Vordere Schwingarmlager

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...hannes
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Re: Vordere Schwingarmlager

Beitrag von ...hannes »

Ich würde meine vorderen Schwingarmlager gerne prophylaktisch mit neuem Fett versehen, scheue aber die Action des kompletten Schwingarmausbaus, zumal die Lager noch gut zu sein scheinen. Never change a running system.
Nun würde ich gerne eure Meinung dazu hören, ob es Sinn macht, die vorderen Schwingarmlager mit Schmiernippeln zu versehen und sie auf diese Weise mit relativ geringem Aufwand abzuschmieren, wie ich es bei den Lenkzwischengelenken bereits getan habe.
Auch auf einem von Tomsails Fotos ist zu sehen, dass er dort Schmiernippel gesetzt hat, um später zwischendurch einmal nachschmieren zu können:
http://www.zinkweb.de/ds20/DS20_teil0427.html

An die Experte, die diese Lager bereits offen hatten und die deren Aufbau daher kennen, richte ich die Bitte, mir ein kurzes Statement abzugeben, ob ich mit der Schmiernippelmethode überhaupt einen sinnstiftenden Effekt erzielen kann, d.h. ob dort ausreichend altes Fett an den Enden entweichen und neues Fett in die Lager eingebracht werden kann.
Dass ich über die Schmiernippel kein Lager reinigen oder kontrollieren kann, ist mir übrigens schon klar ;-)

Bereits im vorhinein herzlichen Dank für eure gedankliche Mitarbeit
...hannes
cbmalle
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Registriert: Fr 16. Okt 2009, 21:03

Re: Vordere Schwingarmlager

Beitrag von cbmalle »

Hallo Hannes,

habe meine Tragarmeinheiten ebenfalls komplett überarbeitet, Schmiernippel inklusive. Problem ist aber das herausdrücken des alten Fettes. Gerade beim oberen besteht die Gefahr dass sich der hintere Simmerring herausdrückt. Eine Lösung dafür konnte ich bislang nicht finden, aber mal ehrlich, wenn ich sehe was ich für einen Aufwand an meiner DS betreibe um sie fit zu machen und dann ab und zu "auszuführen" - Citroën hat ´70 weniger Aufwand betrieben und trotzdem hat der Wagen bis heute überlebt!
Ich würde Dir trotzdem empfehlen die Lager zu öffnen und den alten Schmodder zu entfernen.

Viel Spass damit
Chris
sebastianklaus
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Re: Vordere Schwingarmlager

Beitrag von sebastianklaus »

Hallo Hannes,
ich hatte auch meine Schwingenlager auseinander. Dem Kommentar von Chris hätte ich nichts hinzu zu fügen, höchstens noch, dass die Schwingenlager nach 40 Jahren einfach am Ende sind (jedenfalls meine !), zumindest das Fett ist es. Wenn Du noch viele Jahre damit fahren willst, bleibt Dir eigentlich nichts anderes übrig als sie -früher oder später- zu öffnen. Je früher du sie öffnest, desto größer ist die Chance, dass vielleicht noch ein Lagersitz ok ist und Du nicht die -von mir ausführlich beschriebe- Prozedur des Lgerabdrehens durchführen musst.
Viele Grüße
Sebastian
scardale
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Re: Vordere Schwingarmlager

Beitrag von scardale »

Hallo,
ich habe meine Schwingen auch komplett überholt und die alten Lager wieder verbaut. Ich hatte Glück und der Zustand der Schwingen war in Ordnung. Ich kann mir einfach nicht vorstellen dass durch ein Auffüllen des gesamten Zwischenraumes mit neuem Fett eine erhebliche Verbesserung erziehlt werden kann. Glaube kaum dass sich das alte Fett rings um die Kugeln verabschiedet und neues an diese Stellen tritt. Durch zu häufiges Nachpressen sehe ich eher die Gefahr der Überhitzung des Lagers durch zu viel Fett. Ich würde also auch öffnen und das Fett tauschen.

Gruß
Stefan Sikeler
der sich den ganzen Samstag darüber geärgert hat dass der Splitt nicht mehr aus dem Tank wollte! Spax wären eindeutig magnetischer gewesen !!!
scardale
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Registriert: Sa 14. Okt 2006, 23:41

Re: Vordere Schwingarmlager

Beitrag von scardale »

Hallo nochmals,
zur Zeit werden in der Bucht originale Lagerkäfige angeboten. Ich habe mir noch 2 für sehr schmales Geld beiseite gelegt, der jetzt geforderte Preis ist auch noch recht günstig. Interessanter Weise kam die Rechnung von Bearings!

GHruß
Stefan Sikeler

http://cgi.ebay.de/Original-2-x-Schwing ... 23064e93b0
Chris
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Re: Vordere Schwingarmlager

Beitrag von Chris »

Hallo Hannes

Auch ich schliesse mich den Vorrednern an. Ich habe die Schwingarme auch komplett auseinandergebaut und nach Thomas' Anleitung neue SKF Rollen und neue Aussenringe eingebaut.
Die Aussenringe gingen problemlos im Backofen bei 160° raus und wieder rein. (Bloss aufpassen, dass Mutti nicht zuhause ist...)
Ausser grossen Nüssen brauchst Du kein Spezialwerkzeug. (vom Vermessen mal abgesehen, aber die Lehre hat offenbar eh keiner)

Um das alte Fett zu verdrängen müsstest Du eine Riesenmenge neues Fett reindrücken. Die Gefahr des Überhitzens sehe ich nicht als so gross an, da die Lager keine grossen Bewegungen ausführen. Aber wo soll das alte Zeug hin? Das drückt Dir die Simmerringe raus, und spätestens ab dann ist die Lebensuhr der Lager abgelaufen weil Wasser eindringen kann.

Gruss
Chris

DS 21 i.e. HA 1972, Sable métallise
...hannes
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Re: Vordere Schwingarmlager

Beitrag von ...hannes »

Herzlichen Dank für eure realistische Einschätzung, die sich meinen Befürchtungen überdeckt.
Diese Arbeit im Rahmen einer Totalrestaurierung, wo sowieso alles abgebaut bzw. zerlegt werden muss, ist klarerweise ein Pflichtpunkt, denn später kommt man nie mehr wieder so gut ran. Ich habe mir gerade am DS- Schnittmodell angesehen, dass der Ausbau der Schwingarme einzeln wohl eher nicht möglich sein wird, ohne zuvor den gesamten Lagerbock ausgebaut zu haben.
Ich hatte gehofft, eine einfachere Logistik zu finden, wo nicht von Radnabe und Antriebswelle bis hin Höhenkorrektor alles weggebaut werden muss. Meine optimistische Taktik wäre gewesen, zuerst den oberen Schwingarm vom Radlager zu lösen, ihn dann nach vorne auszubauen (dürfte sich aber am Lenkzwischengetriebe sperren), danach zu fetten und wieder einzubauen. Im Anschluss dann dasselbe Procedere am unteren Schwingarm.
Hat das jemand jemals erfolgreich so gemacht?

Als weitere Frage stellt sich noch, welche Teile außer den vier Simmeringen ich vorsorglich in Deutschland bestellen sollte. Oder sind die Simmeringe Normteile, die ich überall bekomme?




Gerhard Trosien
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Re: Vordere Schwingarmlager

Beitrag von Gerhard Trosien »

Zum Fett:
bei den unteren Querlenkern gibt es an der Unterseite eine erhabene, ebene Stelle. Dort soll bei Autos, die nach Afrika gingen, werksseitig ein Schmiernippel gewesen sein. Dafür spricht, dass das Abdeckblech darunter genau hier das für versteckte Schmiernippel typische Loch aufweist.
Das Fett wird trocken und unbrauchbar, weil die Ölphase ausläuft und (in geringem Maß) verdampft. Zurück bleibt der ausgetrocknete Trockenschmierstoff. Es sollte also ausreichen, den Lagern durch nachträglich eingebaute Schmiernippel frischen Schmierstoff zuzuführen, auch ohne die Lager vorher auszubauen und zu reinigen, und ohne Kappen und Dichtringe rauszudrücken. Der alte Trockenschmierstoff und das neue Fett bzw. dessen sich vom Fett trennende Ölphase sollten sich bei den Lagerbewegungen eigentlich ausreichend mischen lassen. Zumindest ist das besser, als gar nichts zu tun.

Innenringe der Schrägrollenlager bekommt man übrigen einfach heraus, wenn sie punktweise mit der Schweißflamme (oder WIG-Gerät) durchgeglüht werden. Das geht zur Not auch mit dem MIG/MAG-Schweißgerät, wenn der Drahtvorschub minimiert wird. Die Ausdehnung durchs Erwärmen wird durch das umgebende Material blockiert, das Ringmaterial wird also in den weich gewordenen Bereichen gestaucht. Beim Abkühlen zieht es sich dann zusammen und kann mit einem alten Schraubenzieher rausgehebelt werden.
tomsail
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Re: Vordere Schwingarmlager

Beitrag von tomsail »

hallo hannes,

im prinzip haben alle schon das gesagt was ich auch denke.
zu den schmiernippeln: hab diese gesetzt und den ganzen hohlraum vollgemacht.
das mit den simmerringen stimmt in der tat.
drum habe ich nun einmal "bis an den rand voll".
wenn das öl sich verflüchtigt gibts wieder ein wenig "luft".
plane alle jahre mal ein- zwei hübe mit der fettpresse. das sollte genügen um fett nachzudrücken ohne die simmerringe rauszupressen.

@gerhard: hier der tipp im bilde: lagerschalenausbau

grüße
thomas
---
scardale
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Registriert: Sa 14. Okt 2006, 23:41

Re: Vordere Schwingarmlager

Beitrag von scardale »

Hallo,
ich erinnere mich gerade daran dass ich damals kurzzeitig den Hohlraum der Achse als Ablage für den noch laufenden Heisluftfön benutzt habe! Kling hats gemacht und die Schale lag auf dem Boden, das wollte ich eigentlich nicht !!

Gruß
Stefan
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