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Re: Wieviel Originalität geht mit den Jahren verloren ?
Verfasst: Mi 9. Nov 2016, 18:15
von ...hannes
[quote="Thomas Held"]
Ich bezweifle, dass man den originalen Fahreindurck an einer neuen DS ueberhaupt Jahrzehnte lang speichern kann.
[/quote]
Dem schließe ich mich vollinhaltlich an, denn die Zeit verklärt die Eindrücke - was auch für alle anderen Lebensbereiche gilt.
In der (verklärten) Erinnerung an die 23 i.e. erschien sie mir damals wie ein riesiges Schiff, in deren Ledergestühl - besonders der Rückbank - man wie in einem Daunenbett versank und deren Motorleistung einen beim Beschleunigen tief in die Rückenlehne drückte.
Die Referenzfahrzeuge von damals waren hauptsächlich Opel Kadett, VW Käfer, Fiat 128, ab und zu vielleicht auch noch ein Franzose wie der Renault 10 Major, der Simca 1100 oder der R4. Meine Ente war damals ein echter Exot im südöstlichen Grenzland zum damaligen Jugoslawien und auch einen Mercedes bekam man dort nur ganz selten zu sehen...
Kein Wunder also, dass man in diesem Vergleichsumfeld die DS ganz anders erlebt hat als heute...
lg
Re: Wieviel Originalität geht mit den Jahren verloren ?
Verfasst: Fr 11. Nov 2016, 08:49
von maldini
Hallo hannes,
.. Ich bezweifle, dass man den originalen Fahreindurck an einer neuen DS ueberhaupt Jahrzehnte lang speichern kann...
.. dem schließe ich mich vollinhaltlich an, denn die Zeit verklärt die Eindrücke - was auch für alle anderen Lebensbereiche gilt...
dem, was Thomas und Du schreiben, kann ich mich auch nur anschliessen -
Als ich mit meinem ersten ID und 75? Langhuber PS durch die Gegend fuhr, hatte ich gefühlt und wahrgenommen ein Riesenschiff und kräftiges Auto ..
Die damalige Vergleichsklasse war auch bei mir Kadett, 1200 Käfer, Fiat 127, Simca 1000, Ente und R4.
Im Vergleich zu aktuellen Mittelkassemobilen relativiert sich auch ein DS -
Was nicht daran ändert, dass er sich besonders (schön) fährt!
Grüße
Karl
Re: Wieviel Originalität geht mit den Jahren verloren ?
Verfasst: Fr 11. Nov 2016, 09:41
von uwe.v11
meine erste große Tour, 3.800km nach Dänemark,nach bestandenem Führerschein,war mit
unserem ID 21 F (Break).
Wohnwagen dran und die ganze Familie drinne.
Mama,Papa,Geschwister.
wie wenn ich heute Deep Purple "Child in Time" höre...
so fühlt es sich an,wenn ich in meine so überhaupt nicht perfekte DSuper5 sitze.
dabei ist es mir piepegal,wenn die schwarz angemalten Felgen nicht AC140 haben.
der Fahrersitz hängt nach links,ist schon etwas durchgesessen,
die original Farbe ist übertüncht mit AC 088..
trotzalledem,ich mag sie sehr und ich finde das macht SIE aus,42 Jahre in Deutschland überstanden zu haben,
mit etwas Schminke hier und da.
wenn alles original bleiben soll,dann muß mans kaufen und wegstellen in einen Raum mit der idealen Luftfeuchtigkeit
und darf wirklich nie,nie mal mit rumfahren.
wer will sowas?
ICH NICHT
Gruß Uwe
Re: Wieviel Originalität geht mit den Jahren verloren ?
Verfasst: Fr 11. Nov 2016, 10:29
von hgk
[quote=maldini]
Hallo hannes,
Im Vergleich zu aktuellen Mittelkassemobilen relativiert sich auch ein DS -
Was nicht daran ändert, dass er sich besonders (schön) fährt!
Grüße
Karl[/quote]
aber nur von außen, innen hat selbst in der Oberklasse keiner so viel Platz, Maybach mal ausgenommen ...
Re: Wieviel Originalität geht mit den Jahren verloren ?
Verfasst: Fr 11. Nov 2016, 11:52
von KW
11.11.2016 KW
Hallo Uwe,
den Fahrersitz wechseln, gegen der Beifahrersitz?
Ich habe die Sitze mal ausgebaut und umbezogen. Dabei habe ich die untergespannten Gurte ( waren lahm ) gewechselt gegen elastische Gurte. Geht mit der Unterfederung mit Wellenfedern. Schlimmstenfalls die Schaumauflage tauschen.
Kein Hexenwerk.
Alte Sitze mit Federkorb sind da etwas komplizierter. Unterpolsterung bringt ein Polsterer ohne Schwierigkeiten i.O.
Federkörbe gibt es z.B. bei Fa. Sassen.
Viel Erfolg und Grüße
KW
DS 23, HA, Bj. 73
Re: Wieviel Originalität geht mit den Jahren verloren ?
Verfasst: Fr 11. Nov 2016, 11:59
von uwe.v11
danke KW
wäre ne Option die Sitze zu tauschen,
dann würde meine Liebste auf dem Beifahrersitz sich zu mir mehr hin lehnen...
Gruß Uwe
Re: Wieviel Originalität geht mit den Jahren verloren ?
Verfasst: Fr 11. Nov 2016, 13:04
von Manfred
[quote=hgk]
[quote=maldini]
Hallo hannes,
Im Vergleich zu aktuellen Mittelkassemobilen relativiert sich auch ein DS -
Was nicht daran ändert, dass er sich besonders (schön) fährt!
Grüße
Karl[/quote]
aber nur von außen, innen hat selbst in der Oberklasse keiner so viel Platz, Maybach mal ausgenommen ...[/quote]
Hallo Karl,
also bezüglich der Platzverhältnisse (zumindest vorne) muss ich dir leider widersprechen. Also wenn ich da keine Schrumpf-DS habe, so ist mein Platzeindruck vorne hinter dem Lenkrad sehr beengt. Sicherlich ist es mit meiner Größe von 1,98m sicherlich nicht einfach, in jedem Auto vorne hinter dem Volant genügend Platz vorzufinden, aber z.B. in meinem Alltagsauto, einem Golf 7, habe ich bei maximal zurückgeschobenen Vordersitz gefühlt mindestens 10cm mehr Platz zwischen Rückenlehne und Pedalerie. Schulter-und Kopffreiheit vorne sind vergleichbar zum Golf 7.
Allerdings hat eine DS im Vergleich zu den damaligen Oberklasse-Autos hinten relativ viel Beinfreiheit zu bieten. Meine (kurze) Mercedes S-Klasse W116, die ich wegen Platzmangel vor dem Kauf der DS leider verkaufen musste, hatte hinten weniger Beinfreiheit, aber dafür mehr Kopf-und Schulterfreiheit.
Manfred
Re: Wieviel Originalität geht mit den Jahren verloren ?
Verfasst: Fr 11. Nov 2016, 15:20
von Sensenmann
Manfred: Das liegt schlichtweg daran, daß die Menschen früher eher kleiner waren ... und der Franzose - an sich - auch kleiner als der Deutsche - an sich - .
Es gibt ja verlängerte Sitzschienen. Bzw. kann man sie doch recht einfach zurückversetzen und dann haben die Hinterbänkler immer noch genug Platz. In jedem normalen Auto wird es hinter Dir eng.
Re: Wieviel Originalität geht mit den Jahren verloren ?
Verfasst: Fr 11. Nov 2016, 18:58
von Manfred
Sensemann: Ja klar, die Menschen waren damal kleiner und auch heute liege ich mit meinen 1,98m deutlich über den Durchschnitt.
Nur Karl betonte die überdurschnittlichen Platzverhältnisse der D-Modelle, und genau dies ist aber der Punkt, der mich am meißten an der DS stört: Zu wenig Platz für mich hinter dem Lenkrad
Manfred
Re: Wieviel Originalität geht mit den Jahren verloren ?
Verfasst: Sa 12. Nov 2016, 01:06
von Robert
Hallo Manfred,
das wäre jetzt eigentlich ein eigenes Thema, vielleicht kann man es aus dem thread hier ausgliedern. Ich bin exakt genau so gross wie Du, also 1,98, nach Fremd- und Eigeneinschätzung normal propotioniert und nach BMI normalgewichtig. Und ich bin mit den Platzverhältnissen auf dem Fahrersitz recht zufrieden, obwohl ich eigentlich ziemlich krüsch bin, was mein physisches Kommodsein angeht. Ich hatte einen Kommilitonen, der sich mit 2,10 in einen Ford Taunus hineinfaltete und das ok fand, während ich dieses Auto als unbenutzbar ansehe. Für mich war es sogar so, dass ich, nachdem ich das erste Mal eine DS gefahren bin, das Gefühl hatte, endlich ein passendes Auto gefunden zu haben, so ähnlich, wie es mir zuvor mit meinem ersten Massanzug und mit dem Fahrrad im Sondermass RH 69 gegangen ist.
Der grosse Pluspunkt bei der Deesse ist die Höhe des Innenraums und die daraus resultierende Kopffreiheit. Nehmen wir als Vergleich mal den Mercedes W 124, da muss ich den Fahrersitz ganz nach unten stellen, um nicht ans Dach zu stossen. Um dann die Beine vernünftig unterzubringen, muss der Sitz bis zum Anschlag nach hinten. Ergebnis: Im Fond ist keine Beinfreiheit mehr und ich erreiche das Lenkrad nur mit gestreckten Armen. In der Deesse bin ich zwar näher am Lenkrad, aber ich sitze auch höher, sodass ich gar nicht so weit nach hinten muss, um die Beine unterzubringen. Wenn ich, bei vorhandener Sitzhöhenverstellung, den Sitz vorne hoch und hinten tief stelle, liegen die Oberschenkel durchgängig auf der Sitzfläche auf. Optimal ist das allerdings nur bei HA, der Pilz liegt ja tiefer als das ID-Bremspedal, und das linke Bein muss zum Kuppeln nicht angehoben werden. Nachteilig ist der dadurch etwa 90° betragende Knickwinkel in der Hüfte, der allerdings nicht so dramatisch zu spüren ist, solange der unterzubringende Bauch nicht allzu dick ist. Mit der Einstellung vorne hoch, hinten tief komme ich sogar gerade noch im SM zurecht, während der CX, den ich - horribile dictu - für schöner als die Deesse halte, in keiner Sitzeinstellung auch nur annähernd für mich funktioniert, einfach weil die Kopffreiheit fehlt, gleiches gilt für den C6, sonst hätte ich längst einen.
Aber da im Fond so viel Platz ist, kann man auch den Fahrersitz noch etwas nach hinten versetzen, was bei Autos mit manueller Schaltung Sinn macht. Am einfachsten ist es, die Winkel, in denen die Sitzhöhenverstellung einghängt ist und die am Fahrzeugboden verschraubt sind, aus starkem Material neu und 5 cm länger anzufertigen. Dann versetzt man die jeweils 3 Löcher, in die die Höhennverstellung eingreift, um die gewonnenen 5 cm nach hinten und hat damit Beinfreiheit gewonnen. So habe ich das bei meiner ID gemacht. Bei den frühen Modellen ist die Sitzverstellung nach hinten geringer als bei den Autos nach '61. Bei meiner 59er habe ich ein 5mm Flacheisen zwischengelegt und die Sitzkonsole 7 cm weiter hinten verschraubt.
So, und nun lege ich mich in mein 2,20 grosses Bett und decke mich mit meinem 2,20 x 1,55 messenden Plumeau zu, um morgen nach erholsamem Schlaf und einem kräftigenden Frühstück in die Werkstatt zu fahren und an der ID zu schrauben.
Gute Nacht
Robert