Hallo Wetterfuehlige,
hach ja, der Sommer ist da (bzw. geht schon fast wieder) und das alte Thema ist wieder auf dem Tisch
Wollte mich als Initiator dieses Monster-Threads eigentlich mal ein bisschen zurueckhalten, aber da die Temperaturen diesen Sommer relativ extreme Belastungstests erlaubten, hier mal wieder ein paar Zeilen dazu:
Habe nach den Ueberhitzungsproblemen im letzten Oktober auf Paris' Peripherique fuer den diesjaehrigen Frankreichtrip (Juli/August!) zur Nerven- und Autoschonung einen neu ueberholten (wieder) dreireihigen Kuehler in meine 70er Vergaser-DS21 eingebaut.
Relativ enttaeuschende Beobachtung: Bei Autobahnfahrt (so ab 120 km/h) wandert das Thermometerin immer noch in die obere Haelfte des weissen Bereiches (gleiches Verhalten wie mit dem alten, verstopften Kuehler).
Muss man das als normal ansehen?
Bei einem ideal dimensionierten Kuehlsystem wuerde ich erwarten, dass die optimale Betriebstemperatur des Motors (Mitte des weissen Bereiches) unter allen ("normalen") Umstaenden beibehalten wird und Temperaturanstiege auf Defekte im Kuelsystem (zu wenig Kuehlfluessigkeit/defektes Thermostat) zurueckzufuehren sind.
Da das Stahl-Wasserrohr zwischen Kuehler und Pumpe bei meinem Fahrzeug allerdings von innen wie eine Tropfsteinhoehle aussah, vermute ich aehnliche Gebilde auch im Motorblock. Da muss Abhilfe mindestens bis zur ersten Motoreroeffnung (evtl. wegen ueberhitzungsbedingter geplatzter Zylinderkopfdichtung?) warten...
Trotz dieses Driftens in den weissen Bereich bei Autobahnfahrt (oder auch sehr hohen Aussentemperaturen), hatte ich aber kein Tangieren des roten Bereichs (und daher auch keine rote Warnlampe) mehr.
Bis zum Urlaub in Frankreich.
Genauer: 45-minuetiges Stehen vor der ersten Mautstation Richtung Paris bei 35 Grad im Schatten Aussentemperatur. Da kam dann auch wieder die Lampe.
Habe dann vor Paris das Thermostat ausgebaut, hatte dann subjektiv etwas bessere Kuehlung (Zeiger weiter weg vom oberen weissen Rand...).
Die aeusseren Umstaende bei solchen vorher/nachher-Vergleichen sind aber sowieso nie gleich oder reproduzierbar.
Irgendwo in einer HP war mal das Statement zu lesen, ohne Thermostat wuerden Motoren noch eher kochen. Mag sein, immerhin laeuft das System ja dann immer am Anschlag, ohne Reserven zu haben...
Zum Thema Thermostat lese ich im Technischen Datenbuch No 586/4 (1970):
DS20/DS21: Thermostat V 1743, Oeffnungsbeginn: 78 +0 -3 Grad, Oeffnungshoehe bei 87 Grad: groesser 7,5 mm
DSuper/DSpecial: Thermostat CL 35-3800: Oeffnungsbeginn: 75 +-1 Grad, Oeffnungshoehe bei 90 Grad: groesser 7,5 mm
Erstaulich dabei finde ich, dass die Temperaturen des Oeffnungsbeginns so exakt definiert sind, dass die Thermostate in ihren Toleranzbereichen sogar ueberlappen und trotzdem verschiedene Typen vorgeschrieben sind.
Noch erstaunlicher, dass jeder DS-Teilehaendler EINEN Thermostattyp fuer alle D-Modelle verkauft (Oeffnungsbeginn laut Einpraegung 79 Grad, also streng genommen fuer keines der oben genannten Thermostate ein korrekter Ersatz)!
Ich habe dann zwei neue Exemplare dieses ueberall angebotenen Universalthermostats (gekauft bei verschiedenen Haendlern, aber augenscheinlich gleicher Typ) in einem Wasserbad erhitzt (Temperaturregelung 0,1 Grad), Oeffnungsbeginn 77,0 Grad, bzw 77,5 Grad, wuerde also fuer den DS21-Motor passen. Oeffnungshoehe bei 87 Grad: 3,4 bzw. 3,5 mm und damit weniger als halb so viel, wie mindestens gefordert. (Natuerlich koennte eine andere Dimensionierung der Oeffnung bei anderer Oeffnungshoehe den gleichen Wasserdurchsatz haben).
Die Aussicht, ein originales Thermostat V 1743 irgendwo zu bekommen ist wohl aussichtslos...!?
Bei der Suche nach Thermostaten im Netz bin ich ebenfalls nicht fuendig geworden, in der Regel werden Thermostate fuer diesen und jenen Motor verkauft, ohne Angabe des Oeffnungsbeginns und der Oeffnungshoehe bei bestimmter Temperatur.
Wer bis hierhin gelesen hat, danke!
Kommentare zum Thema?
Gruss,
Tom