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Re: fahrzeugbewertung + versicherung

Verfasst: Do 23. Sep 2004, 10:04
von andibella
nach telefonat mit den zuständigen leuten beim HDI wurde mir mitgeteilt, dass ausführliche beschreibungen des fahrzeuges oder eine cd mit photos über die restaurierung dem classic-data-gutachter für ein kurz-gutachten gar nicht mitgeschickt werden. man drucke nur 4 oder 5 photos davon aus....

auch nicht schlecht - kein wunder, dass dann solche bewertungsunterschiede rauskommen. werd mal mit dem gutachter telefonieren.

Re: fahrzeugbewertung + versicherung

Verfasst: Do 23. Sep 2004, 11:01
von MichaIN
Hallo Andreas!

Sorry, wie lief das nochmal bei Dir ab?

Ich kenne das nur so, daß man selbst mit Auto & Unterlagen zum Gutachter fährt, der noch ein paar aktuelle Bilder schießt (meist 4: 2 x diagonal außen, 1x innen, 1 x Motor), und einem das Gutachten erstellt - evtl. unter Einbeziehung wertsteigender Umstände. Man muß dann 89 Eur. zahlen.

Nach ein paar Tagen kriegt man das komplette Gutachten (ClassciData-Mappe mit ca. 5-7 Seiten) von ihm fix & fertig mit Zustandsnote, ermitteltem Preis usw. zugeschickt, dann schickt man es selbst an die Versicherung weiter (und behält die mitgeschickte Kopie).

War das bei Dir anders?


Viele Grüße,
Michael

Re: fahrzeugbewertung + versicherung

Verfasst: Do 23. Sep 2004, 12:37
von dani
@Michael: Du hast oben das Gebahren für die Kurzgutachtenbewertung beschrieben. Will heißen, dass ich mit einem Fahrzeug vorfahren kann welches tollen Lack und Chrom hat, einen sauberen Motor und eine 3er Innenausstattung aber mit Löchern im Schweller und dann trotzdem eine Note 2-3 attestiert bekomme? Kurz, ein Fahrzeug welches keine TÜV-Prüfung bestehen würde bekommt aber eine Note 'gut' zugeteilt.
Ist es so krass?

Gruß,
Daniel

Re: fahrzeugbewertung + versicherung

Verfasst: Di 28. Sep 2004, 13:19
von MichaIN
Hallo zusammen!

@Dani:
Tja, im Prinzip ist es haargenau so...
Wurde mir vom Gutachter auch bestätigt, und die Hinweise im Gutachten (der vorgedruckte ClassicData-Originalpart) belegen das auch sinngemäß.

Wenn also beim Türschließen nicht gerade ein Kilo Rostkrümel rausfallen, und Du keinen LHM-Schweif hinter Dir herziehst....

Das Ganze beruht aber nur auf den Erfahrungen von zwei selbst bei mir durchgeführten CD-Kurzgutachten (1x Peugeot 304, 1x Panhard Dyna Z),
sowie den Aussagen der beiden Gutachter, was im Umfang enthalten ist.

Das früher auf der CD-Webseite zu bestaunende Muster-CD-Gutachten (viele Fotos, auch von unten, detaillierte Beschreibung) wurde von beiden Gutachtern als aufwendiges Oldtimergutachten angesehen, daß bei Ihnen deutlich teurer käme.

Viele Grüße,
Michael

Re: fahrzeugbewertung + versicherung

Verfasst: Sa 20. Nov 2004, 15:38
von Steffen
Hallo,

genau aus den vorgenannten Gründen bin ich inzwischen auch bei OCC.

Das Wiederaufbauwertgutachten der OCC kostet zwar in etwa soviel wie ein Classic Data Vollgutachten und muss alle drei Jahre erneuert werden, es berücksichtigt aber dafür alle tatsächlich angefallenen Kosten und den tatsächlichen Fahrzeugzustand. Der gesamte Fahrzeugzustand (einschließlich Unterboden auf Hebebühne) wird dabei detailliert mit Fotos festgehalten, auch die allgemeine Funktionsfähigkeit wird geprüft.

Stichwort 30.11.: Im Raum Berlin kann ich (m)einen OCC-Gutachter empfehlen, er kennt sich inzwischen mit dem D-Modell und seinen Eigenheiten aus und fährt privat XM ;-)

Grüße,

Steffen

PS.: @dani: Ich habe einmal eine CD-Kurzbewertung machen lassen, damals hatte ich das Auto gerade einer größeren Technik-Restauration unterzogen und war der törichten Hoffnung, das würde sich irgendwie als Wertsteigerung niederschlagen. Es lief aber genauso, wie Du es befürchtest und Michael es beschreibt, allerdings schauen die schon, ob der TÜV noch aktuell ist und wieviel Profil die Reifen haben.
Bei mir hat der CD-Gutachter das Auto einmal rundum von außen fotografiert, dann rundum von innen (aber ohne Kofferraum), dann noch den Motorraum von oben. Als ich ihm die zahlreichen Technik-Reparaturen, den außergewöhnlich guten Zustand des Chassis, des Kofferraums und des Unterbodens zeigen und erläutern wollte, hat er bloß abgewinkt, nicht mal den Motor musste ich anlassen.
Ich vermute daher, dass derselbe Gutachter das Auto vor der umfassenden Techniksanierung genauso "wertvoll" eingestuft hätte. Zwar gab es immerhin eine Note 2,25, aber der daraus resultierende "Marktwert" lag leider immer noch deutlich unter der Summe, die ich inzwischen bezahlt hatte. Das hat mich dann halt zu OCC geführt.

Meine persönliche Marktbeobachtung: Ich suche bereits seit längerem für einen Bekannten ein D-Modell, er möchte maximal so viel ausgeben, wie der "Marktwert", den meine Madame damals laut CD-Kurzbewertung angeblich haben sollte. Wir haben uns bis jetzt schon einige Fahrzeuge angeschaut, aber keines davon entsprach (außer bei manchen die Optik!) auch nur annähernd dem Zustand, den wir suchen. Andererseits haben wir festgestellt, dass die Preise für Autos im gewünschten Gesamtzustand deutlich höher liegen (bisher immer um die 100%).

Und noch eine interessante Beobachtung: Ein D-Modell-Spezialhändler bezieht sich zwar auf die Classic Data Zustandsnoten, gibt jedoch überwiegend den Preis der nächsthöheren Zustandsnote an.

http://www.ds-sassen.de/fahrzeug.htm

...

Re: fahrzeugbewertung + versicherung

Verfasst: Di 23. Nov 2004, 11:01
von Martin K.
Hi!
Nun muß ich doch auch mal meinen subjektiven, etwas provokanten Senf dazu geben: Wozu ein Gutachten? Es gibt nur zwei Fälle, wo es einem nützen kann: Wenn das Auto total verbrannt ist oder wenn es geklaut worden ist (letzteres kann man erfolgreich vermeiden).
Bei "normalen" Unfällen lässt sich der Zustand auch hinterher immer noch ganz prima feststellen.
Dazu kommt, dass der Geschädigte dann einen Gutachter seiner Wahl beauftragen kann. Bei den preislichen Größenordnungen, bei denen es sich im Bereich der D-Modell dreht, dürfte auch nicht mit großen Versicherungstreitigkeiten zu rechnen sein. Und dass bei einer DS Oldtimermaßstäbe angesetzt werden, ist heute auch kein Problem mehr.
Ganz pragmatisch wähle ich daher eine Versicherung, die kein Gutachten benötigt und schon gar nicht eine Versicherung, die alle drei Jahre ein neues Gutachten (was kostet das?) sehen will.
Aber dieses "Geiz ist geil"-Verhalten möchte ich nicht als Empfehlung verstanden wissen. Wer mehr Sicherheit wünscht, den will ich nicht abhalten.
Bei meiner Variante gehört schon auch ein bisschen Glück dazu ... ;-)

Beste Grüße
Sparbrötchen

Re: fahrzeugbewertung + versicherung

Verfasst: Di 23. Nov 2004, 13:30
von Steffen
Hallo,

klar, eine ID/DS ist kein Flügeltürenmercedes und kommt als Nicht-Cabrio kaum über die 25.000 EURO Grenze, "echte" Oldtimerfreaks mit mindestens einem Vorkriegs-Rolls-Royce lachen da vielleicht nur drüber, Besitzer moderner Hightech-Edelschlitten sicher auch. Oldtimer-/Liebhaberkisten sind sicher auch viel seltener in Unfälle verwickelt als "gewöhnliche" Alltagsautos. Hier muss man natürlich selber wissen, wie sicher man es im heutigen Verkehrsgeschehen haben will.

Ich bin da zugegeben ein wenig vorbelastet, allein in den letzten beiden Jahren wurde mein Alltagsauto innerstädtisch zweimal unverschuldet von unachtsamen Leuten getroffen. Der letzte Schaden war heftig und belief sich laut Gutachten auf über 8.000 EURO. Bei meiner ID wäre das laut Classic Data schon längst ein wirtschaftlicher Totalschaden gewesen, im Falle einer effektiven Schrottung hätte ich noch wesentlich mehr Geld verloren (insofern einen das nach dem Heckaufprall noch interessiert hätte).

Mit so einem Wiederherstellungsgutachten kann man zumindest nachweisen, wie das Auto mal ausgesehen hat und wieviel Geld/Arbeit tatsächlich drinsteckt. Ist natürlich nur sinnvoll, wenn der Wiederherstellungswert den so genannten Marktwert deutlich übersteigt und man den Großteil der Investitionen erst vor kurzem getätigt hat. Das OCC-Dings muss man alle drei Jahre mit einem Kurzgutachten bestätigen lassen. Der in einen seidenen Morgenmantel gekleidete Gutachter zieht dann wie immer kurz am Hebel seiner mit Halbedelsteinen verzierten Jugendstil-Registrierkasse und schreibt "Fahrzeugwert unverändert" oder "gestiegen/gesunken, weil ...";-) Kostet angeblich wie ein CD-Kurzgutachten um die 100 EUR, nur bei größeren Veränderungen wollen die ein komplett neues Gutachten.

Apropos "geklaut erfolgreich vermeiden": Hast Du da noch einen probaten Tipp oder Trick parat (Druckreglerventil auf, Zündung lahmlegen etc...)? Bislang war ich immer der Meinung, dass ein Unkundiger die Kiste kalt wahrscheinlich gar nicht erst gestartet bekommt bzw. wenn nach wenigen Metern ruckender Fahrt entnervt aufgibt ;-)

Grüßle,
Realist/Pessimist?

Re: fahrzeugbewertung + versicherung

Verfasst: Di 23. Nov 2004, 14:33
von dani
Eigentlich dürfte man überhaupt keine ID/DS fahren. Ich habe mal eine Statement gehört welches wie folgt lautet: Wer mehr Geld in sein Auto steckt (z.B. bei einer Restauration) als die Höhe des daraus resultierenden Wertes, sollte es direkt sein lassen. :-)

Gruß,
Daniel