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Re: Hygroskopische Hydraulikflüssigkeit

Verfasst: Sa 9. Nov 2013, 11:03
von Langhuber
Da lag ich mit meiner Tee-Ei-Idee doch gar nicht soweit daneben.

Was man beim Einsatz derartigen Hokus Pokus natürlich auch noch bräuchte, wäre eine Methode um zu messen, wieviel Wasser im LHS tatsächlich drin ist. In einer meiner früheren Firmen haben wir Transformatoröl-Prüfgeräte gebaut. Da wurde die Durchschlagsfestigkeit mit zwei eingetauchten Kugeln und ansteigender Hochspannung gemessen. Wahrscheinlich hat das aber nicht nur auf Wasser, sondern auch auf Ruß reagiert.
Vielleicht geht auch eine Messung des spezifischen Gewichtes?

Klemens

Re: Hygroskopische Hydraulikflüssigkeit

Verfasst: Sa 9. Nov 2013, 11:05
von ACCM Alex
Hallo,

auch auf die Gefahr hin, dass ich jetzt Haue kassiere:
Ich finde die Idee, dem LHS durch Kochen o.ä. das Wasser wieder entziehen zu wollen schlichtweg lächerlich bis gefährlich. Das LHS verschleisst schliesslich durch Nutzung ähnlich wie Motoröl, es verändert mit zunehmendem Alter wohl auch seine Eigenschaften. Dass das Zeug mittlerweile unverschämt teuer ist, ist ja keine Frage. Okay, ich fahre LHM und habe daher vielleicht leicht reden. Ich für meinen Teil würde einen Wechsel eben als feste Ausgabe alle ein, zwei Jahre für den Oldi einplanen, ist halt so. Aufgekochtes oder überaltertes LHS würde ich meinem Wagen und speziell den hydraulischen Organen nicht zumuten. Eher würde ich auf eine der günstigeren Alternativflüssigkeiten ausweichen.
Ich sitze auch nicht hier zuhause und drucke das Geld selber aber ein paar Investitionen sind halt nötig und lebensverlängernd für die Hydraulik.

Grüße

Alex

Re: Hygroskopische Hydraulikflüssigkeit

Verfasst: Sa 9. Nov 2013, 13:54
von Langhuber
@Alex

ich gebe Dir inhaltlich vollkommen recht. Ich käme nie auf den Gedanken um etwas zu sparen, LHS wieder regenerieren zu wollen. Neben dem Wassergehalt gibt es sicher noch andere Alterungerscheinungen wie Du anmerkst.
Was mich zu der Überlegung mit dem Silicagel gebracht hat, ist der Gedanke, den Wassergehalt der Flüssigkeit bis zum Nutzungsende niedriger zu halten und damit eventuell die Korrosion der Metallteile zu verringern.

Klemens

Re: Hygroskopische Hydraulikflüssigkeit

Verfasst: Sa 9. Nov 2013, 14:56
von ACCM Alex
Hallo Klemens,

das war auch nicht unbedingt auf Dich gemünzt. Deinen Ansatz hatte ich schon verstanden indem Du versuchen möchtest, über die normale Nutzungsdauer des LHS den Eintrag von Wasser möglichst gering zu halten.
Mit dem Silicagel ist schon eine gute Richtung, der Vorratsbehälter ist halt leider nicht hermetisch verschlossen, alleine schon durch die kleine Belüftungsbohrung im Deckel findet ein Luftaustausch statt. Und der Deckel an sich wird auch nicht luftdicht schließen trotz Dichtung fürchte ich.
Ich vermute mal, ein regelmäßiger Wechsel einmal im Jahr ist die deutlich unaufwendigere Methode, mit Silicagel o.ä. wird man die Höhe der Wasserkonzentration nicht merklich senken bzw. deren Anstieg verlangsamen können.

Grüße

Alex

Re: Hygroskopische Hydraulikflüssigkeit

Verfasst: Sa 9. Nov 2013, 15:09
von ...hannes
Ein paar Gedanken dazu:
Das Tee- Ei mit Silicagel ins LHS- Fass gehängt würde zumindest die Kondensationsfeuchte im Behälter aufnehmen - und damit das Tauschintervall verlängern. Vom oben zitierten Verschleiß durch Nutzung dürfte die Hydraulikflüssigkeit ja aufgrund der niedrigen Jahreskilometerleistung meilenweit entfernt sein.
Für DOT- Bremsflüssigkeit gibt es ein Messgerät, mit dem der Siedepunkt feststellt wird. Neu liegt dieser bei gut 200°C . Durch die hygroskopische Eigenschaft sinkt dieser binnen zwei Jahren auf den (§57a- relevanten) Grenzwert von 150°C. Dieses Diagnoseprinzip könnte man sicherlich auch für LHS nutzen.

Re: Hygroskopische Hydraulikflüssigkeit

Verfasst: Sa 9. Nov 2013, 15:48
von patric
[quote=Til]
das Waser kann ja eigentlich nur ueber das Belueftungsloch reinkommen - Til
[/quote]

... das ist leider falsch, Wasser diffundiert durch die Schläuche, Verschraubungen und sogar durch das Metall der Bremssättel.

http://books.google.de/books?id=OzbsWev ... it&f=false

Re: Hygroskopische Hydraulikflüssigkeit

Verfasst: Sa 9. Nov 2013, 18:04
von töve 1964
Hallo wie wäre es denn die Suppe durch einen trockner wie im kältekreislauf zu drücken?http://www.urbana.ch/index.php/de/2013- ... 35A2?cl=de

Re: Hygroskopische Hydraulikflüssigkeit

Verfasst: Sa 9. Nov 2013, 18:06
von töve 1964
http://www.google.com/patents/EP1333235A2?cl=de das mit dem link funktionierte nicht.

Re: Hygroskopische Hydraulikflüssigkeit

Verfasst: Sa 9. Nov 2013, 23:24
von Robert
Liebe Gemeinde,

die Frage ist doch gar nicht so uninteressant, zumindest solange man das nur theoretisch betreibt. Also meine Gedanken dazu: 1.Wenn Bremsflüssigkeit bis 270° erhitzbar sein soll, dann sollte doch 100° LHS nicht zerstören. 2. @ Charles D.: Wo findet man denn heute noch LHS, um es durch Kochen zu recyclen? Auf dem Markt findet sich doch seit vielen Jahren nur noch LHS 2, wenn man von Petermanns gutem LHS 2000 mal absieht (das ich ausschliesslich verwende). Was soll an LHS besser sein - es wurde meines Wissens ersetzt, weil es in heissem Zustand die Dichtungen angreift? 3. @Alex: Ob das LHS durch seine Benutzung "verschleisst", möchte ich in Frage stellen, denn LHM darf ja viel länger im System bleiben. Die Frage des Verschleisses von Schmiermitteln wird ja durchaus kontrovers diskutiert, man hört da vom Zerkleinern der langkettigen Moleküle, aber ob das nun Physik, Chemie oder Esoterik ist, kann ich als Nicht-Tribologe nicht beantworten. Aber warum sollte es instabiler sein als LHM? Letztlich glaube ich, das Problem ist 1. Wasser und 2. Dreck. Letzteren sollte man, ggfls. mit einem Feinfilter, wie ihn Sebastian propagiert, in den Griff kriegen, bleibt das Wasser. Und da wären Messungen sicher sinnvoll, denn wenn, wie in dem Bremsflüssigkeits-Artikel steht, in den vergleichsweise kleinen und besser abgeschlosssenen Bremssystemen anderer Autos schon so ein Absinken des Siedepunkts vorkommt, ist das halboffene System der DS diesbezüglich eine vorprogrammierte Katastrophe. Umgekehrt frage ich mich aber auch, wieso man dann so wenig Bäume an der Strasse sieht, an denen die Reste irgendwelcher LHS-Deessen hängen und warum Ralf mit seiner Methode anscheinend gut und sicher fährt. Am besten wäre die Frage wohl bei Ulf Petermann aufgehoben, der sich ja mit den Eigenschaften von LHS profund auseinandergesetzt hat.

Rot Front!
Robert

Re: Hygroskopische Hydraulikflüssigkeit

Verfasst: So 10. Nov 2013, 01:01
von Bernhard(Süd)
Hallo Robert,
Bravo !!!

Du konntest (Ralf auch. Ein Phänomen: Hast Du ECHT seit der Restauration das LHS nur nachgefüllt, Ralf???) mein Gewissen bezüglich des nicht gerade alljährlich gewexelten LHS2000 einigermassen beruhigen. Und zugleich mit griffigen Formulierungen Vieles gut klarstellen.

Übrigens habe ich in den letzten Jahren z.B. Kupplungskorrektor und andere HD-Teile der LHS-DS zerlegt und inspiziert. Obwohl das Auto mit sehr grosser Wahrscheinlichkeit beim französischen Vor-Vorbesitzer lange Jahre gestanden hat, zeigten sich innerlich nur minimale Vergrützungen oder gar Korrossionsspuren. Ganz vorsichtiges Glätten der Innflächen diverser Hydraulikzylinderchen hat wieder butterweiche Schalt- und Kuppelfunktionen hergestellt. Voila...!

Somit denke ich auch, dass Wasser noch das grösste LHS-Langzeitproblem darstellt. Aber nichtmal dieses ist möglicherweise mittelfristig so schädlich, als wenn man es trinken würde (im Gegensatz zu roten Flüssigkeiten)?!?

Allez les liquides rouges:
be