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Re: Springt an, geht aus, ist tot
Verfasst: Mo 20. Okt 2014, 13:19
von Langhuber
Klaus,
aber ich denke Thorsten hat einen Anlasser mit Magnetschalter direkt am Anlasser und hat da mit dem Hammer draufgeklopft.....
logisch, Du hast vermutlich recht. Man schliesst ja immer von sich selbst auf andere.

Wenn man mit dem Hammer auf dem Gelbon-Relais rumklopft, bleibt der Hammer vermutlich heil...
Gruß
Klemens
Re: Springt an, geht aus, ist tot
Verfasst: Mo 20. Okt 2014, 13:24
von DS20_break
Wenn man nicht weiß was für ein Modell (Typ, Bj., etc.) der Fragende hat, ist es immer eine Raterei, was sein könnte. Unsere Mesdames unterlagen im Laufe ihres Lebens doch gewissen Änderungen, die dem Fortschritt dienen (sollten).
Re: Springt an, geht aus, ist tot
Verfasst: Mo 20. Okt 2014, 13:38
von Thomas Held
[quote=klaus_id19]
Unsere Baujahre wurden denke ich noch mit Anlassern ausgestattet, wo der Magnetschalter nicht am Anlasser integriert war....
[/quote]
Der Magnetschalter ist immer 'am Anlasser integriert' - entweder der Anlasser hat einen Magnetschalter oder nicht (Bendix-Trieb).
Unabhaengig davon gibt es das Starter-Relais am Batteriepluspol - doppelt gemoppelt fuer Anlasser mit Magnetschalter (zumindet beim Handschalter), unentbehrlich fuer Anlasser mit Traegheits-Antrieb (Bendix).
Weggelassen wurde das serienmaessig erst bei spaeten Schaltwagen, soweit ich weiss.
Gruss,
Tom
Re: Springt an, geht aus, ist tot
Verfasst: Mo 20. Okt 2014, 13:40
von MichaIN
Macht doch nichts, jetzt habe ich wenigstens gelernt, daß späte Autos zumindest als Handschalter manchmal kein Relais von Gelbon o.ä. an der Batterie haben.
Ich kannte nur welche mit.
Gruß Michael.
Re: Springt an, geht aus, ist tot
Verfasst: Mo 20. Okt 2014, 14:56
von klaus_id19
sorry Tom, hatte mich undeutlich ausgedrückt..... dein doppelt gemoppelt trifft es besser....
wollte nur zum Ausdruck bringen, dass Thorsten wahrscheinlich an einem robusten Metallteil im Motorraum und nicht an einem Plastikteil in der Nähe der Batterie wohltuendes Hammerwerk verrichtet hat....
Gruesse Klaus
Re: Springt an, geht aus, ist tot
Verfasst: Mo 20. Okt 2014, 17:17
von 1956-1969
Ich bezweifle, dass die Ausstattung mit Handstartrelais an der Batterie was damit zu tun hat, ob der DS ein „Handschalter“ ist oder ein Halbautomat.
Obwohl ich zugebe, über das Thema noch nie nachgedacht zu haben.
ALLE DS ab Beginn bis mindestens gegen Mitte 71 hatten bestimmt das Gelbon Relais an der Batterie, egal wie das Getriebe geschaltet wird, und ich denke sogar, alle ID. Korrigiert mich, wenn es falsch ist.
Also kommen nur für das letzte Fünftel der 20 Jahre Bauzeit Wagen „ohne“ in Frage. Das wären dann bestimmt auch nicht „die meisten“, die keins haben.
Ich kann mich nicht erinnern, je einen Wagen im Zeitbereich meines Nicknamens ohne dieses Relais zu Gesicht bekommen zu haben.
Uli
Re: Springt an, geht aus, ist tot
Verfasst: Di 21. Okt 2014, 09:29
von Langhuber
[quote="Thomas Held"]
Der Magnetschalter ist immer 'am Anlasser integriert' - entweder der Anlasser hat einen Magnetschalter oder nicht (Bendix-Trieb).
Unabhaengig davon gibt es das Starter-Relais am Batteriepluspol - doppelt gemoppelt fuer Anlasser mit Magnetschalter (zumindet beim Handschalter), unentbehrlich fuer Anlasser mit Traegheits-Antrieb (Bendix).
[/quote]
Da habe ich aber meine Zweifel: Das wäre nicht doppelt gemoppelt:
Man hätte zwei Magnetschalter in Serie geschaltet, d. h. doppelten Übergangswiderstand und doppeltes Ausfallrisiko.
Technisch besteht der Sinn des Bendix-Anlassers doch wohl darin, den Magneten zum Einrücken des Ritzels zu sparen. So wie bei den Alt-Enten, bei denen das Ritzel mit dem Seilzug eingerückt wurde. Dadurch, dass nicht elektro-magnetisch eingerückt werden muss, kann die Spule des Gelbon-Relais kleiner dimensioniert werden und das Relais selbst muss nicht unbedingt am Anlasser direkt montiert werden.
Vielleicht gab es Anlasser, bei denen nicht der "Magnetschalter ... 'am Anlasser integriert' " war, sondern ein Elektromagnet, der nur das Ritzel eingerückt hat?
Ich meine übrigens, irgendwo gelesen zu haben, dass ganz am Anfang keine gelbon-Relais eingesetzt worden waren, sondern Relais eines anderen Herstellers, aber mit gleicher Funktion. "Gelbon" ist ja kein spezieller Relaistyp, sondern der Name des Herstellers.
Klemens
Re: Springt an, geht aus, ist tot
Verfasst: Di 21. Okt 2014, 09:51
von Thomas Held
[quote=1956-1969]
Ich bezweifle, dass die Ausstattung mit Handstartrelais an der Batterie was damit zu tun hat, ob der DS ein „Handschalter“ ist oder ein Halbautomat.
Obwohl ich zugebe, über das Thema noch nie nachgedacht zu haben.
/quote]
Es ist komisch, ist aber so, Uli.

Der Ersatzteilkatalog 648 listet fuer die DS-Modelle das Gelbon-Relais (und entsprechend Nebenschluss am Anlasser) nur noch fuer die Halbautomaten DX, bei mechanisch geschalteten DS, d.h. DJ, fehlen das Relais und die Bruecke zwischen Magnetschalter und Anlasser.
Gruss,
Tom
Re: Springt an, geht aus, ist tot
Verfasst: Di 21. Okt 2014, 10:04
von Thomas Held
[quote=Langhuber]
[quote="Thomas Held"]
Der Magnetschalter ist immer 'am Anlasser integriert' - entweder der Anlasser hat einen Magnetschalter oder nicht (Bendix-Trieb).
Unabhaengig davon gibt es das Starter-Relais am Batteriepluspol - doppelt gemoppelt fuer Anlasser mit Magnetschalter (zumindet beim Handschalter), unentbehrlich fuer Anlasser mit Traegheits-Antrieb (Bendix).
[/quote]
Da habe ich aber meine Zweifel: Das wäre nicht doppelt gemoppelt:
Man hätte zwei Magnetschalter in Serie geschaltet, d. h. doppelten Übergangswiderstand und doppeltes Ausfallrisiko.
[/quote]
Du bezweifelst meine Aussage, um sie im naechsten Satz zu untermauern???
[quote=Langhuber]
Technisch besteht der Sinn des Bendix-Anlassers doch wohl darin, den Magneten zum Einrücken des Ritzels zu sparen. So wie bei den Alt-Enten, bei denen das Ritzel mit dem Seilzug eingerückt wurde. Dadurch, dass nicht elektro-magnetisch eingerückt werden muss, kann die Spule des Gelbon-Relais kleiner dimensioniert werden und das Relais selbst muss nicht unbedingt am Anlasser direkt montiert werden.
[/quote]
Erst durch den Bendix brauche ich ueberhaupt das Gelbon-Relais! Bei den spaeteren Versionen mit Magnetschalter braeuchte ich ueberhaupt kein Gelbon an der Batterie (was die spaeten Handschalter ja auch beweisen!).
Ein Grund fuer das Beibehalten des Gelbon-Relais koennte die Belastbarkeit des Anlasskontaktes am Gangwaehlhebel bzw. Zuendschloss bzw. Anlasstaster sein. Moeglicherweise waren die spaeten Zuendschloesser hinreichend robust (wie bei 'normalen' Autos ja auch), um den Magnetschalterstrom des Anlassers direkt darueber zu leiten. Das wuerde auch erklaeren, warum die Halbautomaten bis zuletzt das Gelbon-Relais verbaut hatten...
[quote=Langhuber]
Vielleicht gab es Anlasser, bei denen nicht der "Magnetschalter ... 'am Anlasser integriert' " war, sondern ein Elektromagnet, der nur das Ritzel eingerückt hat?
[/quote]
Genau so sind ja die Anlasser "mit Nebenschluss" aufgebaut: Das Gelbon gibt gleichzeitig Strom auf Magnetschalter und Anlasser. Der Magnetschalter dient dabei nur dem Einruecken. Bei der spaeter verwendeten "normalen" Verschaltung rueckt der Magnetschalter das Ritzel ein und gibt dann Strom auf den Anlassermotor.
[quote=Langhuber]
Ich meine übrigens, irgendwo gelesen zu haben, dass ganz am Anfang keine gelbon-Relais eingesetzt worden waren, sondern Relais eines anderen Herstellers, aber mit gleicher Funktion. "Gelbon" ist ja kein spezieller Relaistyp, sondern der Name des Herstellers.
[/quote]
Das meine ich auch.

Gruss,
Tom
Re: Springt an, geht aus, ist tot
Verfasst: Di 21. Okt 2014, 10:38
von Langhuber
@Thomas Held
sorry, da ging wohl etwas mit der Begrifflichkeit durcheinander:
"doppelt gemoppelt" bedeutet in der Umgangssprache ja, dass etwas über-dimensioniert ist. Auf ein Auto bezogen z. B. der Fall, dass man vorsichtshalber zwei Anlasserbatterien einbaut und zwei Gelbon-Relais, so dass man entweder mit der einen oder mit der anderen Batterie starten kann, wenn eine Batterie leer ist.
Bei zwei in Serie geschalteten Relais wird die Sache aber nicht sicherer: Fällt eines von beiden aus, fällt das ganze System aus. Betriebsmässig addieren sich auch die Übergangswiderstände, so dass auch bei Funktionieren beider Relais die Spannung am Anlasser niedriger ist, als wenn der Strom nur über einen Kontakt fliessen müsste.
Der nächste Punkt and dem wir wohl aneinander vorbeireden, sind die beiden Begriffe "Magnetschalter" und "Nebenschluss":
Bei Magnetschalter denke ich immer an einen magnetisch betätigten Schalter, der einen oder mehrere Kontakte schliesst, also ein Relais.
Und bei einem Elektromotor denke ich bei Nebenschluss immer an einen Nebenschlussmotor, bei dem Erregerwicklung (Stator) parallel (also im Nebenschluss) zum Rotor geschaltet ist. Das Gegenteil davon sind Hauptschluss- oder Reihenschlussmotoren, da ist Erregerwicklung und Rotorwicklung in Reihe geschaltet. Übrigens werde für Anlassermotoren üblicherweise Reihenschlussmotore verwendet, weil die ein stärkeres Anzugsdrehmoment haben.
Ich vermute jetzt eines: Bei dem von Dir angeführten Anlasser mit "Magnetschalter" und "Nebenschluss" müsste ein fettes ungeschaltetes +Kabel zum Magnetschalter des Anlassers führen und der Kontakt des Gelbon-Relais schaltet über "Nebenschluss", wie Du es ausdrückst nur die Wicklung des Magnetschalters ein, um wie Du schriebst, die Kontakte des Anlasserknopfes oder des Zündschlosses zu entlasten.
Nicht auszuschliessen ist aber noch ein anderer Fall: Irgendwann wurde mal der original Bendix-Anlasser gegen einen mit richtigem Magnetschalter ausgetauscht, und um sich die Umverdrahterei zu sparen hat man unten den die beiden Anschlüsse am Anlasser dirkt verbunden.
Klemens