Seite 3 von 3

Re: Zusatzluftschieber iE

Verfasst: Sa 18. Jul 2026, 22:56
von Carsten_SM
Hallo Hans - Uwe,

Jugend forscht ;-), freut mich, wenn Du Zeit findest, das Wissen der DS Gemeinde (und damit auch meins) an dieser Stelle zu erweitern.

Danke !

Viele Grüße,

Carsten

Re: Zusatzluftschieber iE

Verfasst: So 19. Jul 2026, 12:23
von Hans-Uwe Fischer
.


Hallo Carsten,

ich danke Dir für deine freundlichen Worte. Du darfst dabei aber nicht übertreiben. Komme gerade aus meiner Bastelecke und habe dort den DS23-ZLS zerlegt und begutachtet. Das Ding ließ sich nur zerstörend öffnen. Auch der Stutzen ist letztendlich abgebrochen.

Meine erste/vorläufige Diagnose ist folgende: Im Kühlwasser waren Zusätze, die aggressiv auf den Aluminiumring am Dehnstoffelement reagiert haben und im weiteren Verlauf die Abdichtung ( Foto ) zerstört haben. Diese Flüssigkeit gelangte wohl auch in den "Steuerraum" und führte zur "Verklebung" von Zylinder, Kolben und Gehäuse.

Auf der inneren Seite des Kolbens ist ein sehr brutaler und erfolgloser Schlag eines Ausdrückversuches zu sehen. Der dürfte den Kolben und seinen dünnwandigen Zylinder gegen die Aussenwand gedrückt haben und für noch mehr Friktion gesorgt haben. Wie auch immer, da bewegt sich absolut nichts.

Die Spitze vom Stößel wurde dabei auch nicht zurückgestoßen. Da sich das Dehnstoffmaterial nicht komprimieren lässt, egal in welchem Aggregatzustand, wird der Schlag über den Stößel einen negativen Einfluss gehabt haben und das Dehnstoffelement wird wohl als Referenz für uns leider ausscheiden.

Ich bleibe aber dran. :-)
.
20260719_103143.jpg
.
20260719_120638.jpg
.

Beste Grüße,
Hans-Uwe
.

Re: Zusatzluftschieber iE

Verfasst: So 19. Jul 2026, 19:38
von Hans-Uwe Fischer
.
Hallo Carsten,

ich habe den Zusatzluftschieber mit roher Gewalt zerlegt. Das Ergebnis sieht man auf den Fotos. Das Gehäuse und das Dehnstoffelement habe ich glasperlengestrahlt. Das bringt die Wahrheit an die Oberfläche und trimmt die Teile fast auf neu.

Den Stößel im Dehnstoffelement musste ich leider herausziehen. Dieser saß fest und wurde geölt gereinigt usw.. NachteiL: Ohne Luftentleerung arbeitet es wie ein Federbei und verstell den Arbeitshub um einige mm in Richtung ZU. Falls du den Stößel herausgezogen hast, könnte es die Ursache für deine kleine Fensteröffnung bei nur 30°C sein.

Erste Tests mit dem Heißluftföhn an dem nakten Dehnstoffelement fielen positiv aus.

Auf einem Foto sieht man die "chemische Verschweißung"; der Rest ist ausgehärteter verklebter Schmutz.
.
20260719_182138.jpg
.
20260719_185451.jpg
.
20260719_185555.jpg
.

Grüße,
Hans-Uwe

Re: Zusatzluftschieber iE

Verfasst: Fr 24. Jul 2026, 13:11
von Hans-Uwe Fischer
.
Wie schon oben erwähnt, bildet sich nach dem Einschieben des Stößels ein Luftpolster zwischen Stößel und Stößelkanalende. Diese komprimierte Luf kann anfänglich einen negativen Einfluss auf die Luftdurchlassöffnung des Kolbenfensters haben. Um diese Möglichkeit vorab auszuschließen, lässt sich das Luftkissen durch gefedertes Eindrücken im Schraubstok entleeren. Die Zeiten sind unterschiedlich. Bei mir dauerte die längste Zeit ca. 2 Tage.

Wer darauf verzichtet, muss dann vermutlich laufend nachstellen, bis sich das Luftkissen langsam entleert hat. :(

Beispielaufbau siehe Foto:
.
20260724_125304.jpg
.
huf

Re: Zusatzluftschieber iE

Verfasst: Fr 24. Jul 2026, 21:45
von hgk
Moin,

das haben die doch damals im Werk auch nicht gemacht?
Und eine gewisse Toleranz in Kauf genommen, die sich durch die Einstellung der Drosselklappenluftschraube halbwegs nivillieren läßt.
ist ja unter dem Strich ein damals fortschrittliches, aber unter heutigen Maßstäben eher rudimentäres System.
Allerdings sehr robust ...

Re: Zusatzluftschieber iE

Verfasst: Sa 25. Jul 2026, 09:05
von Hans-Uwe Fischer
Moin,

ich gehe fest davon aus, dass der Raum unter dem Stoßel vakuumiert ist. Der Stößel muss an seinem mechanischen Anschlag sitzen. Es gibt dafür sicherlich verschiedene Fertigungsmöglichkeiten. Wie erwähnt, ca.1 mm Kolbenhub entsprechen ca. 10°C Auch die Linearität geht dabei verloren.

Ein aussagekräftiger Hinweis ist auch die federnde Transportsicherung auf dem Foto.

Die Luftentleerung unter Druck ist ja ein schleichender Prozess. Während dieser Evakuierungsphase ist ein Nivillieren am Drosselklappenbypass nicht sinnvoll. Einfach ein paar Tage abwarten und schaunen, ob das Fenster ab ca. 70°C geschlossen ist. Der Kolben im Dehnstoffelement ist immer unter starkem Federdruck.
.
(c) Mahle 103.30.png
.
huf

Re: Zusatzluftschieber iE

Verfasst: Sa 25. Jul 2026, 12:57
von Hans-Uwe Fischer
"Jugend forscht"

Ich zähle mich zwar nicht mehr so ganz zur Jugend, habe aber trotzdem ein wenig geforscht. Ist ein ZLS unrettbar verklemmt, so kann man von der axialen Schlauchstutzenseite her betrachtet, die Innereien herausbohren, bzw. ausfräsen. Danach lässt sich das Ausdehnelement leicht herausdrücken und der Grundkörper lässt sich reinigen ( z.B. glasperlenstrahlen).

Der dünnwandige Einpress-Zylinder mit seinen typenspezifischen Fentern, lässt sich danach ohne großen Aufwand mit entsprechendem Material 3D-drucken. Ein Versuchsmuster ( PLA ) passte auf Anhieb. Die passende Farbe könnte z.B. schwarz sein ( PPA-CF ).
.
20260725_120131.jpg
.
20260725_121555.jpg
.
Das Teil wurden nicht optimiert gedruckt und nicht nachgearbeitet. Die brauchbaren Teile sehen dann bestens aus.
.
huf