Leute, legt mal euren Spiegel beiseite...
Re: Leute, legt mal euren Spiegel beiseite...
Hier noch die Meinung des Bundesamts für nukleare Entsorgung zum Thema Transmutation:
https://www.bfe.bund.de/SharedDocs/Fakt ... ation.html
So Schluss für heute,
hab wieder einiges gelernt.
Grüße,
pit
Man könnte wahrscheinlich auch aus Blei Gold machen. Nur ob sich das rentiert?
https://www.bfe.bund.de/SharedDocs/Fakt ... ation.html
So Schluss für heute,
hab wieder einiges gelernt.
Grüße,
pit
Man könnte wahrscheinlich auch aus Blei Gold machen. Nur ob sich das rentiert?
Re: Leute, legt mal euren Spiegel beiseite...
Hallo Carsten,
das Hauptproblem war, dass die zeitweise komplett aus der Diskussion verschwundenen Kugelhaufen-Reaktoren nur zwei (?) Mal gebaut worden sind. Offiziell liefen Verträge über die Nutzung dieser Technik aus, die Wirtschaftlichkeit entfiel. Daher wurden die beiden Reaktoren abgestellt. Faktisch waren fast alle Vorteile nicht Wahr: die Halbwertzeit des Mülls beträgt zwar nur 500 Jahre ("nur" im Vergleich zum Abfall bei herkömmlichen Reaktoren), aber die Zusammensetzung der Kugeln war eben nicht so, dass bei ansteigender Temperatur die Spaltung geringer wurde. So war das aber mal angedacht. Theoretisch. Mit der Zusammensetzung, die dann gewählt wurde, war ein Schmelzen möglich und der Müll deutlich problematischer. Nebenbei wurde unterschlagen, dass die Entstehung/Verwendung bestimmter Gase mit dem verwendeten Graphit bei einem Leck zu nicht mehr kontrollierbaren Bränden führen würde. So ein Leck gab es im Versuchsreaktor Jülich. Nur die geringe Temperatur und das kleine Leck und das rechtzeitige Erkennen dieses Lecks verhinderte den Brand - zum Glück war es nur der kleine Versuchsreaktor.
Angeblich konnte kein waffenfähiges Material gewonnen werden, dazu gibt es heute genau die gegenteilige Auffassung. Die Sicherheit im Betrieb wurde hervor gehoben, leider aber auch nicht wahr. Jahrzehnte später findest Du im Netz ausreichend Arbeiten über die Unfälle und beinah Katastrophen der beiden Reaktoren in Hamm und Jülich bzw. dem zweiten normalen Reaktor in den USA. Beide Reaktoren hatten in ihrer kurzen Laufzeit jeden zweiten Tag einen Vorfall. Und in der Umgeben beider Reaktoren finden sich gehäuft Krebserkrankungen.
Die Dual Fluid Reaktoren laufen mit Uran und Plutonium - da sind wir dann doch recht schnell bei Windscale, Harrisburg und Co und haben die Entsorgung nur ein paar tausend Jahre an der Backe. Theoretisch sollen sie auch mit abgebrannten Brennstäben arbeiten und somit die Entsorgung des bestehenden Abfalls mit sich bringen. So der Plan.
das Hauptproblem war, dass die zeitweise komplett aus der Diskussion verschwundenen Kugelhaufen-Reaktoren nur zwei (?) Mal gebaut worden sind. Offiziell liefen Verträge über die Nutzung dieser Technik aus, die Wirtschaftlichkeit entfiel. Daher wurden die beiden Reaktoren abgestellt. Faktisch waren fast alle Vorteile nicht Wahr: die Halbwertzeit des Mülls beträgt zwar nur 500 Jahre ("nur" im Vergleich zum Abfall bei herkömmlichen Reaktoren), aber die Zusammensetzung der Kugeln war eben nicht so, dass bei ansteigender Temperatur die Spaltung geringer wurde. So war das aber mal angedacht. Theoretisch. Mit der Zusammensetzung, die dann gewählt wurde, war ein Schmelzen möglich und der Müll deutlich problematischer. Nebenbei wurde unterschlagen, dass die Entstehung/Verwendung bestimmter Gase mit dem verwendeten Graphit bei einem Leck zu nicht mehr kontrollierbaren Bränden führen würde. So ein Leck gab es im Versuchsreaktor Jülich. Nur die geringe Temperatur und das kleine Leck und das rechtzeitige Erkennen dieses Lecks verhinderte den Brand - zum Glück war es nur der kleine Versuchsreaktor.
Angeblich konnte kein waffenfähiges Material gewonnen werden, dazu gibt es heute genau die gegenteilige Auffassung. Die Sicherheit im Betrieb wurde hervor gehoben, leider aber auch nicht wahr. Jahrzehnte später findest Du im Netz ausreichend Arbeiten über die Unfälle und beinah Katastrophen der beiden Reaktoren in Hamm und Jülich bzw. dem zweiten normalen Reaktor in den USA. Beide Reaktoren hatten in ihrer kurzen Laufzeit jeden zweiten Tag einen Vorfall. Und in der Umgeben beider Reaktoren finden sich gehäuft Krebserkrankungen.
Die Dual Fluid Reaktoren laufen mit Uran und Plutonium - da sind wir dann doch recht schnell bei Windscale, Harrisburg und Co und haben die Entsorgung nur ein paar tausend Jahre an der Backe. Theoretisch sollen sie auch mit abgebrannten Brennstäben arbeiten und somit die Entsorgung des bestehenden Abfalls mit sich bringen. So der Plan.
Re: Leute, legt mal euren Spiegel beiseite...
Danke für die Versachlichung der Diskussion und die zusätzliche Information.
Ich finde es nicht notwendig persönlich zu werden und habe schon angesprochen, daß auch die Offenheit zur Anerkennung eines falschen Weges zu einer guten Diskussion dazugehört. Da bricht keinem ein Zacken aus der Krone.
Halbierung der Halbwertszeit auf 500 - 1000 Jahre? Na super.
Sonne und Wind machen zwar in der Entsorgung von Solarelementen und Windkraftanlagen auch Dreck, aber das macht doch mehr Sinn dafür eine Lösung zu suchen, als für die Lagerung von strahlendem Abfall für 500 Jahre mindestens.
Wieviel Wasser und Energie brauche ich eigentlich, um ein Kg Wasserstoff herzustellen? An der Verringerung der Menge von Edelmetallen in Brennstoffzellen wird ja bereits, und noch zu wenig, geforscht.
Bin ja kein Physiker und brauche da einfache Aussagen.
Danke und Grüße
Sebastian
Ich finde es nicht notwendig persönlich zu werden und habe schon angesprochen, daß auch die Offenheit zur Anerkennung eines falschen Weges zu einer guten Diskussion dazugehört. Da bricht keinem ein Zacken aus der Krone.
Halbierung der Halbwertszeit auf 500 - 1000 Jahre? Na super.
Sonne und Wind machen zwar in der Entsorgung von Solarelementen und Windkraftanlagen auch Dreck, aber das macht doch mehr Sinn dafür eine Lösung zu suchen, als für die Lagerung von strahlendem Abfall für 500 Jahre mindestens.
Wieviel Wasser und Energie brauche ich eigentlich, um ein Kg Wasserstoff herzustellen? An der Verringerung der Menge von Edelmetallen in Brennstoffzellen wird ja bereits, und noch zu wenig, geforscht.
Bin ja kein Physiker und brauche da einfache Aussagen.
Danke und Grüße
Sebastian
1973 DS 23 Break in Bleue Delta; 1975 Dyane 6 Orange; 1990 BX 16 TGI Break, Vert Triton; 1990 BX 19 4WD Break, Gris Meteore; 1991 BX 19 GTI 4x4 Silber; 1991 BX 16 Image; 2016 C5 Tourer Selection 150 S&S Dunkelgrau
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Frank Plate Verified
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- Registriert: Mo 24. Mär 2014, 16:39
Re: Leute, legt mal euren Spiegel beiseite...
Das erste Atomkraftwerk wurde 1954 in Betrieb genommen und es gibt bis heute weltweit kein Endlager, d.h..seit 66 Jahren wird radioaktive Abfall "zwischengelagert". Wobei Endlager nur die verharmlosende Umschreibung von "Wir können das Zeug nicht weder recyclen noch so weit dekontaminieren, dass es für Lebewesen unschädlich ist. Also vergraben wir es ganz tief."
Gruß Frank
Gruß Frank
-
Hans-Uwe Fischer
- Beiträge: 1834
- Registriert: Do 30. Jan 2003, 08:27
Re: Leute, legt mal euren Spiegel beiseite...
Es sind nicht die adäquaten Möglichkeiten der Endlagerung, sondern der Widerstand unwissender Teile der Bevölkerung.Frank Plate hat geschrieben: Das erste Atomkraftwerk wurde 1954 in Betrieb genommen und es gibt bis heute weltweit kein Endlager, d.h..seit 66 Jahren wird radioaktive Abfall "zwischengelagert". Wobei Endlager nur die verharmlosende Umschreibung von "Wir können das Zeug nicht weder recyclen noch so weit dekontaminieren, dass es für Lebewesen unschädlich ist. Also vergraben wir es ganz tief."
Gruß Frank
huf
Re: Leute, legt mal euren Spiegel beiseite...
Es sind nicht die adäquaten Möglichkeiten der Endlagerung, sondern der Widerstand unwissender Teile der Bevölkerung.
huf[/quote]
Das ist nicht richtig. Weder in Frankreich, Japan, China, Polen, Ungarn oder Russland usw. gibt es einen nennenswerten Widerstand von wissender oder unwissender Bevölkerung. In Schweden gibt es sehr weitgehende Pläne eines Endlagers. Die Umsetzung findet nicht statt, weil einfach niemandem klar ist, wie sich der Müll in ein paar tausend Jahren verhält. Letztendlich war die Dicke der Ummantelung von 5 cm Kupfer als nicht ausreichend angesehen worden, da in einem Gutachten die Korrosion von 0,5 Nanometer im Jahr als zu gering angesehen wurde. Bei Versuchen korrodierten bis zu 10000 Nanometer im Jahr. Die Versuche führte die von den Betreibern der Atomkraftwerke gemeinsam eingesetze Atommüllgesellschaft Svensk Kärnbränslehantering (SKB) durch.
huf[/quote]
Das ist nicht richtig. Weder in Frankreich, Japan, China, Polen, Ungarn oder Russland usw. gibt es einen nennenswerten Widerstand von wissender oder unwissender Bevölkerung. In Schweden gibt es sehr weitgehende Pläne eines Endlagers. Die Umsetzung findet nicht statt, weil einfach niemandem klar ist, wie sich der Müll in ein paar tausend Jahren verhält. Letztendlich war die Dicke der Ummantelung von 5 cm Kupfer als nicht ausreichend angesehen worden, da in einem Gutachten die Korrosion von 0,5 Nanometer im Jahr als zu gering angesehen wurde. Bei Versuchen korrodierten bis zu 10000 Nanometer im Jahr. Die Versuche führte die von den Betreibern der Atomkraftwerke gemeinsam eingesetze Atommüllgesellschaft Svensk Kärnbränslehantering (SKB) durch.
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Carsten_SM
- Beiträge: 1141
- Registriert: Sa 5. Sep 2009, 20:51
Re: Leute, legt mal euren Spiegel beiseite...
Warum nicht in Glas eingießen, und mittig in Australien aufstellen und dort bewachen ?
Ich hab mal David McKay gelesen, Ergebnis- es geht nur nuklear, oder bei weit geringerem Verbrauch als heute.
Man kann Sonne und Wind nicht hoch genug skalieren, die Energiedichte ist einfach zu gering bei diesen Verfahren.
Carsten
Ich hab mal David McKay gelesen, Ergebnis- es geht nur nuklear, oder bei weit geringerem Verbrauch als heute.
Man kann Sonne und Wind nicht hoch genug skalieren, die Energiedichte ist einfach zu gering bei diesen Verfahren.
Carsten
Re: Leute, legt mal euren Spiegel beiseite...
In Granitsockeln - rückholbar
Finnland googeln..

Finnland googeln..
Re: Leute, legt mal euren Spiegel beiseite...
Ja, Finnland googlen…
Da kann man auch schön nachlesen, warum gerade dort der Standort gewählt wurde. War ein bisschen wie damals im Wendland, nur anders herum
Aufgrund der Dichte der Bevölkerung und der Entwicklung ging man von keinem Widerstand aus und hatte damit Recht. Die Einlagerung findet genauso wie in Schweden geplant statt - somit wird der Müll nach 100 bis 500 Jahren nicht mehr geschützt ummantelt sein, da die Kupferummantelung korrodieren wird.
Gleichzeitig warnten Leute der zuständigen Behörde (Matti Sarnisto, Direktor des finnischen Instituts für Geologie) vor der Einschätzung, dass der Granit dort einer im Zulassungsverfahren berücksichtigten Eiszeit nicht standhalten würde. Fand ich schon fast wieder Lustig. Wir befassen uns mit der Erwärmung der Erde und dort wird eine Eiszeit mit eingeplant.
Aber da gebe ich Dir recht: die Lösung wird das kleinste Übel sein, und das wird wohl die Einlagerung in Granit sein.
Ist schon ein Ausdruck von Zivilisation: drei Generationen haben Strom und Luxus und 4000 Generationen kümmern sich um den Müll
Da kann man auch schön nachlesen, warum gerade dort der Standort gewählt wurde. War ein bisschen wie damals im Wendland, nur anders herum
Aufgrund der Dichte der Bevölkerung und der Entwicklung ging man von keinem Widerstand aus und hatte damit Recht. Die Einlagerung findet genauso wie in Schweden geplant statt - somit wird der Müll nach 100 bis 500 Jahren nicht mehr geschützt ummantelt sein, da die Kupferummantelung korrodieren wird.
Gleichzeitig warnten Leute der zuständigen Behörde (Matti Sarnisto, Direktor des finnischen Instituts für Geologie) vor der Einschätzung, dass der Granit dort einer im Zulassungsverfahren berücksichtigten Eiszeit nicht standhalten würde. Fand ich schon fast wieder Lustig. Wir befassen uns mit der Erwärmung der Erde und dort wird eine Eiszeit mit eingeplant.
Aber da gebe ich Dir recht: die Lösung wird das kleinste Übel sein, und das wird wohl die Einlagerung in Granit sein.
Ist schon ein Ausdruck von Zivilisation: drei Generationen haben Strom und Luxus und 4000 Generationen kümmern sich um den Müll