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Re: Lenkung schwergängig

Verfasst: Mi 13. Okt 2004, 22:20
von Behemoth
Hallo Stefan,

'Altgothic' gefällt mir, dann bist Du also ein Doppelgrufti…
Den Ausführungen von Georg und Uli ist kaum noch was hinzuzufügen. Der Drucküberschneidungswert verstellt sich kaum je von selbst, und ein falscher Einbau kann da viel Unheil und Verwirrung anrichten. Die Manometer, und das wollte ich noch beisteuern, gibt es, so Du Mitglied bist, auch beim Club zur Ausleihe. Wenn Du sie selbst anfertigen willst, bekommst Du die Instrumente am günstigsten im Schweissbedarf.

Schwarze Grüsse
Behemoth

Re: Lenkung schwergängig

Verfasst: Do 14. Okt 2004, 01:46
von Stefan R.
Hallo zusammen,

vielen Dank erstmal für die ganzen Hinweise. Das hört sich ja erstmal beruhigend an. Ich hatte schon die Befürchtung, daß eine neue Lenkung her muß. Die Lenkung wurde tatsächlich beim Wechsel der Beläge der Feststellbremse zum Teil gelöst und ausgebaut, so daß ich auch an einen nicht ganz genauen Wiedereinbau gedacht habe. Ich hoffe, die kriegen das in der Werkstatt hin, das alles wieder auszurichten. Spannend wird es halt noch, wie es unter der Manschette aussieht. Die ist schon recht verölt, aber das kann sich ja auch im Laufe der Jahre gesammelt haben.
Ich werde mal einen Ausdruck dieses Threads für die Werkstatt machen. Vielleicht hilft das ja weiter.

Bei der Werkstatt handelt es sich schon um eine auf Citroën spezialisierte. Die haben zwar als Schwerpunkt 2CV, aber auch viele CX, BX und ein Paar XM. Es ist Tomy´s Citroën Service in Dortmund. D-Modelle machen sie nicht ganz so oft, haben aber die Werkzeuge und die Literatur da. Leider dauert dort alles auch etwas länger. Jetzt vergehen erstmal 2 Wochen, bis sie an meinem Auto weiter machen können, also denke ich, daß der nächste TÜV-Anlauf in 3 Wochen gemacht wird. Dann wird es aber klappen, so daß ich mal an die Sachen denken kann, die Spaß machen. Lackieren (Vert Charmille) und so. In der Wartezeit werde ich zumindest die Türverkleidungen schonmal einbauen und die Verriegelung der hinteren Tür wieder aktivieren. Solche Sachen darf ich da zum Glück auch machen, während das Auto da rumsteht. Dann sieht Madame auch schon wieder etwas besser aus. Macht ja auf den Prüfer auch keinen guten Eindruck, wenn die total verschlissenen und verzogenen Türverkleidungen in der gegend herumschlabbern. Vielleicht kriege ich dann bei der Wiedervorführung sogar nicht nur die Plakette, sondern auch das begehrte "H".

Übrigens @Behemoth: Doppelgrufti verbitte ich mir. Sogar mein Auto ist älter als ich. ;-)

Viele (je nach Belieben auch dunkle) Grüße

Stefan

Re: Lenkung schwergängig

Verfasst: Do 14. Okt 2004, 09:38
von Georg
Hallo Stefan,

in der Literatur unter:

http://dude.cit-jena.de/ds/rep-1/index.html

findest Du bei Lenkung (Arb 440-0 und -2) die richtigen Einstellwerte. Das ist der Werkstatt sicher lieber als mein Geschreibsel. Die Seiten sollten sie aber auch haben und benutzen!

Das, was unter der Lenkkopfmanschette tropft, kommt aus den Ventilen, ist nur mit einem neuen Lenkkopf zu beheben aber in geringen Mengen völlig unbedenklich. Schlimmstenfalls neue Manschette und vor der Fahrt zum TÜV Abwischen.

Achte nur auf Freigang des Lenkkopfes, den übersieht man oft in der Euphorie der scheinbar stimmigen Einstellung...

Alles Gute

Georg

Re: Lenkung schwergängig

Verfasst: Do 14. Okt 2004, 09:48
von Georg
Äh, heute morgen hab ich mir in Unkenntnis der Alt- oder Junggrufti-Diskussion (in Wien wird als Entsprechung zum Jungspatz der Altspatz kultiviert, was mich als Steirer sehr amüsiert) den Gedanken gesponnen, wie eigenartig doch diese Forumstätigkeit ohne Hintergrundinfo über die Lebensläufe der Autos und der Autoren ist. Also, konkret, ob mein Bild von einem Altgothic sich mit Stefans Physiognomie deckt. Bzw. ob die Wissenden zwangsläufig immer "reifer" sind.
Ich rede ja in Natura genauso viel wie ich hier oft feststelle, geschrieben zu haben - ob das bei den anderen auch so ist!?
Last, but not least - ist Rosi blond oder schwarzhaarig?

Wer mag, schicke sein Foto zwecks Austausch an obige mailadresse, ich bin gespannt!!

Ciao Georg

Re: Lenkung schwergängig

Verfasst: Do 14. Okt 2004, 10:14
von MichaIN
Hallo Stefan!

Zur Lenkungseinstellung gibt es noch einen Trick, den Du vielleicht schonmal selbst versuchen kannst, bis die Werkstatt wieder Zeit für dich findet.

Alles bei ausgeschaltetem Motor, ohne Druck:

Die beiden Böcke, mit denen die Lenkung festgespannt ist, etwas lösen. So weit, daß man die Lenkung leicht im Lager verdrehen kann.
Dann jemanden am Lenkrad etwas Lenkmoment aufbauen lassen.
Soll heissen: nicht hin und her drehen, sondern nur in eine Richtung "Druck aufnehmen". So, als würdest Du beim Rangieren ohne Servo am Lenkrad asten.
Du wirst sehen, daß sich die Lenkung dabei etwas im Lager aufbäumt, weil sich die Linie Lenksäule/Lenkkopf streckt.
So festschrauben, fertig.

Hat bei mir immer besser funktioniert als der Nachbau des Originalwerkzeugs.
Betrifft aber nur den Winkel, die Seiteneinstellung mußt Du "nach Auge" oder besser den alten Markierungen (man kann die Einstellung u.U. erkennen) vornehmen.

Viel Erfolg!

Gruß,
Michael

Re: Lenkung schwergängig

Verfasst: Fr 12. Nov 2004, 14:30
von Stefan R.
Hallo,

so, die Schwergängigkeit ist durch Einstellen deutlich gebessert worden, aber die Rückstellung arbeitet immer noch nicht. Ohne Rückstellung kein TÜV.
Sieht wohl so aus, als müsste die Lenkung nun doch getauscht werden, oder hat noch jemand einen Tip?

Ich habe schon begonnen, Preise einzuholen. Da gibt es doch einige Unterschiede:

Es geht los mit gebrauchten Lenkungen bei Sassen für 225,-€, dann mit überarbeiteten ebenfalls beis Sassen für 647,50€. Bei Koslowski müßte ich 695,-€ zahlen und bei Jochen Hoch 798,-€.

Woher kommen diese Unterschiede? Was kann ich wohl bei Sassen für 225,-€ erwarten? Hat hier vielleicht noch jemand eine Lenkung, die er mir guten Gewissens anbieten kann?

Auf jeden Fall will ich mich auch davon nicht abschrecken lassen. Ich kriege das Auto wieder auf die Strasse. (entschlossener Blick)

Viele Grüße

Stefan

Re: Lenkung schwergängig

Verfasst: Fr 12. Nov 2004, 18:42
von Behemoth
Hallo Stefan,

die Rückstellung der Lenkung wird beim DS (im Gegensatz etwa zum SM/CX/XM) nicht von der Lenkung bewirkt, sondern allein durch die Achsgeometrie. Die sich daraus ergebende Rückstellkraft ist relativ gering, verglichen etwa mit einem VW Golf. Leih Dir mal einen anderen DS, damit Du ein Gefühl dafür bekommst, wie es zu sein hat. Vielleicht ist jetzt schon alles in Ordnung. Ansonsten Spur/Sturz/Nachlauf kontrollieren. Ein Tausch der Lenkung ist nur für die von Dir aufgeführten Herren von Vorteil, bringt die Plakette Deinem Auto aber nicht näher. Ich würde Dir empfehlen, aus der Sado-Maso-Kiste mit Deinem TÜV-Prüfer auszusteigen und bei einem anderen TÜV neu anzufangen. Satanismus bedeutet konsequentes Verfolgen der eigenen Interessen, entschlossener Blick reicht nicht.
Gruss
Behemoth
"the demon on wheels"

Re: Lenkung schwergängig

Verfasst: Fr 12. Nov 2004, 19:04
von Pit
Ich hatte mal einen deutlich höheren Luftdruck von 2,6. So weit ich mich erinnere war die Lenkung leichtgängiger und mit mehr Rückstellung. Kannst du ja mal testen und eventuell nur für den TÜV probieren.
Pit

Re: Lenkung schwergängig

Verfasst: Fr 12. Nov 2004, 19:27
von Stefan R.
O.K. höherer Reifendruck lässt sich ja billig machen. Die Achsgeometrie stimmt. Ist vom TÜV-Prüfer himself gemessen worden, als er das mit der Lenkung bemerkte. Großes Fragezeichen. Wahrscheinlich geht es am Montag mal wieder zum TÜV und dann wird vielleicht auch mal diskutiert.
Übrigens Behemoth: Kantzengesichtig?:
"Behemoth
hebräisch "Behema" = das Tier, insbesondere das Nilpferd (Hi. 40,10-19), im christlichen Mittelalter als mit Satan identisch gedacht.
Nach LaVey's Satanischer Bibel (infernal names): Hebräische Personifikation des Satans in Form eines Elefanten (Elefant?! Anm. d. Red.)
Nach der Demonolatry-Liste: einer der Namen für Satan
Nach "die Kinder Lucifers": schwergewichtiger, dummer Dämon der Gefräßigkeit, Kellermeister und Obermundschenk der Unterwelt.
Nach Collin und Plancy 1818: Die Bestie schlechthin, von der das Buch Hiob (XI,15) berichtet. Grobschlächtiger, dummer Dämon; seine Kraft liegt in seinen Lenden: sein Betätigungsfeld sind die Naschhaftigkeit und die Genüsse des Magens. Manche Dämonologen behaupten, dass er in der Hölle als Kellermeister und Mundschenk arbeite. Auch soll er die Gestalt aller großen Tiere annehmen können: Nilpferd, Walfisch, Elefant; aber auch Fuchs und Wolf. Die Rabbiner haben aus ihm ein wunderbares Rind gemacht, das dem Fest ihres Messias vorbehalten ist.
Bibelstellen: Hiob 40,15 ff

Aus dem "Lexikon der Götter und Dämonen" von Manfred Lurker, Kröner Verlag, Stuttgart, ISBN 3 520 82001 3
(hebräisch behema "Tier"), Bezeichnung des Nilpferds (Ijob 40). In der jüdischen Apokalyptik erscheint es als Tier der Endzeit. Im christlichen Mittelalter wurde es - in Anknüpfung an patristische Texte - zum Satan. Möglicherweise fand es auch ein Nachleben als angeblich geheime Symbolfigur Baphomet der Tempelherren, die sie bei der Aufnahme in den Orden verehrt und geküßt haben sollen; wenn dies zutrifft, dann als eine Art Deckname des wahren Gottes.

Aus "die Kinder Lucifers", Collin de Plancy, Clemens Verlag, Berlin, ISBN 3 88468 033 12
schwergewichtiger und trotz seiner Würden dummer Dämon. Seine Kraft liegt mehr in der Hüftgegend; seine Herrschaftsbereiche sind die Gefräßigkeit und die Freuden des Bauches. Manche Dämonomanen halten ihn für den Kellermeister und Obermundschenk der Unterwelt.
Bodin* glaubt, Behemoth sei niemand anderes als der ägyptische Pharao, der die Hebräer verfolgte. Hiob spricht von Behemoth als einer gräßlichen Kreatur. Manche Kommentatoren behaupten, damit sei der Walfisch gemeint, andere, der Elefant, doch es gab auch Ungeheuer, deren Arten untergegangen sind. Im Prozeß Urbain Grandiers** sieht man, daß Behemoth sehr wohl ein Dämon ist. Delaure meint, daß man ihn für ein riesiges Tier gehalten hat, weil er sich die Gestalt aller großen Tiere gibt. Er fügt hinzu, Behemoth könne sich auch perfekt in einem Hund, einem Elefanten, einem Fuchs und einem Wolf verbergen. * Bodin, Daemonomanie der Hexer, Buch 1, Kap. 1
** Siehe Nicolas Aubin, Die Geschichte der Teufel von Loudun, ZerlingVerlag, Berlin 1981. (Anm. d. Hrsg.)"

Sorry, couldn´t resist ;-)

Re: Lenkung schwergängig

Verfasst: Fr 12. Nov 2004, 21:56
von Behemoth
Hallo Stefan,

so mit der eigenen Biographie konfrontiert, gebe ich zu, der Roger Willemsen unter den Dämonen bin ich vielleicht nicht, aber in den Spiegel gucken kann ich noch, und da sehe ich mich in der Inkarnation, die ein wenig aktueller als die angeführten Quellen aus alttestamentarischer Zeit ist. Näheres findest Du bei Bulgakow, "Der Meister und Margerita". Als Walfisch oder Nilpferd passt man einfach nicht in eine DS. Aber das entspricht eben meiner geniesserischen Seite.
Gruss
Behemoth
"the demon on wheels"

PS. Gute Bibliothek hast Du!