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Re: Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!
Verfasst: Do 17. Nov 2016, 00:25
von Robert
Hallo Bernd,
diese Frage versucht z.B. Paypal gerade für Dich zu beantworten. Das ist aber gleichzeitig der Punkt, an dem mir die Bargeldabschaffung diesseits aller Überwachungs- und Kontrollbefürchtungen (die ich damit nicht vom Tisch wischen möchte) unsympathisch ist: Das Bargeld ist ein Service, den uns der Staat steuerfinanziert kostenlos zur Verfügung stellt. Bargeldabschaffung bedeutet, dass private Zahlungsdienstleister in die Lücke springen. Und die werden sich das bezahlen lassen, wie es heuer schon die Kreditkartenunternehmen tun. Bezahlen werden das letzten Endes wir alle, und wenn es "nur" über verteuerte Preise für Waren und Dienstleistungen ist. Die Bargeldabschaffung folgt damit einem Trend, Wachstum über qua Verordnung zu beziehende Zwangsdienstleistung zu erzielen.
Um das mal aufzuzählen, wofür ich bezahle, ohne es zu wollen und ohne einen Nutzen davon zu haben: Die Zertifizierung meines Gewerbes, der Kammerzwang, die mir vorgeschriebene Software, die Überprüfung der Heizung durch den Rauchfangkehrer, der Energieausweis für die Wohnungen, die ich vermiete, der Makler, unser geliebter TÜV usw usf. Und selbst wenn ich Gutmensch meine jährliche Spende an medicins sans frontiers überweise, geht die Kohle nicht vollständig an irgendwelche Projekte in Syrien oder sonstwohin, sondern das Spendensiegel kriegt auch seinen Teil. Den grössten Batzen zahle ich aber im Supermarkt, mit den dort erworbenen Produkten finanziere ich die komplette Werbewirtschaft, die ihrerseits Sport und Privatfernsehen finanziert. Das ist eine "Steuer", über die kaum jemand spricht.
Gruss
Robert
Re: Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!
Verfasst: Do 17. Nov 2016, 07:51
von Gerhard Trosien
Kuhno hat geschrieben:
jeder kann mit Kreditkarte u.ä. zahlen wie er will, niemand hindert ihn, aber die Abschaffung des Bargelds komplett, ist der Einstieg in die Diktatur
Gerd (Barzahler)
Genau darum geht es.
Es wird da viele, viele Zwischenschritte geben:
"der hat ne Flasche Cola mit Zucker gekauft: 1 Strafpunkt, der AOK-Beitrag erhöht sich um 1,5 ct, ein Schokoriegel: noch ein Punkt..."
Der schmutzigen Phantasie unserer Volks"vertreter" sind keine Grenzen gesetzt...
Re: Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!
Verfasst: Do 17. Nov 2016, 08:37
von KW
17.11.2016 KW
Hallo,
Kuhno hat recht! Mit der Wegnahme des Bargelds sind wir der Willkür und Gier der Banken und des Staates noch mehr ausgeliefert.
Die Profiteure sind natürlich auch Lieferanten und Betreiber der Zahlsysteme. Diese Geräte kosten viel Geld und Gebühren für jede Transaktion wird zusätzlich fällig.
Bargeld ist gedruckte Freiheit. Das dürfen wir uns nicht nehmen lassen. Deshalb: Bargeld in`s Grundgesetz!
Viele Grüße
KW
DS 23, HA, Bj.73
Re: Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!
Verfasst: Do 17. Nov 2016, 09:01
von Hans-Uwe Fischer
Moin,
jetzt habt Ihr sicherlich eine Ahnung davon bekommen, wie kräftezerrend es für mich 33 Jahre lang war, meine Produkte erfolgreich in den Markt zu bringen.
HUF
Re: Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!
Verfasst: Do 17. Nov 2016, 09:11
von Kuhno
Hans-Uwe Fischer hat geschrieben:
Moin,
jetzt habt Ihr sicherlich eine Ahnung davon bekommen, wie kräftezerrend es für mich 33 Jahre lang war, meine Produkte erfolgreich in den Markt zu bringen.
HUF
Tja, so ist das in der Wirtschaft!
Nochmal - jeder kann zahlen wie er will, jeder kann so die Hose runter lassen über sein Kaufverhalten, es bleibt ihm selbst überlassen, die Möglichkeiten gibt es ja zuhauf.
Diese Formen der Bezahlung aber als Argument für die gänzliche oder auch nur teilweise Abschaffung des Bargelds anzuführen, wäre allerdings genau so untlauter, als wenn die Bargeldbefürworter die Abschaffung unbarer Zahlung fordern würde.
Bargeld ist Freiheit und gehört ins Grundgesetz. Jemand der sich freiwillig der totalen Überwachung unterwirft, ist ............... nun, ich sage es lieber nicht............
Übrigens Frankreich, ein Freund und Oldtimerhändler importiert jährlich ein paar Dutzend Autos aus Frankreich und zahlt sie heute noch zu ca 80% bar, die Franzosen lassen sich auch nicht alles aufzwingen.
Re: Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!
Verfasst: Do 17. Nov 2016, 09:18
von dosdres
hgk hat geschrieben:
Man könnte auch den ÖPNV kostenlos machen und anders umlegen ...
..genau so isses!
papiergeld hat keinen gegenwert, somit wertlos.
dito plastegeld.
aber gut für den staat, damit sind alle spatzen gefangen.
plastegeld=weniger arbeitsplätze, aber gut für die bankster.
wir wollen geld das einen realen wert hat.
goldmünzen das war und wäre das einzig richtige zahlungsmittel.
wenn vor mir einer/eine im supermarkt mit plaste bezaaaaaahhhaalt....kriege ich die kriese.
da sind die im geldbeutel kramenden omas weitaus schneller........
erik
Re: Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!
Verfasst: Do 17. Nov 2016, 09:22
von dosdres
Gerhard Trosien hat geschrieben:
Kuhno hat geschrieben:
jeder kann mit Kreditkarte u.ä. zahlen wie er will, niemand hindert ihn, aber die Abschaffung des Bargelds komplett, ist der Einstieg in die Diktatur
Gerd (Barzahler)
Genau darum geht es.
Es wird da viele, viele Zwischenschritte geben:
"der hat ne Flasche Cola mit Zucker gekauft: 1 Strafpunkt, der AOK-Beitrag erhöht sich um 1,5 ct, ein Schokoriegel: noch ein Punkt..."
Der schmutzigen Phantasie unserer Volks"vertreter" sind keine Grenzen gesetzt...
wie wahr, ich schließe mich an.
erik
Re: Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!
Verfasst: Do 17. Nov 2016, 10:09
von Hans-Uwe Fischer
Moin,
einige Beiträge von euch erinnern mich an die Zeit der Einführung des maschinenlesbaren Ausweises. Um nach D einzureisen, musste man lange Autoschlangen beim Grenzübertritt in Kauf nehmen. Dort wurden von der Grenzpolizei die Ausweise eingezogen um dann von Hand die Daten in den Computer eingetippt.
Das war für alle Beteiligten ein grosses Ärgernis und der Ruf nach Optimierung kam auf. Ergebnis: Die Schriftart des Ausweises wurde leicht verändert. Nämlich in OCR-A. Also für Maschine und Mensch lesbar.
Was sich dann ab dieser geringfügigen Änderung in unserer Republik abspielte, ist unbeschreiblich. Da sind die hiesigen islamisierungs-Probleme Kleinkram dagegen. Damals brachte man Orwell in's Gespräch, hier im Forum geht's mehr in Richtung Bert Brecht.
HUF
PS: Solange ihr hier nicht differenziert und strukturiert, aber alles in einen Breitopf schmeisst, also Technik, Anwendung und Politik vermatscht, solange ist es hier mal wieder völlig unfruchtbar.
Re: Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!
Verfasst: Do 17. Nov 2016, 10:21
von Kuhno
Hans-Uwe Fischer hat geschrieben:
Moin,
einige Beiträge von euch erinnern mich an die Zeit der Einführung des maschinenlesbaren Ausweises. Um nach D einzureisen, musste man lange Autoschlangen beim Grenzübertritt in Kauf nehmen. Dort wurden von der Grenzpolizei die Ausweise eingezogen um dann von Hand die Daten in den Computer eingetippt.
Das war für alle Beteiligten ein grosses Ärgernis und der Ruf nach Optimierung kam auf. Ergebnis: Die Schriftart des Ausweises wurde leicht verändert. Nämlich in OCR-A. Also für Maschine und Mensch lesbar.
Was sich dann ab dieser geringfügigen Änderung in unserer Republik abspielte, ist unbeschreiblich. Da sind die hiesigen islamisierungs-Probleme Kleinkram dagegen. Damals brachte man Orwell in's Gespräch, hier im Forum geht's mehr in Richtung Bert Brecht.
HUF
PS: Solange ihr hier nicht differenziert und strukturiert, aber alles in einen Breitopf schmeisst, also Technik, Anwendung und Politik vermatscht, solange ist es hier mal wieder völlig unfruchtbar.
Der Vergleich mit dem maschinenlesbaren Ausweis ist meiner Ansicht nach ziemlich daneben, es geht um weitaus mehr, es geht um das was ich oben ausführlich beschrieb, "geringfügige Änderung" nun, mal ganz ehrlich, das ist doch mal so was von daneben, die Änderung wäre ein äusserst eklatanter Eingriff in die Freiheit!
Noch praktischer wäre diese "Geringfügige Änderung" bei der Implantierung eines Chips mit allen Daten und Zahlungsinformatioenen von Geburt an, Das wäre ja sowas von praktisch und zeitsparend, wie schön wäre das, man kann ins Kino ohne anzuhalten, an der Kasse einfach vorbei, die Polizei und das Finanzamt weiss immer wo man ist oder war, Unternehmen hätten traumhafte Daten zur ganz personalisierten Werbung, die Krankenkassen und Versicherung könnten ganz indiduelle Tarife berechnen............
Geht's noch?
Das hat mal mit Brecht ganz wenig, mit Orwells Horrorvisionen um so mehr zu tun.
Brecht in sofern nur mit seinem Spruch "Die allerdümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber"
Und - das Thema ist nun mal hochpolitisch.
Re: Bargeldzahlungen in Frankreich, nein danke!
Verfasst: Do 17. Nov 2016, 10:43
von ID70
Für eine gute Leistung gebe ich auch mal gerne ein "Trinkgeld".
Es wäre Schade drum...
Mit dem Schein winkt, Martin