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Re: Lenkungsdiagnose
Verfasst: Sa 13. Aug 2005, 06:32
von Jack Shotton
Als Probe koennte man leicht das zwei rohrige Rohrbuendl zwischen Lenkkopf und Arbeitskolben absperren. Schaltzeit dann messen. Lenk dann von einer Seite zur anderen bewegen, und Schaltzeit noch wieder messen.
Dann erfindet man empirisch ob der Leck in Lenkkopf, Arbeitskolben, oder in beiden Teilen sich befindet.
Jack Shotton
Re: Lenkungsdiagnose
Verfasst: Sa 13. Aug 2005, 08:24
von MenrathU
Moin Götz,
Beileid auch von mir! Ich erinnere mich gut an deine Erzählungen über ihn.
Re: Lenkungsdiagnose
Verfasst: Sa 13. Aug 2005, 11:01
von Pit
Hallo Götz,
herzliches Beileid!
Pit
(Vater von 16-jährigen Zwillingen)
Re: Lenkungsdiagnose
Verfasst: Sa 13. Aug 2005, 20:10
von Pit
Hallo,
nach Jacks Vorschlag habe ich den Anschluss hinter dem Lenkkopf mit Fühlerlehre verschlossen. Ergebnis: 8s. d.h. wie vorher. Als ich dann am Lenkrad Druck ausgeübt habe erwies sich meine Abdichtung leider als nicht ganz dicht bei vollem Druck. Das Ergebnis würde trotzdem auf einen Defekt im Lenkkopf und nicht am Arbeitskolben hinweisen.
Jetzt fahr ich erst mal in Urlaub (mit dem Fahrrad, da kann fast nichts kaputt gehen)!
Viele Grüße
pit
Re: Lenkungsdiagnose
Verfasst: So 14. Aug 2005, 11:36
von Pit
Der Beweis?
Zusamenfassung der Messungen zur Lenkung
1. Mitte ohne Kraft 8s
2. Nahe Anschlag ohne Kraft 8s
3. Anschlag mit Kraft 32s
4. Lenkung abgetrennt >40s
Neu
Mit Trennung zwischen Lenkkopf und Arbeitszylinder
5. Ohne Kraft am Lenkrad 8s
6. Mit Kraft am Lenkrad >30s
Folgerungen:
1 und 3 => am Anschlag nicht dichter (keine vertärkte Abnutzung in der Mitte)
1 und 5 => es liegt nicht am Arbeitszylinder
Was ändert sich zwischen 5 und 6, wenn der Ausgang jeweils abgesperrt ist?
Hat jemand eine Theorie dazu?
Gibt es Widerspruch zu meinen Folgerungen (Götz)?
Interssant wäre jetzt natürlich der Rücklauf, da kommt man aber so schlecht hin.
Viele Grüße
Pit
Re: Lenkungsdiagnose
Verfasst: So 14. Aug 2005, 11:50
von Götz
Hallo Pit,
wenn das so ist muss aber zwischen dem linken und dem rechten Anschlag ein Unterschied bestehen. Denn dann sind die Schleifringdichtungen stark verschlissen (oder folsch montiert) und beim Abschalten der linken Kammer (Lenkung auf Linksanschlag) wird der Schleifring neben dem Rücklauf (sitzt am Steuerkopf oben) drucklos. Also wenn der Dichtring zwischen Rücklauf und der Leitung zur linken Arbeitszylinderkammer stark undicht ist kann permanent dort der Druck in den Rücklauf entweichen. Und nur in dem einen Fall, wenn nämlich die Lenkung an dem Linksanschlag ist, ist dieser Bereich Drucklos oder wenn man zügig an den Anschlag lenkt. Im anderen Fall (Rechtsanschlag) würde sich der Druck (die Flüssigkeit) auf die Straße ergeben. Der benachbarte Schleifring der rechten Kammer ist der Vorlauf.
Ich weiß es ist schwer nachzuvollziehen aber mit Schnittzeichnungen gehts.
Grüße Götz
Re: Lenkungsdiagnose
Verfasst: So 14. Aug 2005, 17:00
von Pit
Hallo Götz,
wenn ich dich richtig verstanden habe müsste doch dann das Intervall am Anschlag kurz sein. Die Lenkung ist aber bei beiden Anschlägen relativ dicht (langes Intervall).
Auf der mir voliegenden Zeichnung (s. Anhang) ist die Belegung im Lenkkopf anders. Ist die Zeichnung falsch?
Danke für deine Bemühungen
pit
Re: Lenkungsdiagnose
Verfasst: So 14. Aug 2005, 20:15
von Til
Seit langem das interessanteste Thema

- weiter so!
Zu Goetz: sehr plausible Theorie - scheint mir leider durch beidseitiges Phaenomen widerlegt
Zu Pit: das scheint mir eine "zu" schematische Zeichnung zu sein, um die wirkliche Belegung der 4 Kanaele im Lenkkopf herauszufinden - wer weiss mehr?
Mein Beitrag (Senf):
- das Gleichbleiben des Phaenomens nach Abklemmen des Kolbens deutet auf ein Problem des Lenkkopfes
- falls es stimmt, dass das Phaenomen beim links und rechtsdrehen gleich ist, scheiden die Schleifringe als (Haupt)Ursache aus
- was bleibt ist ein Leck direkt ueber die Steuerventile in der NEUTRALSTELLUNG, das offensichtlich waehrend des Verschiebens (also beim Drehen bzw. mit Kraft am Endpunkt) verschlossen wird
Falls das alles so stimmt, wuerde das Auswechseln der Dichtungen wirklich keinen Erfolg bringen - es bliebe dann nur der Austausch des Lenkkopfes
Bin weiterhin gespannt - Til
PS: generelle Annahme: Druckueberschneidung richtig eingestellt!
Re: Lenkungsdiagnose
Verfasst: So 14. Aug 2005, 22:31
von Götz
Hallo Pit,
die Anschlüsse auf Deiner Zeichnung sind korrekt dargestellt aber das Innenleben nur schematisch und irreführend. Wenn aber beide Anschläge gleiche Pumpenintervalle haben dann habe ich keine Idee mehr. Es sei denn Deine Lenkung wäre fürchterlich am sabbern.
Aber Du hast mich falsch verstanden, was meine vorherige Beschreibung des Steuerkopfes mit seinen Schleifringen angeht. Wenn die linke Kammer Druck hat (und das hat sie eigentlich stänig, außer in oben genannten 2 Fällen) und der Dichtring zum Rücklauf wäre undicht, dann würde dieser Vordruck über den Rücklauf intern abfließen. Die rechte Kammer hat aber als Nachbarkanal den Vorlauf und die "Strasse", da kann das in der Form so nicht passieren.
Auch mit einem falsch eingestellten Drucküberschneidungswert ist das nicht möglich.
Aber wir können wahrscheinlich noch tagelang darüber philosophieren was es sein kann. Zerlegt man so eine Lenkung findet man es innerhalb kürzester Zeit heraus.
Wenn Pit mir seine Lenkung schickt wäre ich bereit darüber zu berichten. Allerdings restauriere ich die Lenkungen, die die Holländer schon mal in den Fingern hatten nicht! Sorry aber damit versaue ich mir meinen Ruf. Denn die tauschen munter Teile hin und her und bohren auch Steuerventile aus und setzen Reparaturkolben ein. Ich möchte niemanden zu Nahe treten aber da wundert mich nichts mehr.
Grüße Götz
p.s. Ich weiß nicht ob ich diesen und nächsten Monat noch Aufträge annehmen kann. Ich muss meine jetzigen Clienten schon um Verständniss bitten. Durch den Tod meines Bruders komme ich ganz schön ins schleudern.
Re: Lenkungsdiagnose
Verfasst: Mo 15. Aug 2005, 09:21
von Pit
Hallo Götz,
nach meiner Zeichnung gibt es Dichtringe zwischen:
außen und linker Kammer
l.K. und r.K.
r.K. und Zulauf
Zulauf und Rücklauf
Rücklauf und außen
Neben dem Rücklauf scheint also der Zulauf zu liegen.
Was ist zu schematisch und irreführend? Gibt es bessere Schnittzeichnungen?
Eine Reparatur von dir scheidet wohl aus, da es sich um eine AT Lenkung von Sassen handelt?
Viele Grüße
Pit