wirklich verstanden hat was Du willst.
Der Gutachter hinterher ist fuer die Versicherung nicht schlecht, aber Dir ist hoffentlich klar, dass der festgestellte Marktwert deutlich niedriger sein wird, als was Du in den Wagen versenkt hast...
Gruss
Matthias
Re: Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe
Verfasst: Di 15. Nov 2005, 10:57
von Stephan J.
Hallo Matthias,
das ist ein guter Denkansatz.
Ich halte es auch für schwierig, sich dieser Problematik von der juristischen Seite her zu nähern. Zumindest wird es schwer sein, den Restaurator dahin zu bringen, dass er sich auf eine entsprechende Vertragsklausel einlässt - besonders wenn (wie Thorsten befürchtet) die Qualitätsvorstellungen möglicherweise unterschiedlich sind.
Zusätzlich ergibt sich das Problem, dass es nicht Thorstens Fahrzeug ist, das restauriert werden soll, sondern ein Wagen, den der Restaurator beschafft. Wenn der also mit verdeckten Karten spielen wollen würde, hätte Thorsten mangels genauer Kenntnis der Restaurationsgrundlage relativ wenig Möglichkeiten, ihm auf die Schliche zu kommen.
Mein Ansatz wäre wohl auch, die Problematik offen mit dem Restaurator zu besprechen (und falls es Gründe für Misstrauen gibt, diese auch zu thematisieren). Dann wird man sich entweder einvernehmlich einigen und die Sache in gegenseitigem Vertrauen angehen - oder man wird merken, dass die Ansprüche nicht zusammenpassen bzw. das Verhalten nicht angemessen ist. Dann muss Thorsten vielleicht dieser Tatasache einfach Rechnung tragen und sich jemand anders suchen, der ihm bei der Erfüllung seines DS-Traums hilft.
Gruß,
Stephan J.
www.buchhandlung-jaenicke.de
P.S.: Hast Du dich von der C4-Fahrt wieder erholt?
Re: Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe
Verfasst: Di 15. Nov 2005, 12:26
von Matthias Gebauer
Hallo Stephan,
jau, war klasse! - Noch mal vielen Dank!
Matthias
Re: Arbeitsintervalle Hydraulikpumpe
Verfasst: Di 15. Nov 2005, 13:38
von ...hannes
Langsam kommen wir in einem weiten Bogen auf die Kaufpreisdebatte zurück - und den einem Außenseiter dieser Szene kaum vermittelbaren Wert, den ein durchrestauriertes Fahrzeug (wie zB. Ralfs 58er) darstellt.
Doch was sollte Thorsten jetzt aus den Antworten resümieren?
500 Arbeitsstunden sind zumindest 25.000 € - und der Wagen ist ( wenn die Ausgangsbasis nicht schon vorher überdurchschnittlich war) unter Umständen immer noch einiges von seinen Erwartungen einer 2 oder 2+ entfernt...
Möglicherweise kann ein Profirestaurateur wie Dirk Sassen in Düsseldorf eine Beschreibung über den Umfang einer Vollrestauration abgeben, welche Erwartungen erfüllt werden können, was mit noch vertretbarem Kapitaleinsatz nicht erreichbar ist...
Persönlich würde ich mich auf die Suche nach einem möglichst guten Fahrzeug machen, was allerdings etwas Zeit, Geduld und gewisse Vorkenntnisse voraussetzt und mich dann mit den eben angeführten Tugenden selbst ans Werk machen.
Dann liegt auch die Entscheidung bei einem selbst, welche Schwerpunkte man mit welchem Perfektionsanspruch in welchem Zeitraum setzt, lernt sein Fahrzeug wirklich kennen und hat am Ende obendrein einen hohen emotionalen Gewinn zu verbuchen.