Re: Die Zukunft meiner DS (Rostschutz)
Verfasst: Mi 11. Mai 2022, 16:22
Wir können alle versuchen, genauso viel Kenntnis und Erfahrung zu erlangen, wie die Entwickler/ Hersteller solcher Produkte. Das erfordert Erfahrung (zu der auch Rückschläge gehören, die bei unseren Autos teuer sein können) und auch eine Menge Ahnung von Physik und Chemie, die manche auch erst einmal erwerben müssten. Wir können aber auch einfach mit etwas Schwarm- oder auch Halbwissen und etwas Intuition auf einen Lieferanten oder Hersteller vertrauen. Und wie etlichen Threads (nicht nur in diesem Forum) zu entnehmen ist, haben die beim Korrosionsschutz-Depot schon irgendwie Ahnung. Und ganz sicher gibt es dort verschiedenste Produkte, die alle auf Leinöl basieren und sich nur durch ein kleine Anpassungen auf die jeweiligen Anwendung unterscheiden. Aber anstatt nun mein eigenes Rezept zu suchen, würde ich in solch einem Fall tatsächlich einfach mal auf deren Erfahrung vertrauen. Und mit mir sagt das jemand, der am liebsten alles selbst kocht! Aber vielleicht auch gerade weil ich ein wenig die Chemie hinter den härtenden Ölen kenne, lasse ich gerne einen Spezialisten dran.
Zum (Mis-) verständnis Leinöl/ -firnis: Reines Leinöl härtet (polymerisiert) genauso wie Leinölfirnis, jedoch langsamer. In letzterem sind (meist) Trocknungsmittel enthalten (korrekt: Katalysatoren), die zu einer schnelleren aber auch etwas kurzkettigeren Polymerisation führen. Je langsamer die Härtung (falsch: Trocknung) desto langkettiger und damit elastischer ist der Film. Das ist zwar erstrebenswert, hängt aber sehr damit zusammen, wie ich mein Leinöl überarbeiten möchte. Wird es an einer Stelle angewendet, wo ein Lack drauf soll, kann ich mit einem halb gehärteten Film nichts anfangen. Kommt aber vllt nur ein Wachs oder gar nichts drauf, kann mir die Dauer der Härtung egal sein (wir sprechen von Wochen und Monaten). In Hohlräumen wiederum brauche ich eigentlich gar keine Härtung: Da möchte ich eher, dass mein Produkt stets kapillar weiter kriechen kann. Die Verdünnung hat wiederum nichts mit der Trocknung zu tun. Die hilft ggfs. nur das eher dickflüssige Öl besser in Holzporen oder Karosseriefalze eindringen zu lassen. Das Kapitel kaltgepresst vs verkocht hebe ich mir für den nächsten Vortrag auf
Zum (Mis-) verständnis Leinöl/ -firnis: Reines Leinöl härtet (polymerisiert) genauso wie Leinölfirnis, jedoch langsamer. In letzterem sind (meist) Trocknungsmittel enthalten (korrekt: Katalysatoren), die zu einer schnelleren aber auch etwas kurzkettigeren Polymerisation führen. Je langsamer die Härtung (falsch: Trocknung) desto langkettiger und damit elastischer ist der Film. Das ist zwar erstrebenswert, hängt aber sehr damit zusammen, wie ich mein Leinöl überarbeiten möchte. Wird es an einer Stelle angewendet, wo ein Lack drauf soll, kann ich mit einem halb gehärteten Film nichts anfangen. Kommt aber vllt nur ein Wachs oder gar nichts drauf, kann mir die Dauer der Härtung egal sein (wir sprechen von Wochen und Monaten). In Hohlräumen wiederum brauche ich eigentlich gar keine Härtung: Da möchte ich eher, dass mein Produkt stets kapillar weiter kriechen kann. Die Verdünnung hat wiederum nichts mit der Trocknung zu tun. Die hilft ggfs. nur das eher dickflüssige Öl besser in Holzporen oder Karosseriefalze eindringen zu lassen. Das Kapitel kaltgepresst vs verkocht hebe ich mir für den nächsten Vortrag auf