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Re: Frage an die Vergaserspezialisten

Verfasst: So 17. Okt 2004, 16:49
von ACCM Alex
Hallo Carsten,

okay, soweit so gut. Nur ist halt ( s.o.) meine größte Sorge, daß laut der einschlägigen Literatur einige Sachen wie auch Düsen beim einen Vergaser vorhanden sind, beim anderen es diese Düsen aber gar nicht gibt und umgekehrt. Sind die Vergaser wirklich so verschieden? Es geht ja hier nicht um völlig verschiedene Autos sondern lediglich um eine Differenz von 0,3 Liter Hubraum und 12PS, oder?
Oder meinst Du, mit dem Tausch der Düsen( sofern vorhanden) und der Lufteinlässe ist es in meinem Fall ausreichend?

Grüße

Alex

Re: Frage an die Vergaserspezialisten

Verfasst: So 17. Okt 2004, 22:29
von Behemoth
Hallo Alex,

soweit wie Carsten bin ich nicht eingestiegen. Ich war nur mal in einer ähnlichen Situation wie Du, hatte allerdings den passenden Ersatzvergaser, zerlegt, gesäubert, geplant usw., und hinterher lief der Wagen zwar besser, aber eben auch nicht perfekt. Noch ein paar Mal ein- und ausgebaut, Schwimmernadelventil nachgestellt, 2.Stufe nochmal eingestellt…Dann habe ich mich entschlossen, den Originalvergaser machen zu lassen, habe auch noch den Verteiler mit dazugepackt und zu Günther geschickt. Der besagte Herr Moog war auch mein Ansprechpartner. Die Drosselklappenwelle haben die als Übermassteil (ich glaube 9,5 statt 9mm) eingesetzt. Ganz wichtig ist beim Wiedereinbau die gute Abdichtung des Vergaserfusses. Ich habe die dicke Dichtplatte geplant und sowohl zum Krümmer als auch zum Vergaser hin eine Papierdichtung eingesetzt. Es ist wohl eine Frage davon, was man drauf hat und wie die eigene Werkstatt ausgerüstet ist. Ich für meinen Teil war seinerzeit einfach glücklich, dass der Wagen danach endlich vernünftig lief und die Basteleien ein Ende hatten.

Gruss
Behemoth

Re: Frage an die Vergaserspezialisten

Verfasst: Mo 18. Okt 2004, 08:27
von Georg
Hallo Alex,

entsprechend dem DMA1 gibt es den DLEA2, ersterer sollte für 98PS gut sein, zweiterer für 90 PS mit gleichen Lufttrichtern und ähnlicher Bedüsung. Den Unterschied hab ich noch nicht genau eruiert. Beide sind für den 19er/20er Motor.

Habe einen DLEA1 (enstpricht DMA2) auf meiner 1985ccm D Spécial montiert, mit dem Erfolg, dass der Wagen mit erhöhtem Verbrauch lief wie die Feuerwehr. Habs wieder umgebaut, weil Löcher im Ansprechverhalten zwischen erster und zweiter Stufe feststellbar waren.

Die 21er und 23er Motore hatten die gleichen Lufttrichter aber andere Bedüsung.

Du kannst vom DMA1 das Gehäuse und die Peripherie sowie die Drosselklappen übernehmen wenn die Drosselklappenwelle beim DMA1 besser ist. Vom DMA2 würd ich die verschleißfreien Lufttrichter einsetzen (die Zahlen auf dem Gehäuse stimmen dann halt nicht) und die Düsen für den DMA2 beim Viktor Günther besorgen. 30€ oder so.

Den DMA1 auf eine 23er zu montieren, würde ich nicht empfehlen, erstens hättest Du einen immensen Leistungsverlust aufgrund der geringeren Zylinderfüllung und ein (nachzuweisender) magerer Lauf könnte höhere Verbrennungstemperaturen und Schädigungen nach sich ziehen.

Die beste Abstimmung hast Du sicher mit dem DMA2, wobei Du, wie gesagt, die Gehäuseteile nehmen kannst, die Düsen nicht ohne EInbußen in Antritt, Durchzug und Leistungscharakteristik (Beschleunigungslöcher).

Gruß Georg

Re: Frage an die Vergaserspezialisten

Verfasst: Mo 18. Okt 2004, 08:44
von Georg
21er Vergaser 104 PS
23er Vergaser 120 PS

21 i.e. 110 PS
23 i.e. 126 PS

Oder irre ich?

Das heißt, zwischen DLEA2 (90 PS) und DMA1 (98) sind schon 8 PS, aber zum DLEA1 (104 PS) bzw. DMA2 gibts deutliche Unterschiede.
Welche Leistungen mit DMA3 (DS20?) bzw. DMA4 zu erreichen sind, weiß ich jetzt nicht ohen nachzusehen, ich glaube mich aber an deren Existenz zu erinnern.

Gruß Georg

Re: Frage an die Vergaserspezialisten

Verfasst: Mo 18. Okt 2004, 10:44
von H.-U. Fischer
Hallo Carsten,

ich würde gerne noch Deine Ausführungen ergänzen:
Die Befestigungsschrauben der Drosselklappen/Welle, sind oft vom Werk aus verstemmt. Wenn diese dann mit Kraftaufwand herausgedreht werden, kann man das Gewinde zerstören. Desweiteren kann dabei sehr leicht die Welle verbogen werden. Die ist im geschlitzten Bereich sehr empfindlich. Am besten vorher den gestauchten Bereich an den Schrauben wegschleifen.
Umgekehrt müssen unbedingt die Schrauben gegen das Herauslösen wieder gesichert werden. Sonst gibt´s hässliche Geräusche aus dem Motor.
Zum Reinigen des Vergasers und seiner Kanäle kann man mit Glasperlenstrahlen super Ergebnisse erzielen. Vor allen Dingen ist das in sehr kurzer Zeit zu realisieren und die Stopfen brauchen nicht entfernt und wieder eingesetzt werden. Die kanäle werden innen so sauber und durchgängig wie noch nie. Da werden alle Übergänge von evt. Gussresten und Bearbeitungsrückständen befreit. Nur Vorsicht bei funktionsrelevanten Bohrungen.

Grüsse
Hans-Uwe

PS: Wer nicht allzuweit von mir entfernt wohnt, kann gerne in Eigenarbeit bei mir Glasperlenstrahlen. Kostenlos selbstverständlich.

Re: Frage an die Vergaserspezialisten

Verfasst: Mo 18. Okt 2004, 19:03
von ACCM Alex
Hallo,

also könnte ich es so machen, wie ursprünglich von mir gedacht. Das heißt, alle Düsen und austauschbaren Teile nehme ich entweder aus dem alten Vergaser/ besorge bei VGS Neuteile und setze sie in den neuen DM1. Damit hätte ich dann praktisch einen neuen DM2, wie ich ihn brauche. Doofe Frage noch am Rande: wo sitzen die Lufttrichter? Sind das die Gebilde, die in den beiden Ansaugtrichtern sitzen?

Grüße

Alex

Re: Frage an die Vergaserspezialisten

Verfasst: Mo 18. Okt 2004, 22:18
von Carsten
Hi,

EINE ! Sache fiel mir grad noch ein. Du musst UNBEDINGT genau schauen, ob der DMA "Beschleunigungsbohrungen" hat. Mach die Klappe auf, und guck am Rand, ob da kleine Bohrungen sind. Wenn da solche sind, vergleiche sie zwischen den beiden Chassis, und dann erst umbauen. Sind die anders, und das könnte sein, vergiss den ganzen Rest. Oder lass das von VGS anpassen, das ist *wichtig und nicht ohne*.

Gottseidank sind die SM-42er Kugelgelagert, daher weniger Klappenverschleiss und so. Die Düsen kannst Du echt umsetzen, wichtig ist nur der nicht ausgenudelte Rand- aber der ist immer gut. Reinigen in COLA, das ist sauer genug, und in Nitro vorher die öligen Anteile des alten Sprits auswaschen.

Im Haynes steht alles drin !

Die Lufttrichter sind genau das.

Gruss,

Carsten (ich hab heute abend meine angefangen- und endlich kapiert, warum der SCHWIMMERSTAND so wichtig ist: Die Emulsionsröhrchen stehen auf demselben Niveau, und wenn dann der Stand zu hoch ist, ist das nach oben abgenommene Gemisch mit der Luft einfach zu dick, zuviel Sprit drin. Ist er zu tief, kommt zuviel Luft rein. Also, auf den 1/2 mm hin einstellen, geht am Besten mit festgestellter Schieblehre.

Re: Frage an die Vergaserspezialisten

Verfasst: Mi 20. Okt 2004, 21:34
von Götz
Hallo Leute,

hab ich da wieder mal gepennt? Meiner Meinung nach kann man die Lufttrichter nicht wechseln! Man kann nur die Zerstäuber wechseln, aber die sind eigentlich alle gleich.
Habe gestern mit Hr. Moog gesprochen. Also die machen für 400-500 Euronen schon ein bischen was. Zunächst wird alles demontiert und Fuß wird geplant. Wenn die keine passende Übermaß Welle haben fertigen die eine Neue! Alle Teile werden glasperlgestrahlt. Alle Eisenteile werden neu gelb galvanisiert, alle Kanäle werden geöffnet und fein polliert und gerundet. Dann wird der Vergaser mit den korrekten Düsen bestückt und optimal justiert. Das Dingen sieht danach innen wie außen aus wie neu und funktioniert auch so.
Also, ich traue mir inzwischen viel zu, aber so gerne ich 400-500 Euronen sparen möchte, das muß ein Fachmann machen, der genau weiß was er macht, die richtigen Maschinen und Unterlagen hat und der vor allem eins hat, was wir alle ncht haben: Jahre lange Übung!!! Hier hat man mit einem Handgriff ruckzuck was versaut! Allein beim Ausbüchsen der Drosselklappenwelle! Wer garantiert mir, das die genau zentrisch sitzt?

Ich werde Euch berichten wenn ich meinen Neuen Vergaser in Händen halte!!

Grüße Götz

Re: Frage an die Vergaserspezialisten

Verfasst: Do 21. Okt 2004, 08:38
von Georg
Also ich hab mal einem Vergaserspezialisten über die Schulter gesehen:

Welle ausgebaut, Loch gebohrt analog der neuen Buchsen, Buchsen eingepreßt. Dann Reibahle durchgezogen und das ganze hat 15 min gedauert. Eine neue Welle anfertigen zu lassen kostet schon mehr, aber technisches und jahrelanges Know-How ist eigentlich nur an der Drehbank erforderlich und das haben Lehrlinge auch (nur der Ausschuß ist höher ;-). Der Rest ist tolles Feintuning, wenn der Vergaser nicht gerade in einer Leiche ohne Motorhaube offen im Regen stand (kommt leider immer wieder vor weil scheinbar die Alumotorhauben so gesucht und Planen so rar sind ;-) kann man meiner Meinung nach mit einer normalen Reinigung auch ganz gute Ergebnisse erzielen.
Das Planen des Fußes bringt nur in Verbindung mit dem Planen der Bakelitdichtung was, sonst zieht mehr Falschluft rein als vorher.

Neuer Düsensatz von Viktor Günther und eine neue Schwimmernadel. Das ganze sollte auch um 100€ zu machen sein. Und man hat auch etwas mehr Erfahrung...

Gruß Georg

PS.: nicht nur, dass mir die DS19 die Haare vom Kopf frißt - nicht immer arbeiten Profis auch technisch optimiert, oft ist es gewinnoptimiert...

Re: Frage an die Vergaserspezialisten

Verfasst: Do 21. Okt 2004, 10:06
von H.-U. Fischer
Hallo Götz,

aus einigen Beiträgen lässt sich schon entnehmen, dass der eine oder andere entsprechende Übung/Können besitzt. Eine Vergaser-Revision ist wirklich nicht so schwierig. Das klang ja auch schon mehrfach hier an.
Ich persönlich würde auch von einer Wellenerneuerung absehen. Zumal diese in vielen Fällen auch praktisch keinem Verschleiss unterliegen. Das sind eher die Bohrungen/Buchsen im Gehäuse. Und Lagerbuchsen zentrisch genau einzusetzen ist kein Problen (siehe auch Georg, 21.10.).
Wie schon mal erklärt, muss ein Planfräsen nicht unbedingt sein. Die bisherige dicke Hitzeschutzdichtung wieder RICHTIG zusammen mit dem Vergaser eingebaut, ist m.E. die beste Lösung. Die Dichtung hat sich "ausgebogen"; die bleibt so im Gegensatz zur neuen Dichtung. Die hatte ja 40 Jahre Zeit und ist somit am Ende ihres Verbiegens ;-)

Grüsse
Hans-Uwe